Zentralbanken kaufen Gold wie wild, Privatanleger, Firmen. Die Rally im Goldpreis scheint kein Halten mehr zu kennen. Allein in den letzten 24 Stunden war es ein atemberaubender Anstieg um 2,12 % auf 5.292 Dollar, in den letzten vier Wochen ist es ein Ansieg um 16,75 %. Der XAUUSD Chart zeigt den Verlauf seit Mitte Dezember. Vor allem ab dem 16. Januar sieht man eine klare negative Korrelation: Gold rauf, Dollar runter! Diese massive Bewegung sendet Schockwellen durch die Märkte. Anleger fliehen aus dem Dollar und schichten um in Sicherheit (Debasement Trade). Eine „Anmerkung am Rande“: Nach dem Absturz auf 45 Punkte beim Gold-Silber-Ratio (niedrigster Wert seit Finanzkrise) könnte Gold nun wieder Silber outperformen – zumindest kurzfristig? Was sagen international viel beachtete Analysten und Marktkommentatoren zur aktuellen Gold-Hausse? Wir zeigen nachfolgend aktuelle Aussagen.
Gold-Rally: Ole Hansen über Hintergründe
Ole Hansen, Head of Commodity Strategy bei der Saxo Bank, sagt heute: Gold und Silber setzten ihre starke Rally fort, wobei der Debasement-Handel wieder stark im Fokus stand, nachdem Trump sich abfällig über den Dollar geäußert hatte, der auf ein Vierjahrestief fiel. Hinzu kommt, dass Rick Rieder von BlackRock, der aggressive Zinssenkungen befürwortet, nun als aussichtsreicher Kandidat für den nächsten Fed-Vorsitzenden gilt. Der Goldpreis erreichte während der asiatischen Handelssitzung 5.266 USD (ein Plus von 17,3 % seit Jahresbeginn) und Silber 116,1 USD (ein Plus von 59 % seit Jahresbeginn). Die extreme Volatilität bei Silber, insbesondere am Montag, hat die CME dazu veranlasst, die Anfangsmargen für Silber-Futures von 9 % auf 11 % anzuheben. Die Märkte richten ihre Aufmerksamkeit nun auf den Dollar, die Renditen, die heutige FOMC-Sitzung, bei der keine Zinssenkung erwartet wird, und eine neue Flut von Trump-Botschaften.
Tether Holdings hat sich mit Beständen von rund 140 Tonnen im Wert von etwa 23 Milliarden USD zum größten bekannten Goldbesitzer außerhalb von Zentralbanken und Nationalstaaten entwickelt. Das Unternehmen soll Berichten zufolge wöchentlich ein bis zwei Tonnen hinzufügen und beabsichtigt, dies auch weiterhin zu tun, wodurch neben den anhaltenden Käufen der Zentralbanken und dem breiten Interesse der Anleger eine zusätzliche und zunehmend bedeutende Nachfragequelle entsteht.
Gold and silver extended their strong rally with the debasement trade back in sharp focus after Trump was seen talking down the dollar, which slipped to a four-year low. Adding to the narrative, BlackRock’s Rick Rieder – who favours aggressive rate cuts – is now…
— Ole S Hansen (@Ole_S_Hansen) January 28, 2026
Fanatiker Peter Schiff
Um es mal so auszudrücken. Der Investor Peter Schiff ist eine Art Gold-Fanatiker. Er schrieb heute Nacht: Gold schloss knapp unter 5.180 Dollar, ein Anstieg von über 170 Dollar heute – der größte Tagespreisanstieg aller Zeiten. Gold sendet eine klare Warnung, dass eine Krise des US-Dollars und der Staatsschulden unmittelbar bevorsteht. Ignorieren Sie diese Warnung auf eigene finanzielle Gefahr.
Gold closed just under $5,180, up over $170 today— the biggest one-day price increase ever. Gold is sending a clear warning that a U.S. dollar and sovereign debt crisis is imminent. Ignore this warning at your own financial peril. Contact https://t.co/hluaqf2is2 to save yourself.
— Peter Schiff (@PeterSchiff) January 27, 2026
Merkwürdige Bewegung vor Trumps Dollar-Aussagen
Zerohedge schrieb heute Nacht zur jüngsten Eskalation im Goldpeis-Anstieg: Jemand hat Trumps Dollar-Ankündigung vorweggenommen, indem er voll auf Gold gesetzt hat. Um genau 15 Uhr wurde ein großer Block von Gold-gebundenen Call-Optionen (GLD) gehandelt, was mit dem starken Anstieg des Spot-Goldpreises zusammenfiel. In außerbörslichen Äquivalenten rollte ein Händler 250.000 Deltas aus einem In-the-Money-Call-Spread von 4.950/5.050 in einen Call-Spread von 5.250/5.400 vom 20. Februar, was einem Goldengagement von 1,1 Millionen Unzen (5,1 Mrd. USD) entspricht. Der Kunde zahlte 30 Mio. USD an Nettoprämien, um die neue Struktur umzusetzen.
Someone frontran Trump’s dollar announcement by going all-in gold.
At exactly 3pm, a large block of gold‑linked call (GLD) trading went through, coinciding with the sharp move higher in spot gold. In over‑the‑counter equivalent terms, a trader rolled 250k deltas out of an… https://t.co/QI87JSM41K pic.twitter.com/LuUo8ppckS
— zerohedge (@zerohedge) January 27, 2026
Kobeissi: Besitzer von Assets gewinnen
„The Kobeissi Letter“ schrieb heute früh: Die Lage für Vermögensbesitzer wird immer besser: Das passiert, wenn der US-Präsident sagt, dass der US-Dollar „gut läuft”, nachdem er innerhalb von 12 Monaten um 11 % gefallen ist. Rohstoffe sind durchweg stark im Plus, was mittlerweile fast schon täglich der Fall zu sein scheint. Gold ist um weitere +3 % gestiegen, Silber um +9 %, und die S&P 500-Futures steigen auf 7.000. Alle, die unsere Arbeit seit mehr als 12 Monaten verfolgen, waren darauf vorbereitet. Die Vermögensbesitzer gewinnen. Alle anderen sind zurückgeblieben.
The asset owner party just keeps getting better:
This is what happens when the President of the US says the US Dollar is „doing great“ after falling -11% in 12 months.
Commodities are deep green across the board, a now seemingly daily occurrence.
Gold is up another +3%, silver… pic.twitter.com/9NML8wQsnv
— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) January 28, 2026
Jeroen Blokland
Der Investor Jeroen Blokland schreibt: Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis in Euro um fast 20 Prozent gestiegen. Wie ich bereits in einem früheren Beitrag erwähnt habe, kann ich kurzfristig nicht einschätzen, ob der Anstieg zu hoch ist oder sich fortsetzen wird. Aber eine andere Frage beschäftigt mich, ausgelöst durch ein Podcast-Gespräch, das ich neulich geführt habe. Was denken Kunden traditioneller Vermögensverwalter, die in das klassische 60/40-Portfolio oder eine Variante davon investiert haben, derzeit eigentlich? Vor allem, wenn man bedenkt, dass einige dieser Vermögensverwalter seit Jahren offen Investitionen in Gold verspotten.
Da die Anleihen in diesem Monat erneut gefallen sind, sind diese Anleger deutlich weniger geschützt vor steigenden geopolitischen Spannungen, Inflationsrisiken, wachsendem Druck auf die Unabhängigkeit der Zentralbanken und nicht zuletzt dem jüngsten Rückgang des US-Dollars. Wenn das Vertrauen in das auf Fiatgeld und Schulden basierende Währungssystem zunehmend in Frage gestellt wird, ist das dann nicht Grund genug, einen Teil seines Vermögens außerhalb dieses Systems zu halten und zumindest einen Teil des Portfolios in Gold anzulegen?
Was sagen diese traditionellen Vermögensverwalter also ihren Kunden? Dass Anleiherenditen attraktiv aussehen, wobei sie die Inflation bequem ignorieren?Ich bin fest davon überzeugt, dass die sich wandelnde Kundennachfrage selbst zu einem Katalysator für das wird, was ich als „The Great Rebalancing” bezeichne. Und ich vermute, dass dieser Prozess bereits im Gange ist. Die Dinge entwickeln sich vielleicht etwas zu schnell, und ich weiß wirklich nicht, wohin sich Gold in naher Zukunft bewegen wird. Aber die Renditen, die traditionelle Anlageportfolios verpasst haben, werden wahrscheinlich nie wieder aufgeholt werden können. Niemals!
Gold is up nearly 20 percent in euro terms since the start of the year. As I mentioned in a previous post, in the short term, I have no idea whether it has gone up too far or will continue to rally.
But a different question has been on my mind, triggered by a podcast… https://t.co/3KJ4dhmA10 pic.twitter.com/h6mpfC0B0B
— jeroen blokland (@jsblokland) January 28, 2026
Daniel Eckert
Daniel Eckert von der WELT schrieb heute früh: Folgt Gold einem ähnlichen Muster wie in der letzten großen Dollar-Vertrauenskrise Ende der 1970er Jahre, könnte sich der Unzenpreis in dieser Dekade nochmal verdoppeln, also auf 10.000 Dollar gehen, und zwar – das ist wichtig – ohne dass unser Geld stirbt. Nicht jede Währungskrise endet in einem Währungstod. Aktuell kostet die Unze 5268 Dollar.
Folgt Gold einem ähnlichen Muster wie in der letzten großen Dollar-Vertrauenskrise Ende der 1970er Jahre, könnte sich der Unzenpreis in dieser Dekade nochmal verdoppeln, also auf 10.000 Dollar gehen, und zwar – das ist wichtig – ohne dass unser Geld stirbt. Nicht jede… pic.twitter.com/Q6ks0tBsAu
— Daniel D. Eckert (@Tiefseher) January 28, 2026
Ray Dalio
Ray Dalio sagt aktuell: „Gold ist jetzt die zweitgrößte Währung“ – so spricht er darüber, wie „Kapitalkriege“ Käufer zu Goldbarren treiben. Es ist keine Überraschung, dass Zentralbanken und Staatsfonds sich von Staatsanleihen abwenden und sich Gold zuwenden, und die Geschichte zeigt, dass der gegenwärtige Moment gefährlich ist.
‘Gold is now the second-largest currency’ – Ray Dalio on how ‘capital wars’ drive buyers into bullion
It’s no surprise that central banks and sovereign wealth funds are pivoting away from Treasuries and towards #gold, and history shows that the present moment is a perilous… pic.twitter.com/Y4i0zvchsY
— Kitco NEWS (@KitcoNewsNOW) January 28, 2026
Ipek Ozkardeskaya blickt auf die Fed
Ipek Ozkardeskaya, Senior Analyst bei Broker Swissquote, schreibt heute (auszugsweise): Gestern gab es zahlreiche wichtige Nachrichten und Marktbewegungen, aber die bedeutendste – und wirkungsvollste – war zweifellos der starke Ausverkauf des US-Dollars. Er drückte den US-Dollar-Index auf ein Vierjahrestief und treibt Gold und Silber heute Morgen weiter auf neue Rekordhöhen. Allerdings wissen wir alle, dass der US-Präsident direkt vor der Tür wartet – und alles, was er über die Entscheidung der Fed oder darüber sagen könnte, wie sehr er Powell ablehnt, würde die Lage für den US-Dollar nur noch verschlimmern, sehr zur Freude der Gold- und Silber-Long-Positionen. Aber mit oder ohne Schlagzeilen scheint der US-Dollar zum Scheitern verurteilt zu sein.
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Ich würde nicht sagen, dass die Märkte auf das sogenannte Schocksignal reagieren, sondern dass eben jenes auf die Märkte reagiert.
Übrigends in dem Kontext, ich sehe meine These kurz vor Jahreswechsel bestätigt. Wenn der Dollar runter geht, wird der EUR nicht auf erhöhtem Wechselkurs verharren dürfen. Ich denke der Artikel passt eigentlich perfekt ins Bild:
https://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/devisen-deutscher-exportverband-sieht-starken-euro-kritisch/100195504.html
„Was denken Kunden traditioneller Vermögensverwalter, die in das klassische 60/40-Portfolio oder eine Variante davon investiert haben, derzeit eigentlich? Vor allem, wenn man bedenkt, dass einige dieser Vermögensverwalter seit Jahren offen Investitionen in Gold verspotten.“
Dass frage ich mich nicht nur bei diesen Vermögensverwesern, sondern auch bei neidischen Gold-bashern, wie z.B. Colombo. Dessen einzige Reaktion auf die logische Goldrallye aufgrund der exorbitanten Verschuldung ist zu schreien: „Goldverbot … Goldverbot! … Goooldverboooot!“
Und das vielgerühmte Abkommen mit Indien wird den Indern unter dem Strich mehr nützen als der EU.
Bei freiem Handel wird der Billigproduzent und Billiganbieter wohl die Nase vorn haben und können die Inder nicht auch schon Autos bauen ?
Die Autos sollen wohl weiterhin mit hohen Zöllen belegt bleiben. Aber es ist natürlich logisch: man kann nicht deutsche Löhne wollen und indische (koreanische etc.) Autos fahren. Das kann langfristig nicht zusammengehen. Früher war das einfache SPD-Logik. War nichts falsch daran.
Ich denke, das ist Schwarmintelligenz.
Und Gold ist eben ein Giffengut.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
@Helmut
auch wenn du es immer wiederholst: Falsche Aussagen bleiben falsch. Oder anders gesagt: Wenn du keine Ahnung von Wirtschaft hast, dann solltest du lieber schweigen.
Aber wir lassen dich nicht dumm sterben, hier mal wieder etwas Nachhilfe:
In der Wirtschaftswissenschaft bezeichnet man als Giffengut ein Produkt, das bei steigendem Preis häufiger gekauft wird. Das liegt meist daran, dass es ein absolut notwendiges Grundnahrungsmittel ist (wie Brot oder Reis) und sich die Menschen durch die Preiserhöhung andere, teurere Lebensmittel nicht mehr leisten können.
Bei Gold ist die Antwort etwas komplizierter.
Ist Gold ein Giffengut?
Nein, im klassischen Sinne ist Gold kein Giffengut.
Hier sind die Gründe dafür:
* Kein Grundbedürfnis: Giffengüter sind meist billige Lebensmittel für arme Haushalte. Gold ist ein Luxusgut oder eine Wertanlage.
* Veblen-Effekt: Wenn Gold teurer wird und die Nachfrage steigt, liegt das meist am sogenannten Veblen-Effekt. Menschen kaufen es dann, weil es als Statussymbol gilt oder weil sie hoffen, dass der Wert noch weiter steigt (Spekulation).
= Sicherer Hafen: In Krisenzeiten kaufen Menschen Gold, egal wie hoch der Preis ist. Das geschieht aus Angst um ihr Vermögen und nicht, weil sie sich nichts anderes mehr zu essen kaufen können.
Zusammenfassung
Gold verhält sich zwar manchmal untypisch (steigender Preis führt zu steigender Nachfrage), aber die Ursachen sind völlig andere als bei einem Giffengut. Man nennt Gold daher eher ein **Spekulationsgut** oder ein Veblen-Gut
@ Nachsitzer
Gold ist ein Giffen – Gut. Das kann Ihnen jede Verkaufsstelle der Welt bestätigen.
Mann, mann, mann. Beschweren Sie sich bitte bei Ihren Lehrern, nicht bei uns hier.
Gold ist ein Griffelgut-eindeutig-weil zu viele ihre Griffel drin haben.
Columbo
Ich meine, gerade in Gold haben recht wenige Kontrahenten ihre Griffel drin.
Der typische kleine Anleger, der z. B. etwas für seine Rente zur Seite legen möchte, kann ab und zu für 1.999 Euro in Deutschland anonym kaufen.
Er kann es dann im Garten vergraben oder, oder.
Es gibt 1.001 Möglichkeiten.
100.000 kleine Goldbarren haben Platz in einer Zigarettenschachtel oder etwa 2 Millionen in einer Milchtüte.
Gold hat kein Drittparteienrisiko.
Händler nehmen Gold bis 50.000 Euro ohne Vorlage der Kaufrechnung, unter der Vorlage des Personalausweis an, und zahlen in der Regel 3.000,00 Euro auch bar aus.
Wer die Haltefrist von 1 Jahr einhält, hat keine Probleme mit dem Finanzamt. Und wer es legal erworben hat auch nicht mit der Polizei oder der Steuerfahndung.
Die Schwierigkeiten die Du beim Goldverkauf beschrieben hast, hat man nur, wenn das Gold illegal erworben wurde, und das Finanzamt, die Polizei oder die Steuerfahndung hinter einem her ist.
Mein Berufskollege in Deutschland ist auch seit einigen Jahren Rentner.
Er verkauft nun sein Gold in kleinen Mengen (um Monatlich seine Rente aufzuhübschen) an Privatpersonen gegen bar. An Privatpersonen, die sogar selbst anrufen und fragen, ob er mal wieder was zu verkaufen hat.
Er hat praktisch Stammkunden, die ihren Goldbesitz damit aufbauen, was er verkauft.
Der Käufer erhält neben der Rechnung auch eine Kopie von der ursprünglichen Kaufrechnung.
Ich z. B. kann nachweisen, dass ich im Jahre 2000 von den Verkaufserlösen meiner Firmen und Immobilien, auch für einige Hunderttausend in Gold investiert habe.
Natürlich besitze ich auch die Rechnungen für das Gold..
Was sollte ich da für Schwierigkeiten bekommen?
Daher solltest Du nicht solche Horrorgeschichten schreiben, wenn es nur darum geht Dein legal erworbenes Gold zu verkaufen.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut