Gold glänzt wie selten zuvor: Der Goldpreis jagt von Rekord zu Rekord – befeuert von den Zinsspekulationen rund um die Fed. Während schwache US-Daten und die Aussicht auf weitere Zinssenkungen die Märkte in Atem halten, rückt die Marke von 4.000 US-Dollar je Unze in greifbare Nähe. Auch Goldman Sachs sieht weiteres Aufwärtspotenzial und sagt: Das Interesse privater Anleger könnte den Höhenflug des Edelmetalls noch verstärken.
Goldpreis mit Rekordjagd
Gold konnte am Mittwoch seine Gewinnserie auf fünf Tage ausbauen und dabei immer neue Rekordstände erreichen. Antreiber der jüngsten Rally waren der Shutdown in den USA und die Spekulationen über weitere Zinssenkungen der US-Notenbank Fed. Die schwachen Beschäftigungsdaten im privaten Sektor (ADP) verstärkten diese Hoffnungen zusätzlich. Die Märkte preisen nun eine Wahrscheinlichkeit von 99 % ein, dass die Fed die Zinsen im Oktober erneut senkt. Zudem rechnen sie nun auch fest mit einer Zinssenkung im Dezember.
Der Goldpreis liegt am Donnerstagmorgen bei 3.870 USD pro Unze und damit etwa 35 USD unter dem Rekordhoch, das am Mittwoch erreicht wurde. Grund dafür ist, dass die Aussetzung der Bundesgeschäfte einen Blackout bei wichtigen Wirtschaftsdaten verursachen könnte, die die Fed für ihre Zinsentscheidungen benötigt. Dadurch sind Ökonomen, Händler und politische Entscheidungsträger stärker auf nichtstaatliche Daten angewiesen. Ein Beispiel hierfür sind die am Mittwoch veröffentlichten Zahlen von ADP Research, die einen starken Rückgang der Beschäftigtenzahlen im privaten Sektor im September zeigten.
Die für Freitag erwarteten Zahlen zur Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft (NFP) werden sich aufgrund des Shutdowns wohl verzögern, was ebenfalls den Druck auf den Dollar erhöhen könnte. Händler setzen zunehmend darauf, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr noch zweimal senken wird, um den schwächelnden Arbeitsmarkt zu stützen. Niedrigere Kreditkosten führen in der Regel zu einem Anstieg des nicht verzinslichen Goldes, das für die meisten Käufer auch billiger wird, wenn der Dollar abwertet. Das Edelmetall ist in diesem Jahr bereits um 47 % gestiegen und auf dem besten Weg, den größten Jahresgewinn seit 1979 zu erzielen.
Treiber für die Gold-Rallye
Der Anstieg wurde durch Käufe der Zentralbanken und steigende Bestände in goldgedeckten börsengehandelten Fonds unterstützt, da die Federal Reserve ihre Zinssenkungen wieder aufgenommen hat.
Laut Daten von Bloomberg waren die monatlichen ETF-Zuflüsse im September die höchsten seit drei Jahren. Chinesische Käufer erwarben auch mehr goldgedeckte Fonds, wobei die vier beliebtesten Fonds nach einer Phase schwacher Nachfrage im Vormonat Zuflüsse verzeichneten.

Gold hatte zuletzt auch aufgrund der wachsenden Besorgnis über die Unabhängigkeit der Fed als sicherer Hafen an Attraktivität gewonnen. Am Mittwoch lehnte der Oberste Gerichtshof der USA es ab, Präsident Donald Trump zu erlauben, Fed-Gouverneurin Lisa Cook sofort zu entlassen, während sie um ihren Posten kämpft. Dies ist ein herber Rückschlag für seine Bemühungen, mehr Kontrolle über die Zentralbank auszuüben.
Goldman sieht weiteres Aufwärtspotenzial
Die Investmentbank Goldman Sachs, die seit Langem optimistisch in Bezug auf Gold ist, erklärte, dass das Edelmetall aufgrund des Interesses privater Anleger sogar noch stärker steigen könnte als prognostiziert.
Die überraschend starken Zuflüsse in Gold-ETFs, die mit Goldbarren hinterlegt sind, haben laut Analysten wie Daan Struyven das bisherige Modell übertroffen. Das Potenzial für Privatanleger, ihr Portfolio deutlich mit Gold zu diversifizieren, stellt ein „großes Aufwärtsrisiko” für die Goldpreis-Prognose von 4.000 USD pro Unze für Mitte 2026 und von 4.300 USD pro Unze für Ende nächsten Jahres dar.
Vor einem Monat erklärte die Bank, dass der Goldpreis fast 5.000 USD pro Unze erreichen könnte, wenn nur 1 % des privaten US-Staatsanleihemarktes in Gold investiert würde.
Starke Performance
Seit dem 29. August ist Gold um 12 % gestiegen und hatte damit die Seitwärtsspanne von 3.200 bis 3.450 US-Dollar pro Unze nach oben aufgelöst, in der es sich während des zweiten und dritten Quartals weitgehend bewegt hatte. Als Katalysator wird eine mögliche Wiederbeschleunigung der Goldkäufe der Zentralbanken nach einer saisonalen Sommerflaute angesehen, während spekulative Positionierungen nur einen kleinen Teil des jüngsten Ausbruchs erklären.
Gold war in letzter Zeit einer der Rohstoffe mit der stärksten Performance. Es stieg in diesem Jahr um fast 50 Prozent und übertraf damit den inflationsbereinigten Rekord von 1980. Der Goldpreis handelt am Donenrstag bei rund 3.871 USD pro Unze und könnte damit seine fünftägige Rally ausbauen. Der nächste Meilenstein von 4.000 US-Dollar ist in Sichtweite gerückt. Silber gab leicht nach, nachdem es in der vorangegangenen Sitzung auf 47,81 USD gestiegen war, der höchste Stand seit 14 Jahren.
FMW/Bloomberg
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na, gold ist doch nicht im höhenflug,
fiat ist im sturzflug, dass wäre die korrekte überschrift