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Gold/Silber

Gold und Öl: Fundamental und charttechnisch analysiert

Redaktion

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am

Von Naeem Aslam, chief market strategist bei ThinkMarkets

Gold

Das Edelmetall hat wieder einmal „Pech“, es handelt unter dem kritischen Niveau von 1.300 $. Der Grund, warum wir keine Erholung des Goldpreises sehen, ist hauptsächlich auf die Stärke der US-Konjunkturdaten zurückzuführen. Dies hat zwei Auswirkungen: Erstens sind Händler mehr daran interessiert, Geld in riskantere Anlagen zu investieren. Schließlich glauben sie nicht, dass die Fed den gleichen geldpolitischen Kurs beibehalten wird, den sie derzeit vertreten.

Darüber hinaus scheint es, dass auch die Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA ziemlich bald gelöst sein werden. Dennoch ist der Goldpreis auf dem aktuellen Niveau aus Gründen der Absicherung sehr attraktiv.

Im Tages-Chart muss der Preis über dem kritischen Niveau von 1276 bleiben. Dies war das bisherige Jahrestief, das der Preis bereits am 21. Januar erreichte. Wenn wir diese Unterstützungszone durchbrechen, ist es wahrscheinlich, dass der Preis seine Bewegung in Richtung der Marke von 1.250 $ fortsetzen wird.

Wir erwarten heute keine größere Bewegung des Goldpreises, ich denke, die Händler werden sich die chinesischen BIP- und Industrieproduktionszahlen (die morgen fällig sind) ansehen. Wenn wir eine Verbesserung dieser Zahlen sehen, wird dies die Nachfrage nach den risikoreicheren Anlagen nur verstärken. Denken Sie daran, dass China die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist, und eine sich verbessernde Wirtschaftslage nn China bedeutet die Verbesserung der Weltwirtschaft.

 

Öl

Der WTI-Preis bewegt sich im negativen Bereich und baut auf den Verlusten auf, die wir gestern erlebt haben. Im bisherigen Jahresverlauf liegen wir immer noch bei über 36%, eine nicht zu vernachlässigende Leistung. Natürlich wollen Händler etwas Gewinn vom Tisch nehmen, vor allem angesichts der Gewinne, die wir schon  gesehen haben.

Die US-Rohöllagerdaten stehen im Fokus, und wir haben bereits in der letzten Woche einen Anstieg dieser Lagerbestände gesehen. Die steigenden Lagerbestandsdaten haben viele Fragen an die Anleger gestellt, aber niemand scheint bereit, die erneute Ölschwemme wahrzunehmen.

Betrachtet man die Angebot und Nachfrage, so hat Russland seine Ölproduktion deutlich auf 11,25 Millionen Barrel pro Tag reduziert, eine Zahl, die Anfang April erreicht wurde. Die OPEC allein kann die Ölversorgung nicht kontrollieren, sie braucht Unternehmen aus Nicht-OPEC-Ländern. Ein weiterer Grund für den aktuellen Rückgang des Ölpreises ist auch darauf zurückzuführen, dass es auf dem Markt Gerüchte gibt, dass Russland sich nicht länger an die Produktionskürzungen halten wird. Wenn dieses Gerücht Wirklichkeit wird, sehen wir einen ernsthaften Rückschlag des Ölpreises.

In Bezug auf die technische Analyse sehen wir die aktuelle Unterstützung bei einem Niveau von 61 $, und ein Bruch dieser Marke wird die Tür zum nächsten Level öffnen, das bei 58 $ liegt, während der Aufwärtstrend durch das Widerstandsniveau von 64,79 $ begrenzt wird, dem bisherigen Jahreshoch, das der Preis am 9. April erreicht hat.

 

Naeem Aslam

 

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Hannes Zipfel

    16. April 2019 10:58 at 10:58

    Warum reagiert Gold nicht auf die sich häufenden Stresssymptome der überschuldeten Weltwirtschaft? Diese Frage ist in Anbetracht des eigentlich konstruktiven Umfeldes absolut berechtigt.

    Anekdotisch lieferten die letzten 36 Stunden dafür weitere zwei Fragezeichen: gestern Morgen versandte Donald J. Trump einen Tweet Richtung US-Notenbank, der nichts geringeres als eine völlige Neuausrichtung der Fed fordert (weg von der Einheit als Feuerteufel und Brandmeister hin zu nur noch Feuerteufel). Trump schrieb: „Wenn die Fed ihre Arbeit richtig gemacht hätte, was sie nicht getan hat, wäre der Aktienmarkt um zusätzliche 5000 bis 10.000 Punkte (DJIA) gestiegen und das BIP-Wachstum wäre weit über 4% statt 3%… fast ohne Inflation. Die restriktive Geldpolitig (Quantitative Tightening) war ein Wachstumskiller, die Fed hätte genau das Gegenteil tun müssen (QE4)!“

    Im Klartext bedeutet diese Forderung, dass die Fed mit ihrer laxen Geldpolitik nicht erst warten soll, bis die Konjunktur oder die Hausse bei Aktien, Bonds und Immobilien sich abschwächt, sondern quasi preventiv für ein noch zügigeres Aufpumpen der Asset-Price-Bubble (außer Edelmetalle und Minen) sorgen soll.

    Natürlich geht es Trump bei dieser radikalen Forderung primär um seine Chancen bei der Präsidentschaftswahl 2020. In Amerika gilt mehr als anderswo der Wählerleitspruch „Your Wallet Your Vote“. Eine boomende Wirtschaft und steigende Vermögenspreise helfen dem Amtsinhaber enorm bei der Wiederwahl. Da Trump bei den letzten Zwischenwahlen die Kontrolle über das Repräsentantenhausan an die Demokraten verloren hat, sind weitere Steuersenkungsorgien oder andere gigantische Konjunkturmaßnahmen bis zur Wahl politisch kaum durchsetzbar. Das weiß Trump und setzt voll auf die stimulierende Wirkung der Geldpolitik durch die Fed (u.a. mit der Benennung zweier neuer Fed-Direktoren, H. Cain und S. Moore, aus dem Kreis seiner ergebensten Unterstützer).

    Trotz dieser radikalen und unkonventionellen Wahlkampfstrategie Trumps fällt der Goldpreis.

    Auch als heute Morgen aus China erneut Informationen durchdrangen, das die Peoples Bank of China wiederholt massiv Liquidität in die Märkte pumpt und die Kreditvergabe im März, wie schon im Januar, förmlich durch die Decke schießt, fällt Gold.

    Beide Anekdoten zeigen ganz klar, dass der ökonomische Benzinbrand mit Kerosin bekämpft wird (noch mehr Schulden gegen die Überschuldung plus Niedrigzinsen und Gelddrucken). Ein theoretisch ideales Umfeld für die „Safe Haven“-Assets Gold und Silber. Zumal Trump nun auch den US-Dollar und seine relative Stärke gegenüber Euro und Yen verstärkt ins Visir nimmt.

    Drei Erklärungen für dieses Paradoxon scheinen mir logisch:

    Erstens existiert momentan noch keine Notwendigkeit, den US-Dollar als aktuelle Weltleitwährung durch Gold (die Backup-Reservewährung), zu ersetzen, da die Dollar-Zinsen nach wie vor relativ hoch sind, die US-Wirtschaft offiziell noch wächst und die Fed den von Trump geforderten quantitativen Lockerungskurs (QE4) noch nicht begonnen hat. Die Maßnahmen anderer Zentralbanken, auch Chinas, verhindern evtl. eine Rezession, erzeugen aber in ihrer jetzigen Ausprägung noch keine anhaltenden inflationären Effekte (Teuerungseffekte in den offiziellen Statistiken).

    Zweitens ist die Psychologie der breiten Anlegerschaft durch den fortwährenden, künstlich aufrecht erhaltenen Aufschwung darauf konditioniert, dass Krisen kein Thema mehr sind und die Preise ihrer Vermögenswerte für immer und permanent weiter steigen werden (Fear Of Missing Out und Buy the F…..g Dip).
    Drittens sehen die Charts von Gold, Silber und den Minenindizes noch nicht so attraktiv aus, dass großes Geld sich für diese (noch) Nieschenmärkte interessiert. Wichtige Widerstände gilt es im Laufe des Jahres noch zu nehmen. So lange die Preise der Metalle auf dem aktuellen Niveau konsolidieren, ist auch die Profitabilität der Minen nicht außerordentlich sexy.

    Gleichwohl bleibt eines ganz klar: die Symptome und Stresszustände der in hostorischem Maße überschuldeten Weltwirtschaft treten heute so krass zu Tage, wie in den letzten 25 Jahren nicht (seit dem ich die internationalen Finanzmärkte und deren zugrunde liegenden Ökonomien beobachte).
    Allein der mathematische Zwang ,in einem solchen Schuldenkarussell, den ZINSESZINS durch immer tiefere Kreditkosten auszuhebeln und trotz mangelnder Bonität und Solvenz vieler privater und öffentlicher Schuldner, der Schuldenwirtschaft immer mehr Kredit zur Verfügung stellen zu müssen (mit permanent abnehmendem Grenznutzen) führt unweigerlich zu erzwungenen Radikalmaßnahmen der Geldpolitik (QE4, Abschaffung des Zinses) mit dann zwangsläufig steigender Attraktivität der zinslosen aber knappen monetäten Edelmetalle und deren Produzenten.

    In der Geschichte der Menschheit haben die fundamentalen ökonomischen Naturgesetze (basierend auf Mathematik) stets retardierend auch die Massenpsychologie erreicht (erzwungener Maßen). Daher macht es aus Gesamtvermögenssicht absolut keinen Sinn, mit fortschreitender Überschuldung den Anteil von Edelmetall- und Mineninvetsments in Frage zu stellen.

    Wenn eines abgeleitet aus den Handlungen der politischen und ökonomischen Eliten der letzten Jahrzehnte prognostizierbar ist, dann das, dass sdiese Eliten alles tun werden um den Status quo so lange wie möglich aufrecht zu erhalten (nebst dazu notwendiger raidakler Geldpolitik zu Gunsten der monetären Edelmetalle).

  2. Avatar

    Columbo

    16. April 2019 12:11 at 12:11

    Was manche Blogger so alles schreiben. Dieser beispielsweise über Markus Krall (sechster Kommentar von oben).

    https://grossmutters-sparstrumpf.de/warum-warren-buffett-kein-gold-kauft/

  3. Avatar

    Quintus

    16. April 2019 12:51 at 12:51

    Ein bischen Demut und ein wacher Geist würde diesem Herrn gut stehen, denn außer Arrogonz kann ich sonst nichts mehr erkennen…..?

    • Avatar

      Prognostiker

      16. April 2019 14:44 at 14:44

      Um Markus Krall zu kritisieren müsste man entweder sehr gut sein , oder erbärmlich naiv.
      Ich tendiere 49 zu 51% auf die zweite Variante.

      • Avatar

        Columbo

        16. April 2019 18:51 at 18:51

        Wenn ich Markus Krall wäre, würde ich diesen Blogger wegen Rufschädigung verklagen. Die Bezeichnung „Knalltüte“ würde ich nicht auf mir sitzen lassen.

  4. Avatar

    md

    16. April 2019 13:13 at 13:13

    darf ich mal ne dumme frage stellen in der hoffnung das ich ne antwort bekomme :)
    also, was wäre wenn die zinsen komplett verschwinden würden. also wenn alle zentralbanken den zins auf null setzen. unter welchen gesichtspunkten würde dann ein wert einer devise zb euro, usd, zar, juan, yen usw. festgestellt werden.
    oder geht das garnicht.

  5. Avatar

    Zinslipicker

    16. April 2019 14:49 at 14:49

    @ md, ganz einfach,ohne Zinsen würden nur noch die sichersten Länder/ Währungen Kredite bekommen u.sonst niemand.

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Rüdiger Born: Gold steigt – was für Trader machbar ist

Rüdiger Born

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am

Beginnt jetzt der große Anstieg im Gold? Das schaue ich mir im folgenden Video am Chart genauer an. Eine Short-Idee war gescheitert. Aber ist nun der aktuelle Anstieg nachhaltig?

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Goldpreis steigt spürbar an – Experte erklärt aktuelle Lage

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis steigt aktuell spürbar an. Gestern um 16 Uhr noch müde bei 1.900 Dollar, ist Gold seitdem bis heute früh durchgehend gestiegen auf aktuell 1.921. Dollar. Ist das (endlich?) der Durchbruch, nachhaltig und kräftig, wie es viele Bullen schon seit Wochen erwarten? Wir sprachen die letzten Tage in unseren Berichten über die gestrige Deadline der Demokraten in den USA wegen einem neuen Billionen-Stimulus. Und siehe da… die Demokraten räumen nun Zeit bis Ende der Woche ein, und sind optimistisch, dass es funktionieren wird, eine Einigung mit den Republikanern und Donald Trump zu finden. Ob es wirklich eine Einigung geben wird?

Ein neuer Billionenstimulus, das würde deutlich mehr Staatsschulden für die USA bedeuten, und ein mögliches Anheizen der Inflation durch mehr wirtschaftliche Aktivität. Daher verliert der US-Dollar seit gestern bis heute früh deutlich weiter an Boden. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) fällt seit gestern Mittag von 93,27 auf aktuell 92,74 Indexpunkte. Schon seit Montag früh ist der US-Dollar am Fallen. Je schwächer der US-Dollar, desto besser für den Goldpreis.

Experte über aktuelle Lage im Goldpreis

Daniel Briesemann, Analyst für Industriemetalle und Edelmetalle bei der Commerzbank, schildert die aktuelle Lage im Goldpreis und für andere Metalle folgendermaßen. Die gute Stimmung an den Finanzmärkten, die sich in einem hohen Risikoappetit der Marktteilnehmer widerspiegele, habe gestern den Goldpreis in Schach gehalten. Dieser dümpelte um die Marke von 1.900 USD je Feinunze (wir berichteten). Dass andere Assetklassen stärker gefragt waren, sehe man nicht nur in der Preisentwicklung von Gold zum Beispiel gegenüber den Industriemetallen, sondern auch in einem ETF-Abfluss von 3,7 Tonnen.

Über Nacht habe der Goldpreis dann aber doch bis auf 1.920 Dollar zugelegt. Unterstützt werde es laut Daniel Briesemann durch den US-Dollar, der weiter abwertet. EUR-USD notiert heute Morgen auf einem 4-Wochenhoch von 1,186. Obwohl die von der demokratischen Mehrheitsführerin im US-Repräsentantenhaus, Pelosi, gesetzte Deadline gestern Abend verstrichen ist, gehen die Verhandlungen zwischen den Parteien über ein neues Hilfspaket für die US-Wirtschaft weiter. Nach Gesprächen mit Finanzminister Mnuchin äußerte sich Pelosi optimistisch, dass noch diese Woche – und damit vor der Präsidentenwahl – ein Kompromiss gefunden werden könne.

Dies habe den US-Dollar weiter unter Druck gesetzt, und der Goldpreis habe entsprechend profitiert. Wohl angetrieben durch die stark steigenden Industriemetallpreise legten Silber, Platin und Palladium deutlich stärker zu als Gold. Mit einem Plus von 2,5% auf über 2.400 USD je Feinunze wies Palladium die beste Preisentwicklung auf. Platin verteuerte sich zwischenzeitlich ebenfalls um über 2% auf gut 880 USD je Feinunze. Platin handelt seit mittlerweile mehreren Wochen entlang der 200-Tage-Linie, die offenbar eine wichtige Stütze für den Preis ist, so Daniel Briesemann.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten zehn Tagen

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Aktien

Dieser Sektor überstrahlt die Tech-Aktien nachhaltig

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Tech-Aktien erfreuen sich großer Beliebtheit und werden an den Börsen dementsprechend ambitioniert bewertet. Doch allzu oft sind profitable Geschäftsmodelle in diesem Sektor so häufig anzutreffen wie Einhörner in freier Wildbahn. Abgesehen von einigen wenigen dominierenden Unternehmen mit funktionierenden Businessmodellen investieren Anleger in diesem Sektor allzu oft in grandios überteuerte Phantasie- und Hoffnungswerte. Dass es auch anders und sogar profitabler geht, zeigt eine noch stark vernachlässigte Branche.

Tech-Aktien allein sichern keinen Reichtum

Wenn Börsenprofis von Sektor-Rotation sprechen, dann wird dabei in der Regel nur ein sehr enges Spektrum betrachtet. Meist wird bei dem Tausch von Aktien aus einem Sektor in einen anderen Sektor lediglich zwischen Value und Growth unterschieden. Sowohl institutionellen Anleger als auch Privatanleger schichten je nach Börsenumfeld von Zyklikern in Wachstumswerte, primär Tech-Aktien um. Diese Sichtweise ist jedoch sehr limitiert und wird der Vielfalt der Investitionsmöglichkeiten am Aktienmärkt nicht gerecht.

Wie wäre es alternativ mit einer neuen Variante der Sektor-Rotation, bei der Gewinne im aufgeblähten Tech-Sektor (volksw. Sekundärsektor) realisiert und in einen von den weltweiten Anlegern noch stark vernachlässigten Sektor investiert werden. Dabei geht es um einen Sektor, der mit gesunden Bilanzen (oft komplett schuldenfrei), hohe Margen á la Apple & Co., starken Free-Cash-Flows, zweistelligen Gewinnsteigerungen und attraktiven Dividendenrenditen aufwarten kann.

Nicht ganz unwichtig in Zeiten der Pandemie ist zudem der Status dieses Sektors in vielen Ländern als systemrelevant, weshalb die Produktion hier auch nur peripher von den Lockdowns betroffen war und ist. Das beste aber ist der dieser Branche zugrunde liegende Jahrhunderttrend (Säkularer Bullenmarkt), der nahezu zwangsläufig zu steigenden Investitionen in diesem Sektor führt.
Im Klartext geht es um die Unternehmen, die direkt und indirekt Hartgeld in Form von monetären Edelmetallen aus dem Boden holen. Jahrelang litt die Branche unter Preisverfall und hohen Schulden. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Die meisten Minen haben sich zu investorenfreundlichen Cash-Maschinen gewandelt, die schuldenfrei und mit prall gefüllten Kriegskassen wie zuletzt die Vorstände der Tech-Aktien auf Einkaufstour gehen (M&A) oder eigene Aktien zurückkaufen.

Einsen und Nullen vs. Schaufeln und Bagger

Nicht umsonst bezeichnet man in der Ökonomie den Bergbau als Primärsektor (Urproduktion), da ohne diesen nichts geht – auch nicht im Zeitalter der Digitalisierung und des 3D-Drucks. Für alles, wovon wir uns ernähren, womit wir uns fortbewegen, unsere Gesundheit schützen, arbeiten und uns unterhalten, benötigen wir nach wie vor Rohstoffe – und zwar in einer Menge wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte.

Ein besonders spannender Bereich in diesem primären Sektor ist die Förderung monetärer Edelmetalle wie Gold und Silber, die mit modernsten Abbaumethoden zutage gefördert werden. Keine digitale Notenpresse der Welt kann deren Wert verwässern. Es könnte sich sogar in Zukunft als essenzieller Vorteil erweisen, dass unser digitales Giralgeldsystem, auf das wir uns in unserem täglichen Leben verlassen und das lediglich aus virtuellen Einsen und Nullen besteht, zusätzlich durch eine physische Alternative in Form von weltweit anerkanntem und über Jahrtausende wertstabilem Hartgeld abgesichert ist. Zu dieser Thematik empfiehlt sich das Buch der Deutschen Bundesbank mit dem Titel „Das Gold der Deutschen“. Dort ist die Bedeutung des Goldes für die Reservehaltung unserer Zentralbank sowie für das gesamte Finanzsystem unseres Landes bis hin zur Wohlstandswahrung der Deutschen anschaulich beschrieben. Gold und Silber sichern die Kaufkraft ganzer Nationen, auch im Falle einer weltweiten Pleitewelle – auch von Staaten.

Über den Minen-Sektor können Sie an diesem Megatrend partizipieren und in Unternehmen investieren, die nicht selten 60 Prozent Bruttomarge sowie knapp 30 Prozent Netto-Marge erzielen – mit stark steigender Tendenz in den letzten fünf Jahren. Darüber hinaus zahlen diese Konzerne größtenteils und ebenfalls mit steigender Tendenz Quartalsdividenden aus, die im Schnitt für das Jahr 2021 bei 2,4 Prozent p. a. liegen (Forward Dividend Yield der 25 internationalen Werte im Philadelphia Gold and Silver Sector Index). Die Zeiten, in den Gold- und Silberminen unter Schuldenlasten litten, sind längst passé. Die Unternehmen dieses Sektors haben sich in den letzten Jahren zu wahren Cash-Maschinen gemausert.

Perspektiven

Schaut man sich die Perspektive der Branche an, dann sind die Ursachen für deren Sonderkonjunktur kein temporäres Phänomen, sondern systembedingt: In dem Maße, wie die globale Überschuldung in Höhe von mittlerweile über 330 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (260 Billionen US-Dollar im 1. Quartal 2020) die Kreditportfolios der Banken durch die Zombifizierung der Unternehmen belasten und die Notenbanken zu Nullzinspolitik und Geldmengenausweitung á la Heißluftballon zwingen, um die Staaten vor dem finanziellen „Sudden Death“ zu bewahren, bleibt die Förderung von Gold und Silber ein lukrativer Megatrend.

Der direkte Vergleich

Doch genug der Lobpreisungen und zurück zu den harten Renditefakten: Es ist unumstritten, dass Anleger in den letzten Jahren und speziell seit März dieses Jahres mit einem Index-Investment in den NASDAQ und erst recht in ausgesuchte High-Teck-Aktien wie Apple, Microsoft, Tesla, Amazon oder Alphabet eine herausragende Performance erzielen konnten. Damit war diesen Aktien auch die volle Aufmerksamkeit der Börsenberichterstatter sicher. Dass nur eine Handvoll der im NASDAQ Index enthaltenden Werte für die sehr positive Wertentwicklung verantwortlich sind sei hier nur am Rande erwähnt. Ganz anders sieht die Situation bei den Gold- und Silberminen aus, deren Aufschwung von einer ausgeprägten Marktbreite getragen wird. Auf Jahressicht befinden sich alle 25 im Philadelphia Gold and Silver Sector Index befindlichen Aktien im Plus. Viele sogar auf oder in der Nähe ihrer Allzeithöchststände. Vergleicht man den NASDAQ-Index mit dem Schwerpunkt Tech-Aktien mit einem Index der weltweit 25 größten Gold- und Silberproduzenten sowie Minenfinanzierer (Royalty- und Streaming-Unternehmen) dann ergibt sich folgendes überraschendes Bild:

Chart zeigt Vergleich von Philly Fed-Rohstoffen gegen Tech-Aktien

Auch andere Zeithorizonte belegen die Attraktivität einer Beimischung von Minenaktien in einem breit diversifizierten und mittelfristig ausgerichteten globalen Aktienportfolio. So betrug die Performance des oben dargestellten Minenindex seit Jahresbeginn in US-Dollar +37 Prozent. Der NASDAQ brachte es im gleichen Zeitraum auf +21 Prozent. Über zwei Jahre hinweg betrachtet betrug die Outperfromance des Minenindex gegenüber dem NASDAQ ganze 46,5 Prozent (+108 vs. +61,5 Prozent). Auf Sicht von drei Jahren ist die Wertentwicklung mit 71,5 zu 71,25 Prozent nahezu identisch. Seit 20. Oktober 2016 performte der NASDAQ mit +96 Prozent besser als der Minenindex mit +66 Prozent. Auf Sicht von 5 Jahren hatte dann aber wieder der Minenindex klar die Nase mit +172 gegenüber +135 Prozent vorn.

Erhellend ist auch ein Vergleich der Marktkapitalisierung zwischen einem einzelnen Vertreter der Tech-Aktien und allen börsengelisteten Aktiengesellschaften der Edelmetallindustrie. Aus den Renditevergleichen, den Bewertungen sowie den Zukunftsperspektiven, die im Bereich der Tech-Aktien von Zerschlagungsintentionen überschattet werden, ergibt sich auch durch die extrem asymmetrische Kapitalallokation enormes Umschichtungspotenzial zugunsten des Minensektors.

Grafik zeigt Apple Marktwert gegenüber Edelmetallen

Fazit

Umso tiefer die Welt unaufhaltsam in den Schuldenstrudel gerät, umso interessanter wird eine Branche: die Geldproduzenten. Und damit sind nicht etwa die Zauberlehrlinge aus den Notenbankzentralen gemeint, sondern die Bergbauunternehmen, die das bewährte Geld der Vergangenheit und das verlässliche Geld der Zukunft aus der Erde schürfen. Gäbe es diese Branche nicht, würden den Anlegern eine interessante Investmentopportunität entgehen und die Möglichkeit, hart erarbeiteten Wohlstand auch in unsicheren Zeiten zu sichern, schwieriger. Auch die Weltwirtschaft und das Weltfinanzsystem können sich über das oft zu Unrecht verteufelte kosmische Geschenk der Edelmetalle freuen, genauso wie unsere Vorfahren, denen Gold und Silber durch unzählige Krisen half.

Dieser Megatrend, der seit Jahrtausenden funktioniert, verdient seinen Namen und die Unternehmen aus diesem Sektor verdienen trotz aller bekannten Risken zumindest einen Platz auf der Watchlist der Anleger. Wie interessierte Investoren ein Startportfolio in diesem Sektor aufbauen können, hatten wir bereits vor gut einem Jahr erläutert.

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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