Allgemein

Gehälter bei der ARD: Als einfacher Redakteur kann man bis zu 9.900 Euro im Monat verdienen, Intendanten verdienen alle mehr als Angela Merkel

Da wird ein Großteil der privaten Medienbranche neidisch auf die ARD gucken, besonders auf den "billigen Plätzen". Die ARD hatte ja unlängst eine "Transparenzoffensive" verkündet, weil die Kritik an den Öffentlich Rechtlichen immer lauter...

FMW-Redaktion

Da wird ein Großteil der privaten Medienbranche neidisch auf die ARD gucken, besonders auf den „billigen Plätzen“. Die ARD hatte ja unlängst eine „Transparenzoffensive“ verkündet, weil die Kritik an den Öffentlich Rechtlichen immer lauter wurde. So hatte die ARD am 1. September auf einer Unter-Unter-Seite ihrer Homepage die Gehälter von Mitarbeitern und Intendanten veröffentlicht. Man vergaß aber offenbar (ein Versehen?) die Öffentlichkeit über diese Veröffentlichung zu informieren. So war es nur dem Herumstochern eines einzelnen privaten Redakteurs (nicht von uns) zu verdanken, dass die Öffentlichkeit überhaupt auf diese Aufstellung aufmerksam wurde (hier die Übersicht).


WDR-Chef Tom Buhrow. Foto: © Raimond Spekking / Wikipedia (CC-BY-SA 4.0)

Die Intendanten der einzelnen Länder-Rundfunkanstalten der ARD verdienen allesamt mehr als Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihren 226.000 Euro pro Jahr. WDR-Chef Tom Buhrow verdient mit 399.000 Euro pro Jahr am meisten, der Chef des Saarländischen Rundfunks mit 237.000 Euro am wenigsten. Aber auch ein/zwei Etagen tiefer können sich die Vergütungen sehen lassen, wenn man bedenkt, dass diese Gehälter aus zwangsweise eingetriebenen Geldsummen finanziert werden!

Nicht dass uns jemand Neid vorwirft: Was ein Intendant beispielsweise bei RTL oder Pro 7 verdient, sollte der Sender so entscheiden, wie er es will. Aber mit zwangsweise erhobenen Geldern solche tollen Gehälter zu zahlen, ist schon ein Skandal? Darf man es sagen? Wo ist der „Grundsatz der Sparsamkeit“? Schließlich arbeitet man angeblich in „öffentlichem Auftrag“. Oder ist auch das nicht zutreffend?

Programmbereichsleiter bei den einzelnen ARD-Anstalten verdienen im Schnitt so um die 11.000 Euro im Monat – das sind auch ansehnliche Summen! Und jetzt kommt der Knaller. Einfache Redakteure verdienen pro Monat zwischen 3.524 und 9.908 Euro! Das sind stolze Summen! Davon dürften die allermeisten „einfachen Redakteure“ in der Privatwirtschaft nur träumen. Sekretär/innen und Sachbearbeiter/innen verdienen zwischen 2.398 und 6.182 Euro im Monat. Selbst Volontäre verdienen zwischen 1.438 und 2.120 Euro pro Monat – das sind gigantische Summen, wenn man bedenkt, dass Volontäre in der Privatwirtschaft vom Chef (wenn überhaupt) vielleicht mal eine Gratis-Pizza ausgegeben bekommen.

Die 20 Moderator/innen von Sportsendungen in den ARD-Programmen erhielten in der Saison 2014/2015 Vergütungen in einer Gesamtsumme von rund 1,81 Millionen Euro, also im Schnitt 90.000 Euro. Für die neun Experten, die für die Sportsendungen in der ARD in der Saison 2014/2015 eingesetzt wurden, beliefen sich die Ausgaben auf eine Gesamtsumme von 1,04 Millionen Euro. Und man muss bedenken: Diese Experten haben ja keinen Vollzeitjob, sondern hampeln nur alle paar Wochen mal für ein paar Stunden vor der Kamera rum. Ja, ja ist schon klar. Der Markt, der Markt verlangt diese Preise für diese Experten. Aber die ARD arbeitet mit Zwangseinnahmen. Finden sich für deutlich kleinere Gelder nicht Sportmoderatoren, die genau so schlaue Sätze in die Kamera sagen können?



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

11 Kommentare

  1. Sie bekommen das Geld. Verdienen tun sie es nicht.

    1. Die sind jeden einzelnen Euro wert und haben ihn auch redlich verdient. Schließlich sind zum großen Teil sie es, die dafür Sorge tragen, dass die Regierungspolitik bei den Menschen auch als die alternativlos Richtige angesehen wird.
      sollte doch wohl klar sein, dass die Regierung sowas nicht für umsonst haben kann.

      1. Es gibt meiner Kenntnis nach nur eine Partei, die diesen Sauhaufen trockenlegen will. Sie ist gegen die Abschaffung der Zwangsabgabe GEZ. Leider wird sie von den Medien dämonisiert.

        1. Da bin ich aber froh, Sabine, dass nicht nur ich es bin, der seine Sätze manchmal sinnverdreht niederschreibt – einzig durch ein einziges Wörtchen hervorgerufen.
          Sie wollten garantiert schreiben: „Sie ist FÜR die Abschaffung der Zwangsabgabe GEZ“.

          Da ich Partei – und auch Wahlprogramme von einigen Parteien gelesen habe, darf ich hier ergänzen:
          Es ist die AfD, welche sie abschaffen will – und die damit mir und meinem Geldbeutel was Gutes tun würde.

          Schon bemerkenswert, wenn die Leute 5Euro für die Dienstleistung von Bankmitarbeitern bezahlen müssen, ist die Aufregung groß. Da wird mit Hilfe der Print -und Onlinemedien öffentlich gejammert und geklagt. Aber jeden Monat 17,50 für die überbezahlten Mitarbeiter und das Staatsfernsehen abdrücken, das wird hingenommen. Ebenso wie die Kirchensteuer, obwohl viele bestenfalls Heilig Abend mal in die Kirche gehen.

          1. Stimmt, vielen Dank für die Korrektur.
            a) ich hab nämlich wirklich keinen TV. Und im Internet schau ich auch keine öffentlichen. Radio hör ich nie! Insofern ist es absolut ungerecht.
            b) Und nur weil die Deppen angeblich nicht in der Lage sind, „den Gebrauch/Nichtgebrauch kontrollieren zu können. Was für eine perverse Idee? Dann könnten sie von mir auch die Hundesteuer einziehen. Sie sind ja auch nicht in der Lage, das zu kontrollieren. (Kenne jmd, der nie gezahlt hatte) Aber da ist die Kohle wohl zu wenig!
            c) PayTV, Bezahl-Zeitungen usw. können es übrigens. Und der Staat könnte es auch. Aber er lügt eben.

  2. Irgendwo müssen sie ja hin, die rausgepressten Milliarden.

  3. Kennen wir auch in andern Ländern, in diesen geschützten Werkstätten kann man dan schön linkslastig u.wirtschaftsfeindlich kommentieren u.alle die ihr Geld auf dem harten freien Markt verdienen müssen sehr schnell als Abzocker titulieren.Lohn ist ja nur das eine ,normalerweise haben dann diese Schwerarbeiter noch Super -Rentenansprüche zugute.

  4. Und da sind noch nicht mal die außertariflichen Pensionslasten enthalten, die angeblich auch sehr „anspruchsvoll“ sein sollen

    1. Richtig! Die Gehälter sind nur die Spitze des Eisbergs. Die Pensionen, für die ca. 30000 Mitarbeiter, die verschlingen immensen Gelder.

      1. Und warum kann da keiner etwas dagegen tun?

  5. Tja, gute Propaganda läßt man sich gerne was kosten!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage