Auch wenn es die letzten Wochen Unsicherheit gab beim Thema KI: Im größeren Bild notieren westliche Aktienmärkte nahe an den Allzeithochs. In Südkorea kennt die Rally keine Grenzen und der Leitindex klettert von Rekord zu Rekord. Am Aktienmarkt ist die Stimmung aktuell jedenfalls recht gut. Gleichzeitig laufen aber auch die Sicheren Häfen. Gold notiert weit über 5.100 Dollar. Der Schweizer Franken ist weiter im Aufwind, und auch die Kurse deutscher Bundesanleihen steigen.
Gold, Schweizer Franken, Bundesanleihen im Auftrieb
Im Chart sehen wir die Entwicklung seit Dezember 2025: Gold steigt von 4.184 Dollar bis heute auf 5.167 Dollar. Schweizer Franken vs US-Dollar steigt von 1,24 auf aktuell 1,2928. Und der Kurs deutscher Bundesanleihen steigt von 97,60 bis jetzt auf 101,78 Prozent. Die Rendite fällt entsprechend von 2,85 % auf 2,69 %.
Was kann das bedeuten? Eine Zweiteilung des Marktes. Offenbar strömen global weiterhin Massen an Anlegergeldern (auch angefeuert durch den Boom von ETF-Sparverträgen?) in Techaktien. Und auch glauben offenbar weiterhin genug Anleger in weitere Kursanstiege, weshalb ein großer Abverkauf bestehender Positionen (derzeit) ausbleibt.
Gleichzeitig scheint es ebenfalls genug Anleger zu geben, die Sichere Häfen suchen. Der Run auf Gold geht weiter. Auch kaufen viele Anleger den Schweizer Franken als den historischen Hort der Sicherheit am Devisenmarkt. Und der Kursanstieg der deutschen Bundesanleihen (fallende Renditen) zeigt, dass auch dieser Hort der Verlässlichkeit gefragt ist. Eigentlich müsste die Tendenz bei den Bund-Renditen bergauf gehen, weil der deutsche Staat sich derzeit für Sondervermögen und Aufrüstung massiv stärker verschuldet, was Aufwärtsdruck für die Renditen bedeutet. Aber die Kurse steigen, die Renditen fallen.
Gold-Rausch
The Kobeissi Letter schreibt aktuell auf X zum anhaltenden Ansturm auf das Edelmetall: Die Goldnachfrage wird in diesem Jahr weiter steigen. Die weltweite Goldnachfrage wird voraussichtlich bis 2026 auf einen Rekordwert von ~4.900 Tonnen steigen und damit das zweite Jahr in Folge zunehmen. Die Nachfrage nach Schmuck wird voraussichtlich um +100 Tonnen auf ~1.700 Tonnen steigen, den höchsten Stand seit 2024. Die Käufe der weltweiten Zentralbanken werden auf einen historischen Höchststand von ~1.000 Tonnen geschätzt. Physisch gedeckte Gold-ETFs werden voraussichtlich zum zweiten Mal in Folge Nettozuflüsse von ~900 Tonnen verzeichnen. Die Nachfrage nach Barren und Münzen dürfte hingegen mit ~1.300 Tonnen stabil bleiben. Die Welt kann nicht genug Gold bekommen.
Auch schrieb die Research-Firma jüngst: Indische Investoren stürzen sich in beispiellosem Tempo auf Gold. Die Zuflüsse in Gold-ETFs in Indien sind auf bis zu 250 Milliarden Rupien gestiegen, ein Allzeithoch. Infolgedessen haben die Zuflüsse in Goldfonds erstmals die Zuflüsse in Aktienfonds übertroffen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Zuflüsse in Gold-ETFs seit Juli um mehr als 900 % gestiegen sind. Im gleichen Zeitraum sind die Zuflüsse in Aktienfonds um 170 Milliarden Rupien zurückgegangen. Als zweitgrößter Gold-Verbraucher und einer der größten Importeure der Welt markiert Indiens Umschwung hin zu ETFs auf das Edelmetall eine grundlegende Veränderung in der Art und Weise, wie seine Investoren ihr Kapital anlegen. Indische Privatanleger ziehen Gold gegenüber Aktien vor.
Gold demand is set to rise further this year:
Global gold demand is projected to rise to a record ~4,900 tonnes in 2026, marking the 2nd-consecutive annual increase.
Jewelry demand is expected to rise by +100 tonnes, to ~1,700 tonnes, the highest since 2024.
World central bank… pic.twitter.com/uAVkNTkpuW
— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) February 26, 2026
Schweizer Franken mit viel Potenzial?
Neben Gold und Bundesanleihen aus Deutschland bleibt der Schweizer Franken einer der sicheren Häfen, gerade wo Donald Trump seit Monaten dabei ist, die Seriösität des US-Kapitalmarkts zu untergraben. Bloomberg berichtete am Montag: Der Schweizer Franken könnte angesichts des wachsenden Vertrauens in den Status der Währung als sicherer Hafen angesichts der politischen Unsicherheit in den USA um bis zu 17 % gegenüber dem Dollar steigen, so die Strategen von Morgan Stanley.
Die niedrige Inflation, die solide Finanzlage und die Sicherheit der Vermögenswerte der Schweiz machen den Franken „wohl zur goldähnlichsten Safe-Haven-Währung“, schrieben die Strategen unter der Leitung von David Adams in einer Mitteilung. Dies könnte den Franken in einem „Bear-Case”-Szenario auf ein Allzeithoch von 0,64 gegenüber dem Dollar steigen lassen, so die Strategen. Am Montag wurde die Währung bei etwa 0,776 gehandelt. „Der CHF ist ein übersehener, unterschätzter sicherer Hafen, der voraussichtlich stärker und schneller aufwerten wird, als Investoren denken oder die Märkte einpreisen”, sagte Adams. Die Währung sei der „bewährteste“ sichere Hafen und habe die beste Erfolgsbilanz bei der Outperformance während Marktturbulenzen, fügte er hinzu.
FMW/Bloomberg
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Und da wird vom Experten (je nach Risikobereitschaft) geraten, zum Vermögensschutz 5 bis 30% des Gesamtvermögens in Gold zu halten.
…Das Netto-Gesamtvermögen der europäischen Haushalte (Nettovermögen = Sach- und Finanzvermögen abzüglich Verbindlichkeiten) verzeichnete in den letzten Jahren Zuwächse und erreichte laut Daten aus Mitte 2025 (basierend auf EZB-Daten) ein Volumen von rund 70,2 Billionen Euro…
Oder etwa 500.000 Tonnen Gold in Euro.
Bei 5 % sind 25.000 Tonnen notwendig.
Bei 30 % sind es schon 150.000 Tonnen.
Und das nur für Europa.
Da kann man nur noch sagen:
Das kann jeder machen, aber eben nicht alle,
Ansonsten müsste sich der Goldpreis erneut etwa verzehnfachen.
…Das weltweite Netto-Gesamtvermögen der privaten Haushalte (inklusive Immobilien und Finanzanlagen abzüglich Schulden) belief sich Schätzungen zufolge im Jahr 2024/2025 auf einen historischen Höchstwert von über 470 Billionen US-Dollar…
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut
Ja ist klar das diese Vermögen steigen, wenn die gesamte Geldmenge stetig wächst. Klar gibt es da eine Korrelation. Wichtig ist, was die Kaufkraft anbelangt. Man kann das gut sehen im grenznahen Gebiet Deutschland / Schweiz. In Deutschland haben sich die Preise im Kaufland nahezu verdoppelt für einen normalen Wocheneinkauf. Unter 120.- Euro kommt man nicht mehr weg. In der Schweiz sind die Lebensmittelpreise auch gestiegen, aber niemals in diesem Ausmass. Der Zerfall des Euros ist daran gut sichtbar. Dies korreliert aber wiederum mit der Politik. Wenn man das Gefühl hat, man muss mit dem Klimawahnsinn die Welt retten, ja dann wird man dies zwangsläufig in der Kaufkraft wieder erkennen. Bei den Deutschen ist es aber noch nicht angekommen, da ist ein Euro immer noch ein Euro. Gerade in Deutschland mit der Hyperinflation müsste eigentlich mehr Verstand vorhanden sein, leider ist aber die Eigenverantwortung in Deutschland sehr niedrig. Wie sagte Joseph Schumpeter sinngemäss: es muss zuerst sehr schlecht werden, damit es wieder gut wird. Hätte man anfangs der Eurokrise, also 2012 auf Prof. Dr. Hans Werner Sinn gehört und hätte Gold gekauft, dann wäre die Kaufkraft geblieben. Stand aber nicht in der Bildzeitung…