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Gaspreis am Terminmarkt klettert weiter – Frankreich-Atomausfall pusht

Gas-Flammen auf Herd

Der Gaspreis am Terminmarkt steigt weiter spürbar an. Damit könnten die Endverbraucher für die kommenden Monaten womöglich noch höhere Preise erwarten. Der für Europa maßgebliche Terminkontrakt für Gas Dutch TTF (Januar-Lieferung) notiert heute bei 135,70 Euro. Am letzten Freitag lag dieser Gaspreis noch bei 105 Euro. Gestern war der Settlmentpreis zwar schon bei 142,70 Euro. Aber man sieht im Chart am Ende des Artikels: Der Trend zeigt aufwärts.

Annalena Baerbock pushte den Gaspreis nach oben

Am letzten Wochenende sagte unsere neue Bundesaußenministerin Annalena Baerbock, dass die neue Gas-Pipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland erstmal nicht genehmigt wird. Vorgeschoben wurden bürokratische Hürden. Nach EU-Recht könne man das so nicht genehmigen. Ein klarer Affront gegen Wladimir Putin! Und damit dürfte klar sein, dass Gazprom erst einmal wohl keine stark steigenden Gas-Mengen durch die bestehenden Pipelines nach Europa pumpt. Der Gaspreis reagierte auf die Blockade-Haltung und stieg an. Der politische Ukraine-Konflikt wirkt sich auch massiv auf dem Gasmarkt aus.

Abgeschaltete Atomkraftwerke in Frankreich sorgen für Preisdruck auch bei Gas

Nun ist Europa mit dem Problem konfrontiert, dass diese Woche in Frankreich vier Reaktoren in Kernkraftwerken abgeschaltet wurden, nachdem eine Störung festgestellt worden war. Laut Berichten sagte die zuständige Aufsichtsbehörde, dass wahrscheinlich auch Kontrollen in anderen Reaktoren erforderlich seien. Weniger Produktion von Atomstrom in Frankreich – das bedeutet mehr Nachfrage nach Kohle und Gas als alternative Brennstoffe für die Stromproduktion. Der in dieser Woche in Frankreich regelrecht explodierende Großhandelsstrompreis zeigt den vorhandenen Druck. Gleichzeitig leitet Gazprom offenkundig wenig Gas durch die Leitungen – eine perfekte Gemengelage für einen weiter steigenden Gaspreis.

Experte mit Vorausschau auf dramatische Wochen

Der Experte Javier Blas weist darauf hin, dass man erst den 16. Tag des europäischen Winters gesehen habe. Weitere 74 Tage Winter liegen vor uns bis zum 28. Februar. Und denken Sie daran (so seine mahnende Formulierung an seine Follower), dass Europa in den meisten Jahren seine Gasvorräte bis weit in den März hinein aufbraucht. Dies sei erst der Anfang. FMW dazu: Also, stehen in Europa noch dramatische Gas-Engpässe diesen Winter an, und damit sehen wir ein womöglich weiter steigenden Gaspreis am Terminmarkt?

Chart zeigt Kursverlauf im Dutch TTF Gaspreis seit dem 22. September TradingView Chart zeigt Kursverlauf im Dutch TTF Gaspreis seit dem 22.September.



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7 Kommentare

  1. Ist denn irgendetwas passiert, was nicht auch so gewollt war/ist.
    Es ist doch nichts außerplanmäßiges passiert.
    Also müssen wir mit den Konsequenzen leben.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

    1. Gar nichts ist passiert, ein paar Risschen aufgrund von Korrosion an den Rohren eines Reaktors. Was soll’s? Da schicken wir ein paar Flüchtlinge mit Sekundenkleber und Panzertape rein, die müssen sich dann erst einmal in ihrer neuen Heimat als zu integrierende Fachkräfte beweisen und mit den Konsequenzen leben.

      Viele Grüße aus Skandalusien
      Muthelm

      1. Hallo Muthelm,
        ich meinte damit, dass nichts passiert ist, was auch nicht so gewollt war.

  2. Es ist doch seltsam.
    Impfstoffe werden mit einer Notzulassung verimpft, für deutsche Politiker gelten Sondergesetze, damit sie straffrei Schmiergelder annehmen können, deutsche Staatsanwälte sind weisungsgebunden, und ihnen kann untersagt werden Straftaten zu verfolgen usw., usw. Bevorzugt bei Politikern.
    Nur, wenn es darum geht eine Gasleitung in Betrieb zu nehmen, dann soll das nicht möglich sein, weil der Betreiber und Gaslieferant nicht die selbe Organisation sein darf.
    Es wird ganz bewusst, also vorsätzlich, damit der Gaspreis in astronomische Höhen getrieben; was nicht nur der Industrie schadet, sondern auch unzählige private Verbraucher eine Menge unnötiger Zusatzkosten bereiten.
    Sind die Verantwortlichen für solch ein Handeln denn nur geistig beschränkt, oder steckt bewusstes Handeln dahinter um die Menschen immer weiter ins Elend zu treiben.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

  3. Ein frohes neues Jahr

    Abgeschaltet werden zum 31.12.2021 die folgenden Kohlekraftwerke:

    Kraftwerk Westfalen (764 MW)
    Kraftwerk Ibbenbüren (794 MW)
    Kraftwerk Duisburg-Walsum (370 MW)
    Kraftwerk Heyden (875 MW)
    Kraftwerke Südzucker Warburg (4,6 MW)
    Kraftwerk Jülich (22,86 MW)
    Kraftwerk Hamburg Moorburg Block A und Block B (jeweils 800 MW)
    Kraftwerk Bremen Hafen Block 6 (303 MW)
    Kraftwerk Höchst KG (51 MW)
    Kraftwerk Zuckerfabrik Brottewitz in Brandenburg (3,57 MW)
    Dazu die drei AKW:
    AKW Grohnde (1360 MW)
    AKW Gundremmingen Block C (1344 MW)
    AKW Brokdorf (1410 MW)

  4. Es ist schon lustig, plötzlich tut die halbe Welt so, als könnte man kein oder nicht genug Gas über die üblichen bisherigen Pipelines liefern. Als läge alles nur an der Genehmigung von Nord Stream 2. Tatsache ist doch, dass sich die Gasversorger verzockt und es versäumt haben, die Speicher aufzufüllen. Das und nichts anderes ist der Grund für die utopisch hohen Preise und die mit 60% relativ schlecht gefüllten Speicher. Und dass Putin seine Spielchen spielt, seine Zusagen nicht einhält und einmal einen Vorgeschmack gibt, wie leicht er Europa erpressen kann. Aber halt, ist es nicht am Ende, wie immer: Die Grünen in Person von Frau „Bashbock“ sind schuld!

  5. Wer braucht zur politischen Unterhaltung schon Trump, wenn er auch eine Ampel haben kann:

    https://www.tagesspiegel.de/politik/es-ist-belaemmernd-scharfe-kritik-von-gruenen-an-scholz-aussagen-zu-nord-stream-2/27903720.html

    Mit den Grünen in der Koalition bringt Scholz es zum Staatsmann, etwas, dass er unter Merkel nie geschafft hätte – zumal er dort als Finanzminister eine klare Fehlbesetzung war.

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