Gold/Silber

Gold: Boden erreicht?

Derzeit sind in den üblichen Charts keinerlei Anzeichen einer Bodenbildung zu erkennen. Alle zuletzt im Stundenchart erkennbaren Dreiecke wurden nach unten aufgelöst. Das aktuelle Dreieck hat lediglich...

Gastkommentar von Ralf Ernst

Derzeit sind in den üblichen Charts keinerlei Anzeichen einer Bodenbildung zu erkennen. Alle zuletzt im Stundenchart erkennbaren Dreiecke wurden nach unten aufgelöst. Das aktuelle Dreieck hat lediglich die Besonderheit, bis ganz in die Spitze gelaufen zu sein.

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Im Tageschart wird eine untere Trendlinie derzeit noch respektiert, über welcher der Chart seit einigen Tagen konsolidiert.

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Das 75 % – Fibo – Level könnte derzeit Unterstützung geben, andere Chartanalysen beachten eher die 1115 und 1100 – Dollarmarken als signifikant, was ich in den Charts aber nicht erkenne. Um Chance und Risiko anders zu betrachten, helfen womöglich Ultralangzeitcharts:

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Im nichtlogarithmierten Chart setzen wir derzeit auf einer plausiblen Trendlinie auf – nicht unbedingt überzeugend.

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Im logarithmierten Freihandchart (da im Netz anders nicht verfügbar) retesten wir derzeit die Ultralangzeit – Trendunterstützungslinie mit letztem Auflagepunkt im Dezember 2015. In dieser Abbildung, welche sehr signifikante bis in die 60-er Jahre zurückverfolgbare Trendlinien markiert, sind Chance und Risiko bestmöglich zu erkennen: Die aktuelle Abwärtsbewegung ist g e n a u j e t z t beendet, oder aber wir fallen auf die unterste Langzeittrendunterstützungslinie und / oder auf den Schnittpunkt dieser Linie mit der skizzierten roten waagerechten Unterstützung bei unter 700 US-$.

Sollte die skizzierte untere Trendlinie halten, hätte dies Implikationen für die anderen Märkte: Der Yen fällt nicht mehr weiter zum Dollar, der Dollarindexanstieg findet hier sein Ende, in einem Umfeld steigender Zinsen und für einen wieder steigenden Goldpreis dann notwendiger wieder negativer Realzinsen bekommen wir eine deutlich steigende Inflation. Dass mehr als ein oder zwei Zinserhöhungen den Aktienmärkten dann gut bekommen, darf man bezweifeln.

Ich persönlich bin der Meinung, der Goldpreis könnte hier halten und in Q1/17 wieder nach oben drehen. Dies wäre eine sehr markante untere Umkehr mit Doppelboden, so wie am Beginn der Goldhausse mit 2 Tiefs 1999 und 2001.



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5 Kommentare

  1. Leute, ihr glaubt doch nicht etwa, das es heutzutage (!) Sinn macht, Gold und Silber charttechnisch zu betrachten.
    Gold und Silber ist hochwirtschaftspolitisch!
    Der Kurs fällt oder steigt wie es Golmann Sachs (Gold) oder JP Morgan (Silber) inszeniert.
    Nur wenn es sehr ernst wird (großer Crash, weltweite Krise, Krieg usw.) bekommen Gold und Silber echte Preise. Und auch dann ist zu beachten: Im Krisenfalle fällt Gold und Silber zunächst. Man darf nicht in der Verlegenheit sein, verkaufen zu müssen. Anfangs ist Krisenzeit = Einkaufszeit.

    1. @Mertens,
      Wenn Gold und Silber hochwirtschaftspolitisch sind(Plural!), dann sind es Aktien und Anleihen erst recht.

  2. Gold, Silber und Platin haben jetzt Kaufkurse.

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