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Gold: Auf des Messers Scheide!

FMW-Redaktion

Das Jahr 2017 hatte für Gold richtig gut angefangen: im Dezember hatte die Fed die Zinsen angehoben, und es wiederholte sich ein immer wieder kehrendes Muster: das gelbe Metall war im Vorfeld der Zinsanhebung unter Druck gekommen, dann aber, mit dem Eintreten des „Fakts Zinsanhebung“ stieg der Kurs stark an, Gold gehörte zu den großen Gewinnern. Nun aber kommt der Preis kontinuierlich unter Druck mit den hawkishen Aussagen nicht nur der Fed, sondern auch anderer Notenbanken.

Einer der Hauptgründe dafür ist, dass die Renditen bei Staatsanleihen zuletzt stark gestiegen sind. Im Nullzinsumfeld war das renditelose Gold gewissermaßen ein „no brainer“: wo es keine Zinsen gibt, ist das unverzinste Gold allemal attraktiv angesichts der Geldschwemme der Notenbanken. Gibt es aber wieder nennenswerte Renditen, ändert sich eben auch die Lage!


Beispielbild für Gold. Foto: Agnico-Eagle – Agnico-Eagle Mines Limited / Wikipedia Gemeinfrei

Angesichts der Möglichkeit, dass nun die Notenbanken eben diese ultralaxe Geldpolitik zurück fahren, verlieren nun auch die Gold-Bullen die Nerven: CFTC-Daten vom letzten Freitag zeigen, dass am Futures-Markt knapp 17.000 Long-Kontrakte geschlossen haben auf nun nur noch 131.000 Kontrakte, während gleichzeitig 22.000 Short-Kontrakte eröffnet worden sind auf nun 97.000 Kontrakte. Bei Silber das Bild noch intensiver, hier liegen Short-Kontrakte nun fast auf dem gleichen Niveau wie Long-Kontrakte – vor einigen Wochen war das Long-Short-Verhältnis noch bei über 10:1!

Gold wiederum hat ein ungutes charttechnisches Muster ausgebildet: zweimal der Anstieg bis knapp unter die 1300 Dollar-Marke, wo das gelbe Metall nun ein Doppeltopp gebildet hat:

Was nun droht, ist ein Abverkauf bis in den Bereich 1120-1133, womit dann die Gewinne des Jahres 2017 vollständig ausgepreist wären!

Negativ ist, dass Gold nicht auf die Verunsicherung an den Aktienmärkten positiv reagiert – das Motiv drohender Straffung der Geldpolitik ist also stärker. Was Gold jetzt also bräuchte, wäre geopolitische Unsicherheit, mithin die Verschärfung etwa der Situation zwischen den USA und Nordkorea.

Oder eben das Einknicken der Notenbanken, die ihre hawkishe Rhetorik wieder zurück nehmen. Am kommenden Freitag stehen die US-Verbraucherpreise auf dem Kalender, neben der Anhörung von Janet Yellen am Mittwoch der nächste große Trigger für den Goldpreis..



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3 Kommentare

  1. Der starke Rückgang bei Gold und speziell bei Silber (etwa -15% in den letzten Wochen) kann meiner Meinung nach nicht nur auf den Zinsanstieg zurückgeführt werden. Auch der USD/JPY ist im Verhältnis dazu unwesendlich gestiegen. Egal was in der Welt passiert Brexit, Trump, Katar, Nordkorea, Syrien, Terrorismus in Europa, die Aktienmrärkte haben sich merkwürdigerweise nie beirren lassen. Aber ein Abverkauf bei Gold und Silber, da gibt es einige Gründe. Mittlerweile denke ich, dass auch manipulativ aggiert wird anders machen solche Verläufe für mich keinen Sinn mehr.

  2. Ich habe mich zwar heute etwa beim Tiefpunkt 1.205 zu einem neuen Long-Trade hinreißen lassen, werde diesen aber jetzt nach 90 Pips glattstellen.
    Dass die Rendite der Staatsanleihen stark gestiegen sind, sehe ich zwar eigentlich nicht, weil es in der Summe schlicht und einfach nicht so ist (siehe z. B. die Gewinne des Rasenden Rollstuhls bei den jüngsten neuen Emissionen).

    Die Möglichkeit, dass die ultralaxe Geldpolitik zurückgefahren werden könnte, beinhaltet für mich zwei Konjunktive zuviel (Möglichkeit und könnte).

    Aber die Tendenz bei XAUUSD seit etwa 5 Wochen und v. a. seit 29.06. deutet tatsächlich auf einen Retest des Tiefs bei etwa 1.195 hin.
    1.120 bis 1.133 halte ich erst einmal für etwas übertrieben pessimistisch.

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