Gold/Silber

Gold für 240 US-Dollar pro Unze

Stellen Sie sich vor, Sie finden Gold und Ihnen fehlt das Kapital, es zu fördern. An diesem Punkt kommen Minenfinanzierer ins Spiel, die das Geld für die Produktion vorstrecken und dafür einen Teil der Fördermenge zu extrem niedrigen Kosten pro Unze erhalten.

Gold – Förderung enorm kapitalintensiv

Minenfinanzierer spielen im kapitalintensiven Bergbau eine besondere Rolle. Die Inbetriebnahme von Goldminen erfordert hohe Vorlaufinvestitionen. Für die Erkundung und Erschließung geeigneter Gebiete werden hoch bezahlte Spezialisten benötigt, die profunde Kenntnisse in Mineralogie, Geologie und Lagerstättenkunde besitzen. Zudem müssen staatliche Schürflizenzen erworben, Testbohrungen erfolgen und Machbarkeitsstudien erstellt werden. Anschließend beginnt der Aufbau der Förderinfrastruktur. Dieser Prozess erstreckt sich über mehrere Jahre, in denen je nach Größe des Projektes Millionenbeträge an Kosten anfallen, ohne das Einnahmen erzielt werden.

Da normalen Kreditinstituten dieses Geschäft auch wegen mangelnder Spezialkenntnisse oft zu risikoreich ist, haben sich sogenannte Royalty- oder Streaming-Unternehmen auf die Vorfinanzierung von Minenprojekten spezialisiert. Die fünf größten der Branche sind Wheaton Precious Metals (ehem. Silver Wheaton), Franco Nevada, Royal Gold, Sandstorm Gold und Metalla Royal Stream.
Das margenstarke Geschäft der Steamer

Wenn ein Explorations- oder Minenunternehmen ein Projekt nicht via Eigen- oder Fremdkapital finanzieren kann oder will, treten sie an die Minenfinanzierer heran und schließen mit ihnen Royalty- oder Streaming-Verträge ab. Für die Finanzierung der Inbetriebnahme der Mine erhalten die Streamer im Gegenzug das Recht, z. B. 30 Prozent der Goldfördermenge (den Stream) über einen bestimmten Zeitraum hinweg, z. B. fünf Jahre lang, für einen festen Preis zu beziehen. Wheaton Precious Metals erhält so sein Gold für durchschnittlich 420 US$ pro Unze, Franco Nevada sogar für unter 240 US$. Bei einem aktuellen Goldpreis von ca. 1.500 US$ ein gutes Geschäft.

Wie bei den Minenunternehmen selbst besteht für die Streamer die Herausforderung darin, immer neues Gold zu bekommen, also neue Verträge abzuschließen und neue Streams zu etablieren.

Dies gelingt ihnen bisher sehr gut und sie wachsen seit Jahren kontinuierlich, denn für die Minenunternehmen bringt die Zusammenarbeit mit den Streamern wesentliche Vorteile:

Die Rückzahlung erfolgt in Form von Gold nur bei erfolgreicher Produktion
Die Streamer bieten Unterstützung durch Know-how und Manpower
Bei der Vermarktung der Edelmetalle helfen die Streamer
Die Royalty-Kontrakte verwässern nicht das Aktienkapital der Minen
Die Verschuldungsquote der Minen steigt nicht an

So kommt es zu einer Win-Win-Situation für beide Seiten und zu einem auch für Investoren interessanten Geschäftsmodell.

Im unteren Schaubild sehen Sie exemplarisch für die drei größten Streamer die Umsatzquellen nach Rohstoff im Geschäftsjahr 2018 (Quelle: Wheaton Precious Metals):

Gold Streamer

Fazit

Wenn Sie über ein Investment in Goldminen nachdenken, das Risiko einzelner Minen aber scheuen, stellen Streaming-Unternehmen eine konservative Investmentalternative dar. Durch ihre hohen Margen und den komfortablen Anstand zwischen Einkaufskurs und Goldpreis ist das Risiko, dass solche Minenfinanzierer in Konkurs gehen und ihre Aktien wertlos werden deutlich geringer als bei den Goldproduzenten selbst. Außerdem besitzen die Streamer ein breit gestreutes Portefeuille an Goldlieferverträgen, ergänzt um andere Edelmetall-Streams wie Silber, Platin oder Palladium.



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