Laut frisch gemeldeten Daten der FINRA (Financial Industry Regulatory Authority), einer Selbstregulierungs-Organisation der US-Finanzindustrie, gab es im Juli ein Margin Debt-Volumen (Handeln auf Kredit) von 1,417 Billionen Dollar in US-Börsenkonten. Das sind 85 Milliarden Dollar weniger als im Juni. Das ist der größte jemals gemessene Rückgang im Monatsvergleich! Der Juli-Absturz korrespondiert gut mit dem Aktienmarkt-Sturz zu der Zeit. Dieser Juli-Rückgang ist auch der erste Abbau des Margin Debt seit März. Der zweitgrößte Rückgang in Höhe von 80 Milliarden Dollar fand übrigens Anfang 2022 statt, kurz bevor ein Bärenmarkt an der Börse einsetzte.
Gehebelte Aktienwetten: Im Börsensturz leeren sich die Brokerkonten
Gehebelte Aktienwetten sind in den USA etwas ganz Normales. Man darf es eben nur nicht übertreiben. Am Exzessivsten hatte es der sehr junge und offenbar am Aktienmarkt unerfahrene Hedgefondsmanager Leopold Aschenbrenner getrieben, der seinen 45 Milliarden Dollar Hedgefonds in der totalen Rally 4-fach gehebelt hatte, und im Sturz der Aktienkurse im Juli den Fonds auf 10 Milliarden Dollar abstürzen ließ.
So wirken die Hebel, bei denen man zusätzlich zu seinem Kontoguthaben beim Broker Kredite aufnimmt, und damit seinen Kapitaleinsatz an der Börse verfielfacht. Gewinne und Verluste laufen damit um ein Vielfaches schneller. Im Juli (Kasten im Chart für S&P 500 und Nasdaq) sah man eine deutliche Korrektur bei Techaktien. Man darf annehmen: Zu stark gehebelte Börsenkonten zerlegten sich offenbar, was Margin Calls und Zwangsliquidierungen von Positionen zufolge hatte, wodurch das Volumen der gehebelten Aktienwetten in US-Börsenkonten deutlich abnahm.
Immer noch 1,417 Billionen Dollar Margin Debt
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Immer noch sind es 1,417 Billionen Dollar auf Kredit. Die weitere Fallhöhe ist also immer noch immens hoch. Natürlich kann man aber aus vier Jahre alten Daten (Folgeabstürze in 2022) für die heutige Situation keine Parallele ziehen. Aber das Risiko weiter Abstürze besteht, wie man es aktuell bei Chipaktien sieht, die gestern in den USA im Schnitt gut 5 % gefallen sind. Ein erneute Sturz wie von Mitte Juni bis Ende Juli könnte dazu führen, dass eine deutlich größere Anzahl an Brokerkonten „geleert“ wird, und die Kunden kein Geld zum Nachschießen haben, wodurch Zwangsliquidierungen das Margin Debt verringern und die Abstürze am Markt verstärken könnten.
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