Folgen Sie uns

Gold/Silber

Geldanlage: In dieser Branche steigen die Gewinne

Warum die negativen Auswirkungen der Schuldenkrisenpolitik der Zentralbanken mittragen, wenn doch die private Altersvorsorge immer wichtiger wird

Avatar

Veröffentlicht

am

In Kürze präsentieren weltweit die Aktiengesellschaften ihre Quartalsergebnisse – eine Art „Stunde der Wahrheit“ bei der Geldanlage. Im Vorfeld gab es vor allem bei DAX-Konzernen Gewinnwarnungen wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Entgegen diesem Trend kann eine kleine Branche mit zweistelligen Gewinnzuwächsen glänzen, die bei der Geldanlage noch ein Schattendasein führt.

Die Geldanlage in Minenaktien gewinnt erst langsam wieder an Interesse

Das Interesse an Gold und Silber wächst wieder, nach dem vor allem der Goldpreis in den meisten Währungen, so auch in Euro, im dritten Quartal dieses Jahres neue Rekordstände erreichte. Zwar hört man von Edelmetallhändlern auch, dass sich die Ankaufvolumina von Altgold im Zuge der hohen Preise wieder erhöht haben, aber nach wie vor wird mehr Gold und Silber gekauft als verkauft.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass vor allem große Investoren wieder zugreifen. Obwohl der Goldpreis in US-Dollar gerechnet aktuell noch 26 Prozent unter seinen Höchstständen aus dem Jahr 2011 liegt, sind die Goldbestände des größten Gold-ETF SPDR Gold Shares (GLD) bereits auf ein Zweijahreshoch angestiegen.

Das Umfeld aus explodierenden Schulden, verschwindenden Zinsen und „unkonventioneller“ Geldpolitik lässt kein Weg mehr an Gold vorbeiführen. Bei der globalen Überschuldung mit all seinen Folgeerscheinungen handelt es sich um einen historischen Megatrend. Natürlich wird das Schuldendilemma irgendwann aufgelöst, entweder durch beschleunigte Inflation oder einen globalen Schuldenschnitt (Global Currency Reset), den besonders die designierte EZB-Präsidentin Christine Lagarde präferiert. Glücklicherweise ist Gold genau für diese beiden einzigen Lösungen der Schuldenkrise (Reset und Inflation) historisch verbrieft der beste Vermögenswert für die Geldanlage.

So wundert es auch nicht, dass ein eher kleiner Nischensektor mehr und mehr in den Fokus des kleinen, aber auch des großen Geldes gerät. Zwar gibt es in diesem Sektor Hunderte von börsennotierten Unternehmen, die mit der Förderung von Gold ihr Geld verdienen, zusammen bringen diese aber nicht einmal die Börsenkapitalisierung von Apple auf die Waage. Allerdings sind die Margen der Goldminen mittlerweile höher als die des Tech-Giganten aus Cupertino. Wenn also in Zukunft nur ein wenig mehr Kapital aus den bisherigen Börsen-High-Flyern, z.B. den FAANG-Aktien, in Richtung Minenaktien fließt, wird dies einen weiteren Kursschub in diesem Nischenmarkt auslösen.

Das Geschäft bei den Minengesellschaften brummt

Wie gut das Geschäft bei den Goldminen läuft, kann man an dem Verhältnis der Goldpreisentwicklung zu den Produktionskosten sehen. Bereits im ersten Quartal konnte ein Großteil der Minengesellschaften ihre Bilanzen entgegen dem allgemeinen Trend verbessern und ihre Gewinne durch Kostenreduktion und Produktionssteigerungen erhöhen. Im jetzt auslaufenden dritten Quartal kam im Zuge der Zinswende der Fed der Goldpreis richtig in Schwung. Der durchschnittlich von den Minen erlöste Metallpreis stieg von 1.310 US-Dollar pro Unze im zweiten Quartal auf aktuell 1.438 US-Dollar oder um 9,8 Prozent im Laufe des dritten Quartals an.

Die durchschnittliche Marge, gemessen an den Gesamtförderkosten (AISC) von aktuell ca. 950 US-Dollar pro Unze Gold, steigt damit auf 488 Dollar pro Unze oder auf satte 51,32 Prozent an. Die Gewinnsteigerung in Höhe von 36 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 74 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal ist erst der Anfang einer sektoralen Sonderkonjunktur. Aktuell steht der Goldpreis bereits über 1.500 US-Dollar pro Unze – und der Stress im Finanzsystem und die Reaktionen der Zentralbanken darauf (sinkende Zinsen, mehr Geld drucken) nimmt von Quartal zu Quartal weiter zu, was das Interesse an Gold weiter steigern dürfte.

 

Fazit – Schuldenkrisenpolitik und Geldanlage

Warum nur die negativen Auswirkungen der desperaten Schuldenkrisenpolitik der Zentralbanken mittragen, wenn doch die private Altersvorsorge immer wichtiger wird. Umso entscheidender ist es, Partizipationsmöglichkeiten wie die noch junge Minen-Hausse zu erkennen und in der privaten Geldanlage umzusetzen. Vor kurzen habe ich dazu ein exemplarisches Startportfolio als Baustein einer umfassenden Anlagestrategie für Minen-Einsteiger vorgestellt. Ab Anfang Oktober können Investoren wieder einen Blick in die Bücher der Minengesellschaften werfen. Anders als in vielen anderen Branchen können sie sich auf Pluszeichen vor der Gewinnentwicklung pro Aktie freuen, ganz ohne Buchhaltungstricks und künstliche Aktienverknappung.

Die richtige Strategie bei der Geldanlage wird gerade in Zeiten der Schuldenkrisenpolitik der Zentralbanken immer wichtiger

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Helmut Josef Weber

    26. September 2019 13:24 at 13:24

    Ich muss hier in Europa in Euro zahlen.
    Ich kriege es einfach nicht zusammen, wie man dem „kleinen Anleger“ dazu raten kann seine Altersversorgung in Aktien zu organisieren.
    Mitte:
    2000 stand der DAX auf etwa 8.000;
    2019 aktuell knapp über 12.000
    Und wenn ich Experten höre, dann sagte diese, dass in dem Kurs schon die Dividenden eingerechnet sind.
    Kann mir vielleicht jemand erklären, wie man dabei seine Altersversorgung aufbauen kann?
    19 Jahre (über den Daumen) Kursgewinne von etwa 50%, aber dafür etwa 100 % Preissteigerung in dieser Zeit und für die „Gewinne“ auch noch Steuern zahlen.
    Alles was im Jahr 2000 in DM kostete, muss heute mit gleich viel Euro bezahlt werden.
    Wer also sein Geld im Jahre 2000 in den DAX gesteckt hat, hat etwa die Hälfte verloren und dafür auch noch Steuern bezahlt.

    Und— wenn es im Alter verbraucht wird, erscheint Goldverkauf ganz legal nicht bei der Einkommensteuererklärung, wonach bei gesetzlich versicherten Rentnern dann auch noch die Krankenkassenbeiträge und deren Zuzahlungen (ca. 18%) berechnet werden.
    Natürlich gibt es auch beim Gold extreme Schwankungen, aber wie will man sonst auch den „kleinen Mann“ davon abhalten seine private Altersversorgung in E-Metalle zu organisieren?
    Natürlich gibt es bei allen Anlageformen auch mal „Sacker“, wie bei Gold 2013/14.
    Aber es sind trotzdem hat sich der Kurs seit 2000 steuerfrei mehr als vervierfacht.
    Und seit 2009 etwa 100% Kurssteigerung.
    Aus damals (im Jahre 2000) sind aus 100 TSD Goldanlagen (in Euro) bis heute etwa 400 TSD in Gold geworden.
    Aus 100 TSD Euro DAX Aktien sind heute etwa 150 TSD geworden, mit der Kaufkraft von etwa 75 TSD
    Also hat der Anleger Kaufkraftmäßig etwa 50 TSD seit dem Jahre 2000 verloren.
    Hätte ich die etwa 300 TSD Kursgewinne in den ganzen Jahren versteuern müssen und müsste ich heute von dem Kapitalertrag (als gesetzlich versicherter Rentner) auch noch etwa 18% Sozialversicherung zahlen, würde sich mir der Mage umdrehen.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

    • Avatar

      Stefan K.

      26. September 2019 14:33 at 14:33

      @Helmut Josef Weber. Oh weh Herr Weber. Was haben Sie für eine seltsame Einstellung zur Aktienanlage. Haben denn alle Anleger am 7. März 2000 beim Dax Stand von 8064 gekauft und nicht im März 2003 bei 2300 Punkten oder am 6. März 2009 bei 3666 Zählern. Nur wenn man in 20 Jahren all sein Geld in einem der wenigen Wochen/Monate komplett eingesetzt hätte, wäre Ihre Milchmädchenrechnung herausgekommen. Genauso könnte man sagen, dass ein Anleger, der im Jahr 2011 Gold bei 1900 Dollar gekauft hat, mit Zitronen gehandelt hat. Natürlich gab es Leute, die bei 7000 oder 8000 in den Dax eingestiegen sind und dann bei 4000 in Panik verkauft haben. Das sind genau die, die Aktien als Teufelszeug bezeichnen.
      Der Dax begann sein Leben 1988 mit 1000 Punkten, heute steht er über 12000. Wenn man eine ruhige Hand hatte, gab es kaum ein Investment, das im Durchschnitt eine bessere Rendite erbracht hätte (außer internationale Aktienmärkte). Täglich steht zu lesen, was ein Sparplan gebracht hätte. Wieso hält sich in Deutschland immer noch die Mär von der gefährlichen Aktienanlage, sogar in einem Portal wie FMW?
      Darüber sollten wir nachdenken.
      Beste Grüße

      • Avatar

        Helmut Josef Weber

        26. September 2019 15:57 at 15:57

        Als wir 2000 aus Deutschland weggezogen sind, war ich 47 und wir habe alle Firmen und Immobilien verkauft und 400 TSD Mark (200 TSD) Euro in Gold als Alterssicherung angelegt.
        Daraus sind nun über 800 TSD geworden.
        Seit 2017 bin ich Altersrentner und jetzt steht mir das Goldvermögen zur Verfügung, wenn die Rente nicht reicht.
        Und ich habe mit keinen Finanzamt etwas zu tun.
        Und wenn ich nicht mehr auf der Welt bin geht alle an meine Frau und wenn sie mir folgt an unsere Kinder.

        Viele Grüße
        H. J. Weber

    • Avatar

      Columbo

      26. September 2019 15:32 at 15:32

      @Helmut Josef Weber
      Bin zwar auch ein Goldbug, aber Gold ist zum Vermögensaufbau denkbar ungeeignet. Vergleichen Sie mal die Langzeitcharts eines MSCI World oder Berkshire Hathaway mit der Goldperformance, sehr ernüchternd. Hab lang gebraucht, aber irgendwann hab ich es auch kapiert, daß man mit Gold keinen Blumentopf gewinnen kann, dafür aber für den Fall der Fälle gerüstet ist. Versicherung halt, nicht mehr und nicht weniger.
      Gold ist in meinen Augen besonders im Alter geeignet, wenn man eine schöne Rente hat: Solange das System läuft, reicht die Rente. Kracht es richtig, ist die Rente vielleicht weg oder wertlos, dann braucht man Gold. Ziemlich banal oder?

  2. Avatar

    SilverSufer

    26. September 2019 14:13 at 14:13

    Sg. Herr Zipfel, als erstes Mal großen Dank an Sie, sowie Hr. Müller, Kummerfeld und natürlich Hr. Fugmann inkl. Redaktion für die täglich spannenden Beiträge. Die Finanzmarktwelt hat sich mittlerweile zu einer meiner Top 3 der Infoseiten im Netz gemausert.

    Da hier in letzter Zeit Gold bzw. auch Silber sehr im Fokus stehen, ein Frage zu Silber und die Rolle von JP Morgan.

    Warum baut sich JP einen derart großen Silberschatz auf?
    JP Morgen könnte wohl bei so einem Bestand den Preis nach Belieben lenken?
    Stellt diese Marktmacht für den Kleinanleger nicht ein gewisses Risiko dar?

    • Avatar

      Shong09

      26. September 2019 15:17 at 15:17

      Nicht könnten, tun sie auch, wenn sie mal wieder wollen. JPM ist da auch groß im Geschäft mit Derivaten und Optionen, und sie wissen das sehr genau zu steuern. Alle paar Jahre wieder werden die Leute dann mal herausgeschüttelt und verlieren groß.
      Die gleiche Schweinerei quasi wie mit den Vola Zertis Anfang 2018. Die wurden dann schön eingestellt, als die Vola hoch war, was natürlich für die ganzen Anleger, die auf fallende Vola spekuliert haben, der perfekte Neueinstieg gewesen wäre.
      Ist wie wenn Sie beim Pokern Texas Holdem 2 Asse ausgeteilt bekommen und der Coupe beendet das Spiel während der Hand.
      Die Bank ist natürlich nicht verpflichtet solche Produkte anzubieten, aber ein gewisses Geschmäckle hat es schon, und die Abzocke von JPM bzgl. Silber ist schon eher nicht mehr legal, aber wen kümmerts? DIe Politik zumindest nicht.
      Vor so ca. 5-7 Jahren habe ich dazu einen sehr guten Artikel gelesen, könnte in der FAZ gewesen sein, weiss ich aber leider nicht mehr. Vor schon einigen Jahren hat auf jeden Fall JPM den größten Silberhändler gekauft und teilweise nur Ware umhergefahren, um die Preise zu beeinflussen und die Lager leer zu machen. Eine angemessene Strafe gabs dafür zumindest nicht. Ist aber auch schon sehr praktisch, wenn man Derivate drauf verkaufen darf und danach den Preis des Basiswerts auch noch selbst bestimmen kann.
      Wenn Sie es sich aber physisch kaufen, kann Ihnen die Bank nichts und ihr Keller oder Garten stellt auch keine monatliche Rechnung für Lagerung oder rollierende Kontrakte. Und der Staat kann es Ihnne auch nicht so leicht nehmen. Allerdings müssen Sie in D Mehrwertsteuer drauf entrichten, außer wenn Sie es gebraucht kaufen, dies ist bei Gold nicht der Fall.

      • Avatar

        Theresa

        28. Januar 2020 14:41 at 14:41

        Liebe/r Shong09

        mein Name ist Theresa, ich bin eine junge Journalistin, schreibe unter anderem für die Süddeutsche Zeitung und die ZEIT und recherchiere derzeit zum Thema Gold als Wertanlage.
        Ich bin auf Sie aufmerksam geworden, weil Sie scheinbar ein großes Misstrauen gegenüber Banken haben. Der Gedanke, dass auch heute noch jemand Silber/Gold vergräbt finde ich super spannend. Ich frage mich, was die Menschen zu dieser Entscheidung bewegt und wie sicher das Ganze im Vergleich zu herkömmlichen Anlagemethoden ist.
        Ich würde mich freuen, wenn Sie sich bei mir melden. Gerne unter: theresamaria2708@gmail.com oder hier.

        Mit lieben Grüßen
        Theresa

    • Avatar

      Hannes Zipfel

      26. September 2019 15:36 at 15:36

      @SilverSurfer: Natürlich stellt ein so großes Volumen an Silber in der Hand eines einzigen Marktteilnehmers immer ein potenzielles Risiko in Form eines potenziellen plötzlichen Angebotsschocks dar. Wenn man sich mit dem Komplex J.P. Morgan und Silber näher beschäftigt, kommt man zu einer plausiblen Erklärung dieser sehr großen physischen Silberposition. Zum einen kann man aus diversen Analysen des Hauses entnehmen, dass sich die Analysten und das Management der Bank der globalen ökonomischen Gemengelage sowie den Spezifika am Silbermarkt voll bewusst sind und daher grundsätzlich bullish für das Metall. Vor allem aber bildet der Silberberg in den Tresoren der Bank ein Gegenstück zu deren Terminmarkt-Exposure. J.P. Morgan ist einer der größten Halter von Silber-Terminkontrakten – und zwar auf der Short-Seite. Einige Investoren und Analysten vermuten, dass J.P. Morgan so den Silberpreis künstlich niedrig halten möchte, um auf der anderen Seite billig an physisches Material heranzukommen. Andere sagen, dass das physische Silber nur als Back-Up dient, sollten die Leerverkaufskontrakte an der Terminbörse eines Tages bedient werden müssen. Ich vermute, dass J.P. Morgan das physische Silber in Anbetracht der kommenden Ereignisse trotz steigender Preise so schnell nicht aus der Hand geben wird. Im Falle einer erneuten Finanzkrise und damit einhergehender exzessiver Geldpolitik wäre das Edelmetall ein wesentliches bilanzielles Gegengewicht zu anderen Risiko-Assets (v. a. Forderungspapieren).

  3. Avatar

    sabine

    27. September 2019 13:31 at 13:31

    a) Daß J.P. Morgan das physische Silber in Anbetracht der kommenden Ereignisse bunkert, schließt
    b) ja den derzeitigen Erwerb mit krummen bzw. mafiösen Methoden nicht aus. Im Gegenteil, es spielt gut zusammen, und hält
    c) drittens noch auch die Flucht in Edelmetalle etwas auf, da die Menschen denken, Silber ist eine schlechte Anlage – bleiben wir bei den Aktien, Betongold oder Staatsanleihen. Oder noch sicherer Mischmasch-Fonds, die absolute Scheinsicherheit.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Gold/Silber

Smartphones: Speicher für Gold und allerlei weitere Metalle

Der Siegeszug der Smartphones hat einen Riesenhaufen wertvollen Elektroschrotts generiert..

Avatar

Veröffentlicht

am

Smartphones sind wertvoll! Wer hat nicht mindestens eines in irgendeiner Schublade liegen? Ein altes Handy, von dem man hofft, es könne noch einen Wert repräsentieren, schließlich hört man doch oft davon, das sich darin Gold, Silber und allerlei „seltene Erden“ befinden. Das ist auch richtig, leider in zu geringer Menge, als dass für den Einzelnen eine Möglichkeit bestünde, damit Verkaufserlöse zu erzielen. Für die Großindustrie schon, angesichts der Menge der existierenden, aber nicht mehr gebrauchten Smartphones.

Das wertvolle Innere in Smartphones

Das Informationsportal „Informationszentrum Mobilfunk“ hat sich mit dem Inneren der Telefone beschäftigt und festgestellt, dass man bis zu 60 verschiedene Stoffe benötigt, um ein Smartphone herzustellen. Neben Kunstoffen und Keramik, vielen speziellen Metallen, Kobalt, Gallium, Indium, das teure Palladium, Spezialerdmetalle Neodymium und Cer, aber auch Kupfer, Aluminium sowie die für viele interessanten Edelmetalle wie Gold und Silber.

Was bringt die Verwertung?

Der Siegeszug der Smartphones hat einen Riesenhaufen wertvollen Elektroschrotts generiert. Allein in Deutschland liegen nach Schätzungen des Branchenverbandes Bitkom circa 72 Millionen ausrangierte Handys in Schubladen. Durch neue Technologien können heute jedoch bis zu 80 Prozent der Rohstoffe aus Mobiltelefonen wiederverwendet werden.

Lohnt es sich also auf den Verkauf der Inhaltsstoffe zu setzen?

Verbraucherschutzorganisationen haben berechnet:

In einem älteren Handy sind circa 250 Milligramm Silber, 24 Milligramm Gold und 9 Milligramm Palladium enthalten. Bei Smartphones liegen die Werte höher. Schätzungen zufolge enthält ein Gerät mit einem Gewicht von 110 Gramm in etwa 305 Milligramm Silber, 30 Milligramm Gold und 11 Milligramm Palladium.

Damit erkennt man sofort, dass sich bei derartig geringen Mengen an Gold und Silber ein Verkauf nicht lohnt. Selbst wenn es gelingen sollte, die Edelmetalle wieder zu Geld zu machen: Auch bei einem Goldpreis von 1500 Euro pro Feinunce käme nur ein magerer Eurobetrag (<1,50 €) zustande, bei Silber noch viel weniger.

Aber ein Geschäft im Großen

Auch wenn sich das Ausschlachten von Smartphones für private Nutzer nicht lohnt, für die Industrie ist es doch ein einträgliches Geschäft, dazu braucht man sich nur die gigantischen globalen Zahlen zu betrachten: Laut Statista gibt es rund drei Milliarden Smartphone-Besitzer weltweit. Bei einem Gerät pro Person, kann man allein von 90.000 kg Gold, gebunden in Smartphones ausgehen. Und bei einem Preis von 1.500 US-Dollar je Feinunze entspricht dies einem Goldwert von rund 4,3 Milliarden US-Dollar – und Gold ist nur eines von vielen wertvollen Grundstoffen.

Der Smartphone-Gigant Apple nutzt Recycling schon regelmäßig, anscheinend mit seinem Demontageroboter Daisy, der in der Lage sein soll, 15 verschiedene iPhone-Modelle mit einer Geschwindigkeit von 200 iPhone-Geräten pro Stunde zu demontieren und der Wiederverwertung zuzuführen, so eine Passage im jüngsten Umweltbericht des Branchenriesen.

Ergo: Schade, wird wohl der ein oder andere jetzt denken. Für den Einzelnen ist es unsinnig mit dem Ausschlachten von moderner Elektronik etwas verdienen zu wollen. Aber allein die unglaubliche Menge dieses Allerweltgegenstandes Smartphone verdeutlicht die Wichtigkeit der Wiederverwertung des Elektroschrotts. Wenn man jetzt versuchen sollte, über eine Milliarde Kfz peu à peu zu ersetzen und mit Batterien auszustatten, erst dann…!

Das Innere von Smartphones birgt Überraschungen

weiterlesen

Gold/Silber

Aktuell: Goldpreis steigt, kurz vor 1.600 Dollar! Die aktuelle Lage

Avatar

Veröffentlicht

am

Gold Barren Beispielfoto

Am Freitag hatten schwächere US-Konjunkturdaten für Auftrieb im Goldpreis gesorgt. Von 1.575 Dollar Freitag Mittag konnte der Goldpreis bis Freitag Abend auf 1.585 Dollar klettern. Nach einem mauen Montag geht die Kletterpartie weiter, und vor allem dank eines ganz aktuellen Aufwärtsschubs steht Gold nun mit aktuell 1.598 Dollar kurz vor der psychologisch wichtigen runden Zahl von 1.600 Dollar.

Goldpreis mit echter Stärke

Alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, müsste nach Lehrbuch eigentlich fallen, wenn der US-Dollar steigt. Daher hätte der Goldpreis eigentlich seit Tagen fallen müssen, weil der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen wichtige Hauptwährungen) seit Monatsanfang von 97,25 auf heute 99,36 Indexpunkte stark gestiegen ist. Aktuell fällt er zwar ein wenig auf 99,18, aber der Anstieg ist immer noch so stark, dass der Goldpreis eigentlich hätte Schwäche zeigen müssen. Aber nein, es geht aufwärts! Zum Beispiel die Devisenexperten von FX Street sehen im derzeit steigenden Goldpreis auch einen Risk Off Trade, also eine Flucht von risikoreichen Anlagen hin zu „Sicheren Häfen“ wie Gold. Der Dow Future ist seit heute Nacht bis jetzt um 240 Punkte gefallen. Also, raus aus Aktien, rein ins Gold?

Apple hilft

Neben der Jagd auf die runde Marke von 1.600 Dollar wird dem steigenden Goldpreis heute wohl auch zu Gute kommen, dass mit der Meldung von Apple heute Nacht dem gesamten Börsenmarkt klar wurde, dass das Coronavirus in der Tat auf die realwirtschaftlichen Daten durchschlägt. Denn Apple meldete, dass man seine Umsatzerwartungen nicht wird einhalten können (hier dazu der Kommentar von Markus Fugmann). Also, derzeit hat der Goldpreis jede Menge Aufwind!

Deguassa mit aktuellem Kommentar

Der Degussa-Experte Thorsten Polleit hat heute einen frischen Kommentar veröffentlicht mit dem Titel „Goldpreis auf Rekordjagd“. Die Maßgröße von Degussa für den sogenannten “Weltgoldpreis” (exkl. des US-Dollar) habe ein neues Hoch erreicht – sie übersteige nun den bisherigen Rekordpreis aus dem September 2011 um knapp 11 Prozent. In US-Dollar gerechnet liege der Goldpreis hingegen noch knapp 17 Prozent unter seinem bisherigen Höchstkurs. Dies lasse sich als Indiz deuten, dass die Investoren dem US-Dollar nach wie vor deutlich mehr Vertrauen schenken als den anderen ungedeckten Papierwährungen (wie Euro, Yen, Britisches Pfund etc.). Doch vor allem die anhaltend niedrigen Zinsen und die wachsenden Risiken im internationalen Geld- und Kreditsystem befördern die Nachfrage nach Gold zu Anlage- und Absicherungszwecken. Das zeige sich recht unmissverständlich auch im Zufluss in die Gold-ETFs, so Polleit.

Goldpreis Verlauf in US-Dollar seit Mitte Januar
Goldpreis seit Mitte Januar.

weiterlesen

Gold/Silber

Goldpreis steht vor der Entscheidung

Avatar

Veröffentlicht

am

Gold Barren Beispielfoto

Gold ist beliebt. Es gibt keinen Menschen, den dieses Metall nicht fasziniert. Es gibt auch kaum einen Analysten, der das Gold zum Verkauf empfiehlt. Gold ist für die Ewigkeit. So verhält es sich auch ein wenig mit dem Goldpreis. Der Goldhändler sollte gewohnt sein, ein wenig Geduld mitzubringen. Zinsen oder eine Dividende gibt es für das gelbe Metall nicht, dafür nimmt der Preis stetig zu. Es gibt auch einen psychologischen Effekt für den Eigentümer. Im Gegensatz zu den risikoreichen Aktien oder anderweitigen Derivaten, hat jeder ein sicheres Gefühl Gold zu besitzen. Was soll schon passieren? Es gibt kein Missmanagement im Vorstand, oder eine mögliche Marktschwemme, die den Goldpreis unter Druck bringen könnte. Aber auch der Preis unterliegt den normalen Schwankungen, weil durch die modernen Abbaumöglichkeiten immer mehr Gold gefördert wird. (in Euro ist es eine Rekordjagd unter dem Radar)

Goldpreis ist an seinem Widerstand

Ein Chart verdeutlich immer sehr viel. Eigentlich will das Gold die Marke von 1.600 USD brechen. Es gibt aktuell jedoch noch keinen Grund dafür. Das Schreckgespenst des neuen Coronavirus verflacht immer mehr. Die anfängliche Panik ist verflogen, und somit wird auch die Luft auf der Oberseite für den Goldpreis dünn. Vorerst stehen jetzt erst einmal andere Aufgaben an. Wie im Chartbild zu erkennen ist, befindet sich Gold in einem mustergültigen und intakten Aufwärtstrend (rote Kreise). Aber jetzt ist der Kurs an seine Grenzen gestoßen, und die nächsten Stunden werden es zeigen müssen, ob der Goldpreis erst einmal an den Widerständen von 1.588 und 1.592 USD scheitert oder nicht.

Aus der technischen Sicht befindet sich der Kurs im überkauften Bereich und eine kleine Korrektur auf der Unterseite ist längst überfällig. Wären da nicht die Trendfolgemodelle wie der „Aroon Indicator“ (unteres Chartbild). Der Aroon ist hartnäckig und gerade für solche Marktlagen der beste Berater. Er bleibt auf dem Kurs drauf und ändert nicht ständig seine Meinung. Die grüne Linie ist oben und somit wird absolut keine Schwäche oder Korrektur von seiner Seite aus signalisiert. Dennoch sollte sich jeder Händler bewusst sein, dass es einen doppelten Widerstand gibt. Gerade solche kritische Marken, werden von erfahrenen Händlern gemieden. Man kann über die Breakout- Strategien denken wie man will, aber hier kommt diese Taktik zum Einsatz. Schafft der Kurs den signifikanten Durchbruch durch die Marke von 1.592 Dollar im Goldpreis, dann lässt sich der Breakout-Trader in den Markt einstoppen. Nach dem Motto: „Es ist noch zu billig zum Kaufen“.

Das richtige Timing

Schafft es der Goldpreis nicht in dem ersten Anlauf diese Hürde zu nehmen, dann ist die Enttäuschung erst einmal zu spüren und eine Korrektur auf der Unterseite ist zu erwarten. Aber selbst eine Korrektur ändert nichts an dem langfristigen Aufwärtstrend. Es ist mehr ein Kräftesammeln und dann geht es wieder in Richtung Norden. Wie gesagt, der Goldhändler kennt die langfristige Richtung und muss nur das richtige Timing für die Einstiege finden. Eines ist aber sicher. Aktuell in den Markt einzusteigen, ist nicht der richtige Zeitpunkt. Andere sollen die Entscheidung treffen, welche Richtung in den nächsten 72 Stunden eingeschlagen wird. Manchmal ist es an solchen wichtigen Marken besser, ein wenig entgangenen Gewinn zu akzeptieren, als unnötige Risiken einzugehen. Längerfristige Trader warten die vermeintliche Korrektur auf der Unterseite ab und setzen einfach ein Kauflimit beim Goldpreis im niedrigen 70er Bereich.

Goldpreis Chart in US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen