Gold

Gold im Rausch – Top-Experten erklären – China als Lagerstätte

Gold steigt immer weiter, wie im Rausch! Top-Bankexperten erklären die Rally. Und China bietet sich als Lagerstätte für Zentralbanken an.

Gold-Barren
Foto: Bloomberg

Der Goldpreis klettert immer weiter auf neue Höhen. Gestern früh noch bei 3.690 Dollar, so sehen wir heute mit 3.791 Dollar ein neues Allzeithoch. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie einen langfristigen Ausblick für einen Preis von sogar 15.000 Dollar. Offenbar treibt Gold-Nachfrage aus Nordamerika in Form von ETF-Anlagen die Kurse nach oben! Wir zeigen nachfolgend Stelle die heute erschienene Analyse von Top-Bankexperten. Und jetzt, wo das Edelmetall mehr denn je gefragt ist, präsentiert sich China aktiv als Verwahrungsort!

Gold im Aufwärtsrausch – Bankanalyse

Die Edelmetallexperten der Commerzbank betitelten ihre heutige Analyse mit „Goldpreis kennt kein Halten“. Nachfolgend in den nächsten drei Absätzen zeigen wir ihre Aussagen: Die Verschnaufpause am Goldmarkt im Anschluss an die Fed-Sitzung am vergangenen Mittwoch währte nur kurz. Der Goldpreis sprang gestern wieder über die Marke von 3.700 USD je Feinunze und verzeichnet heute ein neues Rekordhoch von mehr als 3.780 USD. In den Marktberichten wird der Preisanstieg unisono auf die Erwartung von weiteren Fed-Zinssenkungen zurückgeführt. Allerdings haben sich die aus den Fed Funds Futures ablesbaren Zinserwartungen seit der Fed-Sitzung kaum verändert.

Diese implizieren Zinssenkungen der US-Notenbank um knapp 50 Basispunkte bis zum Jahresende. Das entspricht auch dem Median der Prognosen der Fed-Offiziellen, wenngleich das FOMC in dieser Sache gespalten ist. Während die kurzfristigen Zinssenkungserwartungen den fortgesetzten Goldpreis-Anstieg somit kaum erklären können, gibt es einen anderen möglichen Aufhänger. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten am Freitag einen Zufluss von fast 27 Tonnen. Das war der stärkste Anstieg der ETF-Bestände an einem Tag seit Januar 2022. Davon entfielen knapp 19 Tonnen auf den weltgrößten Gold-ETF in den USA, was wiederum den stärksten Tageszufluss in diesen ETF seit einem halben Jahr bedeutete.

Gestern kamen insgesamt weitere 8,7 Tonnen dazu. Das starke Kaufinteresse der ETF-Anleger dürfte dem Goldpreis Rückenwind gegeben haben. Seit Monatsbeginn summieren sich die ETF-Zuflüsse laut Bloomberg inzwischen auf 88 Tonnen. Die Motive dahinter dürften vielschichtig sein. Neben den Erwartungen von Zinssenkungen dürften auch die anhaltenden Angriffe des US-Präsidenten auf die Unabhängigkeit der Fed und die geopolitischen Entwicklungen eine Rolle spielen. Von daher könnte sich der Höhenflug beim Goldpreis noch fortsetzen.

Peking wirbt bei Zentralbanken für Goldlagerung in China

China will Insidern zufolge zur Verwahrstätte ausländischer Goldreserven werden — und damit seine Rolle im Edelmetall-Weltmarkt ausbauen, so Bloomberg News. Weiter wird berichtet: Die Notenbank in Peking wolle mit Hilfe der Shanghai Gold Exchange Zentralbanken befreundeter Staaten dafür gewinnen, gekauftes Gold innerhalb der Landesgrenzen Chinas zu lagern, erfuhr Bloomberg von darüber informierten Personen. Die Bemühungen liefen seit einigen Monaten, hieß es. Mindestens ein Staat in Südostasien habe bereits Interesse gezeigt.

Für Peking wäre dies ein strategischer Schritt, um seine Position im globalen Finanzsystem zu stärken — und um die Abhängigkeit der Weltwirtschaft vom Dollar sowie von westlichen Finanzzentren wie den USA, Großbritannien oder der Schweiz zu mindern. Viele Länder stocken derzeit ihre Goldreserven auf, um sich gegen geopolitische Risiken zu wappnen. Genau hier will die chinesische Zentralbank einhaken und sich als sicherer Verwahrer eines Vermögenswerts anbieten, der in Krisenzeiten als unersetzlicher Puffer gilt.

Weder die People’s Bank of China noch die Shanghai Gold Exchange wollten sich zum Thema äußern. Zentralbanken zählen zu den wichtigsten Treibern des Gold-Booms, der den Preis des Edelmetalls auf immer neue Rekordhöhen getrieben hat. China selbst hat seine Goldbestände zehn Monate in Folge aufgestockt.

Die geplanten Reserven sollen dem Vernehmen nach in Tresoren gelagert werden, die an das internationale Segment der Shanghai Gold Exchange angeschlossen sind. Diese Plattform wurde von der Zentralbank 2014 eingerichtet, um ausländischen Investoren den Handel mit chinesischen Partnern zu ermöglichen. Das Gold, das dort eingelagert würde, bestünde aus Neuankäufen und würde somit die offiziellen Reserven der beteiligten Länder erhöhen, so die Insider.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

1 Kommentar

  1. Naja- China versucht in der Richtung Goldlagerung im Ausland auch in die Fußstapfen der USA zu treten.
    Bin mal gespannt ob es gelingt so viel Vertrauen aufzubauen, wie die Amis mal hatten, bevor sie es sich selber zerstört haben.
    Dann sollten die Chinesen mal nachprüfbar ihre eigenen Goldreserven bekannt geben.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage