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Gasverbrauch bislang in 2022 um 14,3 geringer – Hauptgrund überrascht

Der Gasverbrauch in Deutschland ist in den letzten Monaten spürbar gesunken. Der Hauptgrund war das Wetter! Aber auch Einsparungen helfen.

Gas-Flammen auf einem Herd

Die Politik fordert uns seit Monaten dazu auf doch bitte so viel Gas wie nur irgend möglich einzusparen. Klar, die Gaspreise explodieren, und man will raus aus der Abhängigkeit von Lieferungen aus Russland. Und siehe da – der Gasverbrauch in Deutschland ist in den ersten fünf Monaten des Jahres im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr um 14,3 Prozent gesunken auf 460 Milliarden Kilowattstunden – das zeigen heutige Daten des Branchenverbandes „Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft“ (BDEW).

Gasverbrauch spürbar rückläufig – Wetter ist Hauptgrund

Aber nicht die Sparsamkeit der Bundesbürger hat hauptsächlich zum Rückgang im Gasverbrauch beigetragen, sondern das milde Wetter im Vergleich zu 2021. So schreibt der BDEW, dass ein „maßgeblicher Grund“ für den Rückgang im Gasverbrauch in der deutlich milderen Witterung als im Frühjahr 2021 zu suchen sei, da Gas vorwiegend zum Heizen eingesetzt werde.

Bereinigt um Temperatureffekte lag der Gasverbrauch im laufenden Jahr 6,4 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Besonders deutlich war der Rückgang im Gasverbrauch, wenn man nur auf den Monat Mai schaut. Hier ist es ein Rückgang im Jahresvergleich um 34,7 Prozent. Bereinigt um Temperatureffekte beträgt das Minus im Mai 10,8 Prozent.

Also gibt es abseits vom guten Wetter noch andere Effekte. Und in der Tat, es tut sich strukturell wirklich etwas. Es ist laut BDEW davon auszugehen, dass der Gasverbrauch vor allem aufgrund der steigenden Gaspreise zurückgeht. Aber auch die wirtschaftliche Eintrübung, Appelle zum Energiesparen oder persönlich motivierte Einspareffekte sollen laut Aussage der Experten eine Rolle spielen.

Stromerzeugung aus Gas geht auch zurück

Deutlich rückläufig ist laut BDEW auch die Stromerzeugung aus Erdgas. So lag die Gasverstromung in den ersten fünf Monaten dieses Jahres mit 37 Milliarden Kilowattstunden um 14,3 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Nur im Mai 2022 erzeugten Gaskraftwerke trotz der aktuell hohen Gaspreise geringfügig mehr Strom als im Mai 2021 – dies allerdings vor dem Hintergrund geringerer Einspeisungen aus erneuerbaren Energien sowie dem Umstand, dass in den vergangenen 12 Monaten infolge des Kernenergie- und Kohleausstiegs über 12 GW installierte Leistung stillgelegt wurden. Insgesamt ist der Gasverbrauch für die Stromerzeugung laut BDEW im Vergleich zu anderen Anwendungen eher nachrangig. 2021 entfielen hierauf 12 Prozent des gesamten Gasverbrauchs. Welchen Beitrag andere Verbrauchsgruppen zum geringeren Gasverbrauch leisten, ließe sich derzeit noch nicht im Einzelnen sagen.

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Anmerkung FMW: Bundeswirtschaftsminister Habeck hat jüngst angestoßen, dass nun in Windeseile Kohlekraftwerke wieder hochgefahren werden, damit der Gasverbrauch zur Stromerzeugung stark reduziert werden kann. Schon ab Juli soll es – wenn möglich – losgehen. Da Gas nun ein extrem knappes Gut geworden ist dank der reduzierten Lieferungen aus Russland, soll das wertvolle Gas lieber in die Gasspeicher fließen, damit Deutschland im Winter ausreichend Vorräte zum Heizen hat.



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1 Kommentar

  1. Gaskraftwerke produzieren Rekordstrommenge – Blackout News

    https://blackout-news.de/aktuelles/gaskraftwerke-produzieren-rekordstrommenge/

    Jetzt noch.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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