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Gaspreis: Putin und die Kavallerie aus den USA! Marktgeflüster (Video)

Amerikanische Kavallerie, Putin - und deutsche Spekulanten!

Der Gaspreis schlägt weiter Kapriolen, aber diesmal zur Unterseite: die „amerikanische Kavallerie“ in Gestalt von US-Flüssiggastankern ist auf dem Weg nach Europa – woraufhin der Gaspreis um gut 20% nach unten crasht! All das ist per se schon seltsam, nachdem der Gaspreis in den letzten Tagen geradezu nach oben explodiert war (Anstieg von 800% seit Jahresbeginn). Aber noch seltsamer: auf seiner Pressekonferenz sagte Putin heute, dass Deutschland gar kein Gas aus Russland bestellt habe – laut seiner Aussage versuchten deutsche Händler, die aus Langfristverträgen günstig eingekauften Mengen an andere Länder zu verkaufen. Hier scheint also auf Kosten von Konsumenten und Unternehmen massiv spekuliert zu werden! Am heutigen letzten Handelstag der Woche geht die Aufwärtsbewegung an der Wall Street weiter..

Hinweis aus Video: „Aktuell: Gaspreis fällt kräftig – die „Kavallerie“ ist im Anmarsch“



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17 Kommentare

  1. Nur seltsam, denn wenn Putin das Gas direkt zu einem höheren Preis an z. B. Polen verkauft hätte, und nicht an Deutschland, dann wäre er ein..(das darf ich hier nicht schreiben).
    Wenn aber die Betreiber der Gasspeicher das in D immer weiter abnehmende Gas zu Spekulationszwecken in andere Länder verkauft, dann ist das freie Marktwirtschaft.
    Aber dem Michel kann man dann ja das teure Flüssiggas andrehen.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Hallo Fugmann, Ihnen auch schöne Weihnachtsfeiertage und alles Gute zum Neuen Jahr 2022. Ich freue mich schon auf die erfrischenden Beiträge im nächsten Jahr.

  3. Wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein frohes Fest und ein erfolgreiches neues Jahr-bin fast täglich dabei,habe großen Respekt vor Ihrer Arbeit,sehr informativ,um den heutigen Wahnsinn einzuordnen.Danke- Alles Gute!

  4. ich wünsche den herren und damen in und um finanzmarktwelt.de frohe besinnliche weihnachten und einen guten rutsch ins neue jahr.

    mfg md

  5. @Markus Fugmann @FMW Redaktion @Alle Beitragsschreiber und Kommentatoren:

    Frohe Weihnacht und ein Gutes Neues Jahr wünscht euch Columbo.

    1. @Columbo, mille grazie, auch Dir und Deiner Familie alles Gute!
      Ich schreibe dir demnächst eine Mail wegen Sommer 2022 in Tirol Sud..

      1. Super! Wir freuen uns!

      2. Auch meinerseits wünsche ich @allen eine schöne Weihnachtszeit und ein Frohes Neues Jahr! Oder – anders ausgedrückt: „Merry Crisis and a happy new fear!“ ;-)

        Und auch ein dickes Dankeschön an Sie, Markus Fugmann, für Ihre wunderbaren Videos, durch die man sich immer bestens informiert und unterhalten fühlt! In diesem Sinne freue ich mich schon auf’s kommende Jahr.

        Mit besten Grüßen aus dem sommerlichen Lima, Lausi

        1. danke @Lausi! Viele Grüsse nach Lima!

  6. Schließen wir einmal den völlig unwahrscheinlichen Fall aus, dass Putin lügt … 🤥🥴
    … so zeigt sich einmal mehr, dass kritische Versorgungssektoren nicht in die gierigen Hände der freien Wirtschaft gehören oder zumindest massiv reglementiert und kontrolliert werden müssen. Oder man macht es sich einfach, blendet die wahren Übeltäter aus und schiebt in unfassbaren Übersprungshandlungen und verqueren Korrelationskonstruktionen die Schuld auf Frau Baerbock und die Energiewende.

    Euer Muthelm aus Skandalusien

  7. Flüssiggas aus USA hat doch eine sehr schlechte Energiebilanz und müsste im Gegensatz zur Pipeline Nordstream für die Grünen ein Graus sein. 2 mal umwandeln von flüssig zu gasförmig und dann mit schwerölfressenden Tankern transportieren, während man es in der Pipeline mit einem Haarföhn durchblasen kann. Es dürfte darum auch preislich keine Alternative sein, oder ist es den Europäern die Unterwürfigkeit zu den Amis wert die Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft zu riskieren.
    P.S. Die Verflüssigung von Gas unter Hochdruck braucht m.W. viel Energie, vielleicht könnte sich ein „Inscheniör“ dazu äussern.

    1. Neutraler Inscheniör

      @Vladimir Gasovic, es ist extrem auffällig, dass Sie und Gesinnungsgenossen immer wieder die Grünen ins Spiel bringen, statt auch nur einmal die einzig relevante Frage nach Gasspekulanten und nach Russland zu stellen. Selbstverständlich würden sich alle Grünen freuen, wenn Russland genügend Erdgas durch die bestehenden, bereits genehmigten und völlig ausreichenden Pipelines liefern würde. Da es aber nicht in grüner Hand liegt, Putins und Gazproms Spielchen oder die Zockereien der Spekulanten zu beeinflussen, macht es auch keinen Sinn, den Fokus immer wieder in die völlig falsche Richtung zu steuern und von den primär Verantwortlichen abzulenken. Wofür es derzeit Nord Stream 2 überhaupt bräuchte, wenn schon durch bestehende Pipelines kaum geliefert wird, mag sich einem selbstdenkenden Menschen, zu denen Sie sich sicher zählen, nur schwer erschließen.

      2020 wurden übrigens 230 LNG-Tanker auch mit diesem Kraftstoff betrieben, und nicht mit Schweröl, wie Sie hier unterstellen. Stand 2019 waren zusätzlich 313 LNG-betriebene Tanker in Bestellung. Dabei wird auch das ohnehin durch langsame Erwärmung verdampfende „Boil-Off“-Gas genutzt, das ansonsten sinnlos und klimaschädlich in die Atmosphäre abgegeben werden müsste. Schiffe werden überall dort eingesetzt, wo die technischen und finanziellen Anforderungen von Pipelines mit zunehmender Länge nur noch schwer oder gar nicht mehr zu bewältigen sind. Die Umleitung der Schiffe nach Europa, die ohnehin Richtung Asien unterwegs waren, sorgt nebenbei bemerkt für eine enorme Energieeinsparung aufgrund der vielen tausend eingesparten Seemeilen.

      Was Pipelines betrifft: Mit zunehmender Entfernung nimmt der Druck in Gaspipelines ab, weil durch Reibung und Verwirbelungen Transportenergie verloren geht. Mit sinkendem Druck fließt Gas immer langsamer, irgendwann würde es zum Stillstand kommen. Deshalb befinden sich an Pipelines in einigermaßen regelmäßigem Abstand Verdichterstationen, die das Gas wieder auf höheren Druck bringen, wenn dieser unter eine gewisse Schwelle abgesunken ist. Verdichterstationen sind keine einfachen Pumpen oder gar „Haarföhns“, sondern enorm große und energieaufwändige Anlagen zur Verdichtung des Gases. Dieses wird zusätzlich oft auch noch gereinigt, gekühlt und ggf. getrocknet.

      Diese Druckerhöhung besorgen Gasturbinen oder in älteren Anlagen auch noch Schiffsdiesel, die mit Kolbenverdichtern arbeiten. So eine Gasturbine hat in etwa eine Leistung von 30 Megawatt und wird mit abgezweigtem Gas aus der Pipeline betrieben. Dazu muss eine erhebliche Menge an technischem Gas aus der Leitung entnommen werden. Beispiel Jamal-Pipeline laut Angaben von Gazprom:
      Distanz: ca. 2.000 km
      Verdichterstationen: 14
      Gasverbrauch Verdichterstationen: etwa 368 Millionen qm pro Jahr
      Sollleistung (Transportkapazität): 32,9 Milliarden qm pro Jahr
      Andere Berechnungen gehen von einem durchschnittlichen Arbeitsgasverbrauch zwischen 10% insgesamt und bis zu 1% pro 100 km im Überlastbetriebszustand aus.

      Eine Studie von Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI und DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zeigt folgende Ergebnisse:
      Die Vorkettenemissionen aus russischem Pipeline-Erdgas liegen in etwa auf Augenhöhe einer LNG-Versorgung aus Katar. LNG aus den USA mit einem Anteil 85% unkonventioneller Fördermethoden (Fracking) ist natürlich schlechter, wobei zu beachten ist, dass Verflüssigung, LNG-Transport und Regasifizierung nur für einen verhältnismäßig kleinen Anteil verantwortlich sind (etwa 8.000 g CO2eq./GJ spezifische Emissionen im Vergleich zu 11.000 g CO2eq./GJ bei der Förderung).

      Dennoch liegen die Gesamtemissionen (Vorkette + Verbrennung) noch Welten unter denen heimischer Braun- und Steinkohle. Und das gilt selbst im maximal ungünstigen Fall Australiens, bei rein unkonventionelle Förderung und halber Erdumfang Transportweg! Das sollte nicht unerwähnt bleiben und jedem Selbstdenker schwer zu denken geben.

      1. Neutraler Inscheniör

        Korrektur und Ergänzung:
        Gasverbrauch Verdichterstationen: etwa 368 Millionen cbm pro Jahr
        Sollleistung (Transportkapazität): 32,9 Milliarden cbm pro Jahr
        [cbm statt qm]

        Länge Jamal-Pipeline: Gazprom bezieht bei der Definition der Gesamtlänge von etwa 2.000 km nur einen kleinen Teil Russlands ab dem Gastransportknotenpunkt Torschok ein. Tatsächlich ist die Pipeline insgesamt aber doppelt so lang, was natürlich auch Kosten und Energieaufwand verdoppeln dürfte.

  8. Heute lese ich im HB zur Bewältigung der Gaskrise: „lässt sich Putin mit seinen eigenen Waffen schlagen“.

    Als ich kurz nach Putins Pressekonferenz darüber las, konnte ich es nicht glauben.

    Unvorstellbar für mich, dass die Regierung uns so ausbeuten lässt. Es wird ja noch schlimmer. Kein Ton von der MSP (s. Handelsblatt).

    Vielen Dank an das Team von fmw, dass wenigsten ihr so transparent sind. Alles Gute in 2022.

  9. @ Neutraler Inscheniör, ( alias …….) Neutral sind sie nicht, sonst hätten die den Wikipedia Eintrag von – LNG als Treibstoff von Schiffen-
    wo dem Antrieb eine schlechte Umweltbilanz attestiert wird, nicht negiert.
    Mit ihrer Allergie auf GRÜNE Kritik müssen sie wohl oder übel noch eine Weile leben, da die Folgen dieses deutschen Alleinganges trotz zentralistischem Europa bald noch krasser hervortreten.Sie werden es auch als Wissenschafter nicht fertigbringen den Unwissenschaftlern glaubhaft zu machen, dass Verflüssigen von Gas und Transport mit Schiffen und wieder in Gas umzuwandeln energiemässig besser abschneidet als der Transport mit der Pipeline, auch wenn es dafür mehrere Haarföhns braucht.

    1. Neutraler Inscheniör

      @Vladimir Gasovic, ich negiere hier gar nichts, im Gegensatz zu Ihnen. Für Sie stehen die Dinge dank ideologischer Borniertheit schon im Vorhinein fest. Und natürlich kennen Sie die unerschütterliche, ewige und einzige Wahrheit, die Guten und die Bösen; weitere Fakten, Infos, Quellen ausdrücklich nicht erwünscht.

      Ich schreibe mit keinem Wort, dass LNG als Schiffsantrieb besonders umweltfreundlich ist, sondern setze es bestenfalls in Relation zu Schweröl. Eigentlich entspricht meine Aussage genau dem Wikipedia-Artikel, in dem es heißt: „Sie [die LNG-Tanker] nutzen die Ladung als Treibstoff, da ein geringer Teil der Ladung ständig verdampft (Boil Off)“. Und etwas als Antrieb zu benutzen, das ansonsten völlig sinnlos als extrem klimaschädliches Gas entweichen würde, erscheint doch effizient. Erst recht vor dem Hintergrund unzähliger Leckagen russischer Pipelines.

      Die zur Verflüssigung nötigen Kältemaschinen können mit einem Teil des Gases betrieben werden oder auch mit elektrischer Energie aus dem Stromnetz. Handelt es sich hierbei um grünen Strom, verbessert sich die Klimabilanz um ein Vielfaches.
      Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass etwa ab 2000-4000 km Entfernung der Transport als LNG günstiger ist als in Pipelines. Und wie wir alle wissen, korrelieren Kosten, Energieaufwand und Klima/Umweltbelastung in hohem Maße.
      Der Energieaufwand für die Regasifizierung ist wegen des niedrigen Siedepunktes vernachlässigbar marginal und erfolgt meist mittels Wärmetauschern, die mit simplem Meerwasser betrieben werden.

      Als Ingenieur sehe ich mich übrigens weniger als klassischer „Wissenschaftler“, sondern mehr als Praktiker und „handwerklicher“ Techniker. Als jemand, dessen Arbeit die Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse ist und der bei der Findung von Lösungen und bei der Umsetzung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis hilft. Einfach ausgedrückt: Wissenschaft ist viel notwendige Theorie auf hohem Niveau, Ingenieurwesen ist Implementierung und Optimierung.

      Es ist nicht meine Aufgabe oder Absicht, Dogmatiker wie Sie, deren vorgefasste Ideologien unverrückbar in Stein gemeißelt sind, von irgendetwas zu überzeugen. Ich möchte vielmehr einen kleinen Beitrag zum Erkenntnisgewinn leisten, indem ich anderen, unvoreingenommenen und vorurteilsfreien Lesern mit ergebnisoffenem Denken meine Informationen zur Verfügung stelle. Das erscheint mir zielführender und irgendwie besser, als ein Flächenbombardement von Foren und Social Medias mit unbewiesenen Behauptungen und Unwahrheiten.

    2. Mission: Impossible
      Einem „Unwissenschaftler“ glaubhaft zu machen, dass es dieses Wort gar nicht gibt 🤣

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