Gold

Monatelange Rally Gold im Mega-Anstieg – Top-Experten erklären die Hintergründe

Gold hat dieses Jahr eine Mega-Rally hingelegt von 2.620 Dollar auf 3.871 Dollar. Top-Bankexperten erklären die Gründe.

Gold-Barren
Grafik: t_kimura-Freepik.com

Die Gold-Rally scheint auch heute kein Halten mehr zu kennen mit einem neuen Allzeithoch von 3.871 Dollar. Im XAUUSD Chart sehen wir den Verlauf im Goldpreis seit Jahresanfang, wo das Preisniveau noch bei 2.620 Dollar lag. Allgemein führen Analysten seit Wochen als Gründe an: Starke Aufkäufe der Zentralbanken, Zinssenkungserwartungen, Geopolitik und Trumps Angriffe gegen die US-Notenbank Fed. An dieser Stelle zeigen wir aktuelle Aussagen von Top-Bankexperten über die Hintergründe der Rally.

Chart zeigt Preisverlauf bei Gold in US-Dollar seit Jahresanfang

Die Experten von Deutsche Bank Research haben sich mit der Frage beschäftigt, was die Rally bei Gold antreibt. Die diesjährige Renaissance der ETF-Nachfrage habe dazu geführt, dass Investoren eines der drei besten Jahre seit ihrer Gründung in Bezug auf die Gold-Akkumulation verzeichnen, so Analyse. Dies zeige, dass ein verwaltetes Vermögen in ETF (AUM), das 70 % über dem Niveau von 2020 liegt (in USD), keine Einschränkung darstellt. Außerdem habe die ETF-Nachfrage auf Basis einer univariaten wöchentlichen Regression einen um 50 % stärkeren Einfluss auf der Goldpreis als zu der Zeit, als ETF-Anleger zwischen 2021 und 2024 Gold verkauften.

Wer den Goldpreis antreibt, einschließlich, aber nicht beschränkt auf ETF-Anleger? Die Experten verallgemeinern mit einer breiteren Betrachtung der unterschiedlichen Preiselastizitäten nach Kategorien der Goldnachfrage und des Goldangebots, die die Goldpreis-Bildung beeinflussen. Die Tatsache, dass die ETF-Nachfrage so stark zurückgekehrt ist, bedeutet laut den Analysten, dass es zwei Formen von „aggressiven” Geboten für Gold gibt, nämlich von Zentralbanken und ETF-Anlegern. Dies helfe zu erklären, warum Gold im Vergleich zum Modell weiterhin so gut abschneidet. Der Ansicht von DB Research nach dürfte die lockere Geldpolitik der Fed dazu führen, dass die ETF-Bestände 2026 eher wieder steigen als fallen werden.

Die Analysten wenden den „Granger-Kausalitätstest“ auf den Goldmarkt an und haben nach eigener Aussage festgestellt, dass Veränderungen im Goldpreis ETF-Ströme verursachen und nicht umgekehrt. Wenn man den Test auf das Finanzmodell von DB Research ausweitet, deute dies darauf hin, dass Zinsänderungen (aber nicht der Dollar) Preisveränderungen bei Gold verursachen. Wenn man diese Ergebnisse akzeptiere, dann seien die lockere Geldpolitik der Fed und die Aufwärtsrisiken für die Inflations-Breakevens die wichtigsten bullischen Treiber für Gold, so die Analysten.



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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3 Kommentare

  1. Das sind mal neue Infos.

    Die Korrelation zwischen Goldpreis und ETF-Beständen ist offensichtlich. Weniger offensichtlich ist die Kopplung Inflation und Goldpreis bzw. ETF-Beständen.

    Aktuell drängt sich die Frage auf: Eilen die ETF-Anleger der Inflation hinerher oder sehen sie diese voraus. Ich würde neben den langfistigen Dauerhaltern, die schon länger dabei sind, bei den kurzfristigen zu Ersterem neigen. D.h., diese sind womöglich ungeplant mehr spekulativ als absichert dabei.

    Und ich würde sagen: Eine Leitzinssenkung hat keine abrupte Wirkung auf die Inflation, das ist eine Sache von Jahren bis Jahrzehnten, wie man an der letzten Nullzinspolitik ableiten kann.

  2. Die sogenannten Experten wissen es erst immer hinterher. Da brauche ich keine Experten mehr. Schön wäre es, es vorher gewusst oder geahnt zu haben.

  3. @ centime
    Die „Experten“ werden ausgelacht.
    Wer vor 5 Jahren prognostiziert hat, dass 2025 Gold auf 4.000 Dollar zugeht und Silber noch besser laufen wird, wäre auch ausgelacht worden.
    Selbst 3.000 Dollar war eine Lachnummer.
    Ich bin nun kein Experte, aber vor etwa 2 Jahren habe ich mehrmals darauf hingewiesen, dass Silber in den nächsten Jahren deutlich besser laufen wird als Gold. Und gerade dafür gab es eindeutige Anzeichen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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