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Anleihen

Gold und die Negativrendite bei Anleihen

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Gold steigt und steigt. Erst vorgestern berichteten wir vom neuen Jahreshoch. Es ist klar. In Zeiten von Handelskrieg, Iran-Krise etc flieht der Anleger in die sicheren Häfen namens Gold und Schweizer Franken. Und natürlich, es ist auch klar: Je weiter die Zinsen für Anleihen ins Negative sinken, desto attraktiver wird Gold nun mal. Der Goldpreis kann zwar schwanken, aber immerhin gibt es keine Negativverzinsung.

Gold vs Anleiherendite

Und die Korrelation zeigt eindeutig: Je tiefer die Rendite bei Anleihen sinkt, desto weiter steigt Gold. Im folgenden Chart sieht man in den letzten zwölf Monaten den Goldpreis im Vergleich zum Kursverlauf der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe. Sie laufen parallel. Denn je höher der Kurs, desto tiefer die Rendite bei Anleihen. Denn je mehr ein Anleger für eine Anleihe beim Kauf bezahlen muss, desto geringer ist seine Rendite. Denn die Verzinsung ändert sich ja während der Laufzeit nicht.

Gold vs Bundesanleihen

Interessant ist auch der folgende Chart. Er zeigt seit 2014 den Preis für Gold im Vergleich zum vorhandenen Volumen von Anleihen mit negativer Rendite. Beide laufen auch parallel nach oben. Ein weiterer Beweis für die These, dass Gold für Anleger umso attraktiver wird, je weiter die Renditen bei Anleihen sinken. Und das, obwohl Gold ein richtig kräftiges Kursrisiko beinhaltet. Bei Anleihen weiß der Käufer wenigstens, dass er nach einer festen Laufzeit den Nominalwert zurück erhält.

Anleihe-Wahnsinn geht immer weiter

Übrigens: Am Anleihemarkt geht der „Wahnsinn“ gen Süden immer weiter. Morgen will der deutsche Staat zum ersten Mal überhaupt eine 30 Jahre laufende Anleihe mit einem Zinskupon von 0,00% ausgeben! Und deutsche Banken bereiten sich offenbar darauf vor Immobilienkredite mit Negativverzinsung anzubieten. Lesen Sie dazu gerne diesen aktuellen Artikel von finanz-szene.de. Und aktuell notieren die Renditen für zehn Jahre laufende deutsche Pfandbriefe schon mit -0,25% Rendite.

2 Kommentare

2 Comments

  1. BrettonWood

    20. August 2019 10:18 at 10:18

    Ja aber bei Gold weiss der Anleger eben auch das es nicht Wertlos wird, ich meine wenn ich heute zu .08% eine 100 Jährige zu 200% Kaufe dann weiss ich das ich im Jahr 2119 50% der Investiton zurückbekomme und wenn die Notenbanken ihr ziel von 2% erreichen ist dies Nominal noch 20% dessen was ich heute Investiere…das muss man sich mal geben, ich investiere heute und habe eine relativ grosse Wahrscheinlichkeit in 100 Jahren noch 20% dessen zu haben was ich einst Investiert habe….Wer macht sowas ausser ein spekulant der Sie keine 12 Monate halten will….?

    Das kann ja kein vernüftiger Investor mehr kaufen der Kapital anlegen will. Mal schauen wie lange man noch eine Greater Fool dafür findet aber das Ende ist absehrbar…Oder denkt Ihr wir kriegen nich Szenarien wo man nach 100 Jahren noch Geld bringen muss und das Investment komplett weg ist 😂😂😂

    • Diesel

      20. August 2019 20:36 at 20:36

      So schaut es aus!!!

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Anleihen

Risk Off Trade ist sprunghaft wieder da – Rundumflug durch die Charts

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Der Risk Off Trade ist ganz plötzlich wieder sichtbar. Immer wenn große Institutionelle (oft computergesteuert) mehr Risiko eingehen wollen, gehen sie in Schwellenländerwährungen, riskante Anleihen etc (Risk On). Immer wenn man glaubt, dass durch globale Ereignisse das Risiko für die eigene Geldanlage schnell minimiert werden muss, wird der Risk Off Trade aktiviert. Dann schichtet man zügig um in den US-Dollar, in den Schweizer Franken, deutsche Bundesanleihen und Gold. Und durch die vorhin bekannt gewordenen Gedanken von Donald Trump, dass er nur einen großen Handelsdeal mit China will (also kein kleiner Kompromiss möglich), steigt plötzlich wieder die globale Unsicherheit vor einem weniger guten Ausgang im Handelskrieg. Risk Off startet wieder – in welchem Umfang und wie lange, ist natürlich aktuell unklar. Der Dollar-Index steigt (Chart seit Dienstag).

Risk Off Trade - Dollar steigt

Euro und Pfund vs US-Dollar fallen, da wie gesagt tendenziell ganz aktuell der Geldfluss in Richtung US-Dollar läuft (EURUSD und GBPUSD im folgenden Chart übereinander gelegt, Verlauf seit Dienstag).

Risk Off Trade - Euro und Pfund vs USD

Im folgenden Chart haben wir ebenfalls seit Dienstag den US-Dollar-Verlauf dargestellt gegen den südafrikanischen Rand, den ungarischen Forint sowie den polnischen Zloty. Die selbe Bewegung heute Nachmittag. Der Dollar zieht stark an, die vermeintlich riskanten Währungen werten ab.

Im folgenden Chart haben wir USD vs Schweizer Franken und Gold vs USD übereinander gelegt. Da Gold und Franken ebenso als Fluchtziele gelten wie der US-Dollar, fallen die Kursausschläge hier eher uneinheitlich aus. Wohin mit den Kursen, wenn USD und der Gegenpart beide gefragt sind?

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Anleihen

Cash Crunch – was läuft da schief?

Panik am US-Geldmarkt – Hintergründe zu dem, was noch viele Rätsel hinterlässt!

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In den letzten Tagen hat es merkwürdige, geradezu historische Bewegungen mit einem Cash Crunch an den US-Geldmärkten gegeben, genauer gesagt an den Repo-Märkten. „Repo“ steht für „repurchase agreement“, auf deutsch eine „Rückkauf-Vereinbarung“. Dieses „repurchase agreement“ ist ein Vehikel für Investoren, eine (US-Staats-)Anleihe zu kaufen und sich dabei ca. 90% bis 95% des Kaufpreises dieser Anleihe zu leihen, wobei dann die gekaufte Anleihe als Sicherheit für diesen „Kredit“ hinterlegt wird. In der Regel verkauft ein „dealer“ die Staatsanleihe und kauft sie dann am nächsten Tag wieder zurück – daher der Name „repurchase agreement“ („Rückkauf-Vereinbarung“).

Mit anderen Worten: ein Investor kauft eine US-Staatsanleihe und hinterlegt als Sicherheit für den dafür gewährten Kredit die (weitgehend risikolose) US-Staatsanleihe als Sicherheit für das geliehene Geld. Faktisch haben wir es also mit einem Mechanismus zu tun, der den Kauf von Staatsanleihen fördern soll, indem die Investoren gewissermaßen nur wenig Geld investieren müssen, um eine Staatsanleihe zu kaufen! Der durchschnittliche Zinssatz, zu dem dieser aufgenommene und durch die gekaufte Staatsanleihe besicherte Kredit aufgenommen wird, ist die repo rate.

Große Institutionen, die mehr als die von der Fed festgelegten Geldreserven bei der Notenbank geparkt haben, leihen in der Regel diese überschüssige Liqudidität an andere Banken oder Geld-Instituionen zu einem Zinssatz, den die Fed festgesetzt hat als „effective federal funds rate“. Mit dem Anstieg der repo rate sind ist aber auch die effective federal funds rate (der Zinssatz, zu dem sich US-Banken untereinander über Nacht Geld leihen) deutlich gestiegen, und zwar über den eigentlich von der Fed mit einer Obergrenze versehenen Zinssatz! Das zeigt einen Kontrollverlust der mächtigsten Notenbank der Welt!

 

Die Fed und der Cash Crunch

Normalerweise hält sich die US-Notenbank Fed aus diesem Markt heraus – aber die Ereignisse der letzten Tage mit einem gewaltigen Cash Crunch haben die Fed (in Gestalt der New York Fed) gezwungen, einzugreifen, nachdem die repo rate am Montag bis knapp unter 10% nach oben geschossen war. In den letzten drei Tagen hat die New York Fed nun ca. 200 Milliarden an Liqudität in den Repomarkt gepumpt, um die Liquiditätsknappheit, die in dem massiven Anstieg der repo rate zum Ausdruck kam, zu lindern. Gestern etwa bot sie 75 Milliarden Dollar an – aber die Nachfrage war mit 84 Milliarden Dollar größer als das Angebot. Daher wird die Fed heute erneut zur Tat schreiten – und es stellt sich die Frage, was da faul ist am Geldmarkt, dass dieser Schritt erneut nötig ist:

Aufgrund der Regularien (z.B. Dodd–Frank Act) sind viele Finanzinstutionen gezwungen, einen bestimmmten Bestand an Anleihen in ihrem Portfolio zu halten – sie müssen daher solche Anleihen regelmäßig kaufen. Nun war aber offenkundig bei den „dealern“ zu wenig Dollar-Liquidtät vorhanden, um die Nachfrage nach diesen Repo-Geschäften bedienen zu können – Geld war also knapp, daher stiegen die Kosten für das Geld respektive die Kosten für den gegebenen Kredit, den die Dealer von den Käufern der Staatsanleihe forderten. Da die Invstoren aber aufgrund der Regularien eben kaufen müssen, sind diese Käufe für diese Investoren zu extrem ungünstigen Konditionen passiert, als die repo rate in Richtung 10% schoss. Faktisch machen also diese Investoren riesige Verluste in diesem Cash Crunch!

Warum diese Knappheit entstanden ist – und offenkundig nach wie vor anhält – ist nach wie vor nicht ganz klar (massive Emmission neuer Staatsanleihen durch die US-Administration und Steuerzahlungen von Banken sind zwei mögliche Gründe). Faktisch dürften die Geldreserven, die die Banken bei der Fed hinterlegt haben, zurück gegangen sein, weil die Bilanzsumme der Fed mit ihrem QT (quantitative tightening) kleiner geworden ist:

„The most popular narrative is that of dwindling bank reserves at the Fed. These are reserves often made available to other financial institutions for overnight borrowing and they are now at their lowest level since 2011 as the Fed winds down its balance sheet.“

So oder so: die Vermutung liegt nahe, dass da etwas faul ist im System, das seinen Ausgangspunkt in unbewältigen Mechanismen der Finanzkrise hat:

„There is something potentially really rotten in the financial system that probably may not have been fixed since the 2008-09 crisis and that is the most worrying part.“

Abschließend noch interessante Aussagen von Bond-King Jeff Gundlach zum Cash Crunch – er sieht darin ein klares Warnsignal, dass etwas nicht stimmt:

 

Der Cash Crunch ist Ausdruck von Panik am US-Geldmarkt

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Anleihen

Fed hat Zinsentscheidung verkündet – hier alle Fakten + Statement

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Das FOMC der Fed (Federal Reserve) hat soeben ihre Zinsentscheidung verkündet. Die Fed Funds Rate von bisher 200-225 Basispunkten wird gesenkt auf 175-200 Basispunkte. Also ein Zinsschritt von -0,25%.

Abgesehen von der Zinssenkung hat das FOMC der Fed weitere Maßnahmen verkündet:

Zinssatz für überschüssige Reserven sinkt um 0,3% auf 1,80%.

Satz für Overnight Repos sinkt um 0,3% auf 1,70%.

Primary Credit Rate wird um 0,25% auf 2,50% gesenkt.

Erste Marktreaktion: Euro und Dow minimal verändert, noch nicht der Rede wert.

Keine klaren Signale für weitere Zinssenkungen.

Marktreaktion 20:15 Uhr: EURUSD -35 Pips, Dow -110 Punkte.

Um 20:30 Uhr folgt auf finanzmarktwelt.de ein separater Artikel zur PK von Jerome Powell.

Hier das Statement der Fed im Wortlaut:

Information received since the Federal Open Market Committee met in July indicates that the labor market remains strong and that economic activity has been rising at a moderate rate. Job gains have been solid, on average, in recent months, and the unemployment rate has remained low. Although household spending has been rising at a strong pace, business fixed investment and exports have weakened. On a 12-month basis, overall inflation and inflation for items other than food and energy are running below 2 percent. Market-based measures of inflation compensation remain low; survey-based measures of longer-term inflation expectations are little changed.

Consistent with its statutory mandate, the Committee seeks to foster maximum employment and price stability. In light of the implications of global developments for the economic outlook as well as muted inflation pressures, the Committee decided to lower the target range for the federal funds rate to 1-3/4 to 2 percent. This action supports the Committee’s view that sustained expansion of economic activity, strong labor market conditions, and inflation near the Committee’s symmetric 2 percent objective are the most likely outcomes, but uncertainties about this outlook remain. As the Committee contemplates the future path of the target range for the federal funds rate, it will continue to monitor the implications of incoming information for the economic outlook and will act as appropriate to sustain the expansion, with a strong labor market and inflation near its symmetric 2 percent objective.

In determining the timing and size of future adjustments to the target range for the federal funds rate, the Committee will assess realized and expected economic conditions relative to its maximum employment objective and its symmetric 2 percent inflation objective. This assessment will take into account a wide range of information, including measures of labor market conditions, indicators of inflation pressures and inflation expectations, and readings on financial and international developments.

Voting for the monetary policy action were Jerome H. Powell, Chair, John C. Williams, Vice Chair; Michelle W. Bowman; Lael Brainard; Richard H. Clarida; Charles L. Evans; and Randal K. Quarles. Voting against the action were James Bullard, who preferred at this meeting to lower the target range for the federal funds rate to 1-1/2 to 1-3/4 percent; and Esther L. George and Eric S. Rosengren, who preferred to maintain the target range at 2 percent to 2-1/4 percent.

US-Dollar - heute Fed Entscheidung

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