Bei 32 Euro pro Megawattstunde notierte der Terminmarktpreis für Gas in Europa zum Kriegsbeginn gegen den Iran im März. Nach zwischenzeitlich massiven Anstiegen sah man am 23. Juni 42 Euro, ein relativ moderater Preis. Denn die Anzeichen für einen Deal zwischen USA und Iran mehrten sich. Aber seit Ende Juni bis heute sind diese Hoffnungen immer weiter gesunken, nichts geht wirklich voran. Deswegen ist der Gaspreis bis jetzt auf 61,60 Euro angestiegen, alleine seit Anfang letzter Woche ist es ein Anstieg um 9 Euro. Der Chart zeigt den Preisverlauf seit Jahresanfang.
Gaspreis steigt – Iran-Krieg und Norwegen als Faktoren
Donald Trump scheint regelrecht hilflos zu sein, dass er sich nicht aus der Falle befreien kann, die er sich selbst gebaut hat. Wie kommt er gesichtswahrend raus aus dem Iran-Krieg? Er spricht jetzt nur noch davon den wirtschaftlichen Druck auf den Iran zu erhöhen, und von der hohen Inflation im Land. Aber Angriffe? Wohl wegen zu knapper Munitionsbestände auf US-Seite ist davon derzeit keine Rede mehr. Zu große Zugeständnisse darf er gegenüber Teheran nicht machen, sonst würde er international als Verlierer aus dem Konflikt gehen. Und das könnte er wohl nicht ertragen? Und im Iran scheint man nach außen relativ entspannt zu sein, man hat Zeit. Und Teheran hat jüngst sogar Hardliner in wichtiger Positionen befördert.
Während Lieferungen von Öl und Gas durch die Straße von Hormus weiterhin ausbleiben und damit der Gaspreis hoch bleiben dürfte, läuft beim Gasfeld Ormen Lange in Norwegen eine Wartung, die sogar bis Februar 2027 andauern soll und die Produktionsmenge um 60 % reduziert. Das Land ist für die Gasversorgung in Europa essenziell wichtig! Auch so eine Wartung, die die Versorgungsmenge an Gas reduziert, ist für den Gaspreis in Europa ein Aufwärtsfaktor.
Gasspeicher sehr niedrig
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Gerade im Sommer, wo der Gasbedarf zum Heizen nicht vorhanden ist, kaufen Betreiber von Gasspeichern normalerweise billig Gas am Weltmarkt ein, um es dann im Winter zu höheren Preisen an ihre Kunden wie Stadtwerke weiterzuverkaufen. Aber im jetzigen Szenario (Iran-Krieg) mit einem aktuell stark steigenden Gaspreis, soll man als Betreiber eines Speichers jetzt Gas kaufen? Und dann vielleicht in drei oder vier Monaten zu niedrigeren Preisen weiter verkaufen, weil dann der Iran-Krieg vielleicht schon beendet ist?
Man sieht, Ereignisse wie der Ukraine-Krieg oder der Iran-Krieg stören eigentlich gut funktionierende Märkte erheblich. Die Gasspeicher in Deutschland sind aktuell zu 48,48 % gefüllt. Am selben August-Tag vor genau einem Jahr lag der Speicherstand bei 63,93 %, also knapp 15 Prozentpunkte höher. Dazu muss man bedenken: Als die größte Kältephase in diesem Jahr zuende ging, lag der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland nur noch bei 20,5 % am 21. Februar. Würden sich im anstehenden Winter die Temperaturen und der Verbrauch genau so entwickeln, könnten die Speicherstände auf ca 5 % sinken.
Ab 20 % Gasspeicher wird es problematisch
Das Problem: Ab einer Füllmenge von weniger als 50 % nimmt der Innendruck der Gasspeicher spürbar ab. Dadurch reduziert sich die Ausspeiseleistung – es kann also pro Stunde weniger Gas ins Netz eingespeist werden. Ein Füllstand von 20 % gilt in Deutschland als eine kritische Marke. In der Praxis wird dieser Schwellenwert sowohl aus physikalisch-technischen Gründen als auch in den behördlichen Risikoanalysen als Warnsignal eingestuft. Ein Füllstand von 20 % bedeutet nicht, dass ein Fünftel des Gases einfach wie gewohnt weitergenutzt werden kann. Durch den stark abgefallenen Innendruck sinkt die tägliche maximale Entnahmemenge drastisch. Insbesondere bei Porenspeichern (die das Gas im Gestein halten) reicht der Eigendruck kaum noch aus. Um das verbleibende Gas in das Fernleitungsnetz zu pressen, müssen Kompressoren unter maximalem Energieaufwand arbeiten. Die „Geschwindigkeit“, mit der Gas ins Netz abgegeben werden kann, bricht massiv ein.
Die Gasspeicher in Europa sind derzeit im Schnitt mit 59 % noch besser gefüllt als in Deutschland, liegen aber deutlich unter dem saisonalen Fünfjahresdurchschnitt von 76 %.
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Um die Deindustrialisierung in Deutschland optimal zu beschleunigen, wir dann auch noch auf das russische LNG ab 2027 verzichtet.
Das ist optimale Planung, da kann man nicht meckern.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut
Industrie und Verbraucher in Deutschland ächzen unter den aktuellen Öl- und Gaspreisen. Kein Problem, sagt die Bundeskanzler Friedrich Merz-Bundesregierung/Koalition, wir bekennen uns zu den alternativen Energien. Sommerliche Temperaturen und Niedrigwasserstände können aber auch Windkraft und Biomasse ausbremsen. Wir brauchen also in der Energiepolitik ein Bekenntnis zu sämtlich verfügbaren Energieformen, und diese müssen jeweils von dem Land bezogen werden, wo sie am billigsten sind.
Es bestünde ja die Möglichkeit die Gasfelder der Nordsee anzupieksen.
Aber das bedrüfte Planung und Entschlossenheit gegen die Palm-Menschen, also die die auf der Palme sind, mittlerweile viele. Manche sitzen auch auf Eichen.
Hallo @ Großer Bär
Die Ökophantasten träumen doch davon, dass bald alles, was noch eine Flamme benötigt, mit Wasserstoff betrieben wird.
Kein Investor würde daher in eine Gasförderindistrie für etwa 10 oder 15 Betriebsdauer Jahre investieren.
Zumal ja auch der Endernergieverbrauch bis 2045 (gegenüber 2008) um 45 % gesenkt werden soll und bis dahin die etwa 0,08% des CO2, für die Deutschland verantwortlich ist, soweit wie möglich gesenkt werden sollen.
Das ist bei den Gaskraftwerken auch so.
Sie kosten dem Steuerzahler zig Milliarden, weil kein privater Investor darin Geld investieren würde.
Damit will ich aber nicht sagen, dass die Gaskraftwerke nicht benötigt werden.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut