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Gefahren an den Finanzmärkten: Auswirkungen, Chancen und Risiken

Gefahren an den Finanzmärkten: Auswirkungen, Chancen und Risiken (Zinsen)

Die Liste der Unsicherheitsfaktoren an den Finanzmärkten ist derzeit lang. Sei es die hohe Inflation, steigende Zinsen, die Immobilienkrise in China oder der Ukraine-Konflikt. All diese Faktoren lassen die Marktteilnehmer schlecht schlafen, denn sie führen zu Turbulenzen an den Finanzmärkten. An allen Fronten sehen wir momentan die Auswirkungen: Aktienmärkte erleiden Kursverluste und Kryptowährungen brechen ein, während gleichzeitig die Energiepreise in die Höhe schießen und Anleiherenditen wieder im Aufwind sind. Das aktuelle Marktumfeld bereitet Investoren Kopfschmerzen, denn es bietet alles andere als Stabilität und Planbarkeit.

Zinswende als Dämpfer an den Finanzmärkten

Das dominierende Thema an den Finanzmärkten ist die hohe Inflation und die daraus resultierende Zinswende. Nach der jahrelangen Billiggeldpolitik und der Flutung der Märkte mit Liquidität droht nun eine Normalisierung der Geldpolitik. Während die Bank of England bereits die erste Zinserhöhung vollzogen hat, könnte die US-Notenbank im März nachziehen. Mit welchem Tempo die Fed die Zinsen anhebt und wie groß die einzelnen Schritte ausfallen, ist ungewiss und stellt daher ein Unsicherheitsfaktor dar. Sogar die EZB-Präsidentin Lagarde hatte kürzlich geäußert, dass man eine Zinserhöhung „nicht mehr ausschließt“. Aber die Europäische Zentralbank bleibt im Gegensatz zu anderen Notenbanken erstmal weiter hinter der Kurve.

Unsicherheit durch geopolitische Spannungen

Darüber hinaus belasten die geopolitischen Spannungen zwischen Russland auf der einen Seite und der Ukraine und Nato auf der anderen Seite. Der Konflikt treibt die Energiepreise zusätzlich in die Höhe. In erster Linie betrifft das die Preise für Gas und Öl, die zuletzt deutlich zugelegt haben. Aber auch andere Rohstoffe wie Palladium stiegen in der Folge des Ukraine-Konflikts. Sollte Russland als Vergeltung auf die Sanktionen mit einer Einschränkung des Palladiumexports reagieren, dann könnte die hiesige Autoindustrie ein Problem bekommen. Das Edelmetall wird für die Herstellung von Katalysatoren benötigt. Neben dem ohnehin vorhandenen Chipmangel würde ebenfalls noch ein Palladiumengpass entstehen.

Die jüngsten Veröffentlichungen der Erzeugerpreise haben gezeigt, dass die Kosten für die Produzenten kräftig zunehmen, teilweise sogar explodieren. Die stark steigenden Preise für Rohstoffe und Vorprodukte sowie Lohnkosten drücken auf die Gewinne der Unternehmen. Geben die Unternehmen jedoch die erhöhten Preise an ihre Kunden weiter, dann steigt die Inflation und die Spirale setzt sich fort.

Die Auswirkungen an den Finanzmärkten

Nicht nur die großen Investoren spüren die Unsicherheit an den Finanzmärkten, sondern auch jeder Kleinanleger, wenn er einen Blick in sein Aktiendepot wirft. Die angekündigte Zinswende in den USA hat vor allem dem Technologiesektor zuletzt kräftige Kursverluste beschert. Der Markt nimmt eine Bereinigung vor, betroffen sind besonders Tech-Unternehmen, die kaum beziehungsweise keine Gewinne erzielen, aber gleichzeitig sehr hoch bewertet sind. Zudem haben Investoren die Profiteure der Pandemie aus ihren Depots geworfen. Dazu gehören Lieferdienste wie Hellofresh, aber auch die Stay-at-Home Aktien wie Teamviewer und Zoom. Ein weiterer Verlierer an den Finanzmärkten sind die Kryptowährungen. Viele von den zuvor gehypten Coins halbierten sich innerhalb der vergangenen drei Monate. Dazu zählen auch die von der Marktkapitalisierung größten Kryptos wie Bitcoin und Ethereum. Steigende Zinsen sind gerade für besonders riskante Anlagen wie Kryptowährungen Gift, weil die Attraktivität im Vergleich zu zinsbringenden Anlagen wie Anleihen abnimmt.

Vergleich von Aktienmarkt/Bitcoin zu Anleiherendite/Ölpreise

Aber wo es Verlierer gibt, gibt es auch immer Gewinner. Steigen die Zinsen, profitiert zum Beispiel der Bankensektor. Gefragt sind zudem Reise- und Freizeitunternehmen, die von einer baldigen Normalisierung der Corona-Pandemie profitieren. Ein weiterer Profiteur ist der Ölmarkt. Die Ölpreise für WTI und Brent schossen nach der Omikron-Delle in die Höhe. Hier ist das Ende der Fahnenstange noch nicht in Sicht, Preise bis 100 US-Dollar sind durchaus denkbar.

Kurzfristig müssen sich Händler an den Finanzmärkten auf größere Kursschwankungen einstellen. Das betrifft nicht nur den Aktienmarkt, sondern auch die Krypto-, Rohstoff- und Devisenmärkte. Die nächsten Wochen und Monate dürften demnach turbulent bleiben. Die hohe Volatilität bietet aber zugleich Chancen in beide Richtungen. Im Gegensatz zu den beiden Vorjahren dürften die Schwankungen an den Finanzmärkten in diesem Jahr stärker ausfallen. Im Mittelpunkt des Interesses bleibt dabei die Geldpolitik und die Entwicklung der Zinsen.

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