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Geschlossene Fonds: Intransparent und unter falschem Namen unterwegs

In den letzten Jahren (vor allem dank der Finanzkrise) lernten viele Anleger, was Geschlossene Fonds wirklich sind. Würden Sie auf der Suche nach einer normalen Geldanlage darauf kommen Anteilseigner einer…

Redaktion

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FMW-Redaktion

In den letzten Jahren (vor allem dank der Finanzkrise) lernten viele Anleger, was Geschlossene Fonds wirklich sind. Würden Sie auf der Suche nach einer normalen Geldanlage darauf kommen Anteilseigner einer Kommanditgesellschaft zu werden, wodurch Sie unbegrenzt nachschusspflichtig sind? (betrifft vor allem die Vergangenheit) Wohl kaum. Kein Otto Normal-Anleger, der nach guten Zinsanlagen sucht, würde in sowas sein Geld investieren. Deswegen nannten die Initiatoren von Geschlossenen Fonds für Schiffe, Immobilien etc ihre KG-Modelle eben nicht „werden Sie KG-Miteigentümer mit unbegrenzter Verlustchance“, sondern sie nannten sie einfach „Geschlossene Fonds“, obwohl es Kommanditgesellschaften waren. Das klang einfach deutlich angenehmer.

Sicher stand in allen Verkaufsprospekten dieser „Geschlossenen Fonds“ im Kleingedruckten, worum es sich wirklich handelte. Aber ja, wer liest sich das schon durch? Welcher Berater weist wirklich aktiv darauf hin, dass es sich hierbei nicht um einen Fonds handelt, sondern um eine „unternehmerische Beteiligung“ mit persönlicher Haftung? Auch dann würde wohl kaum ein Anleger investieren! Dieses generellen Problems hat sich so richtig noch niemand angenommen.

Aber die Verbraucherzentrale Hessen, deren Schwerpunkt der Graue Kapitalmarkt ist, hat sich nun in einem Vergleich 25 „Geschlossene Fonds“ vorgenommen, und sich die Gebühren angeschaut. Innerhalb einer Fondsbeschreibung des Anbieters gibt es oft abweichende Infos zum selben Kostenpunkt. Die erfolgsabhängigen Zusatzentlohnungen der Fondsbetreiber sind gigantisch. Zitat von den sogenannten Marktwächtern der Verbraucherzentralen:

„Wir haben aber auch innerhalb eines Fonds in den verpflichtenden Dokumenten erhebliche Abweichungen für die gleiche Position festgestellt.“ So werden zum Beispiel in 18 von 25 untersuchten Fonds die Angaben für die sogenannten Initialkosten in den analysierten Dokumenten teils mit, teils ohne Ausgabeaufschlag genannt. Auch die Berechnung dieses Aufschlags erfolgte bei den untersuchten Fonds unterschiedlich. Bei den laufenden Kosten finden sich erhebliche Abweichungen: die Unterschiede zwischen den dreiseitigen wesentlichen Anlageinformationen und dem Verkaufsprospekt betragen bis zu 3,85 Prozentpunkte. Auffällig ist auch, dass die erfolgsabhängigen Vergütungen zum Teil hoch ausfallen – bis zu 50 Prozent eines Mehrertrages.

VERBRAUCHER KÖNNEN KOSTEN NICHT VERGLEICHEN

Mit den verfügbaren Dokumenten, so das Gutachten, haben Verbraucher kaum eine Chance, die Kosten komplett zu erfassen und deren Wirkung zu verstehen. Zudem sind die Texte sprachlich schwer verständlich. Kleinanleger haben dabei oft das Nachsehen. „Aus unserer Sicht sollte es Verbrauchern anhand von standardisierten Kostendarstellungen möglich sein, Produkte vergleichen und abschätzen zu können, welcher Fonds niedrige Kosten hat“, fordert Brandes.

Die Marktwächter-Experten werden die Kosten geschlossener Fonds sowie deren Darstellung weiter beobachten. Denn seit Anfang 2018 gelten weitergehende Vorschriften zur Kostendarstellung bei Geschlossenen Fonds. Zudem müssen nun nicht nur die Anbieter, sondern auch die Vertriebe Verbraucher separat informieren. Grund dafür sind Umsetzungsregeln von MiFID II. Diese neuen Informationsblätter müssen sich auf den Anlagebetrag in Euro und Cent beziehen.

Geschlossene Fonds
Ein beispielhaftes Beratungsfoto der Volksbanken. Damit wollen wir natürlich nicht andeuten, dass die Volksbanken schlechter beraten als andere Anbieter! Foto: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Sven

    9. April 2018 16:54 at 16:54

    Bitte,bitte, bitte soll mir mal jemand schlüssig und logisch nachvollziehbar erklären warum man halbwegs transparente CFD’s tod regulieren will aber Anbietern von solchen Investments fast freie Hand lässt die Kunden über den Tisch zu ziehen?

  2. Avatar

    M.d

    9. April 2018 17:17 at 17:17

    hallo hr fugmann, bei den cad paaren gabs zugunsten des kanadischen dollars eine heftige bewegung. gibts dafür gründe ?

  3. Avatar

    leser

    9. April 2018 18:06 at 18:06

    Seid wann wird man als Kommanditist unbeschränkt nachschusspflichtig? Das kann nur in Sonderfällen passieren. Im Normalfall ist das Haftungsrisiko auf die Einlage beschränkt.

    • Avatar

      leser

      9. April 2018 18:25 at 18:25

      Seit wann….

      • Avatar

        admin

        9. April 2018 20:25 at 20:25

        Bei der KG haftet der Komplementär unbegrenzt. Er haftet mit seinem kompletten Privatvermögen, um es genauer zu formulieren. Aber das ist ja letztlich kein Unterschied, wenn man Privatinsolvenz anmelden muss (theoretisch).

        • Avatar

          Anleger

          10. April 2018 12:39 at 12:39

          Bei allen mir bekannten geschlossenen Fonds in der Form einer KG ist der voll persönlich haftende Komplementär eine eigens von der auflegenden Fondsgesellschaft gegründete GmbH (dies ist auch im allgemeinen Geschäftsleben bei dieser Gesellschaftsform „Standard“). Die Anleger treten ausschließlich als Kommanditisten bei und haften in „99% der Fälle“ nur mit dem eingesetzten Kapital … dies kann allerdings auch einmal dazu führen, daß bereits erhaltene Ausschüttungen wieder zurückgezahlt werden müssen.
          Übrigens: allgemeine „Verteufelungen“ von bestimmten Anlageformen sind nicht zielführend … auch mit dem Sparbuch kann ich Geld verlieren (entweder die Bank oder Sparkasse geht pleite oder auch ohne dies über die Inflation) … wichtig ist, die Chancen und vor allem Risiken zu kennen!

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Aktien

Dax mit Crash? Mögliche Ausweitung der EZB-Maßnahmen, Ideen zu SAP und Allianz

Redaktion

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Gibt es im Dax einen neuen Crash? Diese Frage bespricht Manuel Koch im folgenden Video mit einer Expertin. Auch Thema seines Videos sind die ganz frisch verkündeten neuen Rettungsgelder für die Wirtschaft, damit der anstehende kleine Lockdown im November verkraftet werden kann. Wichtig ist auch die heute angedeutete Ausweitung der EZB-Maßnahmen im Dezember.

Manuel Koch bespricht im Video auch zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Die Aktien der Allianz seien eine Short-Chance per Stop-Sell-Order. Die Aktien von SAP seien ein Kauf per Stop-Buy-Order. Beide Ideen werden ausführlich begründet.

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Allgemein

Corona-Hilfen: Ausfallzahlungen im November, und eine ganz wichtige Änderung!

Claudio Kummerfeld

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Neue Corona-Hilfen vom Bund

Aufgepasst liebe Selbständige und Unternehmer, es tut sich was bei den Corona-Hilfen des Bundes. Es ist ja inzwischen bekannt, dass die Bundesregierung betroffene Unternehmer mit bis zu 75 Prozent der Umsätze aus November 2019 entschädigen will, wenn sie jetzt im November 2020 durch Betriebsschließungen Umsatzeinbußen erleiden. Dies soll für Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern gelten. Für Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern gibt es gestaffelt Erstattungen von 70 Prozent und weniger. Vor allem die Gastronomie wird wohl profitieren, aber auch Freizeiteinrichtungen, und womöglich deren Zulieferbetriebe. Details werden gerade noch geklärt. Diese Corona-Hilfen sind sehr wichtig. Sonst hätte dieser neue kleine Lockdown, der ab Montag startet, wohl endgültig viele Unternehmen finanziell ruiniert.

Die genauen Details der neuen Hilfen sollen laut Olaf Scholz noch veröffentlicht werden auf https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de . Noch ist die Seite nicht auf aktuellem Stand, aber aus den ganz frischen Aussagen der beiden Minister hört man, dass die beiden Ministerien genau in diesem Minuten die Details ausarbeiten. Also sollte man morgen oder am Wochenende diese Seite mehrmals besuchen und nach neuesten Infos Ausschau halten. Anträge sollen schnell bearbeitet werden. Wir empfehlen die nächsten Tage auch immer einen Blick zu werfen auf die Webseiten des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundesfinanzministeriums.

Corona-Hilfen mit kleinem, aber sehr wichtigem Detail

Aber ein wichtiges Detail bei den Corona-Hilfen wird für viele Unternehmer eine große Erleichterung darstellen, um jetzt weiter durchhalten zu können. Denn bisher galt die ziemlich unsinnige und unfaire Regelung, dass die KfW-Schnellkredite in der Coronakrise nur für Unternehmen zugänglich waren, die mindestens 10 Mitarbeiter haben. Jetzt liest man im offiziellen Infotext des Bundeswirtschaftsministeriums (siehe hier), dass der KfW-Schnellkredit für Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten zugänglich gemacht werden soll. Diese winzige Änderung bei den Corona-Hilfen kann für viele kleine Unternehmer die Rettung bedeuten, zumindest in Sachen Liquiditätshilfe. Hier weitere Details im Wortlaut vom Ministerium:

Es hat sich als unvermeidlich erwiesen, für die Dauer der nächsten vier Wochen auch viele Unternehmen zu schließen, um auf diese Weise Kontakte im erforderlichen Umfang zu reduzieren. Das betrifft unter anderem Gastronomiebetriebe, Bars, Clubs und Diskotheken, aber auch Dienstleistungsbetriebe, Messen, Kinos, Freizeitparks oder Fitness-Studios. Viele von ihnen haben Vorbildliches bei der Umsetzung von Hygiene- und Abstandskonzepten geleistet und seit Ausbruch der Pandemie schwere Umsatzrückgänge hinnehmen müssen.

Die Bundesregierung wird diese Betriebe umfassend unterstützen, um ihnen den Fortbestand in dieser schweren Zeit zu erleichtern:

Wir gewähren den von temporären Schließungen erfassten Unternehmen eine außerordentliche Wirtschaftshilfe, die bis zu 75 Prozent des Umsatzes des Vorjahresmonats erfasst;

Wir werden die Leistungen der Überbrückungshilfe verlängern und für die hauptbetroffenen Wirtschaftsbereiche wesentlich verbessern;

Wir öffnen den KfW-Schnellkredit für Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten;

Die Regelungen gelten unter anderem für Unternehmen, Selbständige und Soloselbständige. Insbesondere auch in der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft.

Die beschlossenen Maßnahmen zeigen, dass wir unsere Unternehmen nicht allein lassen, sondern zielgerichtet unterstützen. Hierzu stellen wir Mittel bis zu einer Höhe von 10 Milliarden Euro bereit.

Hier weitere aktuelle Aussagen aus der vorhin gelaufenen PK von Olaf Scholz und Peter Altmaier, in Kurzform zusammengefasst:

Der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft will man auch über den November hinaus eine Perspektive aufzeigen. Und auch der Gastronomie will man helfen die anstehende harte Zeit zu überstehen. An Einzelheiten arbeite man jedoch noch. Auch will man eine Verlängerung der „Überbrückungshilfe III“ bis ins nächste Jahr hinein erreichen. Und bis zu 300.000 Euro sollen auch über Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bereitgestellt werden können.

Hier die PK im Video:

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Christine Lagarde: Headlines zur EZB-Pressekonferenz – sehr dovish!

Markus Fugmann

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am

Die wichtigsten Aussagen der EZB-Chefin Christine Lagarde auf der EZB-Pressekonferenz – wie wird sie sich zu den ökonomischen Perspektiven durch die neuen Lockdowns äussern?

– Lagarde und Vize de Guindos betreten den Saal – beide mit Mundschutz..

– Neue Corona-Welle: Wirtschaft verliert an Fahrt, klare Verschlechterung des Ausblicks, vor allem im Dienstleistungsbereich

– Konsumenten halten sich zurück

– Inflation geringer aufgrundd fehlender Nachfrage

– FMW: jetzt das Übliche Loblied auf die EZB-Maßnahmen (gähn..)

– Risiken klar abwärtsgerichtet

– EZB wird im Dezember auf die neue Entwicklung reagieren und dabei auch Wechselkurs berücksichtigen

– Corona-Maßnahmen bringt „headwinds“ für wirtschaftlichen Ausblick (FMW: wo ist bloß die viel besungene „V-Erholung“?)

– Inflation dürfte negativ bleiben wegen deutscher Mehrwertsteuersenkung und niedrigem Ölpreis (FMW: Brent Öl fällt gerade erstmals seit Mai unter die Marke von 37 Dollar)

– Banken zeigen bei Kreditvergabe strengere Kriterien aufgrund steigender Risiken

– jetzt kommt der schon rituelle Aufruf Lagardes zu fiskalischen Maßnahmen, diese sollten zielgerichtet sein

– Lagarde jetzt über „Next Generation EU“ – wie Daniel Stelter sagen würde die „Klimaplanwirtschaft“

– Lagarde „hat“ fertig, jetzt kommen Fragen, natürlich alle virtuell..

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– Lagarde: für nächste EZB-Sitzung im Dezember werden alle Instrumente untersucht – das wird bereits vorbereitet, damit die EZB bei der Erholung (der Vermögenspreise…?) helfen kann

– FMW: Lagarde bisher sehr dovish, das bringt auch den Ölpreis so unter Druck, der Euro jetzt unter 1,17

– Lagarde: morgen kommen BIP-Zahlen, diese „könnten positiv überraschen“ (Prognose ist +15%), aber für das 4.Quartal sieht es nicht gut aus

– Lagarde zu Inflation: wir die derzeit negative Inflation nicht Deflation, weil es ein Sondereffekt der Pandemie ist

– Lagarde: Dass die Staaten der Eurozone Anleihen mit Gemeinschaftshaftung ausgeben, hat die Wahrnehmung der Eurozone verändert

– Lagarde: haben auf dieser Sitzung nicht über Veränderung der Geldpolitik diskutiert

Hier der Live-Feed zur EZB-PK:

Chrstine Lagarde - die Aussagen auf der EZB-Pressekonferenz

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