Gold/Silber

Venezuela und US-Daten im Fokus Gold steigt, Silber explodiert – neue Rekorde rücken näher

Foto: Bloomberg

Der Goldpreis rückt erneut in den Fokus der Märkte: Getrieben von steigenden geopolitischen Spannungen in Venezuela und der Hoffnung auf weitere Zinssenkungen nähert sich Gold seinem Rekordhoch. Gleichzeitig sorgt Silber mit einem neuen Allzeithoch für zusätzliche Dynamik am Edelmetallmarkt, während Anleger gespannt auf die anstehenden US-Inflationsdaten blicken.

Gold und Silber auf Rekordkurs

Der Goldpreis legte zur Wochenmitte weiter zu und näherte sich seinen Rekordständen, während Anleger gespannt auf die anstehenden US-Inflationsdaten blickten und die zunehmenden Spannungen in Venezuela verfolgten. Silber erreichte indessen ein neues Allzeithoch bei 66,52 USD, während Platin auf den höchsten Stand seit 2008 sprang.

Gold stieg zunächst auf 4.342 US-Dollar je Feinunze, bevor es einen Teil seine Gewinne wieder abgab. Der Goldpreis erholte sich damit von einem leichten Rückgang in der vorherigen Sitzung, der eine fünftägige Gewinnserie beendet hatte. Die für Donnerstag erwarteten Inflationszahlen stehen besonders im Fokus, da sie Hinweise darauf liefern könnten, wie sich die US-Notenbank Fed in Bezug auf weitere Zinssenkungen positioniert. Im Vorfeld der Veröffentlichung werden mehrere hochrangige Fed-Vertreter öffentlich Stellung nehmen.

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Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Goldpreis durch die Entwicklungen in Venezuela. US-Präsident Donald Trump ordnete eine Blockade sämtlicher sanktionierter Öltanker an. Gleichzeitig erhöht die US-Regierung den Druck auf Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro – vor dem Hintergrund eines militärischen Aufmarsches in der Region und der Androhung von Bodenangriffen.

„Die Spannungen scheinen sich schrittweise weiter zu verschärfen“, sagte David Wilson, Chefstratege für Rohstoffe bei BNP Paribas. Nahezu alle Faktoren, die den Goldpreis stützen – von Inflationsdruck über die Entwicklung der US-Aktienmärkte bis hin zu einer globalen Wachstumsabkühlung – träten derzeit gleichzeitig auf. Wilson prognostiziert, dass Gold im Laufe des kommenden Jahres die Marke von 5.000 US-Dollar erreichen könnte.

Gold steigt, Silber erreicht Rekordhoch über 66 Dollar - Goldpreis bleibt im Fokus
Goldpreis nähert sich Rekordhoch angesichts zunehmender Spannungen in Venezuela

Goldpreis mit weiterem Potenzial

Der Goldpreis rückt immer näher an sein Rekordhoch von 4.381 US-Dollar je Feinunze heran, das im Oktober erreicht wurde. Im laufenden Jahr hat das Edelmetall rund 65 Prozent an Wert gewonnen und steuert damit auf die beste Jahresperformance seit 1979 zu. Getrieben wurde die starke Rallye vor allem durch massive Käufe der Zentralbanken sowie durch den Rückzug vieler Investoren aus Staatsanleihen und wichtigen Währungen. Auch geopolitische Spannungen haben die Rolle von Gold als sicherer Hafen weiter gestärkt.

Anleger achten zudem aufmerksam auf weitere Signale für eine lockerere Geldpolitik, nachdem die Fed in der vergangenen Woche bereits zum dritten Mal in Folge die Zinsen gesenkt hat. Das wirkt sich positiv auf Edelmetalle wie Gold und Silber aus. Aktuell rechnen Händler mit zwei weiteren Zinssenkungen im nächsten Jahr.

Laut Nicky Shiels, Leiterin der Forschung beim Edelmetallverarbeiter MKS Pamp SA, dürfte Gold im Jahr 2026 durchschnittlich bei etwa 4.500 US-Dollar je Feinunze liegen. Damit reiht sie sich in eine Vielzahl optimistischer Prognosen ein. Kurzfristig erwartet Shiels jedoch eine Seitwärtsphase, bevor sich nach dem diesjährigen „parabolischen Anstieg“ ein moderaterer und nachhaltiger Aufwärtstrend etabliert.

Platin verzeichnete derweil einen kräftigen Anstieg von bis zu 4,6 % und erreichte damit den höchsten Stand seit 2008. Auslöser war ein Vorschlag der Europäischen Union, die Emissionsvorschriften für Neuwagen zu lockern und das faktische Verbot von Verbrennungsmotoren aufzuheben. Platin und Palladium werden in Katalysatoren eingesetzt, die Schadstoffe in Motoren reduzieren. In den vergangenen ein bis zwei Wochen habe es daher verstärkt Kaufinteresse von Automobilherstellern gegeben, so Wilson.

Gold kletterte um 0,4 % auf 4.320,19 US-Dollar je Feinunze (Stand 9:20 Uhr in London). Silber legte um 3 % zu und erreichte zuvor ein Hoch von 66,5284 US-Dollar. Platin gewann 3,7 %, während Palladium um 1 % zulegte. Der Bloomberg Dollar Spot Index erhöhte sich um 0,3 %.

FMW/Bloomberg



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5 Kommentare

  1. Ich denke, Gold wird stark getrieben durch die Sanktionen und Silber nicht unerheblich zusätzlich durch die Klima-Hysterie.
    Die Länder auf der Welt wissen nun, dass auch Auslandsvermögen in der EU nicht mehr durch willkürliche Beschlagnahme sicher sind.
    Und die Klima-Fanatiker werden langsam erkennen, was diese Klima-Hysterie kosten wird.

    Macht weiter so.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Im September 2011 stand Gold bei knapp 2000 und der DAX Performance Index unter den 5000…

    Wer hat also besser performt…?

    Im April 2011 stand Silber bei über 40 und der DAX unter 7000…

    Wer hat also besser performt…?

    Es kommt immer auf den Zeitraum an…

  3. Dr. Sebastian Schaarschmidt
    Als ich 2000 Silber als etwa 10 % Beimischung zu meiner Goldinvestition gekauft habe,, stand Silber bei 5 Dollar.
    Also bis heute etwa verzwölftfacht.
    Aber ich habe die Beimischung 2019 auf etwa 30 % erhöht und 2022 auf 50 %
    Und das habe ich hier in den Kommentaren dargelegt.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Der Zeitraum ist definitiv entscheidend. Offensichtlich ist die langfristige Perspektive nicht von der Hand zu weisen, was ein hohes Maß an Persistenz und Sturheit (im positiven Sinne) fordert.

      Ich glaube, man muss sehr viel Aufwand betreiben und das notwendige Glück haben, um das durch Spekulation zu toppen.

      An der COMEX spielt sich aktuell wieder was ab. Wenn ich das richtig interpretiere: Da laufen immer noch signifikant Stops im Dezember und die Einlagen-Margen wurden erhöht. Der Preis zieht (dennoch) weiter an. Ich weiß nicht warum die das machen aber ich vermute, eben weil sich der Preis stark bewegt, das belastet die Margenkonten der Shorts und die Sicherheiten werden erhöht.

      Kann aber alles falsch verstanden sein.

      Das Allzeithoch vom Gold ist noch nicht getoppt. In meinen Augen fungiert das wie ein Bremsklotz.

  4. Ja, großer Bär.
    Als ich 2000 meine Altersversorgung in Gold investiert habe, lief der Goldpreis auch erst noch Jahre praktisch seitwärts.
    Auch als ich 2019 und dann 2022 massiv in Silber umgeschichtet habe, lief es erst noch Jahre nicht berauschend.
    Aber ich war damals genauso von Gold überzeugt wie heute von Silber.
    Damals waren es 18 Jahre, bis zu meinem Rentenalter. Heute bei Silber ist es die private Altersversorgung meiner Kinder in etwa 20 Jahren.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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