Auch am Mittwoch erklimmt der Goldpreis neue Rekordstände, auch Silber legt weiter zu. Während Gold als sicherer Hafen glänzt, lastet die Sorge über die Schulden der Industrieländer sowie mögliche Eingriffe Trumps in die Unabhängigkeit der Fed schwer auf den Märkten. Turbulenzen an den Anleihemärkten und die Aussicht auf sinkende Zinsen treiben die Nachfrage zusätzlich an und sorgen derzeit für die dynamischste Rallye.
Goldpreis setzt Rekordjagd fort
Der Goldpreis hat seine sechstägige Gewinnserie ausgebaut und ein neues Allzeithoch markiert. Beflügelt wurde der Anstieg durch die Aussicht auf sinkende Zinsen durch die Fed sowie die Suche der Anleger nach sicheren Häfen angesichts der jüngsten Turbulenzen an den Aktien- und Anleihemärkten.
Der Spotpreis für Gold stieg am Mittwoch in den asiatischen Handelsstunden zeitweise um 0,4 % auf 3.546,96 US-Dollar je Unze und übertraf damit knapp den Rekordwert vom Dienstag. Wie Bloomberg berichtet, hat der Goldpreis in den vergangenen sechs Sitzungen bereits rund 5 % zugelegt – getrieben von verstärkter Nachfrage nach sicheren Anlagen vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über die künftige Politik der US-Notenbank sowie über die Haushaltslage in den Industrieländern.
Seit Jahresbeginn ist Gold um mehr als ein Drittel gestiegen und zählt damit zu den erfolgreichsten Rohstoffen weltweit. Die jüngste Rallye basiert auf Spekulationen, dass die US-Notenbank bereits in diesem Monat die Zinsen senken könnte, nachdem Fed-Chef Jerome Powell zuletzt vorsichtig ein solches Szenario in Aussicht gestellt hatte. Ein entscheidender Impuls dürfte am Freitag vom US-Arbeitsmarktbericht ausgehen: Erwartet wird ein weiteres Signal für eine Abkühlung des Jobmarktes – was die Argumente für Zinssenkungen stützen würde. Niedrige Zinsen sind traditionell positiv für zinslose Anlagen wie Gold.
Silber überflügelt Gold
Nicht nur Gold, auch Silber hat sich zuletzt stark entwickelt: Beide Edelmetalle haben sich in den vergangenen drei Jahren mehr als verdoppelt. Während geopolitische Risiken, wirtschaftliche Unsicherheiten und Handelskonflikte die Nachfrage nach klassischen „Safe-Haven“-Assets antreiben, hat Silber 2025 sogar noch besser performt. Mit einem Anstieg von rund 40 % seit Jahresbeginn überwand der Silberpreis am Montag erstmals seit 2011 wieder die Marke von 40 US-Dollar je Unze. Am Mittwoch kratzte der Preis bereits an der Marke von 41 Dollar.
Silber profitiert zusätzlich von seiner industriellen Bedeutung, insbesondere in der Energiewende – etwa im Bereich Solartechnologien. Der Markt steuert auf das fünfte Jahr in Folge mit einem Angebotsdefizit zu, so das Silver Institute. Gleichzeitig verzeichnen börsengehandelte Silber-ETFs Zuflüsse im siebten Monat in Folge, was die verfügbaren Lagerbestände in London weiter verringert hat. Die Knappheit spiegelt sich auch in den Leasingraten wider, die mit rund 2 % deutlich über dem langjährigen Durchschnitt nahe null liegen.
Politische Risiken im Blick
Parallel dazu rücken politische Entwicklungen in den Fokus. US-Präsident Donald Trump hat seine Angriffe auf die Unabhängigkeit der Fed zuletzt verschärft. Besonders gespannt warten die Märkte auf ein richtungsweisendes Urteil, ob Trump rechtliche Grundlagen hat, Fed-Gouverneurin Lisa Cook abzusetzen. Sollte er sich durchsetzen, könnte der US-Präsident ihre Position mit einem eher zinssenkungsfreundlichen Kandidaten neu besetzen.
Darüber hinaus rechnen Investoren mit einer baldigen Entscheidung über die Nachfolge von Fed-Chef Powell, der sein Amt im Mai niederlegen wird. Laut einem Bericht des Wall Street Journal wird Finanzminister Scott Bessent ab Freitag Gespräche mit potenziellen Kandidaten führen.
Auch auf der handelspolitischen Ebene wächst die Unsicherheit: Trump kündigte an, das Oberste Gericht um eine beschleunigte Entscheidung zu ersuchen, um ein Urteil zu kippen, das viele seiner Zölle als rechtswidrig einstufte. Diese juristische Niederlage erhöht die Unsicherheit für US-Importeure und könnte die von der Administration versprochenen ökonomischen Impulse verzögern.
Am Mittwochmorgen in Frankfurt notierte Spot-Gold kaum verändert bei 3.533,69 US-Dollar je Unze, nachdem der Kurs am Vortag um 1,6 % angestiegen war. Der Bloomberg Dollar Spot Index legte um 0,1 % zu, nachdem er am Dienstag um 0,5 % gestiegen war. Silber gab leicht nach auf 40,798 US-Dollar je Unze, während Platin und Palladium zulegen konnten.
FMW/Bloomberg
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China trifft sich mittlerweile öffentlich mit jenen, die eine Entdollarisierungsstrategie verfolgen.
Ob die FED ein bisschen früher oder später Zinsen senkt oder anhebt… Kann das so eine große Rolle spielen?
Die Unabhängigkeit der FED ist natürlich ein Riesending, ja, aber auch wenn sie unabhängig bleibt, wäre das so schlecht für Gold? Wenn man sieht woher der Goldpreis kommt, und in der Zeit war sie unabhängig, bis jetzt.
Ich würde die FED-Einflüsse eher als turbospekulativ für die Aktienemärkte einordnen wollen. Natürlich wäre es schwer vorstellbar, dass eine politische Übernahme nicht Folgendlos für Gold ist. Aber ich halte das für nicht besonders wahrscheinlich. Aufweichen durch Personal ja, Komplettübernahme?
Gold ist spekulativ – glaube ich – stark untergewichtet (weshalb es meiner Meinung nach kaum korrigiert bei dem Preisniveau, eigentlich wäre eine fällig), es hat mehr eine globale strategische Rolle bekommen. Außerdem werden neben den Zentralbanken auch die Geschäftsbanken stark daran interessiert sein.
Mein Fazit: Die FED (und nicht nur die) werden so oder so Massen an Helikoptergeld schaffen, Inflation ist offiziell ein Feind aber inoffiziell gewünscht, um die Schulden zu neutralisieren. Die Alternative wären Crashs, die nach empirischer Erfahrung aus der vergangenheit eher unerwünscht sind.
Ich beobachte seit der Eurokrise relativ genau, was „die da“ so machen, sie erzeugen mehr Geld. Man muss sich um sich selbst kümmern.
Naja- wenn wirklich die ganze Welt mindestens annähernd die Klimaneutralität anstrebt, dann werden die Rohstoffe wohl nicht reichen.
Und Deutschland mit seiner Deindustrialisierung ganz vorne, wird es bestimmt nicht schaffen, die etwa 0,08 % des CO2 einzusparen, für das Deutschland verantwortlich ist.
Aber ich denke, Ideologien werden immer (gerade in Deutschland) bis in den Untergang bzw. in die Selbstzerstörung blind weiter verfolgt.
Daher habe ich seit 2022 massiv in Richtung Silber umgeschichtet.
Zu Gold: Ich bin der Meinung, dass die Banken wegen Basel 3 immer mehr Gold horten.
Selbst bei der Hinterlegung von Gold, um Kredite abzusichern, werden die Banken nicht auf den Verkauf des Goldes bestehen, wenn die Kredite wackeln, sondern das Gold einziehen.
Schau dir „Gold, Öl, Kupfer: Der Superzyklus rollt an – und du kannst profitieren“ auf YouTube an
https://youtu.be/M9IvhVe6504?si=duhjcdgfXKkIfbFI
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Silber war schon Anfang der Achtziger bei über 40 Dollar die Feinunze…also da würde ich vorsichtig sein…
Gold hat hier die Nase vorn..kommt von um die 250 zur Jahrtausendwende…
Gold ist ein klares Mißtrauensvotum gegen die Notenbanken….
Wenn die Notenbanken von Geldwertstabilität reden haben Sie schon verloren…!
Geldwertstabilität wäre plus minus Null und nicht plus zwei Prozent ..jährlich… wohlgemerkt..
In 45 Jahren Berufstätigkeit ist somit das ganze Geld weg !
Geldwertstabilität kann es nur im Münzgold und nie im Papiergeldsystem geben…!
Das ungedeckte Papiergeldsystem verführt die Notenbanken regelrecht zur Geldmengenausweitung…
Da die Notenbanken sich in diesem Leben nicht mehr ändern ….sind weitere Preissteigerungen beim Münzgold vorprogrammiert….!
Ich empfehle hier den „American Eagle“…er wird seit dem Jahr 1986 von der US Mint aufgelegt…
Auf der Internetseite von „gold.de“ finden Sie die besten Preise..!
Hallo @ Dr. Sebastian Schaarschmidt
Ja- richtig.
Damals war der Silberpreis durch Spekulation getrieben; heute durch Mangel.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Ich wäre mit Silber auch vorsichtig. Der technische Fortschritt ist derart rasant und vielfältig, dass Silber morgen schon in vielen Produkten ersetzt werden könnte. Besonders wenn es für die Industrie zu teuer wird.
Was das Anlageprinzip betrifft, besteht zwischen Gold und Silber ein Riesenunterschied.
Silber kann kaum ersetzt werden. Bei Solarmodulen probiert man es schon ewig. Silber hat einzigartige Eigenschaften.
Parallel dazu war Silber historisch gesehen früher und länger Geld als Gold. In China noch bis 1935. In den USA und überall außer im Kommunismus* in Form von Silbermünzen bis in die 1970er Jahre.
Gut möglich, das Silber remonetarisiert wird.
Und Silber ist das billigste überhaupt. Es gibt nichts, was in der Preisentwicklung so zurückhängt wie Silber.
* und in kommunistischen Staaten war es der größte Schatz überhaupt, weil es als Rohstoff gebraucht wird.
Das Zocken mit Industrierohstoffen wie Silber, Kupfer, Silizium, Uran und wie sie alle heißen, überlasse ich gerne anderen. Ist mir zu riskant.
Da sind mir Aktien und Gold lieber. Wobei anlagetechnisch Gold ja gar kein Rohstoff ist, sondern Wertspeicher oder Geldersatz.
Silber als Wertspeicher ist eine eher wacklige Angelegenheit. Die Mehrwertsteuer hilft da auch nicht weiter.
Ich stimme beim Silberpreis eher Helmut zu.
Ja, in den Achzigern bewegte sich der Silberpreis viel explosiver, bin ich der Meinung. Damals gab es eine spekulative Verknappung (Hunt Brüder), der Preis schoss regelrecht.
Heute finde ich das im direkten Vergleich eher reserviert und die Bedeutung des industriellen Einsatzes hat sich geändert. Ich weiß, dass viele mit einem regelrechten kurzfrist-Run rechnen, gem. der Achziger, was vielleicht kurzfristige Preise bis 100$ bedeuten könnte…
Ich persönlich vermute eher, dass es langsamer steigen wird und es am Ende keinen auflösenden Crash geben wird. Analogie: Palladium
Sollte sich das aber innherlb kürzester Zeit bis über die 100er Marke hieven, dann wäre ich vielleicht auch mal so langsam vorsichtig. Zwischen den 80ern und heute liegen über 40 Jahre, die aktuellen 40$ sind nix. Wenn man das vergleichen wollte, müsste deshalb dennoch zu dem Schluss kommen, dass jagt in den dreistelligen Bereich. Aber wir werden sehen.
Eine Spekulation ist halt immer risikobasiert.
Silber wartet nun schon fast 15 geschlagene Jahre auf ein neues ATH, liegt folglich seither immer noch im Verlustbereich, Gold hat in dieser Zeit lediglich 50% hinzugewinnen können, während sich beispielsweise der Nasdaq100 mehr als verzehntfacht hat, also mit ca. 1’000% im Plus glänzt. Es handelt sich aus meiner Sicht nun erstmal um einen Nachholeffekt, unterstützt durch den momentanen Rücksetzer an den Aktienmärkten. Klar ist für mich auch, dass die Nachfrage nach Silber stark ist und auch zukünftig stark bleiben wird. Charttechnisch ist noch etwas, aber nicht mehr viel Luft nach oben, so dass ich nach dem Abschuss der Fahnenstangenbildung, erstmal mit einem grösseren Rücksetzer rechne, so dass sich die Übertreibungen relativieren werden. Momentane Preise spiegeln doch immer eine kollektive Meinung über die Entwicklung in der Zukunft. Eine Rezession kann diese Meinung auch wieder sehr schnell ändern. Aber im ganz langfristigen Mittel wird der Preis von Silber schon steigen, so wie eben auch die Aktienmärkte.
Kurios: Einige Crashpropheten propagieren Silber als Alternative zu Gold, weil ein „Silberverbot“ wegen der industriellen Nutzung vermeintlich nicht durchsetzbar wäre.
Nichts wäre einfacher, als Privatanlegern den Handel mit Anlagesilber einzuschränken oder zu verbieten.
Nennenswerte Summen ließen sich da ohne Bandscheibenvorfälle nur schwer verbergen🥵.