Aktien

Gierig, gieriger, Apple..

Von Markus Fugmann

Nachdem Apple bereits Anfang des Monats am Anleihemarkt acht Milliarden US-Dollar aufgenommen hatte, geht das Geldeinsammeln nun in Japan weiter: das Unternehmen will in Japan in Yen denominierte Anleihen ausgeben und so 200 Milliarden Yen einnehmen – nach derzeitigem Umrechnungskurs etwa 1,5 Milliarden Euro. Der Grund liegt auf der Hand: die Refinanzierung ist in Japan durch die expansive Geldpolitik der Bank of Japan extrem günstig, zumal der Yen derzeit auf dem tiefsten Stand seit 2007 handelt. Würde der Yen aufwerten, wäre das ungünstig für Apple – der Technologiekonzern rechnet also offenkundig damit, dass die japanische Währung eher weiter abwerten wird.

Und was will Apple mit dem aufgenommenen Geld anstellen? Richtig, eigene Aktien zurück kaufen oder Dividenden an seine Aktionäre bezahlen. All das ist Teil des im Vormonat verkündeten Programms, das vor allem den Aktionären das Halten der Aktie versüßen soll und so den Forderungen des amerikanischen Großaktionärs von Apple, Carl Icahn, weitgehend entgegen kommt. Wir hatten gestern in unserem Artikel „USA: Aktienrückkäufe werden zum Totengräber der Volkswirtschaft“ gezeigt, dass die Ideologie des Shareholder Value letztlich langfristig extrem schädlich ist: statt in Forschung und Innovation zu investieren, werden kurzfristige Interessen von Aktionären und Boni-versessenen Vorständen befriedigt. Apple selbst hat seit seiner Gründung 1992 knapp 33 Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung ausgegeben, das im Vormonat beschlossene Aktienrückkauf allein umfaßt 140 Milliarden Dollar, jenseits von Dividenden-Zahlungen.

Möglich ist jedoch, dass ein kleiner Teil des am japanischen Anleihemarkt aufgenommenen Geldes für die Expansion Apples in Japan aufgewendet wird – aber das ist offenkundig eher zweitrangig, wichtiger sind die Aktienrückkäufe und Dividenden. Das iPhone ist in Japan das verbreitetste Smartphone, mit deutlichem Vorsprung vor Samsung.



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1 Kommentar

  1. Mit Verlaub, Herr Fugmann, aber die Gründung von Apple war 1976. Nicht 1992.

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