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Versorgungskrise stützt Ölpreise Globale Ölreserven schrumpfen in Rekordtempo, warnt Goldman

Globale Ölreserven sinken durch Iran-Krieg
Tanks der Exolum Corp SA in Barcelona, Spanien. Foto: Bloomberg

Die Ölpreise könnten weiter unter Druck geraten, nachdem die globalen Ölreserven laut Goldman Sachs zuletzt so schnell geschrumpft sind wie nie zuvor. Während der Iran-Krieg das Angebot weiter belastet, wächst die Sorge vor einer anhaltenden Versorgungskrise am Ölmarkt. Besonders die Blockade der Straße von Hormus verschärft die Lage zusätzlich und erhöht den Druck auf die weltweiten Energiemärkte. Goldman Sachs und die Internationale Energieagentur (IEA) warnen bereits vor einer deutlichen Unterversorgung in den kommenden Monaten.

Versorgungskrise stützt Ölpreise

Wie Bloomberg berichtet, sethen die Ölpreise laut Goldman Sachs zunehmend unter Druck, da die globalen Lagerbestände von Rohöl und Ölprodukten in diesem Monat so schnell geschrumpft sind wie nie zuvor. Hintergrund ist der Iran-Konflikt, der das Angebot am Weltmarkt weiter einschränkt.

Die sichtbaren Bestände sind im Mai bislang um beispiellose 8,7 Millionen Barrel pro Tag gesunken, schrieben die Analysten Yulia Zhestkova Grigsby und Daan Struyven. Der Rückgang sei damit fast doppelt so stark wie im Durchschnitt seit Beginn des Krieges.

“Die Anspannung an den physischen Märkten nimmt weiter zu, da die geschätzten Ölexporte durch die Meerenge weiterhin bei sehr niedrigen 5% des normalen Niveaus liegen”, erklärten sie mit Blick auf die Straße von Hormus, die sowohl vom Iran als auch von den USA blockiert wird.

Ölreserven fallen warnt Goldman: Straße von Hormus und Iran-Krieg treiben Ölpreise

Die globalen Energiemärkte wurden durch den Nahostkonflikt massiv erschüttert, was zu einem beispiellosen Angebotsschock geführt hat. Dadurch werden die vor der Krise aufgebauten Vorräte nun rasch abgebaut. Gleichzeitig haben Regierungen koordinierte Freigaben aus strategischen Reserven vorgenommen, um den starken Anstieg der Ölpreise einzudämmen.

IEA-Chef Fatih Birol warnte vergangene Woche, dass die kommerziellen Ölvorräte mit beschleunigtem Tempo schrumpfen. Die Organisation schätzt, dass der Markt bis Oktober “stark unterversorgt” bleiben würde, selbst wenn der Konflikt bald enden sollte. US-Präsident Donald Trump erklärte, die USA befänden sich mit dem Iran in der „Endphase“ der Verhandlungen, drohte jedoch zugleich mit einer Wiederaufnahme der Angriffe in den kommenden Tagen, falls die Islamische Republik seinen Bedingungen nicht zustimmen sollte.

Globale Ölreserven unter Druck

Rund zwei Drittel des Bestandsabbaus im Mai gingen laut den Goldman-Analysten auf einen Rückgang des sogenannten “Öls auf dem Wasser” zurück, da die Exportrückgänge stärker ausfielen als die schwächeren Importe. Der Einbruch der Importe breite sich inzwischen “von Asien nach Europa aus”. Die Importe von Flugtreibstoff nach Europa lägen 60% unter dem Durchschnitt von 2025.

Die globalen Lagerbestände seien seit März zwar im Schnitt um 4,6 Millionen Barrel pro Tag gesunken, im Jahresvergleich jedoch unverändert geblieben. Grund dafür sei ein “beträchtlicher Puffer”, der in den neun Monaten vor dem Krieg aufgebaut worden sei.

In China, dem weltweit größten Rohölimporteur, zeigten Raffinerien laut den Analysten “mangelndes Interesse” an Rohöl, was sich in “starken Rückgängen” bei den Importen widerspiegele. Die lokalen Kraftstoffverkäufe seien im vergangenen Monat um 22% eingebrochen, teilweise wegen einer schwächeren Wirtschaftsaktivität, erklärten sie unter Berufung auf Schätzungen der Bankökonomen.

In den USA sind die landesweiten Rohölbestände einschließlich der Strategischen Ölreserve laut offiziellen Daten vergangene Woche um beispiellose 17,8 Millionen Barrel gefallen, da Rekordexporte beginnen, die Vorräte spürbar zu verringern. Die Bestände am Standort Cushing im Bundesstaat Oklahoma näherten sich weiter den sogenannten Tankböden.

“Die US-Reisesaison beginnt an diesem Wochenende, was Rückenwind für die Nachfrage nach Benzin, Diesel und Flugtreibstoff bedeuten dürfte”, erklärten die Goldman-Analysten.

Brent-Futures notieren am Donnerstag leicht höher bei 105,50 Dollar pro Barrel. Das liegt zwar mehr als 70% über dem Stand zu Jahresbeginn, aber weiterhin deutlich unter dem Höchststand während des Krieges von mehr als 126 Dollar.

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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1 Kommentar

  1. Die Investmentbanking-Analysten von Goldman Sachs haben ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum der Volksrepublik China im Jahr 2026 angehoben. Im Rahmen der aktuellen russisch-chinesischen Konsultationen in Peking wurden entsprechende Ölexporte von seiten des OPEC+-Mitgliedslandes Russische Föderation nach China vereinbart. Staatspräsident Dr. Wladimir Putin erklärte in diesem Zusammenhang, daß die genannten Ölgeschäfte entsprechend in Rubel und Yuan abgerechnet würden. Mittels BRICS kann Russland damit die vom 47. US-Präsidenten Donald John Trump verhängten Ölsanktionen umgehen.

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