Steigende geopolitische Spannungen, eine zunehmend konfrontative US-Politik unter Donald Trump und wachsende Zweifel am US-Dollar treiben Investoren zunehmend in den sicheren Hafen Gold. Angetrieben durch den sogenannten „Debasement Trade“ erreichte der Goldpreis ein historisches Rekordhoch, während das Vertrauen in die Stabilität der US-Währung schwindet. Europas größter Vermögensverwalter Amundi sieht darin einen klaren strukturellen Trend.
Gold statt Dollar: Abkehr beschleunigt sich
Laut einem Bloomberg-Bericht überzeugt die zunehmende politische Abschottung der USA gegenüber anderen Staaten immer mehr Investoren davon, ihre Dollar-Positionen zu reduzieren und stattdessen verstärkt auf Gold zu setzen. Das sagt Amundi, Europas größter Vermögensverwalter.
Neben der aggressiveren US-Außenpolitik spielen auch das hohe Haushaltsdefizit der Vereinigten Staaten sowie Unsicherheiten über die künftige Geldpolitik der US-Notenbank Fed eine zentrale Rolle. „Der Übergang weg vom Dollar hat mehrere Ursachen“, erklärte Vincent Mortier, Chief Investment Officer von Amundi, in einem Interview mit Bloomberg Television.
Gold sei seit zweieinhalb Jahren fester Bestandteil der Portfolios des Hauses – und daran dürfte sich aus seiner Sicht wenig ändern. „Gold ist langfristig ein sehr guter Schutz gegen Währungsabwertung und ein effektives Mittel, um Kaufkraft zu erhalten“, so Mortier.
Der Markt gibt ihm recht: Der Goldpreis steuert am Dienstag auf den siebten Gewinntag in Folge zu, nachdem er am Montag erstmals in der Geschichte die Marke von 5.000 US-Dollar je Unze überschritten hatte. Innerhalb von zwölf Monaten legte Gold um rund 85 Prozent zu. Gleichzeitig verlor der Bloomberg-Dollarindex etwa 8,5 Prozent an Wert.

Institutionelle Investoren setzen auf Gold
Ein Großteil der Goldnachfrage stammt inzwischen von institutionellen Anlegern wie Zentralbanken und staatlichen Vermögensfonds. Amundi selbst verwaltet rund 2,3 Billionen Euro an Vermögenswerten und beobachtet eine klare Verschiebung globaler Kapitalströme.
Mortier sieht einen direkten Zusammenhang zwischen der politischen Linie von US-Präsident Trump und dieser Entwicklung. Die wiederholten verbalen Angriffe auf traditionelle Verbündete – zuletzt der Streit mit europäischen Staaten über Grönland – sowie die anhaltenden Zollandrohungen gegen Kanada und andere Staaten hätten langfristige Kosten.
„Man kann seine Verbündeten nicht unbegrenzt schikanieren“, sagte Mortier. „Es entstehen neue Allianzen. Die europäische Haltung zu Grönland ist ein interessantes Signal – sie zeigt, dass unter Druck neue Formen des Widerstands entstehen können.“
Diese Einschätzung teilt auch Kanadas Premierminister Mark Carney. Er forderte beim Weltwirtschaftsforum in Davos, dass mittelgroße Staaten enger zusammenarbeiten sollten, und warnte offen vor Zwangspolitik durch Großmächte.
All das zwingt globale Investoren dazu, ihre Kapitalallokation neu zu überdenken. „Die entscheidende Frage lautet: Was tun, wenn man US-Dollar verkauft?“, so Mortier. Seine Antwort ist eindeutig: „Die Alternative ist Gold.“
FMW/Bloomberg
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Wenn dem so wäre… dann müssten ja die us amerikanischen Indizes einbrechen …und das tun sie nicht…
Vielmehr hatten Gold und Silber einen hohen Nachholbedarf speziell Silber…
Dennoch überrascht die absolute Kaufpanik im Fall des Edelmetalls…. Silber….
Die Leute rennen den Kursen hinterher…. wie einer Straßenbahn….
Sie kaufen zu jedem Preis weil sie der Meinung sind schon morgen ist der heutige Preis viel ….viel höher…
Es bleibt abzuwarten, wie der 47. US-Präsident Donald John Trump auf das Mercosur-Abkommen, und auf das EU/Indien-Abkommen reagieren wird. Das OPEC+-Mitgliedsland Islamische Republik Iran ist Stand aktuell Gegenstand einer Beratung im Rahmen einer Plenarsitzung des Deutschen Bundestages am 30.01.26.