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Gold: Zentralbanker rät – jetzt ist Zeit, Gewinne mitzunehmen

Gold: Zentralbanker rät – jetzt ist Zeit, Gewinne mitzunehmen
Goldbarren in der Edelmetallraffinerie Italpreziosi SpA in Arezzo. Foto: Alessia Pierdomenico/Bloomberg

Der Goldpreis hat in den vergangenen Wochen Rekordhöhen erreicht – und nun stehen die Zentralbanken vor einer heiklen Entscheidung. In den Philippinen plädiert ein führender Notenbanker dafür, Teile der Goldreserven zu verkaufen, um Gewinne mitzunehmen, bevor sich die jüngste Korrektur weiter fortsetzt. Angesichts eines möglichen Preisrückgangs und wachsender Diskussionen über die optimale Höhe der Goldreserven rückt die Frage in den Mittelpunkt: Wann ist der richtige Zeitpunkt, um beim Gold Gewinne mitzunehmen?


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Gold: Zentralbanker rät zu Gewinnmitnahmen

Laut einem Bericht von Bloomberg sagt ein Notenbanker der Philippinen, es sei Zeit, Gewinne aus Gold mitzunehmen. Die philippinische Zentralbank sollte einen Teil ihrer „übermäßigen“ Goldbestände verkaufen, da das Edelmetall aufgrund der nachlassenden Nachfrage nach sicheren Anlagen weiter an Wert verlieren dürfte, so ein Entscheidungsträger.

Gold macht derzeit etwa 13 Prozent der Brutto-Währungsreserven der Bangko Sentral ng Pilipinas aus. Das sagte Benjamin Diokno, Mitglied des Währungsausschusses, am Montag in einem Interview in Kuala Lumpur. Das sei bereits mehr als bei anderen Zentralbanken in der Region, so Diokno am Rande des Bloomberg Business Summit in Asean.

„Unsere Goldreserven sind bereits übermäßig hoch”, sagte Diokno, ehemaliger Gouverneur der BSP. Idealerweise sollte das Edelmetall zwischen 8 % und 12 % der Reserven der Zentralbank ausmachen. Diese lagen im September 2025 bei etwa 109 Milliarden US-Dollar, dem höchsten Stand seit fast einem Jahr.

Da die BSP Gold zu einem Preis von etwa 2.000 Dollar pro Unze gekauft hat und der Goldpreis mit fast 4.400 Dollar ein Rekordhoch erreicht hat, fragte Diokno: „Sollten Sie dann nicht schon verkaufen?” „Was passiert, wenn der Goldpreis fällt?“

Goldpreis weiterhin unter Druck

Gold fiel am Montag auf knapp 4.023 Dollar pro Unze und notierte damit schon mehr als 350 Dollar unter seinem Rekordhoch, das es vor einer Woche erreicht hat. Der Druck auf das Edelmetall erhöhte sich am Montag, da die Fortschritte bei einem Handelsabkommen zwischen den USA und China die Nachfrage nach sicheren Anlagen schwächten. Zwar hat sich der rasante Anstieg des Goldpreises auf 4.381 Dollar angesichts von Anzeichen einer überdehnten Rally abgeschwächt, doch liegt der Preis immer noch um 55 % über dem Wert des Vorjahres. Die Käufe der Zentralbanken sowie die Aussicht auf sinkende Fed-Zinsen sorgen dabei für Unterstützung.

Verwaltung der Goldbestände

Diokno, derzeit Mitglied des Zinsausschusses der BSP, sagte, dass innerhalb der Zentralbank noch diskutiert werde, ob mehr Gold akkumuliert oder Gewinne mitgenommen werden sollten.

Anfang des Jahres sagte BSP-Gouverneur Eli Remolona, die Zentralbank setzte nicht auf kurzfristige Goldpreisbewegungen, da dies eine sehr schlechte Investition sei. „Es ist riskant und die durchschnittliche Rendite ist negativ“, sagte Remolona im März. Als Teil eines großen Portfolios biete das Halten von Gold jedoch eine gute Absicherung.

Im Jahr 2024 verkaufte die BSP bereits Gold, dessen Preis später jedoch weiter anstieg. Dieser Schritt löste in der Öffentlichkeit Kritik hinsichtlich der Opportunitätskosten aus. Die BSP reagierte darauf mit der Erklärung, dass dieser Schritt Teil ihrer aktiven Verwaltung der Goldreserven des Landes sei.

Diokno sagte, die BSP habe begonnen, ihre Goldbestände zu verteilen. Die Zentralbank hat kürzlich einen kleinen Teil davon nach Frankreich verlagert, während der Großteil in London verbleibt.

Die BSP strebt zudem eine Diversifizierung der Währungen in ihren Devisenreserven an. Während der Großteil ihrer Kriegskasse weiterhin auf US-Dollar lautet, sagte Diokno, man könne auch den Euro in Betracht ziehen. Zuvor hielt die Zentralbank auch japanische Yen und australische Dollar.

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurStefan Jäger

Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.

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1 Kommentar

  1. Gar Nie, weil Gewinne mitnehmen heisst Wechsel in Fiatwährungen, Gold dient aber gerade der Absicherung des Wertzerfalle derselben, der Steigende Goldpreis zeigt ja in tat und Wahrheit nur die Währungsschwäche, ein Notenbanker der Geld aus dem Nichts erschaffen kann will nun Gold wieder gegen sein Nichts tauschen, der hat nun wirklich gar nichts Verstanden oder eine sehr romantisch Vorstellung vom Geldwert. Aus guten Grund steht heute schon in den AGB von Dextra Gold oder ZKB das bei Währungsreformen nichts mehr physisch geliefert werden muss. Gold ist relativ Wertkonstant zu anderen Sachwerten vor 100 Jahren gabs für eine Unze Gold einen guten Massanzug und heute gibts das immer noch. Nicht die Sachwerte schwanken sondern die Geldwerte getrieben von Derrivaten

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