Gold/Silber

Faule Kredite und Handelskrieg Gold und Silber brechen Rekorde: Die Rally kennt kein Ende

Gold- und Silberbarren bei der Vaults Group in Barcelona. Foto: Angel Garcia/Bloomberg

Gold glänzt heller denn je – und Silber steht ihm in nichts nach. Getrieben von Sorgen um faule Kredite, dem wieder aufflammenden Handelskrieg zwischen den USA und China sowie der Suche nach Sicherheit in unsicheren Zeiten, erreichen die Edelmetalle neue Rekordstände. Eine Kombination aus Angst, Unsicherheit und Gier hat die Märkte erfasst – und die Rally bei Gold und Silber zu einem der spektakulärsten Anstiege der letzten Jahrzehnte gemacht.

Gold und Silber mit Rekordhoch

Die Angst um die Kreditqualität der US-Wirtschaft sowie die verschärften Spannungen zwischen Washington und Peking haben die Nachfrage nach sicheren Anlagen gestärkt, so ein Bericht von Bloomberg. Dadurch sind die Preise für Gold und Silber erneut auf neue Rekordstände gestiegen.

Der Goldpreis stieg am Freitag um bis zu 1,2 Prozent auf 4.379,93 US-Dollar pro Unze. Damit ist er auf dem besten Weg zu seinem größten Wochengewinn seit 2008 – zugleich wäre dies die neunte Gewinnwoche in Folge. Die rasante Rallye, die im August begann, setzt sich somit unaufhaltsam fort. Die Kaufwelle, die unter anderem durch Spekulationen über weitere Zinssenkungen der Federal Reserve in diesem Jahr befeuert wird, hat auch auf andere Edelmetalle übergegriffen.

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Silber durchbrach diese Woche sein Allzeithoch von 52,50 Dollar aus dem Jahr 1980, das auf einen inzwischen nicht mehr existierenden Kontrakt der Chicago Board of Trade zurückgeht. Die Preise für das weiße Metall stiegen am Freitag auf einen neuen Höchststand von 54,3775 US-Dollar pro Unze, bevor sie wieder etwas nachgaben. Auch Palladium und Platin sind auf dem Weg zu kräftigen Wochengewinnen.

Insgesamt wurden die Märkte am Donnerstag erschüttert, als zwei regionale US-Kreditinstitute Probleme mit Krediten offenlegten, bei denen es um Betrugsvorwürfe ging. Dies verstärkte die Sorge, dass die Kreditwürdigkeit der Kreditnehmer zunehmend ins Wanken gerät. Die Berichte sorgten weniger als eine Woche nach dem Wiederaufflammen des Handelskriegs zwischen den USA und China für Unruhe an den Märkten und verstärkten die anhaltende Unsicherheit, die durch den Mangel an Wirtschaftsdaten während des Shutdowns in Washington verursacht wurde. Die Kombination dieser Faktoren führte zu einer erhöhten Nachfrage nach sicheren Anlagen.

Gold auf dem Weg zur besten Woche seit 2008

Die Kräfte hinter der Edelmetallrally

Auch Händler setzen verstärkt auf mindestens eine massive Zinssenkung in den USA bis zum Jahresende. Fed-Chef Jerome Powell hat diese Woche signalisiert, dass die Zentralbank auf Kurs ist, um diesen Monat eine weitere Senkung um einen Viertelpunkt vorzunehmen. Das käme Edelmetallen zugute, die keine Zinsen abwerfen.

Chinas Handelsminister Wang Wentao machte am Donnerstag die USA für die jüngste Eskalation der Spannungen verantwortlich und warnte vor einer Entkopplung. Zuvor hatte der US-Finanzminister Scott Bessent am Mittwoch einen hochrangigen chinesischen Handelsbeamten heftig kritisiert. Dieser sei kürzlich unangemeldet in Washington aufgetaucht und habe sich auf eine für Pekings sogenannte „Wolfskrieger-Diplomaten” typische „verwirrte” Weise verhalten.

Gold ist in diesem Jahr um mehr als 65 % gestiegen. Gestützt wurde dieser Anstieg durch Käufe der Zentralbanken, starke Zuflüsse in Gold-ETFs und die steigende Nachfrage nach sicheren Anlagen. Gründe hierfür sind geopolitische und handelspolitische Spannungen, steigende Haushalts- und Schuldenstände sowie die Bedrohung der Unabhängigkeit der Fed.

Gold und Silber steigen, da Investoren dieses Jahr in sichere Häfen flüchten

Verknappung in London

Silber hat sich unterdessen noch stärker entwickelt – mit einem Anstieg von fast 90 % im Jahr 2025 –, wobei die Gewinne durch einige der gleichen makroökonomischen Faktoren gestützt wurden, die auch den Goldpreis antreiben. Der Markt wurde außerdem von einer historischen Verknappung in London erfasst, wo ein Mangel an Liquidität eine weltweite Jagd nach dem Metall ausgelöst hat, da die Referenzpreise über die Terminkontrakte in New York gestiegen sind.

In der vergangenen Woche wurden mehr als 15 Millionen Unzen Silber aus den Lagerhäusern der Terminbörse Comex in New York abgezogen. Ein Großteil davon dürfte nach London geliefert werden, was zur Entspannung der angespannten Marktlage beitragen dürfte. Die Preisdifferenz zwischen den beiden Handelszentren beträgt aktuell 70 Cent pro Unze und ist damit zwar geringer als noch letzte Woche, als sie bis zu 3 Dollar betrug, aber weiterhin ungewöhnlich hoch. Silber stieg am Freitag um 6:48 Uhr Ortszeit in Frankfurt um 0,2 % und lag damit knapp unter seinem neuen Höchststand, der zu Beginn der Sitzung erreicht wurde. Im Wochenverlauf stieg der Preis für Silber um mehr als 8 %.

Die Edelmetalle sind inzwischen in allen Zeiträumen – vom Tages- bis zum Monatschart – stark überkauft. Lohnt sich jetzt noch ein Einstieg? Dieser Frage gehen Bloomberg und ein Goldstratege der Bank of America auf den Grund.

Der Spotpreis für Gold stieg um 1 % auf 4.365,14 Dollar pro Unze und liegt damit auf dem Weg zu einem Wochengewinn von 8,7 %. Platin legte im Wochenverlauf um 8 % zu, Palladium sprang um 16 %. Der Bloomberg Dollar Spot Index gab am Freitag um 0,1 % nach.

FMW/Bloomberg



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2 Kommentare

  1. „In der vergangenen Woche wurden mehr als 15 Millionen Unzen Silber aus den Lagerhäusern der Terminbörse Comex in New York abgezogen. Ein Großteil davon dürfte nach London geliefert werden, was zur Entspannung der angespannten Marktlage beitragen dürfte“

    Aber nur in London :-)

  2. Heute noch schnell bei Gold und Silber Allzeithochs in Euro und in Dollar.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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