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Geldanlage: Das Cantillon-Depot ist schon wieder im Plus

Hannes Zipfel

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Bis vor zwei Monaten herrschte an den Finanzmärkten noch eitel Sonnenschein, die Geldanlage schien ganz einfach. Die „Alles-Blase“ sorgte überall für steigende Notierungen, unabhängig vom Risiko der Vermögenswerte. Die bereits damals expansive Geldpolitik sowie zweifelhafte Aktienrückkaufprogramme in Billionenhöhe machten es möglich. Aktionäre betrachteten sich in Anbetracht der ständig steigenden Depotstände als Anlagegenies. Die Angst, Rendite zu verpassen, grassierte und Aktien rückten verstärkt in den Fokus der Geldanlage. Doch dann kam die kalte Dusche die Corona-Pandemie.

Diversifizierte Geldanlage versus TINA

Die aktuelle Krise an den Finanzmärkten ist nicht die Erste und wird nicht die Letzte sein. Doch die letzte echte Bewährungsprobe für Anleger, die Weltfinanzkrise, liegt bereits über eine Dekade zurück. Eine neue Generation von Investmentbankern und Privatanlegern betrat das virtuelle Börsenparkett. Angelockt von der seit März 2009 laufenden und damit überdurchschnittlich lang anhaltenden Börsen-Hausse. Gewinne mit Aktien zu erzielen erschien einfach: „Buy the Dip“ war das Motto. Die Notenbanken sorgten durch negative Realzinsen und reichlich Liquidität für ein günstiges Umfeld. Selbst zur Vorsicht mahnende Entwicklungen, wie die weltweiten Rekordschulden oder die hohe Bewertung vieler Vermögenswerte wurden durch die akkommodierende Geldpolitik überlagert. Der „Notenbank-Put“ sorgte für trügerische Sicherheit. Die Marketingmaschinen der Finanzindustrie impften den krisenunerfahrenen Anlegern ein: „There Is No Alternative“ (TINA). Damit waren primär die Aktien gemeint, an deren Handel die Broker und Banken gut verdienten.

Als ich Anfang Oktober letzten Jahres aus meiner mittlerweile sechzehnjährigen Erfahrung als Anlagestratege und Portfoliomanager heraus ein einfach strukturiertes Musterdepot mit nur fünf ETF-Bestandteilen vorstellte, wollte ich der TINA-Ideologie etwas entgegensetzen. Einmal aufgesetzt sollte das Portfolio ohne aktives Management auskommen. Das Rebalancing, also die Aufrechterhaltung der Gewichtung der einzelnen Bestandteile untereinander, erfolgt automatisch. Das Ziel der alternativen Strategie für die Geldanlage war ein wenig komplexes Misch-Portfolio, das dem geldpolitischen und makroökonomischen Umfeld und den daraus resultierenden Chancen und Risiken gerecht wird.

Die einzelnen Bestandteile der Geldanlage sollten in Summe von den übergeordneten Trends profitieren, aber eine geringe Korrelation untereinander aufweisen. Diese Diversifikation sollte zum einen eine vergleichbare Rendite zu den Aktienmärkten generieren, bei jedoch deutlich geringerem Risiko. Aufgrund der Sondersituation, bezogen auf das Zinsumfeld und die Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken, orientiert sich das Portfolio an den Erkenntnissen des irischen Ökonomen Richard Cantillon und dem von ihm beschriebenen Cantillon-Effekt. Neben Aktien (Minenaktien) und REITs (Real Estate Investment Trusts) befinden sich im Cantillon-Depot auch Staatsanleihen und Gold.

Das Cantillon-Depot als Muster für die Geldanlage

Zum Jahresultimo 2019 lag das Portfolio nach fast drei Monaten mit vier Prozent im Plus, was einen Leser zu dem damals berechtigten Hinweis veranlasste, dass dies zwar ein netter Versuch sei, die Aktienmärkte aber deutlich besser performt hätten. Doch das Bild wandelte sich schnell: Bis kurz vor Beginn des Corona-Crashs Ende Februar zog das zu realen Kosten bei justETF geführte Cantillon-Portfolio mit der Wertentwicklung der Aktienmärkte gleich – bei deutlich niedrigerer Volatilität (Schwankungsrisiko). Was dann folgte war der ultimative Lackmustest für die Geldanlage im Allgemeinen und die TINA-Ideologie im Besonderen. Nun musste sich zeigen, ob ein diversifiziertes Portfolio, das auf Risikoausgleich durch verschiedene Anlageklassen setzt, einen echten Mehrwert für die Geldanlage bietet.

Gold und Anleihen machten den Unterschied

Vor dem liquiditätsbedingten Einbruch durch die Corona-Krise konnte man an den Finanzmärkten bei der Geldanlage fast nichts falsch machen und mit nahezu allen Anlageklassen Geld verdienen, sofern man, abgesehen von der Volatilität, auf steigende Kurse setzte.

Der Corona-Schock führte zu dem bekannten Phänomen der abrupten Risikoaversion. Eine Kaskade von Verkaufslimiten wurde ausgelöst. Gleichzeitig entstand enormer Liquiditätsbedarf durch realisierte Verluste und Margin-Calls. Auch wenn diese Krise für die meisten Anleger nicht vorhersehbar war, so war doch die Reaktion der Notenbanken darauf recht gut vorhersehbar. Nachdem bereits während er letzten Finanzkrise neue und unkonventionelle geldpolitische Instrumente entwickelt und eingesetzt wurden, mussten diese nur neu aufgelegt oder einfach in ihrer Dimension vergrößert werden. Die Reaktionsgeschwindigkeit der Notenbanken war diesmal also deutlich kürzer und die „Bazookas“ wesentlich größer.

Das aggressive Vorgehen der Notenbanken konnte bislang zwar den Crash an den Aktienmärkten aufhalten und führt aktuell sogar zu einer Erleichterungsrallye, aber die fundamentalen Perspektiven sind nach wie vor eingetrübt, weshalb die Aktienmärkte seit Jahresbeginn weiterhin in der Verlustzone notieren. Wie sich nun herausstellt, gibt es jedoch alternativen zu Aktien, die im positiven Sinne noch sensibler auf die Aktionen der Notenbanken reagieren und gestiegen statt gefallen sind: Anleihen und Gold.

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Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Hesterbär

    14. April 2020 13:40 at 13:40

    Werter Herr Zipfel, das von Ihnen am 28.08.2019 vorgestellte Cantillon-Portfolio ist ohne Frage für alle Anleger eine wertvolle Basis zur Vermögenssicherung, denen es an Zeit und/oder Marktkenntnis fehlt und die größere Risiken nicht eingehen wollen. Selbst für den Profi bietet es eine ausgezeichnete Grundlage für langfristige Anlageentscheidungen und die sinnvolle Anpassung der Gewichtungen entsprechend der Marktsituation steht der Grundidee nicht im Wege.

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

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Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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