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Vorbereitung auf Eskalation der Gaskrise Bundesnetzagentur: Mögliche Gasrationierung über Digitalplattform

Die Bundesnetzagentur will eine mögliche Gasrationierung in diesem Winter über eine Digitalplattform steuern. Hier dazu einige Details.

Gas-Flamme auf einem Herd

Eine digitale Plattform soll der Bundesnetzagentur helfen, über einen Winter mit möglichen Gas- und Strom-Engpässen hinwegzukommen, so berichtet es Bloomberg. Bei einer Veranstaltung gab die Behörde auch Einblicke in die geplanten Eskalationsschritte bei einer möglichen Gasrationierung. Die vom deutschen Erdgas-Marktmanager Trading Hub Europe GmbH entwickelte “Sicherheitsplattform Gas” soll am 1. Oktober an den Start gehen. Sie sammelt Echtzeitdaten über Großverbraucher, etwa die Kosten einer Versorgungsunterbrechung, die Gasspeicherkapazität und die soziale Relevanz. Das soll der BNetzA helfen zu entscheiden, wer wann kein Gas mehr bekommt.

“Diese Plattform wird uns dem Ziel näher bringen, den lebenswichtigen Bedarf an Gas zu schützen”, sagte Dennis Volk, der bei der Bundesnetzagentur die Bereiche Krisenprävention, Resilienz und Cybersecurity leitet. Anhand der Daten kann die Behörde entscheiden, ob ein Nutzer als “geschützter” oder “nicht geschützter” Kunde eingestuft wird. Haushalte, Kleinunternehmen und Fernwärmeversorger werden etwa (für den Fall einer Gasrationierung) in die erste Kategorie fallen, ebenso wichtige öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen und Wasserversorger.

Industrielle Nutzer hingegen werden im Notfall einer Gasrationierung als erste betroffen sein. Nach Angaben der Bundesnetzagentur entfallen 45% des gesamten nationalen Gasverbrauchs in Deutschland auf die 2.500 größten Verbraucher, darunter viele Güterproduzenten.

Die Bundesnetzagentur skizzierte laut Bloomberg ferner eine Abfolge von 11 kaskadenartigen Schritten, die in einem Notfall ergriffen werden können. Die mildeste Maßnahme wäre die Umstellung von Gas auf andere Brennstoffe bei nicht geschützten Abnehmern. Die weiteren, zunehmend einschneidenden Maßnahmen gehen von der Reduzierung der Versorgung der Haushalte bis hin zu “letzten Handlungsoptionen” wie der Abschaltung von Netzen oder der Drosselung von systemrelevanten Kraftwerken.

Die Plattform ist “wie ein Sicherheitsgurt”, sagte Stefan Rolle, Referatsleiter Gas im Bundeswirtschaftsministerium, bei der Präsentation. “Ich hoffe, dass alle von uns getroffenen Maßnahmen ausreichen, damit diese Plattform in der Realität nicht zum Einsatz kommt.”

FMW-Anmerkung: Obwohl Gazprom seit dem 31. August kein Gas mehr über Nord Stream 1 nach Deutschland pumpt, nehmen die Füllstände der deutschen Gasspeicher dennoch Tag für Tag zu auf aktuell 88,85 Prozent. Dies berechtigt zu ein klein wenig Optimismus. Dennoch bedarf es Sparanstrengungen um den Winter ohne Gasrationierung zu überstehen. Und relativ mildes Wetter in diesem Winter wäre natürlich auch hilfreich.

FMW/Bloomberg



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1 Kommentar

  1. Ja, ein Sicherheitsgurt ist immer gut. Bei einer Geisterfahrt ist auch die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er zum Einsatz kommt.
    Aber, wir kommen mit den Vormulierungen, die den Zustand der Gasversorgung im Winter beschreiben, Schritt für Schritt der Realität die uns erwartet immer näher.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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