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Gamestop-Aktie fällt – vergesst nicht die wilde Meute, die „günstig“ einkauft

Die Gamestop-Aktie hat sich seit Jahresanfang in mehreren Wellen entwickelt, wie der Chart zeigt, der bis Anfang Januar zurückreicht. Einmal sahen wir den gigantischen Anstieg im Januar bis auf 465 Dollar, verursacht durch einen gigantischen Short Squeeze. Hedgefonds die auf fallende Kurse gesetzt hatten, mussten ich mit Käufen eindecken. Denn Privatanleger hatten sich als große wilde Meute zusammengeschlossen um den Aktienkurs von Gamestop hochzutreiben.

Gamestop-Aktie stieg in mehreren Wellen

Dann war die Sause aber auch schnell wieder vorbei, und im Februar verlor die Gamestop-Aktie auf ihr voriges Kursniveau um die 50 Dollar. Die Luft war raus, die Euphorie verflogen. Und dann aus dem Nichts gab es den nächsten großen Schub für die Aktie ab dem 24. Februar. Wieder beginnend bei 50 Dollar stieg die Gamestop-Aktie schnell auf 175 Dollar. Den dritten Schub gab es dann ab dem 8. März von 140 auf bis zu 330 Dollar.

Drei Mal hat die Gamestop-Aktie seit Januar also bewiesen, wie schnell gigantische Kursgewinne möglich sind. Und man sieht die letzten Tage erneut, wie schnell die Euphorie auch wieder aus der Aktie entweichen kann. Gestern noch bei 181 Dollar, verliert die Aktie heute 31 Dollar oder 17 Prozent auf 150 Dollar. Das sieht aktuell überhaupt nicht gut aus.

Gestern Abend gab es die Quartalszahlen von Gamestop, die nicht die Erwartungen erfüllten. Aber das ist nebensächlich. Auch kann man die heute fallenden Kurse damit rechtfertigen, dass das Management von Gamestop im gestrigen Conference Call einfach abbrach und keine Fragen beantwortete. Und man kann auch als Anleger sagen, dass es negativ zu werten ist, dass das Unternehmen über die Ausgabe neuer Aktien nachdenkt. Denn das kann die Papiere in der Tat belasten.

Gründe für Kursverlust und die Möglichkeit einer neuen plötzlichen Kauflust

Aber ich denke: Der heutige Kursverlust in der Gamestop-Aktie liegt wohl eher daran, dass eine neue, sensationelle, euphorische Aussage über das zukünftige Online-Business ausgeblieben ist. Zwar sprach Gamestop in seiner gestrigen Veröffentlichung viel von der Transformation hin zu E-Commerce. Aber der große Knaller fehlte irgendwie. Die Aktie hat aktuell laut WSBTrackers im Reddit-Forum Wallstreetbets einen Gesprächsanteil von 65 Prozent.

Die wilde Trader-Meute hat also aktuell einen Blick auf die Aktie. So simpel es klingen mag. Aber gerade in der Coronakrise ist vor allem in den USA einen Millionen-Heer an schlecht oder gar nicht informierten Kleinanlegern dazu gekommen, die als große Masse Kurse bewegen kann. Und wenn man sieht, wie die Gamestop-Aktie die letzten Tage verliert – dann könnte man glatt auf die Idee kommen „günstig“ einzusteigen? Dass die Aktie nicht günstig ist, das sollte klar sein. Aber wenn man nur auf die höheren Kurse der letzten Wochen schaut, wirkt sie jetzt aus unbeholfener Sicht günstig. Man sollte nie unterschätzen, dass eine nächste Kaufwelle aus dem Nichts auftauchen kann (das ist keine Kaufempfehlung).

Chart zeigt seit Jahresanfang den Kursverlauf der Gamestop-Aktie
TradingView Chart zeigt Gamestop-Aktie seit Jahresanfang.



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