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Gold/Silber

Gold – wie berechnet sich sein innerer Wert?

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Es herrscht die allgemeine These vor, dass man den Wert von Gold nicht mit konventionellen Methoden erfassen könne, da es selbst als Rohstoff kaum praktischen Nutzen habe und ein reines Spekulationsobjekt sei. Dabei ist der innere Wert des Metalls sehr wohl bezifferbar.

Gold – ohne Arbeit kein Metall

Den inneren Wert von Aktien, Immobilien oder Anleihen kann man z. B. an Hand der zukünftigen Erträge bewerten. Bei Anleihen erfolgt dies über die Diskontierung der zukünftigen Zinserträge via Abzinsformel. Immobilien, so sie denn vermietet sind, generieren im Laufe der Zeit Miete und Pacht, besitzen aber auch einen inneren Wert, der sich aus Arbeit und Material ergibt. Zur Bewertung von Immobilien-Objekten gibt es drei Ansätze: das Ertragswertverfahren, das Sachwertverfahren und das Vergleichswertverfahren. Bei der Bewertung von Unternehmen wird u. a. der kalkulierte zukünftige Cashflow als Bewertungsgrundlage herangezogen (Discoundet Cash Flow/ DCF).

Gold ist ein Rohstoff, der wie alle natürlichen Ressourcen keine laufenden Erträge erwirtschaftet und auch nichts produziert. Bei Rohstoffen erfolgt die Bewertung daher grundlegend über die Produktionskosten, also den finanziellen Förderaufwand pro Gewichtseinheit. Bei dem gelben Edelmetall liegt dieser im Durchschnitt bei aktuell ca. 1.000 US-Dollar pro Unze (31,1 Gramm) gemessen an der breitesten Abgrenzung der Herstellungskosten, den sogenannten All In Sustaining Cost (AICS). Dieser Betrag stellt quasi die untere Bewertungsgrenze dar. Fällt der Preis darunter, wird die Produktion sukzessive eingestellt. Bei weiterhin existierender Nachfrage wird sich der Preis ergo immer mindestens auf oder über diesem Niveau von aktuell 1.000 US-Dollar (910 Euro) pro Unze befinden.

Quellen der Nachfrage nach Gold

Die Kritik an Gold wird oft an der „Nutzlosigkeit“ des Rohstoffs festgemacht. In Anbetracht der Tatsache, dass es seit mehreren Jahrtausenden lückenlos begehrt war, spricht empirisch gegen dieses Vorurteil. Schaut man sich die jüngsten verfügbaren Daten zur Verwendung an, ergeben sich folgende Nachfragequellen (Daten vom World Gold Council):

Nachfrage nach Gold

Richtig ist, dass Gold zwar für die Industrie sehr nützliche physikalische Eigenschaften besitzt, aber für die Massenverarbeitung viel zu hochpreisig ist. Der Rohstoff verfügt über eine sehr gute elektrische Leitfähigkeit, ist sehr extrem form- und dehnbar und nahezu unzerstörbar. Gold kann lediglich durch eine chemische Verbindung aufgelöst werden: das Königswasser, eine Mischung aus Salpeter- und Salzsäure.

Schaut man sich die Nachfragequellen im Tortendiagramm an, dann wird deutlich, dass das Metall überwiegend zur Hortung und nicht wie die meisten Rohstoffe zur industriellen Verarbeitung erworben wird. Preisbedingt ist die Recyclingquote zudem mit über 90 Prozent sehr hoch, sodass kaum Metall verloren geht. Dies führte dazu, dass sich im Laufe der Menschheitsgeschichte überirdisch 193.472,4 Tonnen angesammelt haben (Total Above Ground Stock). Diese Menge entspricht einem Würfel mit einer Kantenlänge von ca. 21,65 Metern, der jährlich um ca. 13 Zentimeter wächst und aktuell ca. 8,2 Billionen Euro wert ist. Darin gebunden sind also 4,8 Prozent des Weltvermögens in Höhe von 170 Billionen Euro. Die folgende Grafik zeigt die Aufteilung der gesamten Goldhortung.

Die Fördermenge beträgt jährlich momentan ca. 3.500 Tonnen. Der Würfel wächst damit um ca. 1,8 Prozent pro Jahr. Diese Wachstumsrate ist die natürliche Gold-Inflationsrate. Die überirdische Menge spielt aufgrund ihrer Dimension bei Angebot und Nachfrage eine entscheidende Rolle und muss in die Bewertung des Metalls mit einfließen.

Die Stock to Flow Methode

Mittels des Verhältnisses aus Umlaufmenge (Stock) und der jährlich hinzukommenden Menge (Flow) wird die Seltenheit eines Rohstoffs ermittelt und heuristisch bewertet. Dies ist bei Gold in Anbetracht der Dimension der potenziell verfügbaren Umlaufmenge von großer Bedeutung.

Trotz der immensen überirdischen Lagerbestände besitzt das Edelmetall gemäß dem Stock-To-Flow-Wert von ca. 50 die höchste Seltenheit aller Rohstoffe und aller Assets weltweit – es ist momentan sogar noch seltener als Bitcoins. Die Motivation, daran festzuhalten, ist offensichtlich stark bei den Käufern ausgeprägt. Ein Phänomen, das in dieser Form über Jahrtausende nur bei Gold vorkommt. Die Erwartung, dass sich diese Tatsache in den kommenden Jahren in Anbetracht der ökonomischen und geopolitischen Gemengelage ändern wird, ist zumindest ambitioniert. Im Gegenteil ist davon auszugehen, dass in den kommenden Jahren noch mehr davon gehortet wird und der Stock-Flow im Verhältnis zur Fördermenge tendenziell weiter abnimmt.

Der Wert des Goldes

Natürlich handelt nicht jeder Goldkäufer rational im Sinne eines Homo Oeconomicus. Aber der Mensch besteht nun einmal zum Großteil aus Emotionen. Ökonomen, die die Wirtschaft in der Theorie ausschließlich an Hand rationaler menschlicher Entscheidungen zu modellieren versuchten, sind in der Praxis ausnahmslos gescheitert. Warum also sollte man ausgerechnet Gold nur rational und nicht auch emotional bewerten.

Wobei man bei der Hortung durchaus auch rationale Motive unterstellen kann. Die Zentralbanken werden schon wissen, warum sie das monetäre Edelmetall massenhaft ihren Reservebeständen hinzufügen, ebenso wie die indische Hochzeitsbraut, deren Mitgift zu großen Teilen aus Schmuck und nicht aus Indischer Rupie besteht.

Neben dem inneren Wert (Arbeit) und dem praktischen Nutzen trägt auch die Emotion zum Wert bei. Ästhetik und die religiöse Bedeutung des Metalls als Symbol des Sonnengottes sind unbestreitbare Nachfragemotive. Sogar in der Architektur und in der Veredelung von Materialien spielt Gold eine Rolle. Man denke nur an die goldverzierten Zwiebeltürme des Kremls oder das Chinesische Haus im Park Sanssouci. Sogar goldene Wasserhähne in Luxushotels sind Teil der emotionalen Nachfrage aus dem Luxussegment.

Die angeblich dominierende Bedeutung der Spekulation, die oft als einzige Nachfragemotivation für unterstellt wird, lässt sich aus dem Stock-to-Flow-Wert nicht ableiten. Der „Flow“ wäre ansonsten deutlich höher. Die Spekulation stellt bei dem physischen Metall im Gegenteil nur die Spitze in der Nachfragepyramide dar und entfaltet ihre preistreibende Wirkung erst am Ende eines mehrjährigen Preiszyklus.

Pyramide - der Wert von Gold

Der große Nachteil des Metalls, die Zinslosigkeit, hat sich ohnehin bereits erledigt, da der allgemeine Realzins sich mit fortschreitender Überschuldung zwangsläufig zur Aufrechterhaltung der Schuldentragfähigkeit Richtung null entwickelt. Die Korrelation zwischen realen Null- und Negativzinsen ist hingegen zu Gunsten von Gold stark ausgeprägt:

Realzinsen

Der Wert oder auch Preis bestimmt sich am Ende wie bei jedem Gut aus dem Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Die Eigenschaften und die Tradition des Goldes sprechen eher für eine weitere Zunahme der Nachfrage bei gleichzeitig unverändertem bis leicht Rückläufigem Angebot (Peak-Gold).

Noch ist der Anteil der Investmentnachfrage mit ca. 5 Prozent via ETFs relativ gering. Doch genau hier besteht auch das Upside-Potenzial. In früheren Hausse-Zyklen stieg der Anteil der Goldnachfrage zu Investmentzwecken deutlich in den zweistelligen Bereich an. Dies macht auch Sinn, wenn man sich die Korrelation von Gold zu Aktien anschaut und sich vergegenwärtigt, dass Anleihen als natürlicher Sicherheitsbestandteil in einem Anlageportfolio keinen Sinn mehr machen, da diese keinen risikofreien Zins mehr bieten, sondern nur noch zinsfreies Risiko darstellen.

Es gibt noch weitere Modelle zur Bewertung des Goldes, die sich stark an seiner Funktion als Ersatzgeld orientieren. Gemäß der globalen Geldmenge, die deutlich stärker expandiert als die Goldmenge, kommen Ökonomen auf bis zu fünfstellige US-Dollar Bewertungen. Der aktuell faire Wert ist in einer Mischkalkulation aller Einflussfaktoren bei ca. 1.750 bis 2.000 US-Dollar pro Unze angesiedelt. Mit jeder weiteren Zinssenkung, jedem neuen oder erweiterten Gelddruckprogramm und jeder neuen Krise im Banken- und Finanzsystem ändert sich natürlich dieser Wert im Zuge sprunghaft steigender physischer Nachfrage.

Fazit

Die Vorurteile gegenüber Gold werden noch lange bestehen. Die Erkenntnis, es besitzen zu müssen, setzt die Beschäftigung mit Risiken voraus – bis hin zu systemischen Umbrüchen von Wirtschaft und Gesellschaft. Das Ausblenden von Risiken schützt aber nicht vor ihnen, weswegen das Interesse an Gold mit zunehmenden Krisensymptomen weiter steigen sollte. Was eine Versicherung in unsicheren Zeiten wert ist, weiß man natürlich erst, wenn der Schaden eingetreten ist und der Schutz greift. Aber jede Versicherungspolice hat ab dem Zeitpunkt des Erwerbs zumindest einen immateriellen Nutzen – es beruhigt die Nerven.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Motherfucker

    4. Oktober 2019 18:34 at 18:34

    ????

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  3. Avatar

    Edelmetallfan

    4. Oktober 2019 20:51 at 20:51

    ???Es scheint sich um eine Art Werbung für das Edelmetall zu handeln. Wenn Sie den Autor googeln, werden Sie sehen, dass er seit Jahren in der Branche arbeitet, anscheinend gerade als Ökonom für die Solit Gruppe. Daher auch das Fazit seiner Artikel, das sehr häufig in Richtung Gold zielt.

  4. Avatar

    md

    4. Oktober 2019 20:55 at 20:55

    hallo herr Zipfel, danke für die informativen berichte und aufschlußreichen analysen.
    beim gold wäre es für mich sehr interessant wenn man einen gold/einwohner in gram index hätte. ich würde gerne sehen wieviel gold auf einen erdwohner im jahr zb 1920, 1930, 1940….., also alle jahrzente mal entfällt. oder gibts den index schon und ich weiß es nicht. ob er es sich leisten kann, sei mal dahingestellt.
    viele grüsse

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Gold/Silber

Gold: Laut ZEIT-Autor der „Reichsbürger“ der Geldanlage – Gegenrede!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Gold Barren

Vorgestern veröffentlichte der ZEIT-Redakteur Mark Schieritz einen Artikel mit dem Titel „In die Tonne mit dem nutzlosen Zeug“. Damit meint er Gold. Niemand brauche das Edelmetall. Es sei nutzlos, und schädlich. Im Tweet zu seinem Artikel schreibt er sogar als Headline „Gold ist der Reichsbürger der Geldanlage“. Alleine schon mit so einer Aussage hätte sich der Artikel von vornherein für eine ernsthafte Diskussion disqualifiziert, so meine ich!

Gold der Reichsbürger der Geldanlage?

Aber gut. Vielleicht bot der Artikel inhaltlich doch gute Argumente gegen Gold? Mark Schieritz schlägt im Artikel vor, dass das für Ketten, Ringe oder Armreife bereits geförderte Gold weiterverwendet werden dürfe. Der Handel mit Barren oder Münzen hingegen solle verboten werden. Es gebe auf der Welt Probleme genug. Seine konkreten Argumente gegen Gold: Es zerstöre die Umwelt und bringe kaum Rendite. Es gehöre aus dem Verkehr gezogen, wie Asbest, Quecksilber oder Fluorchlorkohlenwasserstoffe. Gold sei das vielleicht nutzloseste Metall der Welt. Es sei zu weich für Brückenkonstruktionen oder Fahrzeugkarosserien. Es sei zu schwer für Gegenstände des täglichen Bedarfs. Als Währung habe es praktisch ausgedient. Es gehe um Umweltschweinereien und Kinderarbeit in Goldminen. Na ja, wenn man schon mal auf die Arbeitsbedingungen beim Goldabbau eingehe… hat sich der Autor auch schon mal gefragt, wie die Bestandteile in seinem eigenen Smartphone da geschürft wurden, oder wer seine Hose wie produziert hat usw? Man könnte dieses Thema endlos fortsetzen.

Tja, und was noch? Laut Mark Schieritz sei in allen Industrienationen das Geld nicht mehr wie früher an Edelmetalle gekoppelt, sondern allein durch die Menge der umlaufenden Güter gedeckt. Da möchten wir Kleingeistigen von FMW doch ganz klar widersprechen. Wenn man bedenkt, wie sich das Geld seit Jahren und vor allem im Jahr 2020 dank Notenbank-Druckorgien explosionsartig vermehrt, dann kann man derzeit wohl nicht davon ausgehen, dass sich auch das Volumen der umlaufenden Güter eben so schnell vermehrt, oder dass die gesamte Wirtschaftsleistung so schnell ansteigt die die Menge gedruckten Geldes. Die Bilanz der US-Notenbank Federal Reserve zum Beispiel ist seit Anfang des Jahres von 4 auf 7 Billionen US-Dollar angestiegen, also 75 Prozent in neun Monaten. Die Bilanz der EZB stieg von 4,7 auf 6,4 Billionen Euro. Die Geldmengen wachsen auch deutlich an. Kann Herr Schieritz aufzeigen, dass die Menge der umlaufenden Güter ebenso explosionsartig ansteigt, zur Deckung von Papiergeld? Nein, er hat diese Aussage einfach so niedergeschrieben. Es ist derzeit doch mehr als offensichtlich, dass die Notenbanken aus dem Nichts Geld drucken, das durch gar nichts gedeckt ist!

Seit Jahrtausenden vertraut die Menschheit auf eine einzige Währung, auf einen Sachwert, als ultimative Festung gegen Unsicherheit, Inflation uvm. Gold hat sich weltweit als Fluchtort durchgesetzt, da konnte kommen was wollte. Wer vor einer Währungsreform Gold besaß, hatte auch danach noch einen Vermögensgegenstand, der ihm einen neuen Anfang erlaubte. Wer zwar etwas Geld hatte, aber nicht genug um eine Immobilie zu kaufen – der konnte Gold kaufen! Und wem Aktien zu unsicher sind, zu spekulativ, der kaufte und kauft auch heute Gold. Auch wenn der Goldpreis Schwankungen unterliegt. Der Mensch sieht in diesem Edelmetall einen letzten Fluchthafen, aber nicht in einer Papiergeldwährung, die einfach unbegrenzt weiter vermehrt werden kann.

Darf man den ZEIT-Autor Mark Schieritz als Vertreter der Modern Money Theory (MMT) ansehen? Papiergeld ist echtes Geld, Gold ist nichts? Papiergeld ist durch Notenbank, Staaten und die reale Wirtschaft gedeckt, von daher ist doch alles in bester Ordnung? Nein, das kann man ganz anders sehen! Man kann Gold nicht essen, darauf weißt Mark Schieritz in seinem Artikel richtigerweise hin. Aber bei einer Inflation oder Hyperinflation, kann man sich dann von einer Schubkarre voll Papiergeld ein Brot kaufen? Oder kann man Papiergeld essen?

Gold als Fluchtmöglichkeit des Bürgers vor dem Papiergeld- und Bankensystem

Wichtig ist Folgendes: Wer so aktiv das Verbot von Gold fordert, der verdammt den Anleger, der zu wenig Geld für Immobilien hat und dem Aktien zu riskant sind, dazu sein Geld zur Bank zu bringen und auf dem Sparbuch zu parken. Er zwingt den Anleger de facto sich dem Bankensystem auszuliefern. Und was schon gleich einen Hauch von Verschwörungstheorie hat, ist ein reales Problem. Haben die Anleger, die zukünftig (ginge es nach Mark Schieritz) kein Gold mehr kaufen dürften, ihr Geld zur Bank getragen, und es gibt eine systemische Bankenkrise – was dann?

Laut neuen EU-Regularien, die nach der Finanzkrise etabliert wurden, müssen die Banken ihre Gläubiger (also auch und vor allem die Sparer) an der Banksanierung beteiligen, damit die Steuerzahler nicht einspringen müssen. Anleger-Gelder über 100.000 Euro wären dann verloren. Und darunter würden theoretisch die Einlagensicherungssysteme der Banken haften, und die Einleger entschädigen. Theoretisch. Für einen kleinen Bank-Kollaps reichen die in den Einlangesicherungstöpfen zurückgelegten Gelder aus. Aber bei einem echten Systemcrash (und der war schon 2008 nicht ausgeschlossen) wären die Probleme der Banken so groß, dass kein noch so gut gefüllter Einlagensicherungsfonds die Einlagen der Sparer retten könnte. Es gäbe dann nur zwei Alternativen. Entweder die Steuerzahler retten das Gesamtsystem, oder die Einleger verlieren ihre Gelder. So würde die Welt ohne Gold aussehen.

Und hätten die Anleger kein Gold, sondern nur Anleihen, Sparguthaben etc, wo bliebe dann bitte der Inflationsschutz? Gibt es eine kräftige Inflation, bei der sich die Staaten wunderbar entschulden können, würden gleichzeitig die Ersparnisse der Bürger entwertet. Der dann gleichzeitig steigende Goldpreis wäre ein Gegengewicht zur Geldentwertung. Aber nein, dieser Weg bliebe dem Anleger  ja verwehrt. Das bedeutet faktisch eine massive Einschränkung von Freiheits-Rechten – erstaunlich, dass die vermeintlich liberale „Zeit“ hier offenkundig einer anti-liberalen Haltung das Wort redet!

Man kann beiden Aussagen von Mark Schieritz fast den Eindruck gewinnen, dass es ihm regelrecht ein Dorn im Auge ist, dass es derzeit für Anleger mit Gold die Möglichkeit besteht dem Papiergeldsystem zu entkommen. Gold verdanke laut Mark Schieritz seinen Ruf als lukratives Investitionsobjekt vor allem einer skrupellosen „Goldmafia“, zu der auch Degussa-Chef Markus Krall gehöre. Vor der Geburt von Markus Krall und den anderen Mafiosi hatte Gold also folglich noch keinen guten Ruf? Jede Menge Panikmache, Verschwörungstheorien und rechtspopulistische Sprüche, welche die Stimmung für Gold anheizen – so darf man die Vorwürfe von Mark Schieritz zusammenfassen. Auch wenn seit Jahren und Monaten einige Aussagen von Markus Krall und die Tonlage kritisch betrachten kann, so darf man wohl doch sagen: Notenbanken weltweit kaufen immer mehr Gold. Sind diese Notenbanker etwa der „Panikmache der Goldmafia“ erlegen? Ein Nutzer merkt zum Gold/Reichsbürger-Vergleich an, dass dann ja wohl auch Türken, Inder, Chinesen auch Reichsbürger seien. Damit ist gemeint, dass in diesen Ländern die Nachfrage nach Gold sehr groß ist.

Abseits jeglicher politischer Haltung, abseits aller wirtschaftlicher Sichtweisen und PRO/CONTRA-Argumente. Ein Twitter-Nutzer bringt es mit seine Kommentar auch gut auf den Punkt. Warum dürften Menschen nicht einfach frei sein sich Edelmetalle zu kaufen? Einfach das zu kaufen, was sie wollen? Er verstehe diese unaufgeklärte Geisteshaltung (von Mark Schieritz) nicht.

Kommt nach Gold-Verbot das Zucker-Verbot?

Spielen wir mal das Szenario durch. Die Sichtweise von Mark Schieritz würde sich durchsetzen. Das „nutzlose“, „umweltschädliche“ und völlig überflüssige Gold würde verboten werden. Was wäre als Nächstes dran? Man könnte zum Beispiel auch Zucker verbieten. Ansätze zu solchen Ideen fliegen ja immer wieder mal durch Politik und Medien. Und ja, warum auch nicht? Zucker macht dick, Zucker ist nutzlos, Zucker kostet die Gesundheitssysteme gigantische Summen. Und der Geschmack in Getränken und Speisen, der durch Zucker erzeugt wird – der ist doch auch überflüssig – man kann schließlich auch Leitungswasser trinken und Kekse und Schokolade ohne Geschmack essen? Welches Verbot nehmen wir uns als Nächstes vor?

Weitere Twitter-Kommentare

Wenn man sich unter dem Artikel-Tweet von Mark Schieritz zum Aufruf der Gold-Abschaffung die Nutzerkommentare durchliest, dann sieht man eine klare Lagerbildung. Gefühlt 99,99 Prozent der Kommentatoren sind ganz klar gegen die Thesen von Mark Schieritz. Bei der Durchsicht fanden wir 1 Pro-Kommentator (wir bitten um Verzeihung, falls wir andere positive Kommentare übersehen haben sollten). De facto aller Kommentatoren stehen dem Machwerk des Herrn Schieritz fassungslos gegenüber, und überschütten ihn mit zahlreichen stichhaltigen Argumenten pro Gold.

Der Bestsellerautor Marc Friedrich (den zahlreiche große Medien nur zu gerne in die Ecke der Crashpropheten, Schwarzseher, und Panikmacher stellen), antwortet auf den Tweet von Mark Schieritz, dass Gold Geld sei und es bleiben werde. Den Schaden den ungedecktes Fiatgeld anrichte, werde man in Geschichtsbüchern nachlesen können. Alle Notenbanken der Welt besitzen Gold und kaufen es, und das obwohl wir kein goldgedecktes Geldsystem mehr haben. Mark Schieritz betreibe pures Framing und Nudging, so Marc Friedrich. Der von Mark Schieritz auch scharf angegriffene Markus Krall hat auf diesen Artikel mit einigen sehr klaren, sehr scharfkantigen Tweets reagiert, die vom Vokabular her unserer Meinung teilweise zu weit gehen, auch wenn sie scherzhaft oder satirisch gemeint sein sollten. Hier ein Beispiel:

Mark Schieritz scheint sicher zu sein, dass er im Recht ist. All die Menschen die Gold kaufen als Flucht vor Inflationsgefahr, als Flucht vor einem potenziell kaputten Finanzsystem, das sind Verwirrte, Reichsbürger und Sonstiges? Und ihre Meinung muss man eh nicht ernst nehmen, weil man selbst die Weisheit mit Löffeln gefressen hat? Wenn gefühlt alle Kommentatoren auf den eigenen Tweet die gegenteilige Meinung einnehmen, dann interessiert das nicht. Alles unqualifizierte Aussagen? All das kann man aus folgendem Tweet herauslesen, den der Autor einen Tag nach seinem Artikel postete:

Aber jetzt mal weg von Mark Schieritz und seiner Verbotsforderung für Gold. Diese Woche ist der Goldpreis doch deutlich gefallen. Im größeren Bild hat Hannes Zipfel jüngst Gründe aufgezeigt, warum der Goldpreis doch weiter ansteigen könnte. Beim Klick an dieser Stelle geht es zu seinem Artikel.

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Goldpreis erholt? Nein, aktuell besteht Gefahr für erneuten Abrutsch!

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis ist seit Anfang der Woche deutlich gefallen, von 1.950 Dollar auf 1.848 Dollar im Tief gestern früh. Seitdem trat eine gewisse Erholung ein, und Gold stieg auf Niveaus um die 1.870 Dollar. Aktuell notiert der Goldpreis bei 1.866 Dollar. Ist das eine Bodenbildung? Nein, es besteht Gefahr für Gold-Bullen, die wieder Hoffnung schöpfen.

US-Dollar steigt

Denn vor allem der US-Dollar als Gegenpart zu Gold ist seit gut 3 Stunden wieder am Ansteigen. Aber der Goldpreis fällt aber bisher nicht. Deswegen könnte ein Abrutsch im Edelmetall bevorstehen, um sich dem gestiegenen US-Dollar anzupassen. Schauen wir auf die Charts. Zunächst sehen wir den Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Währungen) seit Mittwoch Abend. Gut sichtbar ist, dass er in den letzten Stunden versucht wieder das gestrige Hoch anzulaufen.

Chart zeigt Verlauf im US-Dollar Index seit Mittwoch

Goldpreis hat noch nicht den steigenden US-Dollar berücksichtigt

Im folgenden Chart sehen wir den Goldpreis seit Mittwoch Abend. Es wirkt so, als hätte Gold jetzt noch Nachholpotenzial nach unten, so wie der US-Dollar gerade ansteigt. Also Vorsicht. Ein weiterer Abrutsch im Gold könnte anstehen!

Chart zeigt Verlauf im Goldpreis seit Mittwoch

Beim Klick an dieser Stelle finden Sie die gestrige Analyse des Experten Andre Stagge zu den wichtigsten Gründen, warum der Goldpreis in den letzten Tagen so spürbar gefallen war.

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