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Gold/Silber

Gold Boden

Markus Fugmann

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am

Ein Gastbeitrag von Ralf Ernst

Gold Bottom

2013 war in Elliott-Wellen-Prognosen (A.Tiedje) von 1121 US-Dollar die Rede, was eine der niedrigsten Prognosen war. Jim Rogers ahnte 2012, dass Gold in der nahen Zukunft kein neues Hoch ausbilden werde, um dabei aber gleichzeitig zu betonen, dass es in der nächsten Dekade noch viel höher steigen werde, und der Superbullenmarkt der Rohstoffe noch lange Zeit weitergehe. Jim Rogers nannte bei 1480 US – $ früh den Bereich 1200 US-$, zu dem er wieder kaufen werde, auf diesem Niveau kaufte er dann aber nicht, allenfalls nur wenig. Hingegen revidierte er seine Prognose auf „unter 1000“, er hoffe, er sei dann genügend smart, in diesem Bereich zu kaufen, eine solche 50%-Korrektur sei normal. Das Tief erwartete er erst 2014, dann 2015, aktuell Mitte 2015 „im nächsten oder übernächsten Jahr“. Bei 1200 und darunter glaubte er, die Korrektur sei noch nicht abgeschlossen, und er kaufte noch nicht. Er empfahl vor dem Einmarsch auf die Krim auch russische Aktien, vor dem aktuellen Chinacrash chinesische Aktien und „Agricultur“, und vor dem aktuellen Rohstoffmeltdown Rohstoffe als Witwen- und Waiseninvestment (alles total falsch oder miserabel getimt), aber ich beruhige mich mit seiner Prognose, dass alles ziemlich „badly“ bald ja endet.

Bei 1150 wagten sich die Elliott-Wave-Prognostiker vor und malten ein Tief bei 1080 in ihre Charts für Welle 5. Nun sind wir dort, und die Ziele der Elliottwaver wurden erneut nach unten angepasst, erst wurden die ultimativen 1121 revidiert, jetzt die 1080 auf 1020, dann auf 1000 und darunter. Mich beruhigt aber, dass sie sagen, sie lägen zu annähernd 100 % mit ihren Prognosen immer richtig.

Ein heißer Tipp ist Armstrong, der weiß, dass Gold noch tiefer geht, und am 1.10.15 der große Systemcrash kommt. Vielleicht sollte ich mir für 500 $ seine nur für ausgewähltes Publikum bestimmte Marktanalyse einschließlich der Zukunft von Gold kaufen, wo genau drinsteht, wann der Crash kommt und wie tief bzw. danach wie hoch Gold geht.

Einig sind sich alle, dass die Promoter von Gold erst von der Bildfläche verschwunden sein müssen, bevor das Tief dann da sein kann.

Nun, irgendwas funktioniert wohl damit nicht, dass ich rechtzeitig das Tief in Erfahrung bringe.

Denn ich stelle mir das Tief folgendermaßen vor: Jim Rogers ausgerufenes Tief von unter 1000 Dollar wird bei 980, 960 $ punktgenau getroffen, die Elliotwaver posten auf ihren Blogseiten „Goldtief ist da, Welle 5 ist abgeschlossen, das war das Tief, jetzt kaufen“.

Gleichzeitig schreibt die gesamte Presse nur schlecht über Gold, die Goldpermabullen geben endlich auf und halten mal ihre Schnauze. Und ich weiß dann „prima Goldtief ist da, jetzt kaufe ich und werde reich“. Und Jim Rogers tritt bei CNBC und Bloomberg auf und verkündet „Leute, jetzt müsst ihr Gold kaufen“.

Ich lese goldseiten.de, da sind die Goldpermabullen aber noch aktiv, man müsse in jedem Fall mit Gold versichert sein steht da. Ich schaue N-TV, DAF, sauge alles in mich auf, und höre dabei in den letzten 3 Jahren „Tapering“ und geschätzte 50 Mal jeden Tag „Zinswende“, erschrecke jedes Mal und beruhige mich mit Goldgurus, die sagen, dass die Zinswende, die ja schlecht für Gold wäre, ja doch nie kommt, und rette mich von Mittwoch zu Mittwoch, wenn Yellen wieder was Neues yellt. Ich starre den ganzen Tag auf mein Smartphone, beobachte den Goldpreis, starre auf die Nachkommastellen und beruhige mich mit meiner eigenen Chartanalyse. Artikel über das „smart Money“ lese ich besonders gern, hingegen meide ich welche gerichtet an „Hallo ihr Idioten“, die würde ich natürlich nicht lesen.

Goldtief wann bist du da? Wie lange soll ich noch in mein Smartphone schauen und dreimal jede Nacht auf den Goldpreis starren?

Vielleicht sollte ich mich einer Gruppe anschließen und gemeinsam mit ihr auf das Goldtief warten, am Besten weitab im Urwald oder auf einer einsamen Insel. Oder in irgendeinem Schurkenstaat wie Sudan oder Nordkorea, weil dort bekanntlich die spektakulärsten Goldfunde ever (40000 Tonnen allein im Sudan in einer russischen Goldmine kürzlich entdeckt) zu holen sind.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    joah

    7. August 2015 12:07 at 12:07

    Sehr erfrischend geschrieben: genau so chaotisch ist es mit den sich Glaskugel-brüstenden Prognostikern, welche letztendlich doch nur im dichteren Restgemenge des Kaffee herumstochern – frohes „schnurpsen“ den Herren dabei ich auch immer wünsche.
    Erstens kommt es anders und zweitens, als wie man denkt.

    • Avatar

      BOSA

      7. August 2015 13:13 at 13:13

      Ich habe das Gefühl sie kennen meinen Tagesablauf. Aber mal im ernst können sie die Schrittgröße auf der Webseite nicht etwas größer machen.

  2. Avatar

    Michael

    7. August 2015 19:50 at 19:50

    Jim Rogers ist keineswegs Goldkäfer. Er hatte seit 1998 die Rohstoffhausse vorausgesagt. Aber auch, dass Rohstoffhaussen im Schnitt 17 Jahre dauern. Die Party dürfte durch Angebotsüberschüsse so gut wie vorbei sein, die Chartistik besagt, dass sie vorbei ist. Um Jim Rodgers vom Frühjahr 2014 noch einmal zu zitieren: „Verkaufen Sie, Verkaufen Sie alles, Nehmen Sie die Beine in die Hand.“ Als Begründung reichen die langsam sichtbaren Schieflagen Chinas. China war der Träger dieser tollen Rohstoffhausse. Es wird ein paar Jahre dauern, bis der Müll dieser Hausse bewältigt ist.

    Wenn man sich die Weltbörsen rund um den Globus ansieht, hat die nächste Baisse bereits begonnen. Nur die US-Börsen und die deutschen Aktien sehen noch keinen Grund zur Unruhe.

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Gold/Silber

Goldpreis: Wann endet der Abverkauf? Jetzt Kaufgelegenheit?

Redaktion

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Der Optimismus, der durch die Nachricht über die erfolgreiche Erprobung des Impfstoffs gegen das Pfizer-Coronavirus ausgelöst wurde, hat den Goldpreis unter Druck gesetzt. Gegenwärtig hält sich das gelbe Metall immer noch über der starken Unterstützung des Goldpreises von 1800 Dollar. Allerdings zeigt die Analyse deutliche Anzeichen für ein anhaltendes rückläufiges Momentum.

Warum der Goldpreis unter Druck ist derzeit

Neben dem Impfstoff gibt es vielversprechende Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung, die den Goldpreis zuletzt unter Druck gesetzt haben. Ein weiterer Faktor, der für das Edelmetall eine große Rolle spielt, ist die Entspannung im Zusammenhang mit den US-Präsidentschaftswahlen. Mit dem Nachlassen der Unsicherheit reagieren die Märkte entsprechend – und das gilt auch für Gold.

Solange das gelbe Metall weiterhin unter der früheren Unterstützungsmarke von 1850 Dollar gehandelt wird, bleibt der stetige Abwärtstrend beim Goldpreis vorerst bestehen. Sollte es jedoch zu einem Durchbruch unter die 200-DMA-Unterstützung von 1798 Dollar kommen, könnte der Dezember einen viel stärkeren Rückgang verzeichnen. In diesem Fall wird der Goldpreis wahrscheinlich sogar einen Rückgang bis auf 1765 Dollar verzeichnen.

In folgendem Video analysiert David Jones, chief market strategist bei capital.com, positive und negative Faktoren für den Goldpreis und zeigt nicht nur, wo die relevanten Widerstände und Unterstützungen liegen, sondern auch das, was er selbst jetzt tun wird:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Goldpreis ist derzeit unter Druck

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Gold/Silber

2021: Ein schwieriges Jahr für Gold – Werbung

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Lieber Börsianer,

im laufenden Jahr deckten sich die Investoren nochmals satt mit Gold ein. Ende Oktober verwalteten die Gold-ETFs rund um den Globus Gold im Wert von 235 Milliarden USD. Niemals zuvor waren die Gold-Sammelstellen schwerer. Gleichwohl zeigte der Goldmarkt zuletzt Ermüdungserscheinungen. So nahm das Volumen der Zuflüsse gerechnet in USD im Oktober nur noch um 0,6 % zu. Vor allem US-Investoren hielten sich spürbar zurück. Und genau das ist die Anlegergruppe, die letztlich das Marktgeschehen bestimmt.

Wie wird 2021? Welches Potenzial sehe ich für das Edelmetall?

Ich gehe derzeit davon aus, dass der Impfstoff im nächsten Jahr wesentlich über die Preisentwicklung am Goldmarkt entscheiden wird. Zwei grundsätzliche Szenarien sind denkbar.

Der Impfstoff funktioniert, und es gelingt den Medizinern das tückische Virus allmählich zurückzudrängen. In diesem Fall springt die Weltkonjunktur wieder an. Möglicherweise werden wir sogar leicht inflationäre Tendenzen sehen. Ergo werden die Zentralbanken die Zügel der Geldpolitik wieder anziehen, um das Inflationsrisiko möglichst gleich im Anfangsstadium zu ersticken. Steigende Zinsen sind allerdings für Gold Gift.

Auffällig war, dass sich die Notenbanken bereits zuletzt mit weiteren geldpolitischen Maßnahmen zurückgehalten haben. Obwohl etwa Europa in den zweiten Lockdown gegangen ist, haben wir von unserer obersten Währungshüterin, Christine Lagarde, nicht viel gehört. Offenbar baut auch die Französin stark auf den Impfstoff und hält weitere Stützungsmaßnahmen für die EU-Volkswirtschaften für nicht erforderlich. Goldanleger hätten hier gerne weitere Aktivitäten gesehen.

Der Impfstoff wirkt nicht. Die Erholung wird von stets wiederkehrenden Lockdown-Maßnahmen gebremst. Das würde ohne Frage den Golfpreis stützen, zumal dann die Geldpolitik doch nochmals nachlegen muss und weitere Hilfsgelder in die Volkswirtschaften des Westens pumpen wird. In einem solchen Szenario bliebe auch der Aktienmarkt eher zurück und Investoren würden wieder den sicheren Hafen suchen. Dabei darf man freilich nicht vergessen, dass die US-Notenbank zunächst nicht mehr…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Gold/Silber

Goldpreis: Charttechnische Ampeln springen auf „Gelb“

Jörg Bernhard

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Der Goldpreis rutschte in den vergangenen Handelstagen aufgrund einer nachlassenden Risikoaversion auf den tiefsten Stand seit vier Monaten ab. Dadurch hat sich die charttechnische Situation erheblich eingetrübt.

Goldpreis wirkt charttechnisch angeschlagen

Weltweit sind derzeit vor allem riskantere Anlageklassen wie zum Beispiel Aktien oder Kryptowährungen gefragt. Die Hoffnung, dass die Welt in Kürze möglicherweise mit drei Impfstoffen die Pandemie eindämmen kann, führte insbesondere bei Gold-ETFs zu massiven Abflüssen. Allein beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares war im November bei der gehaltenen Goldmenge ein Rückgang von 1.257,67 auf 1.199,74 Tonnen (minus 57,93 Tonnen) registriert worden.

Unter charttechnisch orientierten Goldinvestoren herrscht gegenwärtig aus zwei Gründen eine starke Verunsicherung. Erstens: Mit dem jüngsten Kursrutsch in Richtung 1.800 Dollar bewegt sich das gelbe Edelmetall in einer leichten Unterstützungszone, die sich in der ersten Julihälfte herauskristallisiert hat und nun akut gefährdet ist. Zweitens: Außerdem verläuft die langfristige 200-Tage-Linie ebenfalls im Bereich von 1.800 Dollar. Im Falle eines signifikanten Unterschreitens dieses Kursbereichs entstünden gleich zwei Verkaufssignale und somit möglicherweise zusätzlicher chartinduzierter Verkaufsdruck für den Goldpreis.

Doch eines sollten Anleger bei jedem Verkaufssignal stets im Hinterkopf behalten: Nicht selten erweisen sie sich als Fehlsignal. Im März dieses Jahres stürzte zum Beispiel der Goldpreis für einige Tage relativ deutlich unter seine 200-Tage-Linie, um sich nachfolgend innerhalb von weniger als fünf Monaten wieder um in der Spitze 600 Dollar auf ein neues Rekordhoch zu verteuern. Ein bisschen treffsicherer erwies sich ein solches Verkaufssignal Mitte 2018, schließlich folgte damals eine technische (temporäre) Korrektur von immerhin zehn Prozent.

Ein bisschen Optimismus verbreitet aktuell der Timingindikator Relative-Stärke-Index (RSI). Mit aktuell 32 Prozent ist dieser nicht mehr weit von der überverkauften Zone (< 30 Prozent) entfernt. Sollte der RSI die 30-Prozent-Hürde in den kommenden Wochen von unten nach oben durchschneiden, gilt dies in der Chartlehre nämlich als Einstiegssignal.

Fazit

Unter fundamentalen Gesichtspunkten sollten sich Anleger mit langfristigem Anlagehorizont keine großen „Goldsorgen“ machen. Als Krisen-, Vermögens- und Inflationsschutz dürfte die Geldalternative in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiterhin wertvolle Dienste leisten, schließlich werden sich selbst im Falle eines Siegs über die Pandemie die weltweiten Schuldenberge nicht in Wohlgefallen auflösen.

Der Goldpreis ist zuletzt unter Druck gekommen

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