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Glencore: Gigant der Rohstoffe erneut vor Rekord-Ergebnis

Wie ein verschwiegener Konzern von explodierenden Rohstoffpreisen profitiert

Glencore und Rohstoffe

Glencore, der verschwiegene Gigant der Rohstoffe und größte Minen-Betreiber der Welt mit Firmensitz in der Schweiz, verdiente bereits im ersten Halbjahr 2022 mit seiner Rohstoff-Handelsabteilung mehr als in manchen zurückliegenden Jahren insgesamt. Steigende Rohstoffpreise und die hohe Volatilität im Markt spülen dem Rohstoff-Giganten Milliarden US-Dollar in die ohnehin schon prall gefüllte Unternehmenskasse.

Die gesamte Rohstoff-Branche erlebt gerade eine ihrer profitabelsten Perioden überhaupt. Bereits vor dem Ausbruch des Ukraine-Krieges notierten viele Rohstoffe auf oder nahe am Allzeithoch. Mit Kriegsbeginn nahmen die Preisausschläge zu und Rohstoffe wie Weizen, Rohöl, Kohle und Nickel sahen beeindruckende Rallyes. Davon konnten die Handelsabteilungen der Rohstoff-Giganten erheblich profitieren.

Der in London gelistete Rohstoff-Gigant gab in einer Mitteilung am 10. Mai bekannt, dass die Profite der eigenen Handelsabteilung im ersten Halbjahr bereits 3,2 Milliarden US-Dollar übersteigen werden. Dieses Ergebnis liegt weit außerhalb der in den letzten Jahren durchschnittlich ausgewiesenen Gewinne, die zwischen 2,2 bis 3,7 Milliarden US-Dollar schwankten. 2021 war bereits das profitabelste Jahr in der Firmengeschichte, der Gewinn lag bei 3,7 Milliarden US-Dollar, 2020 verdiente der Konzern 3,3 Milliarden US-Dollar. Für 2022 ist erneut mit einem Rekordergebnis zu rechnen.

Goldman Sachs hebt das Kursziel für Glencore auf 745 Pence an

Die Analysten von Goldman Sachs haben das Kursziel von 710 auf 745 Pence angehoben und die Aktie weiter auf „buy“ belassen. Die Analysten der Bank haben dem Konzern in einer Studie einen starken Zwischenbericht bescheinigt. Die Aktie von Glencore hat sich dieses Jahr sehr gut gegen den Trend stemmen können und notiert aktuell bei 458 Pence. Sie liegt auf Jahressicht 18 Prozent im Plus, während der S&P500 im gleichen Zeitraum 21 Prozent verloren hat.

Glencore Rohstoff-Gigant

Queensland erhöht Lizenzgebühren für Kohleminen

Obwohl das Kohle-Geschäft für Glencore höchst profitabel ist, bringt es eine Menge Probleme mit sich. Queensland, Australiens zweitgrößter Bundesstaat und Heimat großer Kohlevorkommen, hat am Dienstag bekannt gegeben, seine Lizenzgebühren (Royalties) für den Kohlebergbau nach zehnjähriger Pause deutlich zu erhöhen, um von den gestiegenen Weltmarkt-Preisen zu profitieren. Neben Glencore unterhalten auch weitere Rohstoff-Giganten wie BHP Group Ltd (BHP), Anglo American PLC (AAL) and Peabody Energy Corp (BTU) in Queensland Minen. In der Branche befürchtet man nun, dass andere Staaten Queensland nacheifern und ihre Lizenzgebühren ebenfalls erhöhen. Angespannte Haushaltsbudgets der Regierungen laden nahezu dazu ein, sich bei den Giganten der Rohstoffe bedienen zu wollen. Die Meldung hat alle vier großen Minen-Betreiber heute belastet und für fallende Kurse gesorgt.

Investoren lehnen Klima-Fortschritts-Report von Glencore ab

Glencore ist zwar der größte Kohle-Produzent der Welt, einem der klimaschädlichsten Rohstoffe überhaupt, zugleich aber auch gut aufgestellt, um von dem „Green Energy“-Wandel zu profitieren. Glencore unterhält mit die besten Kupfer-, Nickel- und Cobalt-Minen. Diese drei Rohstoffe spielen beim Energie-Wandel jeweils Schlüsselrollen.

Letztes Jahr teilte Glencore mit, die Kohleminen bis Mitte 2040 verantwortlich herunter zu fahren. Wie das im Detail ablaufen soll, ist noch nicht final entschieden. Daher stimmten bei der diesjährigen Hauptversammlung im April 24 Prozent der Investoren gegen den jährlichen Klima-Fortschritts-Report. Der Rückbau der Kohleproduktion gehe zu langsam und sei zu intransparent, so die Begrünung für die Ablehnung. Der Stimmanteil reicht aus, um den Konzern zu einer Beratung und Stellungnahme zu zwingen. Bisher konnte Glencore die verschiedenen Interessen seiner Aktionäre nach Nachhaltigkeit und Klimastrategie einerseits und hohen Profiten andererseits gut ausbalancieren.

 

Kursdaten aus https://de.tradingview.com

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