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Gold/Silber

Geldanlage: In dieser Branche steigen die Gewinne

Warum die negativen Auswirkungen der Schuldenkrisenpolitik der Zentralbanken mittragen, wenn doch die private Altersvorsorge immer wichtiger wird

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

In Kürze präsentieren weltweit die Aktiengesellschaften ihre Quartalsergebnisse – eine Art „Stunde der Wahrheit“ bei der Geldanlage. Im Vorfeld gab es vor allem bei DAX-Konzernen Gewinnwarnungen wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Entgegen diesem Trend kann eine kleine Branche mit zweistelligen Gewinnzuwächsen glänzen, die bei der Geldanlage noch ein Schattendasein führt.

Die Geldanlage in Minenaktien gewinnt erst langsam wieder an Interesse

Das Interesse an Gold und Silber wächst wieder, nach dem vor allem der Goldpreis in den meisten Währungen, so auch in Euro, im dritten Quartal dieses Jahres neue Rekordstände erreichte. Zwar hört man von Edelmetallhändlern auch, dass sich die Ankaufvolumina von Altgold im Zuge der hohen Preise wieder erhöht haben, aber nach wie vor wird mehr Gold und Silber gekauft als verkauft.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass vor allem große Investoren wieder zugreifen. Obwohl der Goldpreis in US-Dollar gerechnet aktuell noch 26 Prozent unter seinen Höchstständen aus dem Jahr 2011 liegt, sind die Goldbestände des größten Gold-ETF SPDR Gold Shares (GLD) bereits auf ein Zweijahreshoch angestiegen.

Das Umfeld aus explodierenden Schulden, verschwindenden Zinsen und „unkonventioneller“ Geldpolitik lässt kein Weg mehr an Gold vorbeiführen. Bei der globalen Überschuldung mit all seinen Folgeerscheinungen handelt es sich um einen historischen Megatrend. Natürlich wird das Schuldendilemma irgendwann aufgelöst, entweder durch beschleunigte Inflation oder einen globalen Schuldenschnitt (Global Currency Reset), den besonders die designierte EZB-Präsidentin Christine Lagarde präferiert. Glücklicherweise ist Gold genau für diese beiden einzigen Lösungen der Schuldenkrise (Reset und Inflation) historisch verbrieft der beste Vermögenswert für die Geldanlage.

So wundert es auch nicht, dass ein eher kleiner Nischensektor mehr und mehr in den Fokus des kleinen, aber auch des großen Geldes gerät. Zwar gibt es in diesem Sektor Hunderte von börsennotierten Unternehmen, die mit der Förderung von Gold ihr Geld verdienen, zusammen bringen diese aber nicht einmal die Börsenkapitalisierung von Apple auf die Waage. Allerdings sind die Margen der Goldminen mittlerweile höher als die des Tech-Giganten aus Cupertino. Wenn also in Zukunft nur ein wenig mehr Kapital aus den bisherigen Börsen-High-Flyern, z.B. den FAANG-Aktien, in Richtung Minenaktien fließt, wird dies einen weiteren Kursschub in diesem Nischenmarkt auslösen.

Das Geschäft bei den Minengesellschaften brummt

Wie gut das Geschäft bei den Goldminen läuft, kann man an dem Verhältnis der Goldpreisentwicklung zu den Produktionskosten sehen. Bereits im ersten Quartal konnte ein Großteil der Minengesellschaften ihre Bilanzen entgegen dem allgemeinen Trend verbessern und ihre Gewinne durch Kostenreduktion und Produktionssteigerungen erhöhen. Im jetzt auslaufenden dritten Quartal kam im Zuge der Zinswende der Fed der Goldpreis richtig in Schwung. Der durchschnittlich von den Minen erlöste Metallpreis stieg von 1.310 US-Dollar pro Unze im zweiten Quartal auf aktuell 1.438 US-Dollar oder um 9,8 Prozent im Laufe des dritten Quartals an.

Die durchschnittliche Marge, gemessen an den Gesamtförderkosten (AISC) von aktuell ca. 950 US-Dollar pro Unze Gold, steigt damit auf 488 Dollar pro Unze oder auf satte 51,32 Prozent an. Die Gewinnsteigerung in Höhe von 36 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 74 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal ist erst der Anfang einer sektoralen Sonderkonjunktur. Aktuell steht der Goldpreis bereits über 1.500 US-Dollar pro Unze – und der Stress im Finanzsystem und die Reaktionen der Zentralbanken darauf (sinkende Zinsen, mehr Geld drucken) nimmt von Quartal zu Quartal weiter zu, was das Interesse an Gold weiter steigern dürfte.

 

Fazit – Schuldenkrisenpolitik und Geldanlage

Warum nur die negativen Auswirkungen der desperaten Schuldenkrisenpolitik der Zentralbanken mittragen, wenn doch die private Altersvorsorge immer wichtiger wird. Umso entscheidender ist es, Partizipationsmöglichkeiten wie die noch junge Minen-Hausse zu erkennen und in der privaten Geldanlage umzusetzen. Vor kurzen habe ich dazu ein exemplarisches Startportfolio als Baustein einer umfassenden Anlagestrategie für Minen-Einsteiger vorgestellt. Ab Anfang Oktober können Investoren wieder einen Blick in die Bücher der Minengesellschaften werfen. Anders als in vielen anderen Branchen können sie sich auf Pluszeichen vor der Gewinnentwicklung pro Aktie freuen, ganz ohne Buchhaltungstricks und künstliche Aktienverknappung.

Die richtige Strategie bei der Geldanlage wird gerade in Zeiten der Schuldenkrisenpolitik der Zentralbanken immer wichtiger

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Helmut Josef Weber

    26. September 2019 13:24 at 13:24

    Ich muss hier in Europa in Euro zahlen.
    Ich kriege es einfach nicht zusammen, wie man dem „kleinen Anleger“ dazu raten kann seine Altersversorgung in Aktien zu organisieren.
    Mitte:
    2000 stand der DAX auf etwa 8.000;
    2019 aktuell knapp über 12.000
    Und wenn ich Experten höre, dann sagte diese, dass in dem Kurs schon die Dividenden eingerechnet sind.
    Kann mir vielleicht jemand erklären, wie man dabei seine Altersversorgung aufbauen kann?
    19 Jahre (über den Daumen) Kursgewinne von etwa 50%, aber dafür etwa 100 % Preissteigerung in dieser Zeit und für die „Gewinne“ auch noch Steuern zahlen.
    Alles was im Jahr 2000 in DM kostete, muss heute mit gleich viel Euro bezahlt werden.
    Wer also sein Geld im Jahre 2000 in den DAX gesteckt hat, hat etwa die Hälfte verloren und dafür auch noch Steuern bezahlt.

    Und— wenn es im Alter verbraucht wird, erscheint Goldverkauf ganz legal nicht bei der Einkommensteuererklärung, wonach bei gesetzlich versicherten Rentnern dann auch noch die Krankenkassenbeiträge und deren Zuzahlungen (ca. 18%) berechnet werden.
    Natürlich gibt es auch beim Gold extreme Schwankungen, aber wie will man sonst auch den „kleinen Mann“ davon abhalten seine private Altersversorgung in E-Metalle zu organisieren?
    Natürlich gibt es bei allen Anlageformen auch mal „Sacker“, wie bei Gold 2013/14.
    Aber es sind trotzdem hat sich der Kurs seit 2000 steuerfrei mehr als vervierfacht.
    Und seit 2009 etwa 100% Kurssteigerung.
    Aus damals (im Jahre 2000) sind aus 100 TSD Goldanlagen (in Euro) bis heute etwa 400 TSD in Gold geworden.
    Aus 100 TSD Euro DAX Aktien sind heute etwa 150 TSD geworden, mit der Kaufkraft von etwa 75 TSD
    Also hat der Anleger Kaufkraftmäßig etwa 50 TSD seit dem Jahre 2000 verloren.
    Hätte ich die etwa 300 TSD Kursgewinne in den ganzen Jahren versteuern müssen und müsste ich heute von dem Kapitalertrag (als gesetzlich versicherter Rentner) auch noch etwa 18% Sozialversicherung zahlen, würde sich mir der Mage umdrehen.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

    • Avatar

      Stefan K.

      26. September 2019 14:33 at 14:33

      @Helmut Josef Weber. Oh weh Herr Weber. Was haben Sie für eine seltsame Einstellung zur Aktienanlage. Haben denn alle Anleger am 7. März 2000 beim Dax Stand von 8064 gekauft und nicht im März 2003 bei 2300 Punkten oder am 6. März 2009 bei 3666 Zählern. Nur wenn man in 20 Jahren all sein Geld in einem der wenigen Wochen/Monate komplett eingesetzt hätte, wäre Ihre Milchmädchenrechnung herausgekommen. Genauso könnte man sagen, dass ein Anleger, der im Jahr 2011 Gold bei 1900 Dollar gekauft hat, mit Zitronen gehandelt hat. Natürlich gab es Leute, die bei 7000 oder 8000 in den Dax eingestiegen sind und dann bei 4000 in Panik verkauft haben. Das sind genau die, die Aktien als Teufelszeug bezeichnen.
      Der Dax begann sein Leben 1988 mit 1000 Punkten, heute steht er über 12000. Wenn man eine ruhige Hand hatte, gab es kaum ein Investment, das im Durchschnitt eine bessere Rendite erbracht hätte (außer internationale Aktienmärkte). Täglich steht zu lesen, was ein Sparplan gebracht hätte. Wieso hält sich in Deutschland immer noch die Mär von der gefährlichen Aktienanlage, sogar in einem Portal wie FMW?
      Darüber sollten wir nachdenken.
      Beste Grüße

      • Avatar

        Helmut Josef Weber

        26. September 2019 15:57 at 15:57

        Als wir 2000 aus Deutschland weggezogen sind, war ich 47 und wir habe alle Firmen und Immobilien verkauft und 400 TSD Mark (200 TSD) Euro in Gold als Alterssicherung angelegt.
        Daraus sind nun über 800 TSD geworden.
        Seit 2017 bin ich Altersrentner und jetzt steht mir das Goldvermögen zur Verfügung, wenn die Rente nicht reicht.
        Und ich habe mit keinen Finanzamt etwas zu tun.
        Und wenn ich nicht mehr auf der Welt bin geht alle an meine Frau und wenn sie mir folgt an unsere Kinder.

        Viele Grüße
        H. J. Weber

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      Columbo

      26. September 2019 15:32 at 15:32

      @Helmut Josef Weber
      Bin zwar auch ein Goldbug, aber Gold ist zum Vermögensaufbau denkbar ungeeignet. Vergleichen Sie mal die Langzeitcharts eines MSCI World oder Berkshire Hathaway mit der Goldperformance, sehr ernüchternd. Hab lang gebraucht, aber irgendwann hab ich es auch kapiert, daß man mit Gold keinen Blumentopf gewinnen kann, dafür aber für den Fall der Fälle gerüstet ist. Versicherung halt, nicht mehr und nicht weniger.
      Gold ist in meinen Augen besonders im Alter geeignet, wenn man eine schöne Rente hat: Solange das System läuft, reicht die Rente. Kracht es richtig, ist die Rente vielleicht weg oder wertlos, dann braucht man Gold. Ziemlich banal oder?

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    SilverSufer

    26. September 2019 14:13 at 14:13

    Sg. Herr Zipfel, als erstes Mal großen Dank an Sie, sowie Hr. Müller, Kummerfeld und natürlich Hr. Fugmann inkl. Redaktion für die täglich spannenden Beiträge. Die Finanzmarktwelt hat sich mittlerweile zu einer meiner Top 3 der Infoseiten im Netz gemausert.

    Da hier in letzter Zeit Gold bzw. auch Silber sehr im Fokus stehen, ein Frage zu Silber und die Rolle von JP Morgan.

    Warum baut sich JP einen derart großen Silberschatz auf?
    JP Morgen könnte wohl bei so einem Bestand den Preis nach Belieben lenken?
    Stellt diese Marktmacht für den Kleinanleger nicht ein gewisses Risiko dar?

    • Avatar

      Shong09

      26. September 2019 15:17 at 15:17

      Nicht könnten, tun sie auch, wenn sie mal wieder wollen. JPM ist da auch groß im Geschäft mit Derivaten und Optionen, und sie wissen das sehr genau zu steuern. Alle paar Jahre wieder werden die Leute dann mal herausgeschüttelt und verlieren groß.
      Die gleiche Schweinerei quasi wie mit den Vola Zertis Anfang 2018. Die wurden dann schön eingestellt, als die Vola hoch war, was natürlich für die ganzen Anleger, die auf fallende Vola spekuliert haben, der perfekte Neueinstieg gewesen wäre.
      Ist wie wenn Sie beim Pokern Texas Holdem 2 Asse ausgeteilt bekommen und der Coupe beendet das Spiel während der Hand.
      Die Bank ist natürlich nicht verpflichtet solche Produkte anzubieten, aber ein gewisses Geschmäckle hat es schon, und die Abzocke von JPM bzgl. Silber ist schon eher nicht mehr legal, aber wen kümmerts? DIe Politik zumindest nicht.
      Vor so ca. 5-7 Jahren habe ich dazu einen sehr guten Artikel gelesen, könnte in der FAZ gewesen sein, weiss ich aber leider nicht mehr. Vor schon einigen Jahren hat auf jeden Fall JPM den größten Silberhändler gekauft und teilweise nur Ware umhergefahren, um die Preise zu beeinflussen und die Lager leer zu machen. Eine angemessene Strafe gabs dafür zumindest nicht. Ist aber auch schon sehr praktisch, wenn man Derivate drauf verkaufen darf und danach den Preis des Basiswerts auch noch selbst bestimmen kann.
      Wenn Sie es sich aber physisch kaufen, kann Ihnen die Bank nichts und ihr Keller oder Garten stellt auch keine monatliche Rechnung für Lagerung oder rollierende Kontrakte. Und der Staat kann es Ihnne auch nicht so leicht nehmen. Allerdings müssen Sie in D Mehrwertsteuer drauf entrichten, außer wenn Sie es gebraucht kaufen, dies ist bei Gold nicht der Fall.

      • Avatar

        Theresa

        28. Januar 2020 14:41 at 14:41

        Liebe/r Shong09

        mein Name ist Theresa, ich bin eine junge Journalistin, schreibe unter anderem für die Süddeutsche Zeitung und die ZEIT und recherchiere derzeit zum Thema Gold als Wertanlage.
        Ich bin auf Sie aufmerksam geworden, weil Sie scheinbar ein großes Misstrauen gegenüber Banken haben. Der Gedanke, dass auch heute noch jemand Silber/Gold vergräbt finde ich super spannend. Ich frage mich, was die Menschen zu dieser Entscheidung bewegt und wie sicher das Ganze im Vergleich zu herkömmlichen Anlagemethoden ist.
        Ich würde mich freuen, wenn Sie sich bei mir melden. Gerne unter: theresamaria2708@gmail.com oder hier.

        Mit lieben Grüßen
        Theresa

    • Avatar

      Hannes Zipfel

      26. September 2019 15:36 at 15:36

      @SilverSurfer: Natürlich stellt ein so großes Volumen an Silber in der Hand eines einzigen Marktteilnehmers immer ein potenzielles Risiko in Form eines potenziellen plötzlichen Angebotsschocks dar. Wenn man sich mit dem Komplex J.P. Morgan und Silber näher beschäftigt, kommt man zu einer plausiblen Erklärung dieser sehr großen physischen Silberposition. Zum einen kann man aus diversen Analysen des Hauses entnehmen, dass sich die Analysten und das Management der Bank der globalen ökonomischen Gemengelage sowie den Spezifika am Silbermarkt voll bewusst sind und daher grundsätzlich bullish für das Metall. Vor allem aber bildet der Silberberg in den Tresoren der Bank ein Gegenstück zu deren Terminmarkt-Exposure. J.P. Morgan ist einer der größten Halter von Silber-Terminkontrakten – und zwar auf der Short-Seite. Einige Investoren und Analysten vermuten, dass J.P. Morgan so den Silberpreis künstlich niedrig halten möchte, um auf der anderen Seite billig an physisches Material heranzukommen. Andere sagen, dass das physische Silber nur als Back-Up dient, sollten die Leerverkaufskontrakte an der Terminbörse eines Tages bedient werden müssen. Ich vermute, dass J.P. Morgan das physische Silber in Anbetracht der kommenden Ereignisse trotz steigender Preise so schnell nicht aus der Hand geben wird. Im Falle einer erneuten Finanzkrise und damit einhergehender exzessiver Geldpolitik wäre das Edelmetall ein wesentliches bilanzielles Gegengewicht zu anderen Risiko-Assets (v. a. Forderungspapieren).

  3. Avatar

    sabine

    27. September 2019 13:31 at 13:31

    a) Daß J.P. Morgan das physische Silber in Anbetracht der kommenden Ereignisse bunkert, schließt
    b) ja den derzeitigen Erwerb mit krummen bzw. mafiösen Methoden nicht aus. Im Gegenteil, es spielt gut zusammen, und hält
    c) drittens noch auch die Flucht in Edelmetalle etwas auf, da die Menschen denken, Silber ist eine schlechte Anlage – bleiben wir bei den Aktien, Betongold oder Staatsanleihen. Oder noch sicherer Mischmasch-Fonds, die absolute Scheinsicherheit.

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Gold/Silber

Goldpreis auf wackligen Beinen – morgen weitere Abwertungsgefahr?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Barren Gold

Der Goldpreis zeigt sich aktuell weiter stark anfällig. Die gesamte letzte Woche ging es fast schon komatös seitwärts im Gold um das Kursniveau von 1.850 Dollar herum. Dann ab Freitag Mittag ging es auch wegen US-Konjunkturdaten bergab auf 1.828 Dollar bis Freitag Abend. Heute Nacht zum Wochenstart dann folgte der Absacker im Goldpreis auf 1.810 Dollar, von dem sich der Markt bis jetzt wieder etwas erholt hat auf 1.833 Dollar.

Aber die Lage bleibt labil. Vor allem muss man sehen, dass neben den Renditen für US-Staatsanleihen (hier ein Vergleich) seit einigen Tagen der US-Dollar immer weiter an Stärke gewinnt. Seit November 2020 befindet sich der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere wichtige Währungen) im Abwärtstrend. Der Index fiel seit November von 94,29 auf 89,16 Indexpunkte bis zum 6. Januar 2021. Dann trat die Kehrtwende ein, und der Index stieg bis jetzt auf 90,83 Punkte. Daran erkennt man die leichte neue Stärke im US-Dollar. Das ist schlecht für den Goldpreis. Denn alles was in US-Dollar gehandelt wird, schwächelt tendenziell, wenn der Dollar ansteigt – und umgekehrt. Im folgenden Chart sehen wir als blaue Linie seit dem 5. Januar den steigenden US-Dollar gegen den fallenden Goldpreis in rot-grün.

Goldpreis morgen vor weiterem Absturz?

Wird der Goldpreis morgen weiter fallen? Möglich ist das, aber keinesfalls sicher. Der Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank erwähnt in seinem ganz frischen Kommentar zu Gold, dass die ehemalige Fed-Chefin und neue US-Finanzministerin Janet Yellen morgen im US-Kongress sprechen wird. Wie im Vorfeld durchgesickert sein soll, werde Janet Yellen eine Rückkehr der Biden-Administration zur Wechselkurspolitik vorheriger Regierungen vor Trump verkünden, nämlich die Wechselkurse wieder allein den Märkten zu überlassen.

Inwieweit dies den Goldpreis beeinflusse, werde laut Carsten Fritsch stark von der Richtung abhängen, die der US-Dollar daraufhin einschlägt. Verbale Interventionen zur Abschwächung des US-Dollar wie unter Donald Trump häufig geschehen, dürften allerdings der Vergangenheit angehören, so seine Meinung. Kann diese neue Passivität also bedeuten, dass die Märkte den US-Dollar positiver sehen, weil die US-Regierung nicht mehr auf eine Abwertung drängt? Ein weiter steigender US-Dollar könnte den Goldpreis daher eventuell weiter schwächen, zumindest auf Sicht der nächsten Tage.

Chart zeigt Vergleich von US-Dollar gegen Goldpreis seit dem 5. Januar

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Anleihen

Goldpreis vs Anleiherenditen: Eindeutiger Langfristvergleich

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Mehrere Gold-Barren

Der Goldpreis wird von vielen Faktoren beeinflusst. Da wäre zum Beispiel der US-Dollar, und natürlich das allgemeine Risk On/Risk Off-Szenario. Sind die Anleger bereit aufgrund diverser Faktoren mehr Risiko einzugehen, verkaufen sie Gold und kaufen Aktien, und umgekehrt. Je mehr die Notenbanken Geld drucken und je mehr die Staaten sich verschulden, desto wichtiger erscheint vielen Anlegern auf lange Sicht auch Gold als sicherer Fluchthafen vor Inflation, und der Goldpreis steigt.

Aber vor allem werden auch die Anleiherenditen als wichtiger Beeinflussungsfaktor für den Goldpreis herangezogen. Je mehr Rendite man für Staatsanleihen erhält, desto weniger attraktiv ist das zinslose Gold bei Anlegern. Schauen wir daher mal auf den folgenden Chart, ob man langfristig eine echte Verbindung zwischen Gold und Anleiherenditen erkennen kann. Hier sehen wir seit Anfang 2016 in blau den steigenden Goldpreis, der seitdem 69 Prozent zulegen konnte. Die in orange verlaufende Anleiherendite (für zehnjährige US-Staatsanleihen) ist seitdem um 46 Prozent gesunken (langfristig gesunkenes Zinsniveau). Man sieht eine klare negative Korrelation. Je tiefer die Anleiherenditen, desto besser für den Goldpreis. Das jüngste Ansteigen in der Rendite hat dem Goldpreis einige Schwierigkeiten bereitet, und seinen weiteren Anstieg erst einmal ausgebremst.

Chart zeigt Goldpreis gegen Anleiherenditen seit dem Jahr 2016

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Gold/Silber

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Redaktion

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Ganz so einfach ist die Lage bei Dow Jones, Nasdaq und Silber derzeit nicht. Schauen wir genauer auf die Charts im folgenden Video.

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