Der europäische Großhandels-Gaspreis TTF eröffnet aktuell den Montagshandel mit einem Anstieg von 30 %, gleich zur Eröffnung bei 68,63 Euro pro Megawattstunde. Dies liegt am dramatisch gestiegenen Ölpreis, der von Freitag Abend bei 93,30 Dollar heute früh auf bis zu 119,46 Dollar angestiegen ist (aktuell 106,56). Der Mechanismus ist einfach: Wenn der Ölpreis derart dramatisch ansteigt, sinkt die Nachfrage nach Öl, weil der Preis für Abnehmer in den Verbrauchsländern zu teuer ist. Man weicht dann auf andere Brennstoffe aus, und die Nachfrage nach Gas steigt, was dann auch den Gaspreis massiv ansteigen lässt.
Bloomberg berichtet aktuell: Die europäischen Erdgaspreise sind gestiegen, da der Krieg im Nahen Osten weiterhin die Energiemärkte erschüttert und die Lieferungen auf dem Seeweg stört. Die Referenz-Futures stiegen am Montag um bis zu 30 % und setzten damit ihren größten wöchentlichen Anstieg seit der Energiekrise fort. Dieser Entwicklung folgte ein Anstieg des Ölpreises auf über 100 US-Dollar pro Barrel, da weitere große Produzenten im Nahen Osten ihre Produktion drosselten und die Straße von Hormus weiterhin praktisch gesperrt blieb. Auch die US-Erdgas-Futures stiegen und erreichten den höchsten Stand seit einem Monat.
Der Konflikt dauert nun schon zehn Tage an und es gibt keine Anzeichen für eine Entspannung, was zu mehr Unsicherheit auf den Energiemärkten führt und den Inflationsdruck weiter anheizt. Insbesondere für die Gasmärkte befindet sich Europa in einer prekären Lage, da es gerade aus dem Winter kommt und die Speichertanks leer sind. Das bedeutet, dass es in diesem Sommer mehr LNG-Lieferungen kaufen muss, um sie wieder aufzufüllen, und dabei mit Käufern in Asien um begrenzte Vorräte konkurrieren muss, wenn die Lieferungen aus dem Nahen Osten die globalen Märkte nicht erreichen können.
„Der Markt wird sich langsam der Realität lang anhaltender Versorgungsengpässe in der gesamten Energie-Wertschöpfungskette bewusst“, sagte Florence Schmit, Energiestrategin bei der Rabobank. „Wir gehen davon aus, dass die Versorgungsengpässe nun etwa drei Monate andauern werden.“
FMW/Bloomberg
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Umschichtungen von Erdöl auf Erdgas könnten einen Grund für die aktuelle Entwicklung des Gaspreises sein. Ein weiterer Grund ist höchstwahrscheinlich eine Koppelung des Gaspreises an den Ölpreis.
Naja, wer AKWs abstellt, Kohlekraftwerke sprengt, bis 2030 aus der Braunkohle aussteigen will, Fracking verbietet, aber noch etwa 20 Gaskraftwerke bauen will, wird viel Gas verstromen müssen.
Für Träumer kein Problem, denn die nehmen dann später Wasserstoff.
Das Ziel ist es, dass Deutschland maximal 0,08 % des weltweit in die Atmosphäre gelangenden CO2 vermeidet.
Es wird Billionen kosten.
Gaskrieg eskaliert! Viele LNG-Schiffe drehen von Europa nach Asien + Ausfälle von Qatar-Gas!
https://www.youtube.com/watch?v=GrFugSRMiZk
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut