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Gaskrise Gasspeicher: Tempo der Auffüllung spürbar verringert – drei Faktoren

Die Gasspeicher füllen sich zwar immer noch, aber das Tempo verlangsamt sich deutlich. Vor allem der Gasspeicher Rehden spielt eine Rolle.

Gas-Rohre im Gasspeicher in Rehden

Wir hatten es Anfang der Woche thematisiert. Die Füllstände der deutschen Gasspeicher steigen seit Wochen Tag für Tag weiter an, ohne Ausnahme. Und das, obwohl Gazprom seit dem 31. August kein Gas mehr durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 nach Deutschland pumpt. Ein Wunder? Nein. Nachweislich fahren viele Industrieunternehmen bereits ihre Produktion runter oder stellen sie ganz ein, siehe jüngste Beispiele bei Stahlwerken und Aluminiumhütten. Dies hilft dabei viel Gas einzusparen, und das aus Übersee angelieferte Gas kann vermehrt in die Gasspeicher fließen. Aber das Tempo der Auffüllung verlangsamt sich spürbar.

Tempo der Auffüllung der Gasspeicher lässt nach – Blick auf großen Gasspeicher Rehden

Schauen wir auf die Speicherdaten, die täglich von „Gas Infrastructure Europe“ mit zwei Tagen Verzögerung veröffentlicht werden. Anfang September sahen wir einen Füllstand der deutschen Gasspeicher von 84,53 Prozent. Tag für Tag ging es trotz dem ausbleibenden Gas über Nord Stream 1 mit deutlichen Zuwächsen von oft über 0,50 oder 0,30 Prozentpunkten weiter bergauf. Aktuell (Stand 13. September) sehen wir einen Füllstand von 88,72 Prozent. Die letzten beiden Tage war es jeweils nur noch ein Zuwachs von 0,16 Prozentpunkten. Was ist hier los?

Eine gute Erklärung liefert die Aussage von Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur. Er wies gestern darauf hin, dass Deutschlands größter Gasspeicher in Rehden seit dem 12. September planmäßig gewartet wird. Daher wird hier also seit dem 12. September nicht eingespeichert. Klaus Müller wies darauf hin, dass man dies auch in der Statistik merken würde. Und siehe da, die Daten belegen es. Für den 13. September lag der Zuwachs des Füllstand beim Gasspeicher in Rehden bei Null, was sich auch auf den Gesamtschnitt der Einspeicherung für ganz Deutschland auswirkt. Kann man also Entwarnung geben beim langsameren Tempo der Speicher-Auffüllung? Wird es nach dem Ende der Rehden-Wartung wieder schneller vorangehen?

Kälteres Wetter steht an

So langsam werden die Tage kälter, und die ersten Verbraucher dürften wieder anfangen die Heizung aufzudrehen. Dieser unvermeidliche Faktor dürfte die Verbrauchsmenge erhöhen, und es schwieriger machen die Gasspeicher pro Tag so stark aufzufüllen wie noch im August, wo die Tageszuwächse oft über 0,50 oder sogar 0,60 Prozentpunkten lagen.

Weniger Lieferung von Flüssiggas

Man schaue auf die folgende Grafik, die Lieferungen von Gas und Flüssiggas nach Europa zeigen. Die abstürzende Linie fällt sofort ins Auge – sie zeigt den nicht mehr vorhandenen Gasfluss über Nord Stream 1 – das ist aber nichts Neues. Klicken Sie bitte rechts oben in der Grafik auf die Schaltfläche „Norway/Algeria/LNG/Russia“. Dort sehen sie in der orangen Linie, dass die Belieferung Europas mit Flüssiggas (LNG) seit dem 8. September spürbar sinkt. Dies könnte für die Auffüllung der Gasspeicher in nächster Zeit ebenfalls als belastender Faktor negativ wirken.

Zum 1. Oktober sollen die Gasspeicher in Deutschland laut Vorgabe des Bundeswirtschaftsministeriums zu 85 Prozent gefüllt sein, und zum 1. November sollen es 95 Prozent Füllstand sein. Das erste Ziel hat man mit 88,72 Prozent jetzt schon übererfüllt. Für das zweite Ziel hat man noch sechs Wochen Zeit, und es fehlen noch 6,28 Prozentpunkte. Das Ziel ist erreichbar! Aber der Weg dorthin wird schwieriger, vor allem wenn es nun Tag für Tag kälter wird, und die Menschen ihre Heizungen aufdrehen.



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1 Kommentar

  1. Wunder passiert ich war dabei,keine Gas kommt aus Russischland,aber die Behälter sind schon fast voll,und der Has fließt weiter,
    die Wunder ist wunderbar

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