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Globales Finanzcasino: Die Botschaft zum Jahresende lautet „Game over“

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Die Finanzwelt hat Ende 2018 einen Wendepunkt erreicht. Fast zehn Jahre lang haben die Zentralbanken das globale Finanzsystem künstlich am Leben erhalten, indem sie Billionen an Dollars, Euros, britischen Pfund, japanischen Yen und Schweizer Franken aus dem Nichts erzeugt und zu immer niedrigeren Zinsen vergeben haben.

Damit haben sie eine Entwicklung eingeleitet, die niemand vorausahnen konnte: Die Finanzmärkte haben über einen Zeitraum von 115 Monaten eine Rekordmarke nach der anderen gerissen. Das Ganze hatte aber auch eine Schattenseite, denn die Maßnahmen haben zugleich bewirkt, dass

– im Verhältnis zu den Finanzmärkten immer weniger Geld in die Realwirtschaft floss,

– das Steueraufkommen wegen der im Finanzsektor intensiv praktizierten Steuervermeidung nicht mit der Geldentwicklung mithalten konnte,

– immer weniger öffentliche Investitionen getätigt wurden,

– die Infrastruktur weltweit zerfiel,

– konservative Anleger wie Versicherungen, Renten- und Pensionskassen gezwungen wurden zu spekulieren und unverhältnismäßig hohe Risiken einzugehen,

– die Altersvorsorge durch Sparen erschwert und einer zukünftigen Zunahme der Altersarmut der Weg bereitet wurde,

– Privathaushalte, Unternehmen und Staaten sich immer höher verschuldeten,

– immer mehr Anleger mit geliehenem Geld in die Märkte einstiegen,

– an den Finanzmärkten die größten Blasen aller Zeiten entstanden,

– die soziale Ungleichheit weltweit explodierte.

Da diese Entwicklung das globale Finanzsystem inzwischen existenziell bedroht, ersetzen die Zentralbanken, angeführt von der FED, seit einiger Zeit ihre „lockere“ durch eine „straffere“ Geldpolitik – das heißt: Sie verringern den Geldfluss und erhöhen die Zinsen.

Die FED hat ihren Leitzins ab 2015 in mehreren sehr vorsichtigen Schritten bis auf 2,25 Prozent angehoben und bereinigt ihre auf mehr als $ 4,5 Billionen angewachsene Bilanz zurzeit um monatlich ca. $ 50 Mrd., die EZB hat ihre im März 2016 begonnenen Anleihenkäufe in diesem Sommer weiter eingeschränkt und will sie ab Anfang 2019 ganz aussetzen.

Diese Umkehr in der Geldpolitik wirkt auf die Finanzmärkte allerdings wie ein Drogenentzug auf einen Süchtigen und führt daher zu einer gefährlichen Instabilität. Aber nicht nur das: Sie trifft das System auch noch zu einer Zeit, in der es ohnehin mit einer Anhäufung von Problemen konfrontiert ist: Dem von den USA inszenierten Handelskrieg, der italienischen Bankenkrise, dem Volksaufstand in Frankreich, den Sanktionen gegen Iran, der Kapitalflucht aus den Schwellenländern, dem im Hintergrund immer bedrohlicher ausufernden Derivatesektor und einer einsetzenden globalen Rezession.

Ein ungünstigeres Zusammentreffen schwarzer Schwäne (möglicher Auslöser für einen System-Kollaps) ist schwer vorstellbar. Sollten die Zentralbanken trotzdem an ihrer straffen Geldpolitik festhalten, so lässt sich die Entwicklung an den Finanzmärkten in folgende drei Stadien einteilen:

1. Stadium (in dem wir uns gerade befinden): Durch den Geldentzug wird weniger spekuliert, die Kurse beginnen zu fallen. Erste Investoren, die mit geliehenem Geld in die Märkte eingestiegen sind, ziehen sich zurück, worauf die Kurse weiter nachgeben. In die Spekulation gezwungene konservative Anleger werden nervös, verkaufen und drücken die Kurse noch weiter.

2. Stadium: Der hohe Schuldenstand vieler Marktteilnehmer tritt immer deutlicher zutage, das Misstrauen wächst und führt zu immer zögerlicherer Kreditvergabe. Da Schuldnern die Bedienung ihrer Schulden zunehmend schwerer fällt, müssen sie immer mehr Wertpapiere verkaufen, was einen weiteren Rückgang der Börsenkurse und noch mehr Verkäufe nach sich zieht.

3. Stadium: Wegen der anhaltenden Abwärtsbewegung an den Börsen weiten sich die Kursverluste aus, erste Gläubiger fordern ihr Geld von Schuldnern zurück, es kommt zu einzelnen Insolvenzen, denen weitere und größere folgen, was noch mehr Gläubiger skeptisch macht und zum gefürchteten „Margin Call“ – einer flächendeckenden Rückforderung von Schulden – führt. Dadurch werden im Derivate-Bereich immer höhere Zahlungen fällig, die sogar die Großbanken überfordern, selbst kühl kalkulierende Börsenprofis in Panik geraten lassen und damit eine nicht mehr aufzuhaltende Abwärtsspirale in Gang setzen.

Der gesamte Prozess ist mit dem Abgang einer Lawine vergleichbar, die sich zunächst langsam in Gang setzt, dann an Fahrt aufnimmt und schließlich krachend alles und jeden mit sich reißt.

Noch befinden wir uns im ersten Stadium dieses Prozesses. Doch das heißt nicht, dass es nicht schon bald zum Crash kommen kann, denn in welchem Tempo sich die Dinge ereignen werden, kann niemand voraussagen. Eines aber lässt sich schon jetzt feststellen: Selbst wenn die Zentralbanken aus Angst vor dem Zusammenbruch ihre straffe Geldpolitik über Bord werfen und panikartig erneut Geld zu noch niedrigeren Zinssätzen (also im Fall der EZB im Negativbereich) in die Märkte pumpen sollten, werden sie nur ein zeitlich begrenztes Strohfeuer entfachen, den endgültigen Zusammenbruch aber nicht mehr verhindern können.

Die Botschaft des globalen Finanzsektors zum Jahreswechsel 2018/ 2019 ist eindeutig und lautet: Das Casino schließt seine Pforten, das Spiel ist vorüber.

Ernst Wolff über das Finanzcasino
Der Buchautor Ernst Wolff

15 Kommentare

15 Comments

  1. Altbär

    10. Dezember 2018 12:14 at 12:14

    Game over, u. weil der Zeitpunkt wie immer überraschend ist, hat es Viele auf dem falschen Fuss erwischt.
    Meinte man, Powell u.die G20 Clowns hätten gerade die unter allen Umständen obligatorische Endjahresrally gestartet, sieht nun Alles wieder ganz anders aus.
    Hat da nicht einmal ein „blendender“ Trader gesagt, jede Wende zeichne sich ab ! Ich habe jedoch in letzter Zeit mehr Permabullen als schwerverhöhnte Crash-Propheten gehört.

  2. Hesterberg

    10. Dezember 2018 12:52 at 12:52

    Dem Artikel stimme ich voll und ganz zu. Es wird so kommen, eine Alternative dazu gibt es leider nicht.

  3. Dösbaddel

    10. Dezember 2018 16:53 at 16:53

    Und zu allem Glück hat Mutti auf dem Narrenschiff den UN Migrationspackt noch unterschrieben… na dann, mit wehenden Fahnen….

  4. asyoulike

    10. Dezember 2018 18:14 at 18:14

    Moin, moin,

    hier gehts nicht nur um die Börse. Game over für das Papiergeldsystem und unser Nachkriegsmarionettenparteiensystem. Aber m.E. wird vor dem großen Finale noch der BRD-Michel geplündert. Die Räuberbande braucht dringend ihr Geld, liebe Steuerzahler.
    Was wird bleiben? Schuld sind die Rechten und AfD. Sonst hätte selbstverständlich alles bestens geklappt. Lacht hier etwas jetzt jemand???
    Seien wir also alle immer sehr gut „prepared“.

    • bestimmt nicht_afd

      10. Dezember 2018 18:45 at 18:45

      Die Rechten und Rechtsaußen, vor allem die der AfD, haben sicher keine Schuld an diesem System und seinem vermutlichen Niedergang. Aber machbare und menschliche Lösungen für die Probleme dieses Landes und der Welt haben sie nicht und hatten sie auch nie.

  5. Quintus

    10. Dezember 2018 19:55 at 19:55

    Sehr geehrter bnafd
    Machbare Lösungen für dieses Land werden mehrheitlich nicht gewünscht! Deshalb werden diese auch nicht umgesetzt.
    Lösungen für die Welt? Ich bitte Sie. Im Kindergarten hat man noch derartige Phantasien. Warum glaubt der Deutsche immer er könnte die Welt retten? Kann er das?
    Mit freundlichen Grüßen
    Quintus

    • bestimmt nicht_afd

      10. Dezember 2018 20:38 at 20:38

      Sehr geehrter Quintus,

      dass es bestimmte Personenkreise in diesem Land und in der westlichen Gesellschaft gibt, die nicht an machbaren Lösungen für dieses Land interessiert sind, bestreite ich nicht. Allerdings bezweifel ich, dass dies mehrheitlich von den Bürgern getragen wird. Ich denke schon, dass die große Mehrheit der Bürger dieses Landes machbare Löungen der wichtigen Probleme will. Nur haben sie nicht die Macht und das Sprachrohr, obwohl sie dafür eigentlich wählen gehen.
      Mir ist auch klar, dass der Deutsche allein die Probleme dieser Welt nicht lösen kann. Das ist eine Aufgabe aller Nationen. Ich weiß, das ist utopisch.

      Mit meinem Post, auf welchen Sie Bezug nehmen, wollte ich auch nur meine Ansicht teilen, dass Rechte und Rechtsaußen wie die AfD eben genau das nicht sind, wofür sie sich ausgeben, nämlich als die Heilsbringer, die alles viel besser können als die bisherig regierenden Parteien. Letztlich sind auch sie nur nachgewiesenermaßen Handlanger des Geldadels. In sich zuspitzendenden gesellschaftlichen Verwerfungen Sündenböcke zu suchen und zu finden, die man dem Volk verkaufen kann, ist nur eine andere Methode, eben dieses Volk von den eigentlich Schuldigen abzulenken. Dass das in die Apokalypse führt, sollte das so angenommen werden, hat die Geschichte mehrmals gezeigt.

  6. oscar

    10. Dezember 2018 22:03 at 22:03

    @bn afd,
    lustig, aber die Welt hat soviel Apokalypsen erleben dürfen, könne und müssen…sicher nicht die, die als stetiger Meinugsmacher und devotismus bringer in einer entfesselten verachtenden Lügenpolemik Bahm bricht. Bei nur „ein wenig“ substanzieller ehrlichkeit oder dem Mut dazu dürfte es nicht all zu schwer sein, die neue anrollende Apokalypse beim namen zu nennen…es ist der rotgrüne neofaschismus, ala linker-Stalinismus ! Es geht auch nicht um Heilsbringerei, sondern brutale Lügen, Verarschung und staatlich repressiv durchgesetztes Duckmäusertum jua und seien Sie versichert, der Plan sich an den Privatkonten zu bedienen ist längst beschlossen. Klar, rot hat immer verteilt, was es den dreck unterm nagel nicht erarbeitet hat. lol DDR reloaded nur apokalyptischer !!!..naja egal…eh zu spät. Wer kann verlässt eh dieses Irrenhaus.

    • leftutti

      19. Dezember 2018 20:35 at 20:35

      @oscar, so kurz vor Weihnachten möchte ich Ihnen einmal meinen tief empfundenen Dank aussprechen! Wofür denn, mögen Sie sich fragen?! Es ist ganz einfach … und ganz einfach ist gleichzeitig auch das Stichwort.

      Was war die Welt früher nur für ein komplizierter und verworrener Mist. Auf einmal reichten Gut und Böse, Schwarz und Weiß nicht mehr aus. Nein, Grautöne mussten ins Spiel gebracht werden und dann sogar auch noch Farben. Komplex und differenziert musste plötzlich alles werden, hinterfragt und kritisch, viele Individuen, Denkweisen und Ansichten, Religionen und Kulturen statt einem einzigen klaren Feindbild.

      Den Ausländern reichte es auf einmal nicht mehr aus, dass sie bei uns als Müllmänner, Putzkolonnen und Hilfskräfte arbeiten durften. <b<NEIN, heute sitzen sie als EZB-Präsidenten in einem beeindruckenden Wolkenkratzer in Frankfurt. Früher pumpten Generationen von uns als Urlaubs-Export-Weltmeister ihr ganzes sauer verdientes Geld in in marode, unterentwickelte Länder, um ein bisschen verbrannte Haut nach Hause und in Form von Schweinebraten und Bratwürstchen als Kultur ins Ausland zu bringen. Eigentlich doch ganz einfach oder? Nein, im Gegenteil: Target-2 und EU-Finanzausgleich, Rettungsschirm und Bankenrettung muss dieser missionarische Kultur- und Money-Transfer heute heißen.

      Dank dem Streben schlichter Gemüter nach gemütlicher Einfachheit und Klarheit klart sich dieses Wirrwarr langsam endlich wieder auf zum Wie Wahr! Und dafür möchte ich Ihnen danken…

      Früher:

      Links —————————————————— Mitte —————————————————— Rechts

      KPD Grüne SPD FDP CDU CSU NPD
      DER SPIEGEL STERN SZ ARD ZDF sehr viele BR BILD

      Heute:

      Linksgrün-liberaler Kommunisten-Mainstream – Mitte —————————————————— Rechts

      ALLE AfD Luschis auf deutschen Straßen
      ALLE Deutschland-Kurier rechte Grün-Faschisten

      • bestimmt nicht_afd

        19. Dezember 2018 20:59 at 20:59

        @leftutti

        Herrlich, ich lese so gern bei Ihnen mit, und lach andauernd…?

        • leftutti

          19. Dezember 2018 21:43 at 21:43

          @lieber bestimmt nicht_afd, hoffentlich vergeht Ihnen das Lachen nicht bald, wenn die apokalyptischen Propheten den @oscar verleihen ?
          Leider sind die Ergebnisse wissenschaftlicher Tabellen in einfachen Kommentarfunktionen nicht immer vorhersehbar. Also noch ein neuer Versuch:

          Früher:

          Links ———————————————————- Mitte ———————————————————- Rechts

          KPD ………………………………………….. Grüne …. SPD .. FDP ….. CDU …………………………… CSU ….. NPD
          …………………DER SPIEGEL … STERN …….. SZ . ARD . ZDF …………….. sehr viele ………. BR … BILD

          Heute:

          Linksgrün-liberaler Kommunisten-Mainstream —- Mitte ———————————————————- Rechts

          ALLE …………………………………………………………… AfD …………………………. Luschis auf deutschen Straßen
          ALLE …………………………………………………………….Deutschland-Kurier ……………… rechte Grün-Faschisten

          • bestimmt nicht_afd

            19. Dezember 2018 21:53 at 21:53

            Das ist ssehr übersichtlich und nun auch für einfache Geister zu verstehen…????

  7. bestimmt nicht_afd

    11. Dezember 2018 09:42 at 09:42

    Hallo Oscar,

    ich habe etwas länger überlegen müssen, ob ich überhaupt auf Ihren Post reagiere, da Sie sich eigentlich schon von Ihrer Wortwahl her für einen sinnvollen Disput disqualifizieren. Aber letztlich muss man solchen Leuten, wie Sie es sind, etwas entgegensetzen.
    Sie finden also die Entwicklungen in unserer Gesellschaft und die geschichtlich belegten Apokalypsen lustig? Und Sie finden, dass die Herrschaft zwischen 1933 und 1945 keine Apokalypse war? Sie meinen, die stetig in Erinnerung zu haltende Schuld der damaligen Generation des deutschen Volkes sei Meinungsmache? Und bitte richtig lesen: Ich schreibe nicht von der Schuld der nachfolgenden Generationen, wie die Erinnerung an damals ja gerne von Ihresgleichen tatsachenverdreht im Sinne der eigenen Meinungsmache dargestellt wird. Dass der Umgang mit dieser Schuld zu einem, wie Sie es nennen, „Devotismus“ führte, will ich nicht bestreiten. Die Frage stellt sich nur, wem man sich unterworfen hat, und eine Antwort kann sein: Den internationalen agierenden Finanzkreisen. Im übrigen haben Sie offensichtlich noch nie in einer Diktatur gelebt, sonst würden Sie mit dem Wort „repressiv“ etwas vorsichtiger umgehen. Dass die Öffentlichkeit mit Halbwahrheiten, Lügen und Verschweigen von Tatsachen manipuliert werden soll und wird, mag ich auch nicht bestreiten. Dies trifft aber nicht nur auf die systemtreuen Medien zu, sondern ebenso auf die angeblich freien und sogenannten alternativen Medien, die ja auch nur Meinung bilden wollen im jeweilig beabsichtigten Sinn.

    Übrigens: Die Kreise, die in den letzten hundert Jahren von all den Krisen und Kriegen provitiert haben und provitieren werden, würden bei einer dicken Zigarre, um mal ein Klischee zu bedienen, herzhaft darüber lachen, dass sie von Ihnen als „linksgrüne Neofaschisten“ und „Stalinisten“ bezeichnet werden, denn sie sind es, die den kleinen Mann wie Sie es sind, Oscar, ausplündern. Diese Kreise sind froh, dass es eben solche Leute wie Sie gibt, die diese Kreise aus der Schusslinie nehmen und mit dem Finger auf andere zeigen. Gleichzeitig würden die wahren Opfer von Faschismus und Stalinismus Tränen in den Augen haben, wie ihr Leid durch solche Personen wie Sie tatsachenverdreht im Sinne einer eigenen, menschenverachtenden Idologie missbraucht wird.
    Das ist Ehrlichkeit. Und Mut braucht man, sich Ihnen entgegenzustellen.

    Und letztlich: Tun Sie doch den Menschen hier den Gefallen und verlassen Sie, zusammen mit ihresgleichen, das „Irrenhaus“. Damit wäre wieder ein Schritt getan, dass es besser wird in diesem Land.

    • Michael

      11. Dezember 2018 11:09 at 11:09

      @bestimmt nicht_afd,
      sehr guter Kommentar, ich stimme voll überein. Ein typisches Beispiel der üblichen Tatsachenverdreherei dieser rechtsradikalen Volksverhetzer ist auch, dass ständig Rotgrün mit verbalem Gehirnschnodder beschmutzt wird, ohne auf die Tatsache einzugehen, wer genau in den letzten 36 Jahren 29 Jahre lang die aktuelle Misere herbeigeführt und etabliert hat. Rotgrün?
      Bemerkenswert ist allerdings die Angst der rechten Flanke vor einer kleinen, meist auch noch ideologisch gespaltenen Umweltpartei, die die meiste Zeit ihres Bestehens eine Wählerzustimmung im einstelligen Bereich zu verzeichnen hat.
      @oscar, ich schließe mich an: Tun Sie doch den Menschen hier den Gefallen und verlassen Sie, zusammen mit ihresgleichen, das „Irrenhaus“. Es wird sich schon die eine oder andere menschenverachtende Diktatur finden, die Ihresgleichen mit offenen Armen für ihre Sturmstaffeln zu rekrutieren bereit ist.

      • bestimmt nicht_afd

        11. Dezember 2018 12:00 at 12:00

        Hallo Michael,

        ich möchte hier an dieser Stelle keine Überlegungen anstellen, inwieweit welche Parteien/Parteienkoalitionen für die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte in diesem Land Verantwortung tragen. Auch will ich hier keine Werbung für eine bestimmte Richtung der politischen Denkweise machen. Anmerken möchte ich nur, dass es die Menschen hier selbst in der Hand hätten, Veränderungen herbeizuführen. Einzig will ich hier Stellung beziehen gegen eindeutig menschenverachtende Positionen, die dem „einfachen“ Volk als Lösung der Probleme verkauft werden sollen.

        Um auf den eigentlichen Artikel hier zurückzukommen: Ich persönlich halte einen Kollaps des westlichen Wirtschafts- und Finanzsystems für unausweichlich. Er ist systemimmanent. Ein guter Anhaltspunkt für die Richtigkeit dieser These ist die Studie „Grenzen des Wachstums“, u.a. nachzulesen bei Wikipedia, deren Vorhersagen in den letzten dreißig Jahren sich bestätigten. Aber man muss sich nicht tiefer mit dieser Materie befassen, sondern man sollte nur mal etwas logisch denken. Kann es denn überhaupt ein „immer mehr, mehr, mehr“ geben? Oder muss zwangsläufig nicht mal ein Ende kommen, damit das Spiel wieder von vorn beginnen kann? Die Geschichte hat gezeigt, dass eben das schon mehrmals geschehen ist. Ich fürchte nur, dass es möglicherweise die letzte große Krise der Menschheit sein wird. Jedenfalls war es bisher so, dass immer das arbeitende Volk die wirklich Leidtragenden waren, wenn es derartige Systemkrisen gab.
        Einziger Ausweg wäre, dass weltweit alle Menschen, das arbeitende Volk wie die sogennanten Eliten aus Wirtschaft, Finanzen und Politik, ihr Gier zügeln und zum Wohle aller und unserer natürlichen Umgebung verzichten lernen könnten. Noch wären die Ressourcen unseres Planeten für alle ausreichend. Aber das ist utopisch und wohl der Natur des Menschen zuwider. So aber versuchen alle, mehr und mehr zusammenzuraffen, und nehmen dabei billigend das Leid und den Tod ihrer Mitmenschen und die Zerstörung des Planeten in Kauf.

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Türkische Waffengeschäfte mit Russland – Trumps Reaktionen und wieder muss Deutschland bangen

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Das Sanktionskarussell dreht sich immer weiter. Die amerikanisch-türkischen Beziehungen stehen bekanntlich nicht zum Besten. Aber gerade jetzt droht sich ein echter Handelsstreit zwischen den beiden Ländern zu entwickeln, der auch andere Nationen in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Das Waffengeschäft der Türkei mit Russland

Obwohl die USA Präsident Erdogan davor gewarnt haben ein russisches Luftabwehr-Waffensystem zu erwerben, scheint die Türkei bereits „Nägel mit Köpfen“ gemacht zu haben. „Wir haben sie längst gekauft“, wie der türkische Staatschef erst kürzlich behauptete. Es handelt sich dabei um russische Boden-Luft-Raketen des Typs S-400. Dies wäre ein Verstoß gegen das CAATSE-Gesetz, welches, wie gegen den Iran angewendet, Sanktionen gegen das Land am Bosporus zur Folge hätte.

Die Strafmaßnahmen mit ihrer fatalen Streuwirkung

Sollten die USA zu solchen Maßnahmen greifen, wären sofort Länder betroffen, die Geschäfte mit der Türkei machen. Wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sofort berechnete, ginge es im Falle Deutschlands um ein Geschäft von 30 Milliarden Euro, also um Summen, die weitaus bedeutsamer wären als die, die mit dem Iran erzielt würden.

Deutsche Firmen haben nach DIHK-Angaben in der Türkei einen Kapitalstock von rund zehn Milliarden Euro aufgebaut, mit mehr als 130 000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 31,1 Milliarden Euro (2017). Die Firma Bosch hat allein 17 000 Mitarbeiter in der Türkei, dazu beträfen die Sanktionen Großkonzerne wie Siemens und viele Mittelständler wie Schmitz Cargobull, Jungheinrich, Hymer und viele andere. Insgesamt soll es sich um 7000 deutsche Firmen handeln. Das Ganze hat natürlich noch einen militärischen Hintergrund, denn die USA drohen der Türkei mit dem Ausschluss aus dem Rüstungsprogramm für das Tarnkappen-Kampfflugzeug F-35. Maschinen, die bereits gekauft sind, aber noch nicht ausgeliefert wurden.

Fazit

Egal wie man die militärischen und strategischen Beweggründe einschätzt, es zeigt wieder einmal die Dimensionen des globalisierten Welthandels. Sollte es zu Sanktionen kommen, wäre erneut der Ex-Exportweltmeister Deutschland betroffen. Wie würde die deutsche Wirtschaft im Verhältnis zu den USA reagieren? „You can make an educated guess!“

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Trading Day 2019 am 21. Juni

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Gesponserter Artikel

Verpassen Sie nicht das Online-Trading Event dieses Sommers: Ein ganzer Nachmittag mit Top-Tradern, die Sie mit auf ihre Trading-Reise nehmen. Mit dabei sind bekannte Namen wie Jochen Schmidt, André Stagge, Samir Boyardan sowie das Trading-Team der ATT Trading School aus Österreich.

Die komplette Agenda finden Sie unter folgendem Link: Agenda – Trading Day 2019

Trading – Der Traum vom schnellen Geld

Dieser Wunschgedanke begleitet viele Anleger tagtäglich bei ihren Aktivitäten an den Finanzmärkten. Aus diversen Gründen zerplatzt dieser Traum meist sehr schnell. Wie schaffen es Trader also, Gewinne zu erzielen? Wie bereiten Sie sich aufs Trading vor und wie agieren sie generell an den Märkten?

Auf diese Fragen gibt es keine Nonplusultra-Antwort. Zudem agieren Top-Trader je nach ihren eigenen Vorstellungen und Gewohnheiten: Der Daytrader handelt in einem kurzen Zeitfenster und sammelt Profite, der Chart-Tool-Trader nutzt Indikatoren, und wenn dann noch die Markttechnik ins Spiel kommt, könnte es für den einen oder anderen zu kompliziert werden.

Blicken Sie Top-Tradern online über die Schulter

Am Freitag, den 21. Juni 2019, veranstaltet XTB den Trading Day 2019. Ab 14:00 Uhr können Sie in insgesamt vier Einzel-Sessions diverse Top-Trader LIVE in Aktion erleben.
Nachfolgend eine Übersicht:

14:00 Uhr
Thema: Traden wie ein Portfoliomanager
Referent: André Stagge

15:00 Uhr
Thema: Chart-Tool-Trading in der xStation 5
Referent: Samir Boyardan

16:00 Uhr
Thema: Intraday-Trading nach markttechnischem Ansatz
Referent: Jochen Schmidt

17:00 Uhr
Thema: Wie denken und handeln professionelle Trader?
Referent: Ali Taghikhan, Stefan Koblitz, Dominik Müller (ATT Trading School)

Die Anmeldung sowie die Teilnahme sind kostenfrei. Eine einmalige Anmeldung ist ausreichend, um am gesamten Trading Day 2019 teilzunehmen. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite von XTB: Trading Day 2019

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Boris Johnson Favorit – Pfund mit merkwürdiger Ruhe

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Gestern haben die Tories parteiintern eine erste Abstimmungsrunde abgehalten. Wer soll neuer Parteichef und damit auch neuer Premier von Großbritannien werden? Der Brexit-Hardliner Boris Johnson erzielte gestern mit 114 von 313 Stimmen mit weitem Abstand das beste Ergebnis. Der zweitbeste Kandidat nach Johnson hatte nur 43 Stimmen. 3 Bewerber schieden gestern bereits aus dem Partei-Auswahlverfahren aus, und 7 Kandidaten verbleiben noch.

Boris Johnson
Boris Johnson. Foto: EU2017EE Estonian Presidency – CC BY 2.0

Boris Johnson im Fokus

Es braucht nun also schon ein großes Wunder, damit die Tories NICHT Boris Johnson zu ihrem neuen Chef machen. Der Prozess wird sich aus formalen Gründen noch bis Juli hinziehen. Bis Ende Juli sollen dann alle 160.000 Parteimitglieder in einer Stichwahl abstimmen zwischen den beiden besten verbliebenen Kandidaten. Aus Sicht der EU-Befürworter auf der Insel besteht eigentlich nur noch die Hoffnung, dass sich alle Gegner von Boris Johnson in der Partei irgendwie hinter einem Kandidaten versammeln, der EU-freundlich eingestellt ist.

Am Mittwoch schrieben wir bereits über (nach unserer Meinung) wertlose Aussagen von Boris Johnson. Er versuchte klar zu machen, dass er ein besseres Ergebnis in Brüssel verhandeln könne als Theresa May. Und das sagte er, während kurz zuvor Jean-Claude Juncker mehr als klar gemacht hatte, dass die EU nicht neu verhandeln wird.


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Die britischen Aktien reagieren aktuell leicht negativ mit -35 auf 7337 Punkte im FTSE100. Das britische Pfund ist seit gestern Abend gegen den US-Dollar von 1,2685 auf aktuell 1,2658 gefallen. Somit reagiert der britische Kapitalmarkt de facto gar nicht geschockt darauf, dass der Grantler und Dampf-Plauderer Boris Johnson sehr wahrscheinlich bald den Brexit für UK durchführen wird.

Woher kommt die Gelassenheit? Wir verstehen es nicht. Schon seit Monaten treibt uns dieses Thema um. Die Briten vertrödeln immer mehr Zeit. Die EU gewährte zeitliche Aufschübe. Und man darf stark annehmen, dass die aktuelle Frist bis Oktober nun wirklich die aller, allerletzte Fristverlängerung war. Aber man sieht ja. Auch dieses Mal haben die Briten alle Zeit der Welt. Wir vermuten einfach mal, dass im britischen Pfund noch einiges an Abwärtspotenzial steckt, welches erst dann gehoben wird, wenn der Markt den Ernst der Lage irgendwann mal realisiert. Das soll natürlich keine Handelsempfehlung sein!

Pfund vs USD seit September 2018 - Boris Johnson im Fokus
Im Großen Bild ist das Pfund vs USD (seit September 2018) zwar am Fallen. Aber seit einigen Tagen zeigt der Chart trotz dramatischer politischer Lage in London eher einen Seitwärtstrend.

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