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"Ziel des Westens ist, unser Land zu zerstören" Gaspreis steigt nachdem Putin Teil-Mobilisierung ausruft

Putin Gaspreis

Der für Europa maßgebliche Gaspreis (TTF) steigt deutlich, nachdem Russlands Präsident Putin die Teil-Mobilmachung ausgerufen hat. Damit ist der Ukraine-Krieg, der ausserhalb der Energiemärkte die Finanzmärkte zuletzt kaum mehr tangiert hatte, wieder in den Fokus auch der Aktien- und Anleihemärkte gerückt. Der Gaspreis steigt in Reaktion auf die nächste Eskalationsstufe im Ukraine-Krieg auf 210 Euro.

Gaspreis reagiert auf Aussagen von Putin

Nun droht, sollte das ukrainische Militär die vier Verwaltungsbezirke Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson angreifen, in denen am Wochenende Referenden stattfinden sollen, eine Ausweitung des Konflikts. In seiner heutigen Rede sagte Putin: „Das Ziel des Westens ist, unser Land zu schwächen, zu spalten und schließlich zu zerstören. Sie sagen bereits, dass sie 1991 in der Lage waren, die Sowjetunion aufzulösen, und dass nun die Zeit für Russland selbst gekommen ist, dass es sich auflösen soll. Und das planen sie schon seit langem“.

Der Gaspreis für Europa steigt, nachdem Russland seinen Krieg in der Ukraine verschärft – damit rückt die Winter-Versorgung mit Gas wieder stärker in den Fokus, obwohl die europäischen Länder ihre Bemühungen verstärkten, eine Ausweitung der Energiekrise zu verhindern, wie Bloomberg berichtet.

Die Benchmark-Terminkontrakte für Gas legen um bis zu 10% zu und verzeichnen damit einen zweiten Tag mit Kursgewinnen. Als jüngste Maßnahme zur Sicherstellung der Versorgung kündigte Deutschland an, die Uniper SE zu verstaatlichen und einen Zusammenbruch des Energiesektors zu verhindern, da der Winter nur noch wenige Tage entfernt ist. Die britische Regierung kündigte ein milliardenschweres Rettungspaket für Unternehmen an.

Doch die Risiken für den Winter bleiben bestehen. Der russische Präsident Wladimir Putin kündigte eine „Teilmobilisierung“ der Truppen in der Ukraine an und versprach, die von seinen Streitkräften bereits besetzten Gebiete zu annektieren, wodurch sich die Lage in dem sieben Monate alten Konflikt weiter zuspitzt. Ein längerer Krieg birgt die Gefahr weiterer Unterbrechungen der russischen Gasversorgung, insbesondere entlang der verbleibenden Hauptroute durch die Ukraine.

„Die heutigen Äußerungen des russischen Präsidenten werden den europäischen Gaspreis sicherlich stützen“, sagte Tom Marzec-Manser, Leiter der Gasanalyse bei ICIS in London. „Die Sorge um die Transitströme, sollte die militärische Entwicklung noch weiter eskalieren, wird bei den Händlern im Vordergrund stehen.

Gaspreis Putin Teilmobilmachung

Der europäische Gaspreis steigt den zweiten Tag in Folge

Europa und der Winter

Die Krise, die den Gaspreis um mehr als das Siebenfache über dem saisonüblichen Niveau hält, hat die europäische Wirtschaft bereits an den Rand einer Rezession gebracht. Die Staaten unternehmen historische Schritte, um eine ausreichende Energieversorgung zu gewährleisten, da die offizielle Heizsaison im nächsten Monat beginnt.

„Die Situation für diesen Winter ist überschaubar, aber es kann immer schwieriger werden, also können wir nicht wirklich selbstzufrieden sein“, sagte Monika Zsigri, die Leiterin der Task Force Energieplattform bei der Europäischen Kommission, bei einem Webinar.

Niederländisches Frontmonatsgas, die europäische Benchmark, stieg um 10:54 Uhr in Amsterdam um 9,2% auf 212,12 Euro pro Megawattstunde, nachdem es am Dienstag um 6,6% gestiegen war. Der entsprechende Kontrakt im Vereinigten Königreich stieg um 9,4%.

Ein Lichtblick für die politischen Entscheidungsträger ist die stetige Auffüllung der Lagerbestände, die mit 86 % knapp über dem Fünfjahresdurchschnitt liegen. Das verschafft ein gewisses Polster, sollte das russische Angebot weiter zurückgehen. Starke Importe von verflüssigtem Erdgas tragen ebenfalls dazu bei, dass der Brennstoff eingelagert wird, was die Preise von den Höchstständen im August entlastet.

Ein ungewöhnlich kalter Winter könnte diese Reserven jedoch schnell aufbrauchen. Die Wiederauffüllung dieser Reserven wäre für Europa im nächsten Jahr noch schwieriger, da es ohne die üblichen russischen Gasmengen auskommen muss.

FMW/Bloomberg

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2 Kommentare

  1. Die Nordstream Pipelines sind tot und zwar für immer, das habe ich vor Wochen schon mal geschrieben. Von daher ist das eher ein Sturm im Wasserglas was der Energiemarkt da handelt.

  2. Wenn die USA mit Russland und Deutschland fertig sind, ist China dran, in ferner Zukunft dann Indien. S&P 500 ist wohl das sicherste Investment.

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