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Gibt es für „Anleger“ überhaupt noch kaufenswerte Bankaktien in Europa?

Lassen wir die Deutsche mal ganz außen vor, denn die hat ja noch ein paar Problemchen zu erledigen. Und die Commerzbank: Gut, mit für 2016 zu erwartendem KGV von 8 und einer Dividendenrendite von um die…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Kann man als Anleger in Europa überhaupt noch Bankaktien kaufen? Deutsche Bank und Commerzbank sind für langfristig orientierte richtige „Anleger“… tja, als was soll man sie bezeichnen? Nieten, Nullen, Desaster, Risikofaktoren? Würden Sie jetzt mit Sicht auf die nächsten 10 Jahre als Divienden-Investor eine dieser beiden kaufen? Beantworten Sie sich die Frage selbst. Lassen wir die Deutsche mal ganz außen vor, denn die hat ja noch ein paar Problemchen zu erledigen. Und die Commerzbank: Gut, mit für 2016 zu erwartendem KGV von 8 und einer Dividendenrendite von um die 4% gar keine so schlechte Anlage. Aber es ist doch fraglich, ob das Geschäft der Bank inzwischen wirklich konstant genug ist um ohne Probleme jahrelang diese Zahlen zu halten.

Es lohnt sich aber auch ein Blick ins Ausland. Credit Agricole in Frankreich z.B. ist einen Blick wert. Für 2016 liegt das erwartete KGV bei 8, die Dividendenrendite bei 7,2%. Das kann sich schon eher sehen lassen. Beim Konkurrenten Societe Generale liegt das KGV auch bei 8 und die Dividendenrendite bei 5,9%. Dazu muss man natürlich sagen, dass die französischen Banken auch nicht die Stabilsten sind, denn ebenso wie die Deutschen ist man in vielen Krisenherden ordentlich engagiert (Italien). Auch sind die Franzosen mit Kapitalquoten unter dem europäischen Schnitt mit mehr Risiko unterwegs. Auch wenn Frankreich vom Thema „Banken Bail In“ noch deutlich weiter entfernt ist als Italien, sollte man dieses Risiko als weites Fernziel nie ganz ausschließen. Übrigens: Auch im finanziellen Hochrisikoland Spanien bringt die Santander für 2016 ein KGV von 9 und eine Rendite von 5,1%. Auch nicht so schlecht.

Was würde im Fall einer Kapitalspritze durch einen Staat passieren? Der Staat schießt frisches Geld ein, womit das Eigenkapital gestärkt wird. Durch seinen neuen Anteil kommt es aber zu einer Verwässerung der Altaktien, somit zu weniger Gewinn pro Aktie, was die Aktienkurse dieser Banken dann massiv drücken dürfte. Aber noch ist das ein ziemlich weit entferntes Risiko bei diesen Ländern. Ebenso attraktiv wie die vorher genannten Banken steht die niederländische ABN Amro da. Für 2017 steht wohl ein KGV von 8 an sowie eine Dividendenrendite von 5%. Unter Risikogesichtspunkten hat sie eine sehr gute Kapitalbasis. Aber auch das muss nicht so bleiben. Experten wissen: Gerade die Niederlande haben ein enormes Problem bei der Hypothekenüberschuldung. Bei einer Rezession kann sich auch der Wind in den Niederlanden schnell drehen.

Aber wer für Länder wie die Niederlande, Frankreich oder Spanien ein gewisses Risiko (Konjunktur /Bail In) im Hinterkopf behält und es als relativ vertretbar ansieht, kann unter Ertragsgesichtspunkten (nach aktuellem Stand) ordentliche Rendite in europäischen Bankaktien entdecken!

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    20. Juli 2016 17:08 at 17:08

    Das stimmt schon, einige wenige interessante Titel gibt es noch. Wobei ich persönlich die BNP Paribas noch mit aufnehmen würde.

    Dennoch: Für mich persönlich sind Bankaktien derzeit komplett außen vor. Der europäische Bankensektor ist in einem miserablen Zustand, was noch freundlich ausgedrückt ist. Dazu kommt die Regulierung und das Niedrigzinsumfeld. Meiner Ansicht nach kann dieses Risiko keinen och so hohe Dividendenrendite aufwiegen.

  2. Avatar

    E. Bernhardt

    20. Juli 2016 20:00 at 20:00

    Ich bin die letzten Monate mehrmals bei der Deutschen Bank dabei gewesen und habe jedes mal 20 – 30 % gemacht. Das könnte man aktuell auch schon wieder fast wiederholen bei dem günstigen Preis.

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

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Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

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Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

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