Aktien

Gier frißt Hirn: Profis verkauften, Privatanleger kauften! Also verkauften Profis an Privatanleger..

Der gestrige Abverkauf war eine faustdicke Überraschung. Oder doch nicht? Offenkundig haben die Profis ihre Positionen zuvor bei Privatanlegern abgeladen - dieser Schluß ergibt sich aus der Umfrage der Bank of Amerika Merrill Lynch unter professionellen Anlegern...

FMW-Redaktion

Der gestrige Abverkauf war eine faustdicke Überraschung! Oder etwa doch nicht? Eine Voraussetzung dafür, dass es gestern nach unten ging mit so herben Verlusten wie seit September/Oktober 2016 nicht mehr, waren die veränderten Positionierungen am Optionsmarkt, nachdem der Hexensabbat letzten Freitag gelaufen war.

Aber es zeigt sich auch: offenkundig haben die Profis ihre Positionen zuvor bei Privatanlegern abgeladen – dieser Schluß ergibt sich aus der Umfrage der Bank of Amerika Merrill Lynch unter professionellen Anlegern. Demnach haben diese professionellen Anleger nun die fünfte Woche in Folge Aktien verkauft, während Privatanleger auf der Käuferseite waren, vor allem durch ETFs (siehe dazu unseren Bericht von gestern „Massive Zuflüsse in ETFs seit Jahrebeginn: Ein Risiko!“). Einzige Ausnahme bei den Profinivstoren waren Hedgefonds, die ebenfalls in der letzten Woche als Käufer aufgetreten waren, vermutlich in der Sorge, den nächsten Rally-Schub zu verpassen und dann zum baldigen Quartalsende „dumm da zu stehen“. Der gestrige Abverkauf dürfte daher vor allem Privatanleger und Hedgfonds in den USA schwer getroffen haben. Die Privatanleger hatten insbeondere bei US-Finanzwerten zugegriffen, die gestern besonders stark unter die Räder geraten sind, während Hedgefonds überwiegend bei zyklischen Werten zugegriffen hatten.

Der einzige Sektor, der im Aktienmarkt stark gekauft worden ist, war Health Care – so stark wie seit einem Jahr nicht mehr (allerdings auch hier gestern Verluste nach einem erneute Tweet Trumps dass Medikamente sehr viel billger werden würden). Stark abverkauft von den Profis wurden dagegen die Bereiche Industrials, Consumer Discretionary (Kreditkartenanbieter etc.) sowie der Bereich Immobilien und Utilities (Strom, Wasser, Gas).

Auffällig auch, dass sich vor allem Unternehmenskunden der Bank of Amerika mit Käufen eigener Aktien (buybacks) so stark zurück hielten wie seit dem Jahr 2013 nicht mehr. Offenkundig sind die Unternehmen selbst der Auffassung, dass aufgrund der extremen Bewertungen nun kein sehr guter Zeitpunkt für Käufe eigener Aktien ist (dem entspricht das auffällig hohe Verkaufsvolumen von Insidern). Dazu kommt, dass nun in der aktuellen Woche für viele Unternehmen die sogenannte blackout period beginnt, also ein Zeitraum bis zur Veröffentlichung der eigenen Quartalszahlen, in dem Käufe eigener Aktien untersagt sind. Das Fehlen von Aktien-Rückkäufen dürfte eine der Voraussetzungen für das gestrige Geschehen an den US-Aktienmärkten gewesen sein.

Zwar sind die von der Bank of America befragten Profis zu 48% in Aktien investiert, doch traut man offenkundig der Rally nicht so recht über den Weg. So meinen so viele Befragte wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr, dass Aktien überbewertet seien!



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1 Kommentar

  1. In diesem Zusammenhang wäre interessant wie viel Prozent aller Vermögenswerte von Privatanlegern gehalten werden (z.B. bei ETFs und Aktien – aufgeschlüsselt in die Sektoren).

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