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Game over? Chinas Aktienmärkte im freien Fall

Von Markus Fugmann

Schwere Turbulenzen an den Finanzmärkten Festland-Chinas: der Shanghai Composite verliert erneut stark und rauscht heute 6,42% in die Tiefe. Damit absolviert der Index seine schlechteste Woche seit der Finanzkrise 2009. Noch vor einer Woche hatte der Shanghai Composite über der 5000er-Marke ein neues Allzeithoch erreicht, seitdem aber gut 10% verloren.

Knapp 6% verliert auch der ChiNext, in dem vorwiegend Start-Up-Unternehmen enthalten sind. Damit hat der ChiNext knapp 15% innerhalb einer Handelswoche verloren und damit seine zweitschlechteste Woche seit der Finanzkrise absolviert. Der CSI300, der die größten Werte der Märkte in Shanghai und Shenzhen beinhaltet, verliert 6,3%.

Auslöser des heutigen Abverkaufs ist vor allem die überraschende Verschiebung des für den heutigen Freitag geplanten IPOs der Bank of Joizhou. Die Verschiebung erfolgte, weil die Aufsichtsbehörde detalliertere Informationen von dem Unternehmen einfordert. Das zeigt, dass die Regulierer offenkundig beginnen, genauer Hinzusehen bei den IPOs.

Noch stärker aber belasten Gerüchte, dass Hanergy Holding Group Limited Liquiditätsprobleme habe und daher ihre Anteile an der Firma Hanergy Thin Film Power Group Limited. verkaufen müsse. Die Firma sah sich genötigt, aufgrund diesbezüglicher Medienberichte folgendes Statement zu veröffentlichen:

With reference to recent media reports regarding Hanergy Holding Group Limited, our Group hereby makes the following statement:

I. Our Group’s operations are normal in all respects and we maintain a good financial position with no overdue loans. There was no forced liquidation of the Group shares as cited in some media reports as the cause of the price plunge of the shares of Hanergy Thin Film Power Group Limited (HKSE: 00566).

(..)

V. Our Group has full confidence in the development of Hanergy Thin Film Power Group Limited.

Ebenfalls für Verunsicherung sorgt, dass heute eine geplante Anleiheemission der Firma Dagon City Tourism auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Laut Angaben der Firma sei die Volatilität am Markt derzeit zu hoch – denkbar ist jedoch, dass der Firma im Vorfeld klar wurde, dass sie die geplanten Volumina nicht würde erreichen können.

Angesichts der Turbulenzen gehen Marktbeobachter davon aus, dass Peking zeitnah intervenieren wird – entweder durch Senkung der Mindestreserveanforderungen für Banken oder durch andere Stimulusmaßnahmen. Über den Finanzmärkten Chinas ziehen jedenfalls dunkle Wolken auf!



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