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Gold/Silber

Geldanlage: In dieser Branche steigen die Gewinne

Warum die negativen Auswirkungen der Schuldenkrisenpolitik der Zentralbanken mittragen, wenn doch die private Altersvorsorge immer wichtiger wird

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

In Kürze präsentieren weltweit die Aktiengesellschaften ihre Quartalsergebnisse – eine Art „Stunde der Wahrheit“ bei der Geldanlage. Im Vorfeld gab es vor allem bei DAX-Konzernen Gewinnwarnungen wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Entgegen diesem Trend kann eine kleine Branche mit zweistelligen Gewinnzuwächsen glänzen, die bei der Geldanlage noch ein Schattendasein führt.

Die Geldanlage in Minenaktien gewinnt erst langsam wieder an Interesse

Das Interesse an Gold und Silber wächst wieder, nach dem vor allem der Goldpreis in den meisten Währungen, so auch in Euro, im dritten Quartal dieses Jahres neue Rekordstände erreichte. Zwar hört man von Edelmetallhändlern auch, dass sich die Ankaufvolumina von Altgold im Zuge der hohen Preise wieder erhöht haben, aber nach wie vor wird mehr Gold und Silber gekauft als verkauft.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass vor allem große Investoren wieder zugreifen. Obwohl der Goldpreis in US-Dollar gerechnet aktuell noch 26 Prozent unter seinen Höchstständen aus dem Jahr 2011 liegt, sind die Goldbestände des größten Gold-ETF SPDR Gold Shares (GLD) bereits auf ein Zweijahreshoch angestiegen.

Das Umfeld aus explodierenden Schulden, verschwindenden Zinsen und „unkonventioneller“ Geldpolitik lässt kein Weg mehr an Gold vorbeiführen. Bei der globalen Überschuldung mit all seinen Folgeerscheinungen handelt es sich um einen historischen Megatrend. Natürlich wird das Schuldendilemma irgendwann aufgelöst, entweder durch beschleunigte Inflation oder einen globalen Schuldenschnitt (Global Currency Reset), den besonders die designierte EZB-Präsidentin Christine Lagarde präferiert. Glücklicherweise ist Gold genau für diese beiden einzigen Lösungen der Schuldenkrise (Reset und Inflation) historisch verbrieft der beste Vermögenswert für die Geldanlage.

So wundert es auch nicht, dass ein eher kleiner Nischensektor mehr und mehr in den Fokus des kleinen, aber auch des großen Geldes gerät. Zwar gibt es in diesem Sektor Hunderte von börsennotierten Unternehmen, die mit der Förderung von Gold ihr Geld verdienen, zusammen bringen diese aber nicht einmal die Börsenkapitalisierung von Apple auf die Waage. Allerdings sind die Margen der Goldminen mittlerweile höher als die des Tech-Giganten aus Cupertino. Wenn also in Zukunft nur ein wenig mehr Kapital aus den bisherigen Börsen-High-Flyern, z.B. den FAANG-Aktien, in Richtung Minenaktien fließt, wird dies einen weiteren Kursschub in diesem Nischenmarkt auslösen.

Das Geschäft bei den Minengesellschaften brummt

Wie gut das Geschäft bei den Goldminen läuft, kann man an dem Verhältnis der Goldpreisentwicklung zu den Produktionskosten sehen. Bereits im ersten Quartal konnte ein Großteil der Minengesellschaften ihre Bilanzen entgegen dem allgemeinen Trend verbessern und ihre Gewinne durch Kostenreduktion und Produktionssteigerungen erhöhen. Im jetzt auslaufenden dritten Quartal kam im Zuge der Zinswende der Fed der Goldpreis richtig in Schwung. Der durchschnittlich von den Minen erlöste Metallpreis stieg von 1.310 US-Dollar pro Unze im zweiten Quartal auf aktuell 1.438 US-Dollar oder um 9,8 Prozent im Laufe des dritten Quartals an.

Die durchschnittliche Marge, gemessen an den Gesamtförderkosten (AISC) von aktuell ca. 950 US-Dollar pro Unze Gold, steigt damit auf 488 Dollar pro Unze oder auf satte 51,32 Prozent an. Die Gewinnsteigerung in Höhe von 36 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 74 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal ist erst der Anfang einer sektoralen Sonderkonjunktur. Aktuell steht der Goldpreis bereits über 1.500 US-Dollar pro Unze – und der Stress im Finanzsystem und die Reaktionen der Zentralbanken darauf (sinkende Zinsen, mehr Geld drucken) nimmt von Quartal zu Quartal weiter zu, was das Interesse an Gold weiter steigern dürfte.

 

Fazit – Schuldenkrisenpolitik und Geldanlage

Warum nur die negativen Auswirkungen der desperaten Schuldenkrisenpolitik der Zentralbanken mittragen, wenn doch die private Altersvorsorge immer wichtiger wird. Umso entscheidender ist es, Partizipationsmöglichkeiten wie die noch junge Minen-Hausse zu erkennen und in der privaten Geldanlage umzusetzen. Vor kurzen habe ich dazu ein exemplarisches Startportfolio als Baustein einer umfassenden Anlagestrategie für Minen-Einsteiger vorgestellt. Ab Anfang Oktober können Investoren wieder einen Blick in die Bücher der Minengesellschaften werfen. Anders als in vielen anderen Branchen können sie sich auf Pluszeichen vor der Gewinnentwicklung pro Aktie freuen, ganz ohne Buchhaltungstricks und künstliche Aktienverknappung.

Die richtige Strategie bei der Geldanlage wird gerade in Zeiten der Schuldenkrisenpolitik der Zentralbanken immer wichtiger

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Helmut Josef Weber

    26. September 2019 13:24 at 13:24

    Ich muss hier in Europa in Euro zahlen.
    Ich kriege es einfach nicht zusammen, wie man dem „kleinen Anleger“ dazu raten kann seine Altersversorgung in Aktien zu organisieren.
    Mitte:
    2000 stand der DAX auf etwa 8.000;
    2019 aktuell knapp über 12.000
    Und wenn ich Experten höre, dann sagte diese, dass in dem Kurs schon die Dividenden eingerechnet sind.
    Kann mir vielleicht jemand erklären, wie man dabei seine Altersversorgung aufbauen kann?
    19 Jahre (über den Daumen) Kursgewinne von etwa 50%, aber dafür etwa 100 % Preissteigerung in dieser Zeit und für die „Gewinne“ auch noch Steuern zahlen.
    Alles was im Jahr 2000 in DM kostete, muss heute mit gleich viel Euro bezahlt werden.
    Wer also sein Geld im Jahre 2000 in den DAX gesteckt hat, hat etwa die Hälfte verloren und dafür auch noch Steuern bezahlt.

    Und— wenn es im Alter verbraucht wird, erscheint Goldverkauf ganz legal nicht bei der Einkommensteuererklärung, wonach bei gesetzlich versicherten Rentnern dann auch noch die Krankenkassenbeiträge und deren Zuzahlungen (ca. 18%) berechnet werden.
    Natürlich gibt es auch beim Gold extreme Schwankungen, aber wie will man sonst auch den „kleinen Mann“ davon abhalten seine private Altersversorgung in E-Metalle zu organisieren?
    Natürlich gibt es bei allen Anlageformen auch mal „Sacker“, wie bei Gold 2013/14.
    Aber es sind trotzdem hat sich der Kurs seit 2000 steuerfrei mehr als vervierfacht.
    Und seit 2009 etwa 100% Kurssteigerung.
    Aus damals (im Jahre 2000) sind aus 100 TSD Goldanlagen (in Euro) bis heute etwa 400 TSD in Gold geworden.
    Aus 100 TSD Euro DAX Aktien sind heute etwa 150 TSD geworden, mit der Kaufkraft von etwa 75 TSD
    Also hat der Anleger Kaufkraftmäßig etwa 50 TSD seit dem Jahre 2000 verloren.
    Hätte ich die etwa 300 TSD Kursgewinne in den ganzen Jahren versteuern müssen und müsste ich heute von dem Kapitalertrag (als gesetzlich versicherter Rentner) auch noch etwa 18% Sozialversicherung zahlen, würde sich mir der Mage umdrehen.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

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      Stefan K.

      26. September 2019 14:33 at 14:33

      @Helmut Josef Weber. Oh weh Herr Weber. Was haben Sie für eine seltsame Einstellung zur Aktienanlage. Haben denn alle Anleger am 7. März 2000 beim Dax Stand von 8064 gekauft und nicht im März 2003 bei 2300 Punkten oder am 6. März 2009 bei 3666 Zählern. Nur wenn man in 20 Jahren all sein Geld in einem der wenigen Wochen/Monate komplett eingesetzt hätte, wäre Ihre Milchmädchenrechnung herausgekommen. Genauso könnte man sagen, dass ein Anleger, der im Jahr 2011 Gold bei 1900 Dollar gekauft hat, mit Zitronen gehandelt hat. Natürlich gab es Leute, die bei 7000 oder 8000 in den Dax eingestiegen sind und dann bei 4000 in Panik verkauft haben. Das sind genau die, die Aktien als Teufelszeug bezeichnen.
      Der Dax begann sein Leben 1988 mit 1000 Punkten, heute steht er über 12000. Wenn man eine ruhige Hand hatte, gab es kaum ein Investment, das im Durchschnitt eine bessere Rendite erbracht hätte (außer internationale Aktienmärkte). Täglich steht zu lesen, was ein Sparplan gebracht hätte. Wieso hält sich in Deutschland immer noch die Mär von der gefährlichen Aktienanlage, sogar in einem Portal wie FMW?
      Darüber sollten wir nachdenken.
      Beste Grüße

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        Helmut Josef Weber

        26. September 2019 15:57 at 15:57

        Als wir 2000 aus Deutschland weggezogen sind, war ich 47 und wir habe alle Firmen und Immobilien verkauft und 400 TSD Mark (200 TSD) Euro in Gold als Alterssicherung angelegt.
        Daraus sind nun über 800 TSD geworden.
        Seit 2017 bin ich Altersrentner und jetzt steht mir das Goldvermögen zur Verfügung, wenn die Rente nicht reicht.
        Und ich habe mit keinen Finanzamt etwas zu tun.
        Und wenn ich nicht mehr auf der Welt bin geht alle an meine Frau und wenn sie mir folgt an unsere Kinder.

        Viele Grüße
        H. J. Weber

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      Columbo

      26. September 2019 15:32 at 15:32

      @Helmut Josef Weber
      Bin zwar auch ein Goldbug, aber Gold ist zum Vermögensaufbau denkbar ungeeignet. Vergleichen Sie mal die Langzeitcharts eines MSCI World oder Berkshire Hathaway mit der Goldperformance, sehr ernüchternd. Hab lang gebraucht, aber irgendwann hab ich es auch kapiert, daß man mit Gold keinen Blumentopf gewinnen kann, dafür aber für den Fall der Fälle gerüstet ist. Versicherung halt, nicht mehr und nicht weniger.
      Gold ist in meinen Augen besonders im Alter geeignet, wenn man eine schöne Rente hat: Solange das System läuft, reicht die Rente. Kracht es richtig, ist die Rente vielleicht weg oder wertlos, dann braucht man Gold. Ziemlich banal oder?

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    SilverSufer

    26. September 2019 14:13 at 14:13

    Sg. Herr Zipfel, als erstes Mal großen Dank an Sie, sowie Hr. Müller, Kummerfeld und natürlich Hr. Fugmann inkl. Redaktion für die täglich spannenden Beiträge. Die Finanzmarktwelt hat sich mittlerweile zu einer meiner Top 3 der Infoseiten im Netz gemausert.

    Da hier in letzter Zeit Gold bzw. auch Silber sehr im Fokus stehen, ein Frage zu Silber und die Rolle von JP Morgan.

    Warum baut sich JP einen derart großen Silberschatz auf?
    JP Morgen könnte wohl bei so einem Bestand den Preis nach Belieben lenken?
    Stellt diese Marktmacht für den Kleinanleger nicht ein gewisses Risiko dar?

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      Shong09

      26. September 2019 15:17 at 15:17

      Nicht könnten, tun sie auch, wenn sie mal wieder wollen. JPM ist da auch groß im Geschäft mit Derivaten und Optionen, und sie wissen das sehr genau zu steuern. Alle paar Jahre wieder werden die Leute dann mal herausgeschüttelt und verlieren groß.
      Die gleiche Schweinerei quasi wie mit den Vola Zertis Anfang 2018. Die wurden dann schön eingestellt, als die Vola hoch war, was natürlich für die ganzen Anleger, die auf fallende Vola spekuliert haben, der perfekte Neueinstieg gewesen wäre.
      Ist wie wenn Sie beim Pokern Texas Holdem 2 Asse ausgeteilt bekommen und der Coupe beendet das Spiel während der Hand.
      Die Bank ist natürlich nicht verpflichtet solche Produkte anzubieten, aber ein gewisses Geschmäckle hat es schon, und die Abzocke von JPM bzgl. Silber ist schon eher nicht mehr legal, aber wen kümmerts? DIe Politik zumindest nicht.
      Vor so ca. 5-7 Jahren habe ich dazu einen sehr guten Artikel gelesen, könnte in der FAZ gewesen sein, weiss ich aber leider nicht mehr. Vor schon einigen Jahren hat auf jeden Fall JPM den größten Silberhändler gekauft und teilweise nur Ware umhergefahren, um die Preise zu beeinflussen und die Lager leer zu machen. Eine angemessene Strafe gabs dafür zumindest nicht. Ist aber auch schon sehr praktisch, wenn man Derivate drauf verkaufen darf und danach den Preis des Basiswerts auch noch selbst bestimmen kann.
      Wenn Sie es sich aber physisch kaufen, kann Ihnen die Bank nichts und ihr Keller oder Garten stellt auch keine monatliche Rechnung für Lagerung oder rollierende Kontrakte. Und der Staat kann es Ihnne auch nicht so leicht nehmen. Allerdings müssen Sie in D Mehrwertsteuer drauf entrichten, außer wenn Sie es gebraucht kaufen, dies ist bei Gold nicht der Fall.

      • Avatar

        Theresa

        28. Januar 2020 14:41 at 14:41

        Liebe/r Shong09

        mein Name ist Theresa, ich bin eine junge Journalistin, schreibe unter anderem für die Süddeutsche Zeitung und die ZEIT und recherchiere derzeit zum Thema Gold als Wertanlage.
        Ich bin auf Sie aufmerksam geworden, weil Sie scheinbar ein großes Misstrauen gegenüber Banken haben. Der Gedanke, dass auch heute noch jemand Silber/Gold vergräbt finde ich super spannend. Ich frage mich, was die Menschen zu dieser Entscheidung bewegt und wie sicher das Ganze im Vergleich zu herkömmlichen Anlagemethoden ist.
        Ich würde mich freuen, wenn Sie sich bei mir melden. Gerne unter: theresamaria2708@gmail.com oder hier.

        Mit lieben Grüßen
        Theresa

    • Avatar

      Hannes Zipfel

      26. September 2019 15:36 at 15:36

      @SilverSurfer: Natürlich stellt ein so großes Volumen an Silber in der Hand eines einzigen Marktteilnehmers immer ein potenzielles Risiko in Form eines potenziellen plötzlichen Angebotsschocks dar. Wenn man sich mit dem Komplex J.P. Morgan und Silber näher beschäftigt, kommt man zu einer plausiblen Erklärung dieser sehr großen physischen Silberposition. Zum einen kann man aus diversen Analysen des Hauses entnehmen, dass sich die Analysten und das Management der Bank der globalen ökonomischen Gemengelage sowie den Spezifika am Silbermarkt voll bewusst sind und daher grundsätzlich bullish für das Metall. Vor allem aber bildet der Silberberg in den Tresoren der Bank ein Gegenstück zu deren Terminmarkt-Exposure. J.P. Morgan ist einer der größten Halter von Silber-Terminkontrakten – und zwar auf der Short-Seite. Einige Investoren und Analysten vermuten, dass J.P. Morgan so den Silberpreis künstlich niedrig halten möchte, um auf der anderen Seite billig an physisches Material heranzukommen. Andere sagen, dass das physische Silber nur als Back-Up dient, sollten die Leerverkaufskontrakte an der Terminbörse eines Tages bedient werden müssen. Ich vermute, dass J.P. Morgan das physische Silber in Anbetracht der kommenden Ereignisse trotz steigender Preise so schnell nicht aus der Hand geben wird. Im Falle einer erneuten Finanzkrise und damit einhergehender exzessiver Geldpolitik wäre das Edelmetall ein wesentliches bilanzielles Gegengewicht zu anderen Risiko-Assets (v. a. Forderungspapieren).

  3. Avatar

    sabine

    27. September 2019 13:31 at 13:31

    a) Daß J.P. Morgan das physische Silber in Anbetracht der kommenden Ereignisse bunkert, schließt
    b) ja den derzeitigen Erwerb mit krummen bzw. mafiösen Methoden nicht aus. Im Gegenteil, es spielt gut zusammen, und hält
    c) drittens noch auch die Flucht in Edelmetalle etwas auf, da die Menschen denken, Silber ist eine schlechte Anlage – bleiben wir bei den Aktien, Betongold oder Staatsanleihen. Oder noch sicherer Mischmasch-Fonds, die absolute Scheinsicherheit.

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Gold/Silber

Goldpreis: Wacklige Nummer bei 1.850 Dollar

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis war am Freitag von 1.863 auf 1.837 Dollar gefallen, konnte sich dann aber Abends wieder erholen. Bis jetzt kann Gold Niveaus um die. 1.850 Dollar halten. Der zehn Tage zurückreichende Chart zeigt, dass es aktuell keine klare Trendrichtung gibt (wir sprachen schon letzte Woche über die schwierige Lage vor allem dank der Biden-Wahl). Der US-Dollar als negative Korrelation zu Gold hatte die ganze letzte Woche eine fallende Tendenz, und wirkt so, als wolle er heute weiter fallen. Aber da gibt es noch andere Faktoren für den Goldpreis. Hier drucken wir zwei ganz aktuelle Analystenkommentare von heute ab.

Verschiedene Faktoren ziehen derzeit am Goldpreis

Ipek Ozkardeskaya, Senior Analyst at Swissquote Bank, meint aktuell zu Gold, dass die Bären einen starken Abwärtsdruck auf den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei der Marke von 1.846 Dollar ausüben, da die Risikobereitschaft trotz aller negativen Stimmungen aufgrund des Virus solide bleibe, und die 10-jährige US-Rendite sich nahe der 1,10 %-Marke halte.

Naeem Aslam, Chief Market Analyst bei Avatrade sagt aktuell über Gold, dass das Edelmetall Metall wieder einmal darum kämpfe im positiven Bereich zu bleiben. Händler würden hoffen, dass Joe Bidens neues Konjunkturpaket grünes Licht von den Gesetzgebern bekomme, und dies könne den Goldpreis stützen. Gold gelte als Absicherung gegen Inflation, und das ist hier das wichtigste Spiel. Mit Sicherheit werde Gold in dieser Woche eine viel höhere Volatilität erleben. Und das Ereignis, das den Goldpreis am meisten beeinflussen dürfte, werde die US-BIP-Zahl (am Donnerstag um 14:30 Uhr) sein.

Man sehe keine große Aufwärtsbewegung für den Goldpreis, da Pfizer sein Problem mit der Lieferung von Coronavirus-Impfstoffen gelöst habe. Dies bedeute, dass man weniger Herausforderungen bei der Erreichung der Hauptziele sehen könnte. Da immer mehr Menschen die Impfung erhalten, werde der Weg zur wirtschaftlichen Erholung laut Naeem Aslam wahrscheinlich sanfter werden, und das sollte die Investoren zu risikoreicheren Anlagen drängen, was für den Goldpreis nicht sehr positiv sei.

Was die technischen Preisniveaus betrifft, so hätten die Warnlampen wieder zu blinken begonnen, da der Goldpreis unter den 50-Tage-SMA auf dem täglichen Zeitrahmen laut Naeem Aslam gebrochen sei. Dies sei die letzte Hoffnung für die Bullen gewesen, da der Goldpreis bereits unter dem 100- und 200-Tage-SMA auf dem täglichen Zeitrahmen handelte. Es sei wahrscheinlich, dass sich der Goldpreis in Richtung der frühen 1.800er-Marke bewegt, wenn der Preis nicht über den 50-Tage-SMA auf dem Tageszeitrahmen steigt.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf seit zehn Tagen

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Gold/Silber

Goldpreis-Verlauf unter Joe Biden – das ist keine einfache Thematik

Claudio Kummerfeld

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Gold mit US-Dollar und Adler

Wenn ein Unternehmen seine Quartalszahlen deutlich besser als erwartet veröffentlicht, dann ist die Lage einfach und klar. Der Aktienkurs sollte steigen. Und im Goldpreis? Da wird die Lage mit Sicht auf mehrere Wochen und Monate etwas schwieriger. Joe Biden ist jetzt neuer US-Präsident. Und nun steht das gewaltige 1,9 Billionen Dollar schwere Stimulus-Paket an. Wird es verabschiedet werden, und was sind die Auswirkungen auf den Goldpreis?

Carsten Fritsch von der Commerzbank wies am Mittwoch in einem Kommentar darauf hin, dass die Verabschiedung dieses gigantischen Konjunkturpakets die erste große Aufgabe von Joe Biden sein werde. Zwar würden die Demokraten nach dem Sieg bei den Senats-Stichwahlen in Georgia über eine knappe Mehrheit in beiden Kongresskammern verfügen. Einfach werde der Genehmigungsprozess dennoch nicht. Von daher bleibe abzuwarten, wie lange es dauert, bis das Paket unterschriftsreif auf dem Schreibtisch des neuen Präsidenten liegt. Gold dürfte laut Carsten Fritsch von dieser Unsicherheit profitieren. Nach Inkrafttreten dürfte die Wirtschaft in den USA dank des massiven Impulses spürbar anziehen, was den US-Dollar aufwerten lassen und den Goldpreis damit belasten könnte.

Goldpreis im größeren Bild mit guten Aussichten?

Das ist das kurzfristige Szenario für die Aussicht auf Tage und Wochen. Und danach, wenn man auf das große Gesamtbild blickt? Gold ist doch der Fluchthafen, wenn die angeblich große Inflationswelle kommt? Ja, dieses Szenario sollte im größeren Bild nie vergessen werden. Die Notenbanken drucken immer mehr Geld, die Staaten verschulden sich immer mehr. Nicht eine Hyperinflation, sondern „nur“ ein deutlich spürbares Anziehen der Inflation könnte den Goldpreis wieder anfachen als Fluchthafen. Die Fed hat Ende letzten Jahres schon klar gemacht, dass sie zur Stützung der Konjunktur eine möglicherweise anziehende Inflation erst einmal nicht bremsen würde mit höheren Zinsen. Dies wäre womöglich die Chance für Gold-Trader auf höhere Kurse zu setzen.

Blickt man ganz aktuell auf den Goldpreis, dann hat er diese Woche zulegen können. Unter 1.830 Dollar am Montag gestartet, ging es bis gestern rauf auf das Hoch bei 1.874 Dollar. Aktuell kann man sich mit 1.862 Dollar auf erhöhtem Niveau halten. Im Chart sehen wir seit Montag den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar (Dollar-Index blau). Gestern hatten wir schon den nicht einfach zu erklärenden Goldpreis-Anstieg in dieser Woche besprochen. Derzeit ist die Lage nicht ganz so klar wie üblich. Die Biden-Wahl bringt viel in Bewegung.

Chart zeigt Goldpreis-Anstieg seit Montag gegen fallenden US-Dollar

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Gold/Silber

Silberpreis: Geht es jetzt bald deutlich nach oben?

Markus Fugmann

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Der Silberpreis hatte einen holprigen Start in die Woche – aber er hat es geschafft, wieder ins Positive zu drehen. Wohin wird sich das Edelmetall in den kommenden Wochen bewegen?

Der Silberpreis war im Januar 2021 ziemlich instabil. Das gilt insbesondere nach dem deutlichen Pullback, den wir seit Wochenbeginn gesehen haben. Fast unmittelbar danach prallte Silber jedoch vom Unterstützungsniveau bei 24 $ wieder nach oben.

Silberpreis: Der Widerstand bei 26 Dollar

Trotz der deutlichen Erholung beim Silberpreis vom Unterstützungsniveau von 24 Dollar: nun liegt ein starker Widerstand um die $26-Marke vor uns. Sollte es dem Silber jedoch gelingen, diese Marke zu überwinden, könnten im Januar sogar Gewinne bis zur 28 $-Marke möglich sein.

Bricht jedoch das Unterstützungsniveau von 24 $,  dann dürfte der Silberpreis bis auf 22,90 $ zurückfallen. Übergeordnet geht David Jones, chief market strategist bei capital.com, davon aus, dass Silber weiter steigen wird. Aber das größte Risiko wäre eine Erholung beim US-Dollar:

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Wohin geht der Silberpreis?

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