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Gold/Silber

Gold für 240 US-Dollar pro Unze

Hannes Zipfel

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am

Stellen Sie sich vor, Sie finden Gold und Ihnen fehlt das Kapital, es zu fördern. An diesem Punkt kommen Minenfinanzierer ins Spiel, die das Geld für die Produktion vorstrecken und dafür einen Teil der Fördermenge zu extrem niedrigen Kosten pro Unze erhalten.

Gold – Förderung enorm kapitalintensiv

Minenfinanzierer spielen im kapitalintensiven Bergbau eine besondere Rolle. Die Inbetriebnahme von Goldminen erfordert hohe Vorlaufinvestitionen. Für die Erkundung und Erschließung geeigneter Gebiete werden hoch bezahlte Spezialisten benötigt, die profunde Kenntnisse in Mineralogie, Geologie und Lagerstättenkunde besitzen. Zudem müssen staatliche Schürflizenzen erworben, Testbohrungen erfolgen und Machbarkeitsstudien erstellt werden. Anschließend beginnt der Aufbau der Förderinfrastruktur. Dieser Prozess erstreckt sich über mehrere Jahre, in denen je nach Größe des Projektes Millionenbeträge an Kosten anfallen, ohne das Einnahmen erzielt werden.

Da normalen Kreditinstituten dieses Geschäft auch wegen mangelnder Spezialkenntnisse oft zu risikoreich ist, haben sich sogenannte Royalty- oder Streaming-Unternehmen auf die Vorfinanzierung von Minenprojekten spezialisiert. Die fünf größten der Branche sind Wheaton Precious Metals (ehem. Silver Wheaton), Franco Nevada, Royal Gold, Sandstorm Gold und Metalla Royal Stream.
Das margenstarke Geschäft der Steamer

Wenn ein Explorations- oder Minenunternehmen ein Projekt nicht via Eigen- oder Fremdkapital finanzieren kann oder will, treten sie an die Minenfinanzierer heran und schließen mit ihnen Royalty- oder Streaming-Verträge ab. Für die Finanzierung der Inbetriebnahme der Mine erhalten die Streamer im Gegenzug das Recht, z. B. 30 Prozent der Goldfördermenge (den Stream) über einen bestimmten Zeitraum hinweg, z. B. fünf Jahre lang, für einen festen Preis zu beziehen. Wheaton Precious Metals erhält so sein Gold für durchschnittlich 420 US$ pro Unze, Franco Nevada sogar für unter 240 US$. Bei einem aktuellen Goldpreis von ca. 1.500 US$ ein gutes Geschäft.

Wie bei den Minenunternehmen selbst besteht für die Streamer die Herausforderung darin, immer neues Gold zu bekommen, also neue Verträge abzuschließen und neue Streams zu etablieren.

Dies gelingt ihnen bisher sehr gut und sie wachsen seit Jahren kontinuierlich, denn für die Minenunternehmen bringt die Zusammenarbeit mit den Streamern wesentliche Vorteile:

Die Rückzahlung erfolgt in Form von Gold nur bei erfolgreicher Produktion
Die Streamer bieten Unterstützung durch Know-how und Manpower
Bei der Vermarktung der Edelmetalle helfen die Streamer
Die Royalty-Kontrakte verwässern nicht das Aktienkapital der Minen
Die Verschuldungsquote der Minen steigt nicht an

So kommt es zu einer Win-Win-Situation für beide Seiten und zu einem auch für Investoren interessanten Geschäftsmodell.

Im unteren Schaubild sehen Sie exemplarisch für die drei größten Streamer die Umsatzquellen nach Rohstoff im Geschäftsjahr 2018 (Quelle: Wheaton Precious Metals):

Gold Streamer

Fazit

Wenn Sie über ein Investment in Goldminen nachdenken, das Risiko einzelner Minen aber scheuen, stellen Streaming-Unternehmen eine konservative Investmentalternative dar. Durch ihre hohen Margen und den komfortablen Anstand zwischen Einkaufskurs und Goldpreis ist das Risiko, dass solche Minenfinanzierer in Konkurs gehen und ihre Aktien wertlos werden deutlich geringer als bei den Goldproduzenten selbst. Außerdem besitzen die Streamer ein breit gestreutes Portefeuille an Goldlieferverträgen, ergänzt um andere Edelmetall-Streams wie Silber, Platin oder Palladium.

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

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Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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Gold/Silber

Experte Andre Stagge: Trading kurz vor der US-Wahl

Redaktion

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So kurz vor der US-Wahl, worauf sollten Trader achten? Wer wird die Wahl gewinnen, und was bedeutet das für die Börse? Der Experte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) erklärt im folgenden ganz aktuellen Video seine Meinung und seine Handelsstrategie. Müssen seine Handelsstrategien „Turnaround Tuesday“ und „Ultimo“ in dieser besonderen Woche ausgesetzt oder angepasst werden?

Der Börsenexperte Andre Stagge
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Gold/Silber

Goldpreis steigt nicht – Gründe, aktuelle Lage, Expertenkommentar

Claudio Kummerfeld

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Gold und US-Dollar mit Adler

Der Goldpreis war letzte Woche wacklig unterwegs (wir berichteten). Das gilt auch für diese Woche. Wird die runde Marke von 1.900 Dollar zur Dauer-Qual für die Gold-Bullen, weil der Goldpreis immer und immer wieder hierhin zurückfällt? Ganz aktuell fällt der Goldpreis wieder zurück von 1.910 Dollar heute früh auf jetzt 1.901 Dollar.

Zwar sind die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen seit letztem Freitag wieder gesunken von 0,86 auf 0,80 Prozent. Aber der US-Dollar (in Form des Dollar-Index) zeigt sich seit Freitag relativ stabil auf Niveaus um die 93 Indexpunkte. Der Rückfall im US-Dollar konnte letzten Mittwoch gestoppt werden, und ist seitdem abgesagt. Dies ist schlecht für den Goldpreis.

Goldpreis-Anstieg bei Verschärfung der Corona-Lage?

Wir empfehlen beim Klick an dieser Stelle die gestrige Analyse von CMC Markets-Analyst Jochen Stanz zu Gold. Er bespricht ausführlich die Frage, ob im Goldpreis der große Knall bevorsteht. Was, wenn der zweite globale Lockdown umfassend durchgeführt wird? Die Staatsausgaben zur Stützung von Bevölkerung und Wirtschaft überall auf der Welt würden die Staatsverschuldungen immens nach oben treiben, was eine große Chance für Gold darstellen könnte.

Aber im Augenblick klebt der Goldpreis weiter an der 1.900 Dollar-Marke. Die Aktienmärkte fallen, und der US-Dollar sackt nicht weiter ab. Wir erinnern uns. Im März, wo die Corona-Panik weltweit am Schlimmste war, schoss der Dollar-Index von 95 auf 103 Indexpunkte nach oben (Flucht in den Sicheren Hafen US-Dollar), und zwar sehr schnell. Der Goldpreis fiel von 1.700 auf 1.464 Dollar. Also: Könnte der Goldpreis bei einer dramatischen Verschärfung der Corona-Lage erneut nicht profitieren, weil der steigende US-Dollar Gold ausbremst?

Heutige Konjunkturdaten

Derzeit jedenfalls kann der Goldpreis als sicherer Fluchthafen in unsicheren Zeiten nicht von den weltweit stark zunehmenden Corona-Infektionszahlen profitieren. Heute um 13:30 Uhr werden in den USA die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter veröffentlicht, und vermutlich um 12 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht der weltweit größte Baumaschinenhersteller Caterpillar seine Quartalszahlen. Beide Ereignisse könnten Aktienkurse und US-Dollar in Bewegung bringen, wie auch den Goldpreis. Genauso kann auch das um 15 Uhr veröffentlichte US-Verbrauchervertrauen die Kurse bewegen.

Aktueller Analystenkommentar

Die Experten der Commerzbank haben vor wenigen Minuten einen Researchbericht auch zu Gold veröffentlicht. Hier auszugsweise im Wortlaut:

Heute Morgen notiert Gold weiter in unmittelbarer Nähe der 1.900 USD-Marke, die eine starke Anziehungskraft auf den Preis ausübt. Gold in Euro gerechnet notiert seit etwa vier Wochen knapp oberhalb von 1.600 EUR je Feinunze. Eine nennenswerte Preiskorrektur wird unseres Erachtens durch die anhaltend solide Investmentnachfrage verhindert. Gestern verzeichneten die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs Zuflüsse von 3,5 Tonnen. Auch wenn die Dynamik der Zuflüsse in den letzten Wochen nachgelassen hat, erachten offenbar viele Marktteilnehmer den aktuellen Goldpreis noch als attraktive Kaufgelegenheit. In China hat sich die Goldnachfrage gemäß Angaben des Verbands der chinesischen Goldproduzenten zuletzt offenbar erholt: Sie ist demnach im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 29% gestiegen. Der Verband führt dies auf die Erholung der Wirtschaft und auf eine schnelle Rückkehr des Hochzeitsmarktes zurück.

Chart zeigt Kursverlauf im Goldpreis in den letzten 30 Tagen

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