Europa

GfK-Konsumklima fast wieder „normal“ – wie sehr hilft die Mehrwertsteuersenkung?

GfK-Konsumklima als Indikator für den Konsum

Seit Ausbruch der Coronakrise haben wir uns das monatlich veröffentlichte GfK-Konsumklima genauer angeschaut, so auch heute früh die aktuellsten Prognosedaten für den Monat August, die nun vorliegen. Der Indexwert des GfK-Konsumklima liegt jetzt bei nur noch -0,3 Punkten, nach -23,1 Punkten im Mai. Seitdem hatte sich das Konsumlima für Deutschland immer weiter erholt. Der Chart zeigt die Entwicklung eines Monats je Balken.

Die deutschen Verbraucher würden den Corona-Schock vom Frühjahr dieses Jahres mehr und mehr hinter sich lassen. Während die Konjunkturerwartung erneut leicht ansteige, legen sowohl Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung zum dritten Mal in Folge deutlich zu. Folglich prognostiziert die GfK für August 2020 einen Wert von -0,3 Punkten und damit gut neun Punkte mehr als noch im Juli! Für das Konsumklima zeichnet sich gegenwärtig eine V-förmige Entwicklung ab: Auf einen scharfen Einbruch der Konsumstimmung folgt unmittelbar eine rasche Erholung, so die GfK. Hier weitere Aussagen der GfK im Wortlaut, wo man auch die zentrale Bedeutung der Mehrwertsteuersenkung sehen kann:

„Zum überaus positiven Verlauf trägt sicherlich die Reduzierung der Mehrwertsteuer bei. Die Verbraucher beabsichtigen offenbar, geplante größere Anschaffungen vorzuziehen, was dem Konsum in diesem Jahr hilft“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Ob das allerdings einen nachhaltigen Effekt hat, darf bezweifelt werden. Händler und Hersteller müssen sich darauf einstellen, dass sich die Konsumneigung wieder zurückbilden könnte, wenn ab Januar 2021 der ursprüngliche Mehrwertsteuersatz gilt.“

Diese Annahme ist nicht unbegründet. Denn im Vorfeld der letzten Mehrwertsteuererhöhung im Jahre 2007 kletterte die Anschaffungsneigung ebenfalls und es kam zu vorgezogenen Käufen. Mit Inkrafttreten der höheren Steuer jedoch fiel der Indikator rasch wieder auf sein ursprüngliches Niveau zurück. Eine ähnliche Entwicklung ist im Januar 2021, wenn der alte Steuersatz wieder Anwendung findet, zu erwarten.

Wenn auch die Effekte für die Binnennachfrage nach den bisherigen Erfahrungen nicht nachhaltig sein dürften, wird die Maßnahme eine wichtige Stütze für den Konsum in diesem Jahr sein. Vor allem die Anschaffungsneigung kann bereits jetzt davon profitieren. Sie legt im Juli um 23,1 Zähler zu und klettert auf 42,5 Punkte. Damit liegt sie nur noch knapp vier Zähler unter dem entsprechenden Wert des Vorjahres.


source: tradingeconomics.com



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