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Gasspeicher unter 30 Prozent – Gas strömt – Gaspreis aber hoch nervös

Gas-Flamme auf Herd

Die deutschen Gasspeicher leeren sich weiter von Tag zu Tag – derzeit ist der Füllstand (jüngste Daten für letzten Sonntag) auf 29,24 Prozent gesunken. Aber die Geschwindigkeit beim Absinken der Lagermengen nimmt ab. Die letzten Wochen hatte Europa ein mildes Wetter – und das Ende des Winters rückt näher – und Russland liefert seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs mehr Gas durch die Pipelines nach Europa. Aktuell herrscht beim Thema Gas demnach also etwas Entspannung, wenn man sich um die kurzfristige Versorgungssicherheit für Europa Sorgen macht.

Dennoch sieht man im europäischen Gaspreis am Terminmarkt (Dutch TTF April-Kontrakt) eine starke Schwankungsintensität. Heute steigt der Kurs um 9,7 Prozent auf 108,20 Euro. Die hohe Volatilität spricht für viel Nervosität. Denn westliche Sanktionen und zahlreiche Beendigungen von Geschäftsbeziehungen durch westliche Unternehmen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Russland die Themen Gas und Öl doch noch als Gegensanktion gegen den Westen einsetzen könnte. Laut Berichten besprach man gestern im Kreise der EU-Energieminister Szenarien eines Angebotsschocks, wenn nämlich Russland weniger oder gar keine Gas mehr liefern sollte. Das Szenario steht also im Raum und schwebt über dem Gasmarkt als Damoklesschwert.

Die Experten der Saxo Bank sagen heute zum Thema Gas, dass der Markt versuche den möglichen – wenn überhaupt, Lieferausfall aus Russland, dem größten Lieferanten der Region – zu quantifizieren. Tägliche Preisschwankungen von mehr als 25 Prozent in den letzten drei Handelstagen haben ihrer Meinung nach ein Heer von Kurzfristhändlern angelockt, was die Volatilität weiter erhöht haben dürfte und den Markt schwer überschaubar mache. Die Speicher in ganz Europa seien derzeit zu etwa 30 Prozent gefüllt, nachdem die Entnahmen im Februar aufgrund des milderen Wetters zurückgegangen seien. Normalerweise beginne die Einspeicherungssaison Ende März, aber für diesen Winter sei das Schlimmste überstanden. Ein anhaltender Konflikt mit Russland erhöhe jedoch das Risiko für den nächsten Winter, denn der Gaspreis am Terminmarkt für den 22. Oktober bis 23. März liege nahe bei 100 Euro/MWh.

Hinweis: Andeutungen russischer Seite über eine Verknappung der Gas-Lieferungen gen Westen als Gegensanktion könnten womöglich schnell zu dramatischen Anstiegen im Gaspreis führen.

Chart zeigt Dutch TTF Gaspreis seit dem 10. Februar TradingView Chart zeigt Kursverlauf im Dutch TTF Gaspreis seit dem 10. Februar.

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1 Kommentar

  1. Im Fall kann Italien aushelfen bei Füllständen von 38,5%.

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