Der europäische Großhandels-Gaspreis TTF hat um 25 % im Plus eröffnet gegenüber Freitag Abend. Aktuell sehen wir 38,97 Euro für die Megawattstunde für den Termin April. Durch den Iran-Krieg ist die Straße von Hormus gesperrt. Somit kann Katar – einer der globalen Mega-Lieferanten von Flüssiggas (LNG) – derzeit nicht für den Weltmarkt liefern. Dies dürfte die globalen Ängste in Sachen Versorgungsknappheit bei Gas schüren.
Gaspreis steigt kräftig an – aber noch nichts im Vergleich zum Ukraine-Krieg
Entsprechend sehen wir aktuell diesen steigenden Gaspreis. Noch sind wir mit 38,97 Euro immer noch auf einem relativ niedrigen Preisniveau, wenn man es mit Preisen von über 300 Euro nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022 vergleicht, siehe Chart. Nun hängt alles davon ab, wie lange dieser Krieg dauert. Regime-Wechsel in Teheran, rebelliert das Volk? Oder kann sich das Regime halten, und deeskaliert von selbst? Oder schaltet man auf Stur und bleibt bei der Sperrung der Straße von Hormus? Wenn das geschieht, ist ein deutlich höherer Gaspreis in Europa und auch global denkbar.
Goldman: Preise für Gas könnten um 130 % steigen
Die europäischen Erdgaspreise könnten sich mehr als verdoppeln, wenn der Transport durch die Straße von Hormus für einen Monat unterbrochen wird, so sagte es laut Bloomberg News gestern Goldman Sachs. Die Benchmarks in Europa und Asien haben die mit dem Iran verbundenen Risikoprämien kaum eingepreist, so die Goldman-Analysten, darunter Daan Struyven, in einer Mitteilung vom 1. März. Etwa ein Fünftel des weltweiten Flüssiggases, hauptsächlich aus Katar, wird über diesen Engpass transportiert, und eine einmonatige Unterbrechung könnte zu einem Anstieg im europäischen Gaspreis und der Spotpreise für asiatisches Flüssiggas um 130 % auf 25 USD pro Million British Thermal Units führen, so die Analysten.
„Eine hypothetische längere Unterbrechung der Erdgaslieferungen durch die Straße von Hormus, die länger als zwei Monate andauert, würde den europäischen Gaspreis wahrscheinlich über 100 Euro pro Megawattstunde steigen lassen und einen noch stärkeren Rückgang der weltweiten Gasnachfrage auslösen“, so die Analysten. Die Auswirkungen auf US-Erdgas würden jedoch laut Goldman wahrscheinlich begrenzt sein. Die Nation ist ein großer Nettoexporteur des tiefgekühlten Brennstoffs, während die Verflüssigungsanlagen in der Regel mit voller Kapazität arbeiten, sodass sie kaum Spielraum für eine Steigerung der Lieferungen haben.
A lot of oil tankers building up on both sides of Hormuz 🚢🚢
More than half of the world’s largest maritime insurance clubs have also now scrapped war-risk insurance for vessels entering the Gulf pic.twitter.com/cPOgSw7lrX
— Stephen Stapczynski (@SStapczynski) March 2, 2026
Weitere Analystenstimmen
Bloomberg News berichtet weiter: Die Situation birgt das Risiko des schwersten Schocks für die Gasmärkte seit Russlands Invasion in der Ukraine vor vier Jahren, die den globalen Energiehandel auf den Kopf gestellt hat. Während asiatische Länder den größten Teil des aus dem Nahen Osten gelieferten Flüssigerdgases (LNG) kaufen, würde jede Unterbrechung den Wettbewerb um alternative Lieferungen verschärfen – und damit den Gaspreis weltweit, einschließlich in Europa, in die Höhe treibt.
Europa ist besonders gefährdet. Während sich der Kontinent dem Ende des Winters nähert und der Gasverbrauch zurückgeht, sind die Brennstoffvorräte ungewöhnlich niedrig. Die Region muss in diesem Sommer große Mengen an LNG importieren, um sie vor der nächsten Heizperiode wieder aufzufüllen, und „die nächste wichtige Frage für Händler wird sein, wie lange die Meerenge geschlossen bleibt“, sagte Tom Marzec-Manser, Direktor für Europa-Gas und LNG bei Wood Mackenzie.
„Je länger es dauert, bis sie wieder geöffnet wird, desto höher werden die Preise steigen“, sagte er. US-Präsident Donald Trump sagte in einem Interview mit der New York Times, dass er beabsichtige, die Bombardierung des Iran für die nächsten vier bis fünf Wochen fortzusetzen.
„ Diese Situation könnte die Wiederauffüllung der Speicher in den kommenden Monaten erschweren und erneut Druck auf die Energiekosten der Industrie ausüben“, sagte Simone Tagliapietra, Analystin beim Brüsseler Think Tank Bruegel.
Der Konflikt verschärfte sich am Wochenende, nachdem die USA und Israel den Iran angegriffen hatten. Teheran reagierte mit Angriffen auf mehrere Länder. LNG-Tanker, die in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten beladen werden sollten, scheinen nun ihre Pläne zu verschieben oder umzuleiten. Darüber hinaus ordnete Israel am Samstag als Sicherheitsmaßnahme die vorübergehende Schließung einiger Gasförderanlagen an, was den großen Importeur Ägypten dazu veranlasste, nach weiteren LNG-Lieferungen zu suchen. Israel hat drei Projekte, darunter das große Leviathan-Gasfeld, das ebenfalls vorsorglich stillgelegt wurde, als Israel und der Iran im Juni Krieg führten.
Der Iran erklärte, er habe nicht die Absicht, die Straße von Hormus zu sperren, doch fast unmittelbar nach Beginn des Konflikts am Samstag begannen Schiffe, die Meerenge zu meiden. Katar hat eine vorübergehende Aussetzung aller Seeschifffahrt angekündigt. „Der europäische Gasmarkt reagiert in Wirklichkeit empfindlicher auf die faktische Schließung der Straße von Hormuz als der Ölmarkt“, sagte Arne Lohmann Rasmussen, Chefanalyst bei Global Risk Management. „Diese Unterbrechung wird sich bald auf dem physischen Markt bemerkbar machen.“
FMW/Bloomberg
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Der Ami zündelt und Europa muss es ausbaden…
Da wird sich Putin aber freuen.
Dieses Jahr dürfte er ja noch Gas liefern, um die deutschen Gasspeicher wieder zu füllen.
Über Nordstream würde es etwa nur 1/3 kosten.
Ideologien kosten eben viel Geld.
Und der andere verdient viel Geld.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
@Helmut
Auf welcher nicht-ideologischen Grundlage basiert Ihr fantastischer Nordstream-Gaspreis?
Hat Ihnen Putin oder ein involvierter AfD-Proxy persönlich 66 % Nachlass gegenüber dem Weltmarktpreis garantiert?
Gut, dass unsere Gasspeicher leer sind, da können wir zum maximal höchsten Preis einkaufen und uns von den Politikern dann die Welt erklären lassen. Vielleicht können wir mit Corona-Schutzmasken bezahlen?
Hallo @ Michael,
Die Lieferverträge über Nordstram 1 und 2 liefen oft über sehr lange Zeiträume, teilweise bis in die 2030er oder 2040er Jahre.
Wenn nun die noch intakte Röhre von Nordstram 2 zur Lieferung wieder in Betrieb genommen würde, könnte Pipelingas aus Russland bezogen werden.
…Daten aus 2025 deuten darauf hin, dass US-LNG für die EU oft doppelt so teuer oder sogar noch teurer (teilweise Faktor 3) ist als historisches russisches Pipeline-Gas, mit Preisunterschieden von oft 15-25 €/MWh oder mehr…
https://www.google.com/search?q=wie+viel+teurer+ist+LNG+gegen%C3%BCber+Pipeline+Gas&gs_ivs=1
Viele Grüße aus Andaluisen
Helmut
Hallo @Helmut,
Ihr Google-Link beweist gar nichts. Er verweist lediglich auf historische Preise und vergleicht diese mit aktuellen LNG-Preisen. Nirgendwo werden aktuelle Preise für hypothetische Nord Stream-Lieferungen oder die Gültigkeit der alten Verträge benannt.
Sie müssten Google einfach die richtigen Fragen stellen – und nicht: ‚wie viel teurer ist LNG gegenüber Pipeline Gas?‘
Siehe hier:
https://share.google/aimode/IcU7es7ZGafy8rkAQ
Es gab nie aktive Lieferverträge, die spezifisch an die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 (NS2) gebunden waren.
Kein Betrieb, kein Gas: Da NS2 nie zertifiziert wurde und nie in Betrieb ging, konnten auch keine darauf basierenden Lieferverpflichtungen rechtlich wirksam werden.
Status der „alten“ Konditionen
Vertragsbeendigungen:
Die großen deutschen Importeure wie Uniper und Sefe haben ihre langfristigen Verträge mit Gazprom aufgrund der russischen Lieferstopps inzwischen gekündigt oder für beendet erklärt. Damit existieren diese „alten Konditionen“ rechtlich nicht mehr.
Schadenersatz statt Gas:
Statt Gas zu fordern, verklagen diese Unternehmen Gazprom derzeit auf Milliarden-Schadenersatz wegen Nichtlieferung. Eine Rückkehr zum Status quo ante ist juristisch nahezu ausgeschlossen.
Der „1/3 Marktpreis“-Mythos
Die Behauptung, russisches Gas koste nur ein Drittel des Marktpreises, ist irreführend.
Preisgleitklauseln:
Langfristige Verträge sind fast nie starr. Sie enthalten Klauseln, die den Preis an aktuelle Marktentwicklungen (früher Ölpreis, heute oft Börsenpreise am TTF-Hub) anpassen.
Politischer Preis:
Russland nutzt Gaspreise oft als politisches Instrument. Ein extrem niedriger Preis wäre kein Resultat alter Verträge, sondern ein (unwahrscheinliches) politisches Angebot, das an massive politische Zugeständnisse geknüpft wäre.
Hallo @ Michael
Dort steht:
…Die Behauptung, russisches Gas koste nur ein Drittel des Marktpreises, ist irreführend…
Ja- das ist auch irreführend.
Mal sehen wann die Europäer bei Russland um Gas betteln gehen.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Hallo @Helmut,
warum schreiben Sie dann so völlig irreführend: ‚Über Nordstream würde es etwa nur 1/3 kosten?‘
Michael einfach mal genau durchlesen.
Daten aus 2025 deuten darauf hin, dass ***US-LNG***für die EU oft doppelt so teuer oder sogar noch teurer (teilweise Faktor 3) ist als historisches ***russisches Pipeline-Gas***
Es wurde US-LNG mit Pipeline-Gas verglichen.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Hallo @Helmut
Korrekt, Sie sollten die eigenen Aussagen einmal genau durchlesen, wenn Sie sich nach zwei Tagen schon nicht mehr daran erinnern können.
In Ihrem ursprünglichen Kommentar steht gar nichts von US-LNG oder LNG im Allgemeinen – und nur auf den habe ich geantwortet und mich in der Folge bezogen.
Sie haben behauptet:
‚Über Nordstream würde es etwa nur 1/3 kosten.‘
https://finanzmarktwelt.de/gaspreis-steigt-25-goldman-warnt-vor-130-anstieg-in-europa-381445/#comment-231045
Und ich frage nach, woher Sie wissen wollen, welchen Preis Putin aktuell für den sog. ‚Kriegstreiber Deutschland‘ aufrufen würde, nachdem die alten Verträge bekanntermaßen nicht mehr gelten.
Sie betreiben wie immer Ihr oberflächliches Verwirrspielchen aus Ablenkungsmanövern und Ausreden, sobald Sie sich in eine argumentative Sackgasse manövriert haben.
Michael hier der ganze Kommentar:
Wenn in einem anderen Kommentar nichts von LNG steht, dann kann ich LNG und Pipeline-Gas auch nicht miteinander verglichen haben.
Helmut
4. März 2026 06:05 Uhr
Hallo @ Michael,
Die Lieferverträge über Nordstram 1 und 2 liefen oft über sehr lange Zeiträume, teilweise bis in die 2030er oder 2040er Jahre.
Wenn nun die noch intakte Röhre von Nordstram 2 zur Lieferung wieder in Betrieb genommen würde, könnte Pipelingas aus Russland bezogen werden.
…Daten aus 2025 deuten darauf hin, dass US-LNG für die EU oft doppelt so teuer oder sogar noch teurer (teilweise Faktor 3) ist als historisches russisches Pipeline-Gas, mit Preisunterschieden von oft 15-25 €/MWh oder mehr…
https://www.google.com/search?q=wie+viel+teurer+ist+LNG+gegen%C3%BCber+Pipeline+Gas&gs_ivs=1
Viele Grüße aus Andaluisen
Helmut
Kein Kommentar- Pingpong mehr zu diesem Thema.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut