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Gold: Starker US-Dollar lässt den Goldpreis abstürzen – Weiter abwärts?

Gold: Starker US-Dollar lässt den Goldpreis abstürzen - Weiter abwärts?

Am Dienstag stürzte der Goldpreis im Zuge der US-Dollar-Aufwertung erneut unter die Marke von 1.800 USD. Gold rutschte dabei auf ein Tief von 1.765 USD und erreichte damit ein Achtmonatstief.  Gegenüber dem Vortag beliefen sich die Verluste auf rund 47 Dollar. Im gestrigen Handel brach nicht nur der Goldpreis ein, sondern auch die Aktienmärkte und Ölpreise. Nur der US-Dollar präsentierte sich indessen äußerst robust, dieser profitiert derzeit wesentlich von der großen Unsicherheit an den Finanzmärkten.

Der starke US-Dollar ist schließlich auch der Hauptgrund für die jüngste Kursschwäche bei Gold. Der Ausverkauf in vielen Asset-Klassen, besonders an den Aktienmärkten, wirkt sich zusätzlich negativ auf den Goldpreis aus. Es ist davon auszugehen, dass zahlreiche Papier-Gold-Besitzer ihre Positionen angesichts des Absturzes an den Aktienmärkten liquidieren mussten, um an Cash zu kommen. Für das goldene Edelmetall geht es somit die vierte Woche in Folge abwärts.

Starker US-Dollar drückt auf die Nachfrage

Der Dollar-Index notiert weiterhin auf dem höchsten Stand seit 20 Jahren, was den Goldpreis belastet. Die US-Anleiherenditen sind zwar zuletzt deutlich zurückgekommen, angesichts der Dollarstärke konnte dies dem Goldpreis jedoch keinen Aufwind verleihen. Die 10-jährige US-Rentenrendite ist von dem Hoch bei rund 3,5% inzwischen auf 2,8% gefallen. Eigentlich ist ein fallender und/oder negativer Realzins, also Nominalzins minus Inflationsrate, die optimale Voraussetzung für einen steigenden Goldpreis.

Da Rohstoffe wie Gold jedoch überwiegend in Dollar gehandelt werden, verteuert sich der rechnerische Kaufpreis außerhalb des Dollarraums. Das bremst die Nachfrage aus und drückt schließlich auf den Goldpreis. Wie Sie in dem beigefügten Monats-Chart sehen können, notiert der Dollar-Index auf dem höchsten Niveau seit knapp 20 Jahren, was den Preis für Gold auf den geringsten Wert seit Oktober zurückfallen ließ. Die Dollarstärke zeigt sich derzeit in dem Währungspaar EUR/USD – hier zeichnet sich immer mehr eine Parität ab.

US-Dollar-Index auf 20-Jahreshoch - Belastung für Gold

In dieser Woche stehen mit der heutigen Veröffentlichung des FOMC-Protokolls (20:00 Uhr) sowie den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag weitere impulsgebende Events auf der Agenda. Vor allem der Blick in das jüngste Sitzungsprotokoll der Fed dürfte mehr Hinweise zu den Diskussionen über die künftige Gangart geben. Je falkenhafter die Stimmung der Fed-Mitglieder damals war, desto größer der Druck auf das zinslose Gold. Am Donnerstag richtet sich zunächst der Fokus auf den privaten ADP-Arbeitsmarktbericht, bevor am Freitag die Non-Farm Payrolls im Mittelpunkt stehen.

Gold: Wie geht es weiter mit der Kursentwicklung?

Mit dem Ausbruch aus der Seitwärtsrange hat Gold einen neuen Abwärtsimpuls begonnen. Der anschließende Rutsch unter die markante Unterstützung bei 1.786/80 USD hat zudem zum Durchbruch der wichtigen Demand-Zone geführt. Auf Wochenbasis besteht für die Gold-Bullen aber noch die Möglichkeit, den Goldpreis bis Freitagabend zurück in die wichtige Unterstützungszone zu hieven. Aktuell versucht sich der Goldpreis an einer Stabilisierung an der Unterstützung bei 1.764 USD. An der Marke von 1.764 USD beginnt eine horizontale Unterstützungszone, die sich bis 1.750 USD erstreckt. Sollte das Verkaufsinteresse im Laufe des Handelstages steigen, dann könnte der Preis für Gold auch noch bis 1.750 USD fallen. Um sich kurzfristig die Chance auf eine Erholung zu bewahren, sollte es per Stundenschluss nicht tiefer gehen. Andernfalls droht sich die Korrektur bis an das September-Tief bei 1.723 USD auszuweiten.

Das Chartbild würde sich zumindest etwas aufhellen, wenn der Goldpreis zügig die 1.800 USD zurückerobert und in die vorherige Range klettert. Um den Trend umzukehren, muss Gold jedoch über das Zwischenhoch bei 1.857 und den massiven Widerstand bei 1.870 USD ansteigen.

Der Goldpreis stürzt unter 1.800 USD - geht es noch tiefer?

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13 Kommentare

  1. Ja, schrecklich, in diesem Jahr (in Euro) nur noch 7,5 % steuerfreien Kursgewinn.
    Ich spring aus dem Kellerfenster.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Abgestürzt ist der der Papiermüll. Wer phys. Gold hält lächelt weiter. Siehe Helmut!

    1. @Goldsammler

      Ja, ja, das verkrampfte Lächeln von Kindern, die kurz darauf losheulen. Kenn ich!
      Gold stürzt mit dem Papiermüll (Euro) ab, während die Inflation steigt. Großartig!
      Gold ist sowas von gestern.

      1. Sie Sie es wirklich? Ich dachte, Sie hätten auch einen Goldanteil und langjährige Erfahrung?

        Aber stimmt schon. Die meisten, die plötzlich auf Gold oder Silber kommen, nachdem sie ihr ganzes Leben nur in der Nase gebohrt haben, fallen auf selbige. Das gilt aber für Aktien, Immos und Kryptos genauso. Emotional geht es den Sammler von so etwas wie Ü-Ei-Figuren vermutlich am besten.

        Fakt ist doch: Gold ist ewig und war noch nie ein Fehler. Warum sollte sich das ändern? Alles andere ist Tand von Menschenhand.

        1. @Felix

          „…Gold ist ewig…“

          Schöner Gedanke, aber klingt mehr nach Religion, als nach Fakt.
          Bin zwar kein Atheist, aber alles glaube ich auch nicht☺️.
          Mein Goldanteil hat mehr mit Ästhetik als mit Investment zu tun.

  3. @ Columbo, immer noch nicht begriffen, Gold ist in Euro immer noch weit über der 200 Tageslinie und was macht ihr MSCI?Sie sind unbelehrbar und widersprüchlich.Einmal haben sie den Goldhändler Krall kritisiert ,weil er nur 20% Goldanteil propagierte.Ihre immergleichen Goldbahsings sind sind nur noch lächerlich. Obwohl ich kein Gold besitze stört mich das.In Anbetracht ihrer Ausbildung und des Berufstandes kommentieren Sie sehr dämlich.Da finde ich die Kommentare des von Ihnen verschmähten Andalusiers oft sehr interessant.

    1. @Gagi

      Widersprüchlich? Genau richtig! Das ist enorm wichtig, besonders in meinem früheren Beruf.
      Immer wieder alles in Frage stellen, immer wieder vom Gewohnten, Gelernten, von der Routine abweichen. Niemals auf einer eingefahrerenen Schiene ewig weiterfahren.
      Man darf das Entgegengesetzte der eigenen Überzeugung nie aus den Augen verlieren.
      Danke für Ihren Kommentar übrigens, war eine Gelegenheit das zu erklären.

      Schöne Grüsse aus Italien.

      1. @Columo, mein alter Kaminrundenfreund 🖖
        Ich schätze dich, weil du wissenschaftlich denkst und anerkennst, dass sich die Welt aufgrund neuer Erkenntnisse sowie einzelner verrückter Menschen mit zu viel Macht inzwischen fast täglich ändern kann. Weil du dich nicht an deinem glänzenden Gold fest-Krallst 😉

        Weil du in der Lage bist, eine Position der Selbstreflexion einzunehmen und alte Erkenntnisse über Bord werfen kannst, die heute einfach nicht mehr relevant sind. Und weil du immer sachlich bleibst, kein Fundamentalist und Prepper bist. Weil du hyperaktive und hoch explosive Ultra-Fan-Kulturen ebenso souverän im Kamin-Fegefeuer testest, wie die eigene Retrospektive.

        Und weil du dich nicht vom Verfall von Sprache, Manieren und Höflichkeit vereinnahmen lässt, der seit einiger Zeit die Diskussionen überflutet und Lautstärke vor Erkenntnis zu stellen versucht.
        Also billige Brennholz-Floskeln wie:
        Sie sollten sich erst einmal informieren…
        Immer noch nicht begriffen…
        Sie sind nur noch lächerlich…
        In Anbetracht … kommentieren Sie sehr dämlich…

        Lass das Kaminfeuer weiter ruhig knistern.

        Viele Grüße aus Suomi.

        1. Vielen Dank @Leftutti für so viel Lob!
          Ich sammle derzeit in den umliegenden Wäldern Holz für den Kamin.
          Werde dir rechtzeitig den winterlichen Kaminrundenplan mitteilen.
          Habe heuer als Gastredner Olaf Scholz, Mario Draghi, Xi Jinping, Joe Biden und Wladimir Putin eingeladen. Sie haben zugesagt und freuen sich.

          Viele Grüße aus den Dolomiten.

    2. Noch was @Gagi: Morgen kaufe ich Gold😊.

      1. @Columbo
        Das habe ich vor 5 Monaten beim selben Preis auch für eine gute Idee gehalten.
        Aber Putin verdampft das Zeug megatonnenweise unter hohem Druck und mit viel Gasfeuer und schickt es durch die neuen Seiden-Pipelines mit dem Erdgas in die neue Weltwirtschaftsmacht namens BRICS, wo es wieder verflüssigt wird.
        Indien lässt es dann frisch gewaschen wieder abkühlen und schippert es versteckt unter gestohlenem ukrainischen Getreide auf griechischen Schiffen unter Panama-Flagge mit deaktiviertem Transponder zu hohen Preisen in die EU, die es dann sicher in Friedhöfen verbuddelt oder steuerfrei in der Schweiz bunkert.

  4. Schaut Euch mal den Goldpreis in den Ländern an, wo hohe Inflation ist. So wie im Euro auch, gleicht Gold immer Währungsverluste aus.

  5. @Leftutti, ich finde es hervorragend, dass sie bei ihrem Kamin- Kumpel so viele positive Eigenschaften bemerken die ihnen selber grossenteils fehlen.Damit hoffe ich auch dass der wissenschaftlich begründete frühere Eurofan und Bergdoktor mit seiner Anpassungsfähigkeit die Eurosache heute anders einschätzt.
    P.S Die Kaminrunde muss sich übrigens über die Energiekrise keine Sorgen machen, sie wird die Sache mit einigen sauberen Kohlebriketts überstehen.

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