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Globales Finanzcasino: Die Botschaft zum Jahresende lautet „Game over“

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Die Finanzwelt hat Ende 2018 einen Wendepunkt erreicht. Fast zehn Jahre lang haben die Zentralbanken das globale Finanzsystem künstlich am Leben erhalten, indem sie Billionen an Dollars, Euros, britischen Pfund, japanischen Yen und Schweizer Franken aus dem Nichts erzeugt und zu immer niedrigeren Zinsen vergeben haben.

Damit haben sie eine Entwicklung eingeleitet, die niemand vorausahnen konnte: Die Finanzmärkte haben über einen Zeitraum von 115 Monaten eine Rekordmarke nach der anderen gerissen. Das Ganze hatte aber auch eine Schattenseite, denn die Maßnahmen haben zugleich bewirkt, dass

– im Verhältnis zu den Finanzmärkten immer weniger Geld in die Realwirtschaft floss,

– das Steueraufkommen wegen der im Finanzsektor intensiv praktizierten Steuervermeidung nicht mit der Geldentwicklung mithalten konnte,

– immer weniger öffentliche Investitionen getätigt wurden,

– die Infrastruktur weltweit zerfiel,

– konservative Anleger wie Versicherungen, Renten- und Pensionskassen gezwungen wurden zu spekulieren und unverhältnismäßig hohe Risiken einzugehen,

– die Altersvorsorge durch Sparen erschwert und einer zukünftigen Zunahme der Altersarmut der Weg bereitet wurde,

– Privathaushalte, Unternehmen und Staaten sich immer höher verschuldeten,

– immer mehr Anleger mit geliehenem Geld in die Märkte einstiegen,

– an den Finanzmärkten die größten Blasen aller Zeiten entstanden,

– die soziale Ungleichheit weltweit explodierte.

Da diese Entwicklung das globale Finanzsystem inzwischen existenziell bedroht, ersetzen die Zentralbanken, angeführt von der FED, seit einiger Zeit ihre „lockere“ durch eine „straffere“ Geldpolitik – das heißt: Sie verringern den Geldfluss und erhöhen die Zinsen.

Die FED hat ihren Leitzins ab 2015 in mehreren sehr vorsichtigen Schritten bis auf 2,25 Prozent angehoben und bereinigt ihre auf mehr als $ 4,5 Billionen angewachsene Bilanz zurzeit um monatlich ca. $ 50 Mrd., die EZB hat ihre im März 2016 begonnenen Anleihenkäufe in diesem Sommer weiter eingeschränkt und will sie ab Anfang 2019 ganz aussetzen.

Diese Umkehr in der Geldpolitik wirkt auf die Finanzmärkte allerdings wie ein Drogenentzug auf einen Süchtigen und führt daher zu einer gefährlichen Instabilität. Aber nicht nur das: Sie trifft das System auch noch zu einer Zeit, in der es ohnehin mit einer Anhäufung von Problemen konfrontiert ist: Dem von den USA inszenierten Handelskrieg, der italienischen Bankenkrise, dem Volksaufstand in Frankreich, den Sanktionen gegen Iran, der Kapitalflucht aus den Schwellenländern, dem im Hintergrund immer bedrohlicher ausufernden Derivatesektor und einer einsetzenden globalen Rezession.

Ein ungünstigeres Zusammentreffen schwarzer Schwäne (möglicher Auslöser für einen System-Kollaps) ist schwer vorstellbar. Sollten die Zentralbanken trotzdem an ihrer straffen Geldpolitik festhalten, so lässt sich die Entwicklung an den Finanzmärkten in folgende drei Stadien einteilen:

1. Stadium (in dem wir uns gerade befinden): Durch den Geldentzug wird weniger spekuliert, die Kurse beginnen zu fallen. Erste Investoren, die mit geliehenem Geld in die Märkte eingestiegen sind, ziehen sich zurück, worauf die Kurse weiter nachgeben. In die Spekulation gezwungene konservative Anleger werden nervös, verkaufen und drücken die Kurse noch weiter.

2. Stadium: Der hohe Schuldenstand vieler Marktteilnehmer tritt immer deutlicher zutage, das Misstrauen wächst und führt zu immer zögerlicherer Kreditvergabe. Da Schuldnern die Bedienung ihrer Schulden zunehmend schwerer fällt, müssen sie immer mehr Wertpapiere verkaufen, was einen weiteren Rückgang der Börsenkurse und noch mehr Verkäufe nach sich zieht.

3. Stadium: Wegen der anhaltenden Abwärtsbewegung an den Börsen weiten sich die Kursverluste aus, erste Gläubiger fordern ihr Geld von Schuldnern zurück, es kommt zu einzelnen Insolvenzen, denen weitere und größere folgen, was noch mehr Gläubiger skeptisch macht und zum gefürchteten „Margin Call“ – einer flächendeckenden Rückforderung von Schulden – führt. Dadurch werden im Derivate-Bereich immer höhere Zahlungen fällig, die sogar die Großbanken überfordern, selbst kühl kalkulierende Börsenprofis in Panik geraten lassen und damit eine nicht mehr aufzuhaltende Abwärtsspirale in Gang setzen.

Der gesamte Prozess ist mit dem Abgang einer Lawine vergleichbar, die sich zunächst langsam in Gang setzt, dann an Fahrt aufnimmt und schließlich krachend alles und jeden mit sich reißt.

Noch befinden wir uns im ersten Stadium dieses Prozesses. Doch das heißt nicht, dass es nicht schon bald zum Crash kommen kann, denn in welchem Tempo sich die Dinge ereignen werden, kann niemand voraussagen. Eines aber lässt sich schon jetzt feststellen: Selbst wenn die Zentralbanken aus Angst vor dem Zusammenbruch ihre straffe Geldpolitik über Bord werfen und panikartig erneut Geld zu noch niedrigeren Zinssätzen (also im Fall der EZB im Negativbereich) in die Märkte pumpen sollten, werden sie nur ein zeitlich begrenztes Strohfeuer entfachen, den endgültigen Zusammenbruch aber nicht mehr verhindern können.

Die Botschaft des globalen Finanzsektors zum Jahreswechsel 2018/ 2019 ist eindeutig und lautet: Das Casino schließt seine Pforten, das Spiel ist vorüber.

Ernst Wolff über das Finanzcasino
Der Buchautor Ernst Wolff

15 Kommentare

15 Comments

  1. Altbär

    10. Dezember 2018 12:14 at 12:14

    Game over, u. weil der Zeitpunkt wie immer überraschend ist, hat es Viele auf dem falschen Fuss erwischt.
    Meinte man, Powell u.die G20 Clowns hätten gerade die unter allen Umständen obligatorische Endjahresrally gestartet, sieht nun Alles wieder ganz anders aus.
    Hat da nicht einmal ein „blendender“ Trader gesagt, jede Wende zeichne sich ab ! Ich habe jedoch in letzter Zeit mehr Permabullen als schwerverhöhnte Crash-Propheten gehört.

  2. Hesterberg

    10. Dezember 2018 12:52 at 12:52

    Dem Artikel stimme ich voll und ganz zu. Es wird so kommen, eine Alternative dazu gibt es leider nicht.

  3. Dösbaddel

    10. Dezember 2018 16:53 at 16:53

    Und zu allem Glück hat Mutti auf dem Narrenschiff den UN Migrationspackt noch unterschrieben… na dann, mit wehenden Fahnen….

  4. asyoulike

    10. Dezember 2018 18:14 at 18:14

    Moin, moin,

    hier gehts nicht nur um die Börse. Game over für das Papiergeldsystem und unser Nachkriegsmarionettenparteiensystem. Aber m.E. wird vor dem großen Finale noch der BRD-Michel geplündert. Die Räuberbande braucht dringend ihr Geld, liebe Steuerzahler.
    Was wird bleiben? Schuld sind die Rechten und AfD. Sonst hätte selbstverständlich alles bestens geklappt. Lacht hier etwas jetzt jemand???
    Seien wir also alle immer sehr gut „prepared“.

    • bestimmt nicht_afd

      10. Dezember 2018 18:45 at 18:45

      Die Rechten und Rechtsaußen, vor allem die der AfD, haben sicher keine Schuld an diesem System und seinem vermutlichen Niedergang. Aber machbare und menschliche Lösungen für die Probleme dieses Landes und der Welt haben sie nicht und hatten sie auch nie.

  5. Quintus

    10. Dezember 2018 19:55 at 19:55

    Sehr geehrter bnafd
    Machbare Lösungen für dieses Land werden mehrheitlich nicht gewünscht! Deshalb werden diese auch nicht umgesetzt.
    Lösungen für die Welt? Ich bitte Sie. Im Kindergarten hat man noch derartige Phantasien. Warum glaubt der Deutsche immer er könnte die Welt retten? Kann er das?
    Mit freundlichen Grüßen
    Quintus

    • bestimmt nicht_afd

      10. Dezember 2018 20:38 at 20:38

      Sehr geehrter Quintus,

      dass es bestimmte Personenkreise in diesem Land und in der westlichen Gesellschaft gibt, die nicht an machbaren Lösungen für dieses Land interessiert sind, bestreite ich nicht. Allerdings bezweifel ich, dass dies mehrheitlich von den Bürgern getragen wird. Ich denke schon, dass die große Mehrheit der Bürger dieses Landes machbare Löungen der wichtigen Probleme will. Nur haben sie nicht die Macht und das Sprachrohr, obwohl sie dafür eigentlich wählen gehen.
      Mir ist auch klar, dass der Deutsche allein die Probleme dieser Welt nicht lösen kann. Das ist eine Aufgabe aller Nationen. Ich weiß, das ist utopisch.

      Mit meinem Post, auf welchen Sie Bezug nehmen, wollte ich auch nur meine Ansicht teilen, dass Rechte und Rechtsaußen wie die AfD eben genau das nicht sind, wofür sie sich ausgeben, nämlich als die Heilsbringer, die alles viel besser können als die bisherig regierenden Parteien. Letztlich sind auch sie nur nachgewiesenermaßen Handlanger des Geldadels. In sich zuspitzendenden gesellschaftlichen Verwerfungen Sündenböcke zu suchen und zu finden, die man dem Volk verkaufen kann, ist nur eine andere Methode, eben dieses Volk von den eigentlich Schuldigen abzulenken. Dass das in die Apokalypse führt, sollte das so angenommen werden, hat die Geschichte mehrmals gezeigt.

  6. oscar

    10. Dezember 2018 22:03 at 22:03

    @bn afd,
    lustig, aber die Welt hat soviel Apokalypsen erleben dürfen, könne und müssen…sicher nicht die, die als stetiger Meinugsmacher und devotismus bringer in einer entfesselten verachtenden Lügenpolemik Bahm bricht. Bei nur „ein wenig“ substanzieller ehrlichkeit oder dem Mut dazu dürfte es nicht all zu schwer sein, die neue anrollende Apokalypse beim namen zu nennen…es ist der rotgrüne neofaschismus, ala linker-Stalinismus ! Es geht auch nicht um Heilsbringerei, sondern brutale Lügen, Verarschung und staatlich repressiv durchgesetztes Duckmäusertum jua und seien Sie versichert, der Plan sich an den Privatkonten zu bedienen ist längst beschlossen. Klar, rot hat immer verteilt, was es den dreck unterm nagel nicht erarbeitet hat. lol DDR reloaded nur apokalyptischer !!!..naja egal…eh zu spät. Wer kann verlässt eh dieses Irrenhaus.

    • leftutti

      19. Dezember 2018 20:35 at 20:35

      @oscar, so kurz vor Weihnachten möchte ich Ihnen einmal meinen tief empfundenen Dank aussprechen! Wofür denn, mögen Sie sich fragen?! Es ist ganz einfach … und ganz einfach ist gleichzeitig auch das Stichwort.

      Was war die Welt früher nur für ein komplizierter und verworrener Mist. Auf einmal reichten Gut und Böse, Schwarz und Weiß nicht mehr aus. Nein, Grautöne mussten ins Spiel gebracht werden und dann sogar auch noch Farben. Komplex und differenziert musste plötzlich alles werden, hinterfragt und kritisch, viele Individuen, Denkweisen und Ansichten, Religionen und Kulturen statt einem einzigen klaren Feindbild.

      Den Ausländern reichte es auf einmal nicht mehr aus, dass sie bei uns als Müllmänner, Putzkolonnen und Hilfskräfte arbeiten durften. <b<NEIN, heute sitzen sie als EZB-Präsidenten in einem beeindruckenden Wolkenkratzer in Frankfurt. Früher pumpten Generationen von uns als Urlaubs-Export-Weltmeister ihr ganzes sauer verdientes Geld in in marode, unterentwickelte Länder, um ein bisschen verbrannte Haut nach Hause und in Form von Schweinebraten und Bratwürstchen als Kultur ins Ausland zu bringen. Eigentlich doch ganz einfach oder? Nein, im Gegenteil: Target-2 und EU-Finanzausgleich, Rettungsschirm und Bankenrettung muss dieser missionarische Kultur- und Money-Transfer heute heißen.

      Dank dem Streben schlichter Gemüter nach gemütlicher Einfachheit und Klarheit klart sich dieses Wirrwarr langsam endlich wieder auf zum Wie Wahr! Und dafür möchte ich Ihnen danken…

      Früher:

      Links —————————————————— Mitte —————————————————— Rechts

      KPD Grüne SPD FDP CDU CSU NPD
      DER SPIEGEL STERN SZ ARD ZDF sehr viele BR BILD

      Heute:

      Linksgrün-liberaler Kommunisten-Mainstream – Mitte —————————————————— Rechts

      ALLE AfD Luschis auf deutschen Straßen
      ALLE Deutschland-Kurier rechte Grün-Faschisten

      • bestimmt nicht_afd

        19. Dezember 2018 20:59 at 20:59

        @leftutti

        Herrlich, ich lese so gern bei Ihnen mit, und lach andauernd…😄

        • leftutti

          19. Dezember 2018 21:43 at 21:43

          @lieber bestimmt nicht_afd, hoffentlich vergeht Ihnen das Lachen nicht bald, wenn die apokalyptischen Propheten den @oscar verleihen 😄
          Leider sind die Ergebnisse wissenschaftlicher Tabellen in einfachen Kommentarfunktionen nicht immer vorhersehbar. Also noch ein neuer Versuch:

          Früher:

          Links ———————————————————- Mitte ———————————————————- Rechts

          KPD ………………………………………….. Grüne …. SPD .. FDP ….. CDU …………………………… CSU ….. NPD
          …………………DER SPIEGEL … STERN …….. SZ . ARD . ZDF …………….. sehr viele ………. BR … BILD

          Heute:

          Linksgrün-liberaler Kommunisten-Mainstream —- Mitte ———————————————————- Rechts

          ALLE …………………………………………………………… AfD …………………………. Luschis auf deutschen Straßen
          ALLE …………………………………………………………….Deutschland-Kurier ……………… rechte Grün-Faschisten

          • bestimmt nicht_afd

            19. Dezember 2018 21:53 at 21:53

            Das ist ssehr übersichtlich und nun auch für einfache Geister zu verstehen…😄😄😄😂

  7. bestimmt nicht_afd

    11. Dezember 2018 09:42 at 09:42

    Hallo Oscar,

    ich habe etwas länger überlegen müssen, ob ich überhaupt auf Ihren Post reagiere, da Sie sich eigentlich schon von Ihrer Wortwahl her für einen sinnvollen Disput disqualifizieren. Aber letztlich muss man solchen Leuten, wie Sie es sind, etwas entgegensetzen.
    Sie finden also die Entwicklungen in unserer Gesellschaft und die geschichtlich belegten Apokalypsen lustig? Und Sie finden, dass die Herrschaft zwischen 1933 und 1945 keine Apokalypse war? Sie meinen, die stetig in Erinnerung zu haltende Schuld der damaligen Generation des deutschen Volkes sei Meinungsmache? Und bitte richtig lesen: Ich schreibe nicht von der Schuld der nachfolgenden Generationen, wie die Erinnerung an damals ja gerne von Ihresgleichen tatsachenverdreht im Sinne der eigenen Meinungsmache dargestellt wird. Dass der Umgang mit dieser Schuld zu einem, wie Sie es nennen, „Devotismus“ führte, will ich nicht bestreiten. Die Frage stellt sich nur, wem man sich unterworfen hat, und eine Antwort kann sein: Den internationalen agierenden Finanzkreisen. Im übrigen haben Sie offensichtlich noch nie in einer Diktatur gelebt, sonst würden Sie mit dem Wort „repressiv“ etwas vorsichtiger umgehen. Dass die Öffentlichkeit mit Halbwahrheiten, Lügen und Verschweigen von Tatsachen manipuliert werden soll und wird, mag ich auch nicht bestreiten. Dies trifft aber nicht nur auf die systemtreuen Medien zu, sondern ebenso auf die angeblich freien und sogenannten alternativen Medien, die ja auch nur Meinung bilden wollen im jeweilig beabsichtigten Sinn.

    Übrigens: Die Kreise, die in den letzten hundert Jahren von all den Krisen und Kriegen provitiert haben und provitieren werden, würden bei einer dicken Zigarre, um mal ein Klischee zu bedienen, herzhaft darüber lachen, dass sie von Ihnen als „linksgrüne Neofaschisten“ und „Stalinisten“ bezeichnet werden, denn sie sind es, die den kleinen Mann wie Sie es sind, Oscar, ausplündern. Diese Kreise sind froh, dass es eben solche Leute wie Sie gibt, die diese Kreise aus der Schusslinie nehmen und mit dem Finger auf andere zeigen. Gleichzeitig würden die wahren Opfer von Faschismus und Stalinismus Tränen in den Augen haben, wie ihr Leid durch solche Personen wie Sie tatsachenverdreht im Sinne einer eigenen, menschenverachtenden Idologie missbraucht wird.
    Das ist Ehrlichkeit. Und Mut braucht man, sich Ihnen entgegenzustellen.

    Und letztlich: Tun Sie doch den Menschen hier den Gefallen und verlassen Sie, zusammen mit ihresgleichen, das „Irrenhaus“. Damit wäre wieder ein Schritt getan, dass es besser wird in diesem Land.

    • Michael

      11. Dezember 2018 11:09 at 11:09

      @bestimmt nicht_afd,
      sehr guter Kommentar, ich stimme voll überein. Ein typisches Beispiel der üblichen Tatsachenverdreherei dieser rechtsradikalen Volksverhetzer ist auch, dass ständig Rotgrün mit verbalem Gehirnschnodder beschmutzt wird, ohne auf die Tatsache einzugehen, wer genau in den letzten 36 Jahren 29 Jahre lang die aktuelle Misere herbeigeführt und etabliert hat. Rotgrün?
      Bemerkenswert ist allerdings die Angst der rechten Flanke vor einer kleinen, meist auch noch ideologisch gespaltenen Umweltpartei, die die meiste Zeit ihres Bestehens eine Wählerzustimmung im einstelligen Bereich zu verzeichnen hat.
      @oscar, ich schließe mich an: Tun Sie doch den Menschen hier den Gefallen und verlassen Sie, zusammen mit ihresgleichen, das „Irrenhaus“. Es wird sich schon die eine oder andere menschenverachtende Diktatur finden, die Ihresgleichen mit offenen Armen für ihre Sturmstaffeln zu rekrutieren bereit ist.

      • bestimmt nicht_afd

        11. Dezember 2018 12:00 at 12:00

        Hallo Michael,

        ich möchte hier an dieser Stelle keine Überlegungen anstellen, inwieweit welche Parteien/Parteienkoalitionen für die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte in diesem Land Verantwortung tragen. Auch will ich hier keine Werbung für eine bestimmte Richtung der politischen Denkweise machen. Anmerken möchte ich nur, dass es die Menschen hier selbst in der Hand hätten, Veränderungen herbeizuführen. Einzig will ich hier Stellung beziehen gegen eindeutig menschenverachtende Positionen, die dem „einfachen“ Volk als Lösung der Probleme verkauft werden sollen.

        Um auf den eigentlichen Artikel hier zurückzukommen: Ich persönlich halte einen Kollaps des westlichen Wirtschafts- und Finanzsystems für unausweichlich. Er ist systemimmanent. Ein guter Anhaltspunkt für die Richtigkeit dieser These ist die Studie „Grenzen des Wachstums“, u.a. nachzulesen bei Wikipedia, deren Vorhersagen in den letzten dreißig Jahren sich bestätigten. Aber man muss sich nicht tiefer mit dieser Materie befassen, sondern man sollte nur mal etwas logisch denken. Kann es denn überhaupt ein „immer mehr, mehr, mehr“ geben? Oder muss zwangsläufig nicht mal ein Ende kommen, damit das Spiel wieder von vorn beginnen kann? Die Geschichte hat gezeigt, dass eben das schon mehrmals geschehen ist. Ich fürchte nur, dass es möglicherweise die letzte große Krise der Menschheit sein wird. Jedenfalls war es bisher so, dass immer das arbeitende Volk die wirklich Leidtragenden waren, wenn es derartige Systemkrisen gab.
        Einziger Ausweg wäre, dass weltweit alle Menschen, das arbeitende Volk wie die sogennanten Eliten aus Wirtschaft, Finanzen und Politik, ihr Gier zügeln und zum Wohle aller und unserer natürlichen Umgebung verzichten lernen könnten. Noch wären die Ressourcen unseres Planeten für alle ausreichend. Aber das ist utopisch und wohl der Natur des Menschen zuwider. So aber versuchen alle, mehr und mehr zusammenzuraffen, und nehmen dabei billigend das Leid und den Tod ihrer Mitmenschen und die Zerstörung des Planeten in Kauf.

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IWF senkt weltweiten Konjunkturausblick wegen Deutschland und Italien

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Der IWF senkt aktuell zum zweiten Mal binnen drei Monaten seine globale Wachstumsprognose. Aber erstmal ein, zwei Schritte zurück in der globalen Betrachtung, bitte. China hatte heute früh seine Jahreszahlen für sein Wirtschaftswachstum verkündet mit „nur“ 6,6% Wachstum im Vergleich zu 2017. Das ist der schlechteste Wert seit 28 Jahren! Mal ganz abgesehen davon, dass man die Höhe dieser Wachstumsraten über 6% sowieso anzweifeln könnte… aber egal. Im letzten Quartal war es ein Wachstum von nur noch 6,4%, also noch schwächer als im Jahresschnitt. Die „Schwäche“ in China soll am Handelskrieg mit den USA liegen.

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Dann kam heute Mittag der aktuellste Bericht der Deutschen Bundesbank heraus, wo offiziell von einem „kräftigen Dämpfer für die Industrieproduktion“ in Deutschland gesprochen wird. Die Abschwächung der deutschen Konjunktur ist wohl doch mehr als ein kurzer Ausrutscher nach unten.

Und jetzt bringt der IWF die zweite Abstufung seiner Wachtsumsprognose binnen drei Monaten. Zufall? Immerhin… noch glaubt der IWF an ein Wirtschaftswachstum auf globaler Ebene im Jahr 2019 von 3,5%, nach +3,7% in der Oktober-Prognose. Seitdem hat man schon abgesenkt wegen des Handelskriegs zwischen China und den USA. Und heute begründet man die erneute leichte Absenkung von -0,1 Prozentpunkten mit den Daten aus Deutschland. Aber auch die finanziellen Probleme in Italien und die Grundproblematik rund um die Türkei hatte man in seine heutige Absenkung der Prognose einfließen lassen. Der IWF im Wortlaut:

The further downward revision since October in part reflects carry over from softer momentum in the second half of 2018—including in Germany following the introduction of new automobile fuel emission standards and in Italy where concerns about sovereign and financial risks have weighed on domestic demand—but also weakening financial market sentiment as well as a contraction in Turkey now projected to be deeper than anticipated.

Risiken wie Brexit und Handelskrieg waren vorher schon berücksichtigt worden. Aber wie gesagt: Von 3,7% auf 3,5% Wachstum… 3,5% sind immer noch eine Menge! Hier noch auszugsweise ein weiterführender Text vom IWF, Zitat:

The global economy continues to expand, but third-quarter growth has disappointed in some economies. Idiosyncratic factors (new fuel emission standards in Germany, natural disasters in Japan) weighed on activity in large economies. But these developments occurred against a backdrop of weakening financial market sentiment, trade policy uncertainty, and concerns about China’s outlook. While the December 1 announcement that tariff hikes have been put on hold for 90 days in the US-China trade dispute is welcome, the possibility of tensions resurfacing in the spring casts a shadow over global economic prospects.

High-frequency data signal subdued momentum in the fourth quarter. Outside the United States, industrial production has decelerated, particularly of capital goods. Global trade growth has slowed to well below 2017 averages. The true underlying impetus could be even weaker than the data indicate, as the headline numbers may have been lifted by import front-loading ahead of tariff hikes, as well as by an uptick in tech exports with the launch of new products. Consistent with this interpretation, purchasing managers’ indices, notably in the category of new orders, point to less buoyant expectations of future activity.

Hier können Sie die aktuellen Aussagen des IWF auch nochmal in einem 30-minütigen Video anschauen.

IWF
Die IWF-Zentrale in Washington DC. Foto: AgnosticPreachersKid CC BY-SA 3.0

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Theresa May redete im UK-Parlament – jetzt hier im LIVE-Feed

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Hier die aktuelle Rede von Theresa May (erstes Live-Video mit deutscher Übersetzung, zweites Video im Originalton):


By Graeme Maclean – originally posted to Flickr as hdr parliament, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7042940

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Bundesbank mit klaren Worten zur Konjunktur: „Kräftiger Dämpfer für Industrieproduktion“

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Die Bundesbank hat heute Mittag ihren aktuellsten Monatsbericht veröffentlicht. Ihre Worte in der Headline-Aussage lassen vermuten, dass die kurzfristige Delle im Sommer, welche durch Umstellungen bei Abgas-Normen in der Automobilindustrie ausgelöst wurden, wohl den tatsächlichen Beginn eines breiten Konjunkturabschwungs überdeckt haben. So zumindest könnte man die Aussagen der Bundesbanker auslegen. Also: Stehen wir genau in diesem Augenblick in den ersten Monaten eines Konjunkturabschwungs, und halten ihn noch für einen kleinen Ausrutscher unten? Möglich wäre es. Die Bundesbank im Wortlaut:

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Kräftiger Dämpfer für Industrieproduktion

Zurückzuführen ist dies (Rückkehr zum vorigen Wirtschaftswachstum) dem Bericht zufolge primär auf die enttäuschende Entwicklung in der Industrie. Im November verringerte sich die Industrieproduktion kräftig, saisonbereinigt ging sie gegenüber dem Vormonat um 1 ¾ Prozent zurück. Auch im Mittel der Monate Oktober und November verfehlte sie den Stand des dritten Quartals erheblich. „Die Abwärtsbewegung fiel dabei zuletzt über die Branchen breit gestreut aus“, schreiben die Ökonominnen und Ökonomen. Auch der Auftragseingang in der deutschen Industrie ging im November deutlich zurück. Gegenüber dem Vormonat sank er saisonbereinigt um 1 Prozent.

In der Automobilbranche zieht sich die Produktionsschwäche nach Einschätzung der Bundesbank merklich länger hin als erwartet. So normalisiere sich die Produktion nur sehr zögerlich, nachdem es in den Sommermonaten infolge der Einführung eines neuen Emissionstestverfahrens zu umfangreichen Ausfällen gekommen war. Konjunkturindikatoren wie Auftragseingänge und Neuzulassungen deuteten zwar auf eine bald wieder höhere Kraftfahrzeugfertigung hin. Ungeachtet dessen lag aber die Zahl der produzierten Pkw nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie im Dezember saisonbereinigt nur vergleichsweise wenig über dem November-Wert und noch ganz erheblich unter dem Stand der Frühjahrsmonate.

In anderen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes ging die Produktion im November der Bundesbank zufolge breit gefächert und kräftig zurück. „Auch für das vierte Vierteljahr insgesamt ist daher inzwischen von einem deutlichen Rückgang der Industrieerzeugung auszugehen“, heißt es im Monatsbericht.

Wie geht es mit der Konjunktur in Euroland weiter, wenn die EZB schrittweise die Zinsen wieder anheben wird? Nach den folgenden Worten der Bundesbank wird es da keine Probleme geben. Zitat:

Zum Einfluss einer Zinsnormalisierung auf den nichtfinanziellen Privatsektor im Euroraum aus bilanzieller Perspektive

Im Zuge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise sowie der europäischen Schuldenkrise kamen im nichtfinanziellen Privatsektor teils umfangreiche bilanzielle Restriktionen zum Vorschein. Dieprivaten Haushalte und nichtfinanziellen Unternehmen reagierten hierauf, indem sie ihre Verschuldung abbauten und ihre Ausgaben einschränkten. Im Zuge der konventionellen und unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen des Eurosystems sanken die Zinsen, wodurch die Zinslasten des nichtfinanziellen Privatsektors deutlich reduziert und bilanzielle Beschränkungen gelockert werden konnten. Dieser Aufsatz geht der Frage nach, ob und in welchem Umfang sich bilanzielle Indikatoren des nichtfinanziellen Privatsektors im Euroraum – hier gemessen durch das Nettozinseinkommen und den Schuldendienst – im Zuge einer Zinsnormalisierung wieder verschlechtern könnten und ob hieraus nennenswerte negative realwirtschaftliche Rückwirkungen resultieren könnten.

Die Untersuchungen deuten darauf hin, dass es insgesamt betrachtet im Zuge einer Zinsnormalisierung nur zu einer moderaten Verschlechterung der bilanziellen Indikatoren kommen dürfte. Gründe hierfür sind vor allem, dass die Verschuldung in einigen Sektoren und Ländern in den letzten Jahren deutlich abgebaut werden konnte und diese im Gegensatz zum letzten Zinsstraffungszyklus (2005 bis 2008) in den nächsten Jahren nicht erneut spürbar ansteigen dürfte. Gleichzeitig ist – verglichen mit dem Tempo der vorhergegangenen Zinserhöhungs- und Zinssenkungsphase – mit einem deutlich graduelleren Anstieg der Zinsen zu rechnen.

Empirische Analysen deuten darauf hin, dass insbesondere ein Anstieg der Schuldendienstquoten mit einem persistenten Rückgang des Konsums der privaten Haushalte und der Investitionen der nichtfinanziellen Unternehmen einhergehen könnte. Da die aus den Simulationen abgeleiteten Veränderungen der bilanziellen Indikatoren eher gering sind und eine Zinsnormalisierung in einem günstigen wirtschaftlichen Umfeld erfolgen dürfte, sollten hiervon für sich genommen aber keine größeren realwirtschaftlichen Auswirkungen ausgehen.

Bundesbank
Bundesbank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Wolfgang Pehlemann Wiesbaden Germany CC BY-SA 3.0 de

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