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Gefallener Ölpreis: Heute womöglich wegweisender Tag

Am Freitag fiel der WTI-Ölpreis ziemlich schnell von 47,15 auf 45,50 Dollar. Damit waren die Gewinne der letzten Woche gleich wieder weg. Das hatte nichts mit den Lagerbeständen der USA zu tun oder den…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Am Freitag fiel der WTI-Ölpreis ziemlich schnell von 47,15 auf 45,50 Dollar. Damit waren die Gewinne der letzten Woche gleich wieder weg. Das hatte nichts mit den Lagerbeständen der USA zu tun oder den am Freitag vermeldeten Daten zu den aktiven Öl-Bohrstellen in den USA. Nein, es ging um Gerüchte, dass höhere Fördermengen der Vereinigten Arabischen Emirate, Nigeria und Saudi-Arabien die OPEC-Fördermenge im laufenden Monat weiter hochtreiben könnten. Das wäre erneut ein Desaster für das Kartell.

Denn zuletzt häuften sich schlechte Nachrichten. Gerüchte, dass Saudi-Arabien seine Exportmengen deutlich reduzieren wolle, wurden nicht bestätigt. Dann kam Anfang letzter Woche die desaströse Nachricht, dass das OPEC-Mitglied Ecuador aus der Fördermengenkürzung aussteigt. Das Land ist zwar nur ein kleines Licht bezogen auf die Größe seiner Fördermenge, aber das Zeichen für den Zusammenhalt der Gruppe ist verheerend. Zuletzt hatten die Saudis sogar mehr Öl gefördert als die offizielle OPEC-Obergrenze es zuließ.

Aber extrem nervig für die OPEC ist und bleibt die Tatsache, dass Nigeria und Libyen ihre Fördermengen dramatisch ausgeweitet haben. Sie sind zwar beide OPEC-Mitglieder, hatten aber am 30. November 2016 von der Gemeinschaft die Erlaubnis erhalten so viel zu fördern wie sie wollen, da man um ihre extrem schwierige finanzielle Lage weiß. Und was ist dann mit dem OPEC-Mitglied Venezuela, könnte man zynisch fragen? Diese Woche nun tagen die Teilnehmer der Kürzungsvereinbarung (OPEC und Nicht OPEC-Staaten) im russischen St. Petersburg.

Hierbei geht es hauptsächlich darum, ob die bestehende Vereinbarung von -1,8 Millionen Barrels pro Tag auch eingehalten wird. Konkret wird es aber darum gehen, dass man wohl Druck auf Libyen und Nigeria ausüben wird, damit die beiden endlich aufhören ständig mehr Öl zu fördern. Denn mit solch drastischen Anstiegen vor allem in Libyen hatte wohl niemand gerechnet. Am heutigen Montag treffen sich die Öl-Minister der Teilnehmerländer. Von daher könnte der heutige Montag entscheidend sein.

Alles ist möglich, nichts ist bisher festgelegt. Kann man die beiden zu einer Begrenzung ihrer Förderung bewegen, oder nicht? Kann man diese Gruppe weiter zusammenhalten oder nicht? Das ist nach Ecuador´s Austritt schwieriger geworden! Kann man vielleicht sogar eine Ausweitung der Fördermengenkürzung beschließen? All das ist jetzt noch spekulativ. Der Ölmarkt hat sich schon mal in Stellung gebracht. Der hoch angesehene Fondsmanager und Öl-Experte John Kilduff sieht die Wahrscheinlichkeit als ziemlich groß an, dass vom heutigen Meeting keine positiven Signale für steigende Ölpreise ausgehen.

Grund hierfür sei wahrscheinlich die Unfähigkeit der anwesenden Förderländer Einigungen hinzubekommen, die zum gewünschten Resultat führen (Absenkung der Angebotsmenge oder Begrenzung zusätzlicher Förderung). Aber, so möchten wir anmerken: Auch Kilduff weiß vorher nicht, was bei so einem Meeting rauskommt. So viele Länder mit so vielen unterschiedlichen Interessen und Wünschen – das ist schon fast eine Art Wundertüte. Der am Freitag so stark und schnell gefallene Ölpreis zeugt nach unserer Meinung aber davon, dass sich viele Trader vor dem Wochenende noch schnell short positionieren wollten, oder Long-Positionen einfach glatt gestellt haben.

Warten wir ab, was heute beim Treffen herauskommt. Es kann auch schlicht und einfach gar nichts dabei herauskommen, und alles läuft weiter wie bisher!


Der WTI-Ölpreis seit 13. Juli.

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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