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Entspannung in der Gaskrise? Nicht zu früh freuen Gasspeicher über 95% – was Robert Habeck aktuell dazu sagt

Die Gasspeicher haben die 95-Prozent Zielmarke jetzt zwei Wochen vor der Frist erreicht. Hier dazu der aktuelle Kommentar von Robert Habeck.

Gasspeicher in Rehden

Die Gasspeicher in Deutschland haben ihren durchschnittlichen Füllstand von 95 Prozent erreicht, und das zwei Wochen vor der Frist, die vom Bundeswirtschaftsministerium vorgegeben wurde. Auch europaweit steigen die Füllstände kräftig an. Dass nun aber kein Grund besteht sich entspannt zurückzulehnen, hatten wir heute bereits mit einem Blick auf das Gesamtbild am Markt aufgezeigt. Vor wenigen Minuten hat das Bundeswirtschaftsministerium eine Stellungnahme von Minister Robert Habeck veröffentlicht. Hier im Wortlaut:

Die Speicherstände haben heute im Durchschnitt die Marke von 95 Prozent überschritten. Sie liegen aktuell bei 95,14 Prozent. Zum Vergleich: Mitte Oktober 2021 waren die Speicher nur zu rund 72 Prozent gefüllt. Das zeigt, dass die Regulierung greift und die Vorsorge für den kommenden Winter deutlich gestärkt werden konnte.

Robert Habeck hierzu: „Es ist uns mit dem Gasspeichergesetz gelungen, einen in den vergangenen Jahrzehnten weitgehend unregulierten Markt so zu regulieren, dass wir trotz des Stopps der Lieferungen durch Nord Stream 1 die Speicher schneller als gedacht gefüllt haben. Heute haben die Speicherfüllstände eine wichtige Marke erreicht. Im Durchschnitt sind die Speicher zu über 95% gefüllt. Das ist ein wichtiger Meilenstein. Jetzt gilt es, die Vorsorge für den kommenden Winter weiter zu stärken“, sagte Minister Habeck.

Ein Sonderfall ist der Gasspeicher in Rehden, der größte in Deutschland, der im Eigentum der Gazprom-Germania-Gruppe (heute Securing Energy for Europe GmbH, „SEFE“) steht und auf dessen Speicherkapazitäten in der Vergangenheit insbesondere zur Gazprom Gruppe gehörende Unternehmen Zugriff hatten. Die Folge: Im Herbst 2021 wurde der Speicher extrem gering befüllt; der Füllstand lag noch bis ins Frühjahr dieses Jahres hinein bei historischen Tiefständen (Anfang Mai bei rund 0,6 Prozent). Erst nachdem die Bundesregierung die Gazprom Germania (inzwischen SEFE) unter Treuhandverwaltung gestellt und per Ministerverordnung die Befüllung durch Trading Hub Europe ermöglicht hatte, konnte der Speicher Rehden befüllt werden. Inzwischen liegt der Füllstand des Speichers bei über 83 Prozent. Minister Habeck: „Beim Speicher Rehden haben wir viel erreicht und wir werden ihn weiter konsequent befüllen.“

Laut Ministerverordnung vom 29.07.2022 gelten folgende Füllstandsvorgaben: 75% am 01.09., 85% am 01.10. und 95% am 01.11. Damit wird eine kontinuierliche Speicherbefüllung hin zum Winter sichergestellt. Ab November erlaubt das Gesetz einen Ausspeicherpfad auf bis zu 40 Prozent bis zum 1. Februar des nächsten Jahres. Die verbleibenden Mengen stehen dann für den Spätwinter zur Verfügung.

Der Prozess der Speicherbefüllung wird überwacht. Der Marktgebietsverantwortliche Trading Hub Europe (THE) hat Handlungsmöglichkeiten zur Befüllung der Speicher für den Fall, dass die Füllstandsvorgaben nicht eingehalten werden. Gleichermaßen hat THE bereits damit begonnen, eingespeicherte Mengen über Terminmarktverkäufe wieder in den Markt zu geben.



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2 Kommentare

  1. …Gleichermaßen hat THE bereits damit begonnen, eingespeicherte Mengen über Terminmarktverkäufe wieder in den Markt zu geben…

    1. Hallo Helmu52,
      es wird ja tatsächlich den Deutschen zumindest stückweise die Wahrheit gesagt. Nur, es merkt keiner, denn es ist weniger als die halbe Wahrheit.
      Ein weiterer Teil der Wahrheit wäre die Aussage:
      Die Speicherbesitzer, denen das Gas gehört, beliefern auch andere Länder, nach bestehenden Lieferverträgen. Der Rest wird meistbietend versteigert.
      Mal sehen, was dann die letzten 20 % in den Gasspeichern etwa Weihnachten kosten werden.
      Bzw. was Deutschland dafür bietet.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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