Der europäische Terminmarkt-Gaspreis TTF, der auf mittlere und längere Sicht auch die Richtung für die Preise der Endverbraucher in Deutschland vorgibt, steigt massiv an. Heute sehen wir ein Tagesplus von 24,8 % auf 55,54 Euro pro Megawattstunde. Und das nach dem gestrigen massiven Anstieg. Der Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus befeuern die Verknappungsängste.
Auch wenn viel Gas aus dem Mittleren Osten nach Asien geht: Die dortigen Abnehmer, die nun vor einer Verknappung stehen, werden vermutlich in verschärfter Konkurrenz zu europäischen Aufkäufern am Weltmarkt treten, und den Gaspreis hochtreiben – damit man auch noch etwas abbekommt (um es mal ganz einfach auszudrücken). Von 32 Euro am Freitag Abend auf jetzt 55,54 Euro – das ist ein Anstieg von 73,4 % in nicht mal zwei Handelstagen!
Europäische Gaspreise steigen 34 % – Einstellung der LNG-Lieferungen erschüttert Märkte
Die europäischen Erdgaspreise steigen heute um bis zu 34 %, da Unsicherheit darüber herrscht, wie lange die Exporte aus der weltweit größten LNG-Exportanlage in Katar ausgesetzt bleiben und welche Auswirkungen dies auf die globale Energieversorgung haben wird, so berichte es Bloomberg News. Die Benchmark-Futures stiegen zum zweiten Mal in Folge, nachdem China, der weltweit größte LNG-Importeur, alle Konfliktparteien im Iran aufgefordert hatte, die sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus zu gewährleisten. Laut Bloomberg üben hochrangige Gasmanager Druck auf iranische Beamte aus, Maßnahmen zu vermeiden, die die Gasausfuhren aus Katar beeinträchtigen könnten.
Die Anlage von QatarEnergy, die rund ein Fünftel der weltweiten Versorgung ausmacht, wurde am Montag nach einem iranischen Drohnenangriff stillgelegt. Schon vor der Stilllegung hatte der sich ausweitende Krieg im Nahen Osten die Straße von Hormus, eine wichtige Exportroute für Katar, praktisch geschlossen.
Die Preise in Europa sind seit Freitag um etwa 70 % gestiegen, eine Preisvolatilität, wie sie seit der Energiekrise 2022 nicht mehr zu beobachten war. Europa geht mit fast leeren Gastanks in die letzte Phase des Winters, was den Wettbewerb um globale Lieferungen während der bevorstehenden Bevorratungssaison möglicherweise verschärfen wird.
Die Situation bedroht die Vorratshaltung Europas, da der potenzielle Wettbewerb mit anderen Regionen um LNG-Lieferungen die Preisspannen vergrößert. Der europäische Sommer-Gaspreis stieg gegenüber den Kontrakten für den folgenden Winter stark an, sodass es für Händler unwirtschaftlich wurde, den Brennstoff zu lagern.
„Wir erwarten in den kommenden Tagen erhebliche Preisschwankungen, da die Marktteilnehmer die Auswirkungen der Produktionsausfälle auf ihre eigenen Lieferportfolios bewerten“, sagte Ross Wyeno, stellvertretender Direktor und Leiter der kurzfristigen LNG-Analyse bei S&P Global Energy. „Die Käufer, die bei kurzfristigen Spotkäufen am aggressivsten vorgehen werden, werden wahrscheinlich aus den Märkten im asiatisch-pazifischen Raum kommen.“ Händler stellen auch die Schwere der Angriffe auf die Anlage in Katar in Frage, die zu den bedeutendsten ungeplanten Ausfällen in der Geschichte der Branche zählt.
Die größte Frage für den Markt ist, wie lange die Kämpfe andauern werden. Die USA sendeten widersprüchliche Signale über die Dauer des Krieges, wobei Präsident Donald Trump versprach, „alles zu tun, was nötig ist“.
Die Suche nach Alternativen hat bereits begonnen, wobei Taiwan und Südkorea zu den Ländern gehören, die nach anderen Quellen für lebenswichtige Stromversorgungsgase suchen, da diese gefährdet sind. Gleichzeitig sagten chinesische Gaskäufer, dass ihr Land Teheran dazu drängt, die Straße von Hormus offen zu halten.
Analysten von Goldman Sachs haben ihre Prognose für den europäischen Gaspreis für April 2026 von 36 Euro auf 55 Euro pro Megawattstunde angehoben. Da der größte Teil des LNG aus Katar nach Asien geht, erwarten Analysten wie Samantha Dart, dass die asiatischen Spotpreise im Vergleich zu den europäischen Preisen steigen werden.
Die Sorgen um Versorgungsengpässe spiegeln sich auch im Optionsbereich wider. Die implizite Volatilität der europäischen Referenz-Futures – ein Maß für die Kosten der zugrunde liegenden Derivatekontrakte – ist auf den höchsten Stand seit Sommer 2023 gestiegen, was auf eine insgesamt optimistische Marktstimmung hindeutet.
„Die Versorgungssicherheit könnte für Europa wieder zu einem Problem werden”, sagte Huibert Vigeveno, Chief Executive Officer der in der Schweiz ansässigen MET Group.
FMW/Bloomberg
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Wenn die Spekulanten merken, das mit den Rohstoffen wieder mehr zu verdienen ist, werden die ihre Edelmetalle links liegen lassen und rüber switchen….
Ich erinnere hier an den Zeitraum Dezember 98 bis Sommer 08 ..als das Schwarze Gold fast um den Faktor 15 stieg….Wo waren da Gold und Silber..?
Und hören Sie damit auf …das es in der Zeit keine Krisen gab…ich sage nur Kosovo 99..Afghanistan 01..Irak 03…oder die Zweite Inifada ab September 00…
Gold und Silber haben sich da auch schon gut entwickelt. Sie haben da vermutlich falsche Zahlen.