Der Goldpreis setzt seinen jüngsten Anstieg fort: Nach der gestrigen Zinssenkung der Fed zog Gold weiter an, während Silber ein neues Rekordhoch markierte. Doch obwohl die Edelmetalle steigen, bleibt die Stimmung an den Märkten bemerkenswert verhalten – zu groß ist die Unsicherheit über den weiteren Kurs der Notenbank.
Fed-Senkung treibt Goldpreis
Am Mittwochabend stieg der Goldperis zum dritten Mal in Folge, nachdem die US-Notenbank Fed wie erwartet eine Zinssenkung beschlossen hatte. Silber erreichte derweil ein neues Rekordhoch.
Gold stieg um bis zu 0,5 % auf fast 4.248 USD pro Unze, während die Renditen für Staatsanleihen und der US-Dollar nach der letzten Sitzung der Fed in diesem Jahr zurückgingen. Die US-Notenbank senkte die Zinsen zum dritten Mal in Folge und behielt ihre Prognose für eine weitere Zinssenkung im Jahr 2026 bei. Sie änderte jedoch den Wortlaut ihrer Erklärung leicht, um auf eine größere Unsicherheit hinsichtlich künftiger Senkungen hinzuweisen.
Eine dovishe Fed wirkt sich tendenziell positiv auf Edelmetalle aus, da diese selbst keine Zinsen abwerfen und daher besonders von niedrigeren Finanzierungskosten profitieren. Der Offenmarktausschuss der Fed stimmte mit 9:3 Stimmen dafür, den Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,5 % bis 3,75 % zu senken. Bemerkenswert ist, dass erstmals seit 2019 gleich drei Mitglieder gegen eine politische Entscheidung votierten.
Die abweichenden Stimmen sowie die aktualisierten Zinsprojektionen verdeutlichen die derzeitige Uneinigkeit innerhalb der Notenbank: Während die einen eine Schwäche am Arbeitsmarkt als größeres Risiko betrachten, sorgt sich der andere Teil eher um eine anhaltend hohe Inflation.

Edelmetalle steigen, Stimmung bleibt kühl
„Es ist eine Erleichterung, keine Euphorie“, sagte Charu Chanana, Chef-Anlagestratege bei Saxo Markets in Singapur. „Die Senkung um 25 Basispunkte und die niedrigeren Renditen waren weitgehend eingepreist, und die geteilte Abstimmung hält die Händler davon ab, den Goldpreis an diesem Tag weiter nach oben zu treiben.“
In diesem Jahr ist der Goldpreis um mehr als 60 % gestiegen, der Silberpreis hat sich sogar mehr als verdoppelt. Damit sind beide Edelmetalle auf dem besten Weg zu ihrer besten Jahresperformance seit 1979. Diese rasante Rallye wurde durch erhöhte Käufe der Zentralbanken und den Rückzug der Anleger aus Staatsanleihen und dem Dollar unterstützt. Laut dem World Gold Council sind die Bestände an goldgedeckten börsengehandelten Fonds in diesem Jahr – mit Ausnahme des Monats Mai – jeden Monat gestiegen. Dies ist einer der Gründe, warum das World Gold Council dem Goldpreis für 2026 ein weiteres Aufwärtspotenzial von bis zu 15 % zutraut.
„Wachsende Haushaltsdefizite, anhaltende geopolitische Risiken, die fortschreitende Entdollarisierung und die Käufe der Zentralbanken sprechen dafür, dass dieser Gold-Bullenmarkt noch Spielraum nach oben hat”, sagte Chanana.
Die Fed gab am Mittwoch ebenfalls bekannt, dass sie ab dem 12. Dezember monatlich Staatsanleihen im Wert von 40 Milliarden US-Dollar kaufen wird, um die Reserven im Finanzsystem wieder aufzubauen – ein Schritt, der die Gesamtliquidität erhöhen und den Goldpreis wahrscheinlich stützen wird. Präsident Donald Trump bekräftigte seine Ansicht, dass die Zinsen viel niedriger sein sollten. Damit verstärkte er die Stimmung, dass der nächste Fed-Vorsitzende eine eher dovishe Geldpolitik verfolgen werde, während sich die Suche nach einem Kandidaten dem Ende nähert.
Gold notiert am Donnerstag kaum verändert bei 4.221,23 USD pro Unze. Silber kletterte um bis zu 1,5 % auf einen Rekordwert von 62,85 USD, bevor es einen Teil seiner Gewinne wieder abgab. Auch Platin und Palladium legten zu. Der Bloomberg Dollar Spot Index gab um 0,1 % nach.
FMW/Bloomberg
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Der wesentliche Treiber ist die Entwertung der Währungen. Bei Silber kommt das strukturelle Defizit hinzu. Wenn es irgendein Rohstoff wäre und nicht das Urgeld, wäre es längst viel teurer.
Die Zinsdiskussion läuft in die Irre. Kurzfristige Trader müssen das betrachten, für Investoren und Sparer ist das irrelevant.
Ja- Gold „dümpelt“ (in Euro) mit etwa 44 % Kurssteigerung in diesem Jahr so dahin, und Silber klettert aktuell auf 91 % Kurssteigerung. Und alles legal steuerfrei.
Für börsenunkundige Rentner wie mich optimal.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Richtig. Jetzt müssen wir uns nur noch darüber unterhalten, dass zukünftige Rentner an die Börse müssen. Denn die guten Zeiten, in denen ein ordentlicher Handwerker sich so viel erarbeiten und sparen konnte, um davon genug Gold zu kaufen, sind erstmal vorbei.
In einem guten Szenario beginnt die Verschuldungsspirale nach Entwertung der Schulden von neuem und die Leute müssen an die Börse.
Wenn es aber schlecht läuft, brauchen sie eher Silber als Notgeld. Am besten in kleinen Stückelungen. Dafür kann man Lebensmittel einkaufen ohne direkt ermordet zu werden und auch in der DDR konnte man alte Silbermarkstücke bei der Bank abliefern und wurde dafür vergleichsweise fürstlich entlohnt.
Am All Time High die Zinsen senken und zusätzlich noch mit einem neuen QE ….den Bären drohen…das ist genau mein Humor…!
Der DAX dreht auch schon in’s Plus …zumindest intraday…
Auch die US Futures haben sich kräftig erholt…nachdem heute morgen noch rote Vorzeichen dominierten…
Am All Time High die Zinsen senken…ich fasse es nicht…!
Nun geht der Buffet Indikator steil in Richtung der 300 !
Powell konnte auch gar nicht begründen… warum die Druckerpresse wieder angeworfen wird…wahrscheinlich aus Gewohnheit oder Faulheit nach neuen Ideen zu suchen…!
Er hatte die Druckerpresse ja auch 2022 ..nur recht widerwillig abgedreht…erst als die Inflation auf über 11 Prozent ging wurde er tätig..!
was haben Sie denn gegen Inflation?
-ironie-