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Kaputte Luftfahrtbranche: Jetzt ist auch Germania pleite

Nicht nur Air Berlin. Auch andere europäische Airlines gingen in den letzten Jahren pleite (zum Beispiel „Monarch“ in Großbritannien), ohne dass wir es in Deutschland so richtig wahrgenommen haben. Jetzt hat auch die deutsche Fluggesellschaft „Germania“ Insolvenz angemeldet. Betroffen sind die Germania Fluggesellschaft mbH und ihr Schwesterunternehmen für technische Dienstleistungen, die Germania Technik Brandenburg GmbH, sowie die Germania Flugdienste GmbH. Wirksam war dies offenbar schon gestern, aber erst heute früh gab es die offizielle Mitteilung des Unternehmens. Über Nacht wurde der Flugbetrieb eingestellt. Ob heute wirklich alle Flüge ausfallen, ist noch nicht definitiv geklärt. Diese Pleite mag traurig sein, aber sie ist auch kurios.

Die Flugindustrie boomt, immer mehr Menschen fliegen. Die Anbieter unterbieten sich bei den Preisen, so dass selbst ohne steigende Energiepreise ein Anbieter nach dem anderen aus dem Markt scheidet. Dann kommt es zu Angebotsknappheit, die schon letztes Jahr nach der Air Berlin-Pleite zu jede Menge Chaos im deutschen Flugverkehr führte. Bei Germania sollen nach Angaben des Unternehmens vor allem steigende Energiepreise und Währungsschwankungen Schuld an der Pleite sein. Wir meinen: Grundsätzlich ist der brachiale Preiskampf in der Branche das Hauptproblem, das über allem schwebt! Man kann es aber auch anders ausdrücken: Das nennt man die freie Marktwirtschaft. Richtig? Ein gesunder Markt aber sieht jedenfalls anders aus! Zuletzt habe die Airline 37 Flugzeuge behabt, jährlich mehr als 4 Millionen Passagiere geflogen und 18 Abflughäfen gehabt. Hier auszugsweise im Wortlaut vom Unternehmen:

Karsten Balke, CEO der Germania Fluggesellschaft mbH: „Leider ist es uns schlussendlich nicht gelungen, unsere Finanzierungsbemühungen zur Deckung eines kurzzeitigen Liquiditätsbedarfs erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Wir bedauern sehr, dass uns als Konsequenz daraus keine andere Möglichkeit als die der Insolvenzantragstellung blieb. Ganz besonders bedauern wir selbstverständlich die Auswirkungen, die dieser Schritt auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat. Sie alle haben als Team stets ihr Bestes gegeben, um einen zuverlässigen und stabilen Flugbetrieb zu gewährleisten – auch in den angespannten Wochen, die hinter uns liegen. Ihnen allen danke ich ganz persönlich und von Herzen. Fluggäste, die ihren Germania-Flug nun nicht wie geplant antreten können, bitte ich um Entschuldigung.“

Von der Einstellung des Flugbetriebs betroffene Fluggäste, die ihren Germania-Flug im Rahmen einer Pauschalreise gebucht haben, können sich zur Organisation einer Ersatzbeförderung direkt an ihren jeweiligen Reiseveranstalter wenden. Für Passagiere, die ihr Flugticket direkt bei Germania gekauft haben, besteht aufgrund der gültigen Gesetzeslage bedauerlicherweise kein Anspruch auf Ersatzbeförderung.

Der kurzzeitige Liquiditätsbedarf bei Germania war entstanden, da insbesondere unvorhersehbare Ereignisse wie massive Kerosinpreissteigerungen über den Sommer des vergangenen Jahres bei gleichzeitiger Abwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar, erhebliche Verzögerungen bei der Einflottung von Fluggerät sowie eine außergewöhnlich hohe Anzahl technischer Serviceleistungen an der Flotte das Unternehmen in großem Umfang belastet hatten.

Germania Pleite
Foto: Germania Fluggesellschaft mbH



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