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Gazprom-Aktie stürzt ab – im Fegefeuer des Ukraine-Konflikts

Gas-Herd

Die Gazprom-Aktie stürzt ab. Heute sehen wir im deutschen Handel einen Verlust von 11,6 Prozent. Schaut man auf den Chart, der bis August 2020 zurückreicht, dann sieht man, wie die vorher monatelang erzielten Gewinne in der Aktie jetzt schnell dahin schmelzen. Letzte Woche Mittwoch sah der Chart noch gut aus, weil die Aktie sich von einem Tief auf 7,88 Euro erholt hatte. Seitdem stürzt sie ab auf aktuell 6,24 Euro. Der Grund ist in der Ukraine-Krise zu suchen. Krieg ja oder nein? Eskalation im Donbass, ja oder nein? Eskaliert der Westen oder Russland, oder die Ukraine? Die Lage wird zunehmend unübersichtlich. Heute gab es neue Kriegsmeldungen von den Separatisten aus der Ostukraine, welche die Sorgen um einen Krieg zwischen Russland und der Ukraine weiter anfachen.

Diese Aussagen brachten die Aktienmärkte insgesamt unter Druck, aber speziell die Aktie von Gazprom. Der Absturz der Aktie vollzog sich heute konstant über den ganzen Handelstag – das ist kein gutes Zeichen! Jetzt kann man überlegen: Im Kriegsfall – wenn der Westen massive Sanktionen gegen Russland verhängt – wird Russland dann über Gazprom weniger oder gar kein Gas mehr durch die Pipelines Richtung Europa senden, sozusagen als Gegensanktion?Das wäre langfristig stark geschäftsschädigend. Denn dann wäre das Vertrauen der europäischen Abnehmer dahin, und sie würden sich dauerhaft umorientieren Richtung Flüssiggas aus Katar, USA etc. Für Gazprom wäre das eine schlechte Nachricht – auch wenn man sich langfristig Richtung China als neuen großen Abnehmer orientiert.

Anders rum könnte im Kriegsfall auch die EU als Abnehmer verkünden, dass man weniger Gas aus Russland kauft – wer kann das schon vorhersagen? Und natürlich würden die Gas-Pipelines, die von Russland durch die Ukraine Richtung Europa verlaufen, im Kriegsfall womöglich beeinträchtigt sein. Egal wie man es dreht und wendet. Zwar darf man höhere Gaspreise im Kriegsfall annehmen. Langfristig aber wäre ein Krieg wohl geschäftsschädigend für Gazprom. Die Kriegsangst schüttelt aktuell die Aktie durch. Es ist wohl vor allem die Unsicherheit vor einem unklaren Ablauf so eines Kriegs und den Folgen für Gazprom.

Verschärft sich die Ukraine-Krise, könnte die Gazprom-Aktie womöglich weiter durchsacken. Erholungspotenzial wäre wohl vorhanden bei einer echten Aussicht auf Frieden in der Region. Aber wie bald ist so ein Szenario realistisch?

Chart zeigt Kursverlauf der Gazprom-Aktie seit August 2020 TradingView Chart zeigt Kursverlauf der Gazprom-Aktie seit August 2020.



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