Aktien

Gamestop komplettiert zweite Kapitalerhöhung – die große Sause

2,1 Milliarden Dollar hat Gamestop jetzt eingenommen durch eine erneute Kapitalerhöhung. Hier ein Blick auf die Gemengelage der Aktie.

Gamestop-Schriftzug. Foto: Michael Nagle/Bloomberg

Im letzten Monat nahm Gamestop 933 Millionen Dollar über eine Kapitalerhöhung ein. Und heute Nacht meldete das Unternehmen, dass man seine zweite Kapitalerhöhung abgeschlossen hat, die man am 7. Juni bei der US-Börsenaufsicht angekündigt hatte. Wichtig: Gamestop meldet, dass man die maximale Anzahl von 75 Millionen Aktien ausgeben konnte, und nahm 2,137 Milliarden Dollar ein. Man verkaufte also für 28,49 Dollar pro Aktie, bei einem Schlusskurs gestern Abend in New York nachbörslich bie 29,80 Dollar, lag vorher aber nachbörslich sogar schon bei 32 Dollar. Das Unternehmen hat in wenigen Wochen in zwei Schritten gut 3 Milliarden Dollar eingesammelt. Und das hauptsächlich dank „Roaring Kitty“.

Gamestop bringt Milliarden-Kapitalerhöhung unter – Roaring Kitty bringt Aufmerksamkeit

Nur weil der Börsen-YouTuber Keith Gill (Roaring Kitty) sich vor einigen Woche nach jahrelanger Abstinenz wieder auf Social Media meldete, kam die Gamestop-Aktie wieder in den Fokus von Millionen von Privatanlegern, und wohl nur deswegen ergriff Gamestop in voller „Dreistigkeit“ die Gelegenheit, neues Anlegergeld aufzunehmen, und das nicht zu knapp, bei einem Unternehmen, das mit drastischen Umsatzeinbußen (zuletzt 882 Millionen Dollar Quartalsumsatz) und Verlusten zu kämpfen hat.

Dieser Chart zeigt den Kursverlauf in der Gamestop-Aktie seit dem 6. Mai. Roaring Kitty erweckte die Aktie wieder zum Leben, aber durch die Kurzlebigkeit der Euphorie-Schübe bei Meme Aktien, durch die miesen Quartalszahlen und Ankündigungen von Kapitalerhöhungen ergab sich die letzten Wochen ein brutales Auf und Ab in der Gamestop-Aktie. Aber das Managemet der Firma dürfte Roaring Kitty unendlich dankbar sein, dass man dank der „Neuerweckung“ der Aktie durch seine Social Media-Rückkehr gut 3 Milliarden Dollar einwerben konnte. Der Chart zeigt: Anleger konnten in drei kurzen Schüben in den letzten Wochen gut Geld verdienen, aber sehr schnell waren diese Gewinne aber wieder futsch. Besonders Anleger, die mit hohen Hebeln und Derivaten arbeiten, dürften in vielen Fällen ordentlich Geld verloren haben.

Chart zeigt den Kursverlauf in der Gamestop-Aktie seit dem 6. Mai

Miese Finanzdaten – aber jetzt viel Cash in der Kasse

Bei den am 7. Juni gemeldeten Quartalszahlen sah man, wie massiv der Umsatz bei Gamestop abrutscht, nämlich von 1,24 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal auf jetzt 882 Millionen Dollar. Der Nettoverlust sank im Jahresvergleich leicht von 50,5 auf 32,3 Millionen Dollar. Die Barreserven (Cash and cash equivalents) sanken von 1,06 auf glatt 1 Milliarde Dollar. Aber jetzt kommen binnen weniger Tage diese gut 3 Milliarden Dollar durch Kapitalerhöhungen hinzu. Gamestop saugt sich also voll mit Cash.

Das Unternehmen schrieb bei der jüngsten Kapitalerhöhung, man plane den Erlös für allgemeine Unternehmenszwecke zu verwenden, wozu auch Übernahmen und Investitionen gehören können. Vereinfacht gesagt darf man vermuten: Gamestop wird mit diesen gut 4 Milliarden Dollar noch viel Zeit haben Geld verbrennen zu können, bevor man pleite geht. Schafft es der Videospiele-Einzelhändler sein Geschäftsmodell anzupassen, und strukturell wieder in die Gewinnzone zu kommen. Egal, denn man hat ja erstmal einen gigantischen Berg an Liquidität?

Neue Euphorie-Welle kann jederzeit kommen

Der Live Stream von Roaring Kitty vom letzten Freitag, wo er auch lobend über die Aktie sprach, brachte sogar fallende Kurse. Vielleicht dämpfte auch die Kapitalerhöhung zu dem Zeitpunkt den Aktienkurs. Nicht ausschließen kann man, dass neue warme Worte von Roaring Kitty irgendwann so positiv auf die große Masse der Privatanleger auf Social Media wirken, dass wieder eine neue Euphorie-Welle in die Gamestop-Aktie kommt, und dann sieht man erneut ein oder zwei Tage einen steigen Anstieg, und dann erneut den Absturz, wenn schnell Gewinne eingestrichen werden, und wenn die Anschlusskäufe fehlen.

Abschließend diese Bemerkung: Es ist schon wirklich erstaunlich, dass man es schafft bei so einer Aktie wie Gamestop binnen weniger Tage mal eben neue Aktien für 3 Milliarden Dollar am Markt unterzubringen!



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2 Kommentare

  1. Das zeigt auch wieviel Liquidität noch im System ist.

  2. schmerzt jeden Tag mehr wenn man sieht das man mit einem diversifizierten Aktiendepot seit Jahren nicht richtig vom Fleck kommt weil man diesen ganzen Meme-Müll nicht im Depot hat und sich auch nicht vorstellen konnte das TECH offenbar nie ein Ende findet…Hätte man auf teure TECH und Müllaktien gesetzt stünde man besser das als mit einem ausgeglichenen Depot…Schon irre u nd traurig zugleich

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